Eine Wunderkerze, die noch nicht angezündet ist, sieht zunächst noch völlig unspektakulär aus. Ein 17 Zentimeter verkupferter Stahldraht, umhüllt mit einer Tauchmasse aus einem Oxydationsmittel (meistens Bariumnitrat) und Metallpulvern. Verbunden werden die Zutaten durch Bindemittel wie Dextrin, Stärke oder Gummi. Die Metallbestandteile - besonders das Eisenpulver - sorgen dann für den beeindruckenden Funkenflug. Die Herstellung der richtigen Metallmischung für den Funkenflug ist äußerst schwierig.
Durch das Abbrennen der Wunderkerze werden die Metallspäne erhitzt und so entstehen Spannungsrisse in den Spänen - die spröden Funken trennen sich von der Kerze ab und sprengen sich dabei in weitere kleine Teile auf. So entsteht der typisch strahlende Wunderkerzen-Funkenflug.
Die ersten Wunderkerzen gab es bereits im 19. Jahrhundert, aber erst 1907 wird das erste Patent für einen "funkensprühenden Leuchtstab" vergeben. Der Antragsteller trägt dann auch tatsächlich schon das Wort "Wunderkerze" in seinem Firmennamen: Franz Jacob Welter, Vereinigte Wunderkerzen-Fabriken Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg.
Für viele Kinder ist eine Wunderkerze der erste Kontakt mit einem Feuerwerkskörper. Da die Wunderkerzen nur sehr langsam abbrennen, sind die Gefahren im Umgang mit den Feuerwerkskörpern nicht sehr hoch, wenn man auf geprüfte Qualität acthet. Beim Abbrennen des Bariumnitrats entstehen zwar Abgase, doch nur in relativ geringer Konzentration. Bei guter Lüftung nach dem Zimmerfeuerwerk braucht niemand etwas zu befürchten.