Sind alle Vorarbeiten abgeschlossen, kann der Fliesenklebstoff angerührt werden. Gegebenenfalls verwendet man einen fertigen Fliesenklebstoff, der gebrauchsfertig aus dem Eimer verarbeitbar ist. Nachdem die Wand- oder Bodenfläche symmetrisch aufgeteilt ist, wird für die erste Fliesenreihe der Klebstoff aufgebracht. Immer nur soviel Klebstoff aufbringen, wie in ca. 15 Minuten verarbeitet werden kann.
Nach der ersten Fliese setzt man zunächst die letzte in der Reihe, spannt die Gummischnur zwischen den Fliesenleger-Ecken und setzt dann Fliese nach Fliese in die Reihe. Fliesenkreuze vereinfachen die Positionierung, denn sie sichern gleichbleibende Abstände. Das beste Ergebnis erzielt man, wenn bei der Wandverfliesung die Fliese oben in der Ecke angesetzt, angedrückt und anschließend "abwärts" in die endgültige Position verschoben wird. Von Zeit zu Zeit überprüft man mit Wasserwaage und Aluschiene den exakten Verlauf.
Wird um die Ecke gefliest, ist eine saubere Kante besonders wichtig. Sie lässt sich am einfachsten mit einem Randleistenprofil realisieren, das einfach vor der letzten Fliese in den Klebstoff gedrückt wird. Ebenfalls schön: der schräge Anschnitt der Fliesenkante unter 45 Grad. Setzt man zwei solcher Fliesen gegeneinander, entsteht ein sehr anspruchsvolles Kantenbild. Bei dieser Verlegemethode muss beachtet werden, dass höchste Präzision gefragt ist.
Die Verfliesung einer Bodenfläche erfolgt ähnlich. Abrutschen können die Fliesen hier natürlich nicht. Es ist aber besonders wichtig, auch bei großen Formaten die vollflächige Benetzung jeder einzelnen Fliese mit Klebstoff sicherzustellen. Hat der Klebstoff nach ca. 60 Minuten spürbar angezogen, entfernt man die Fliesenkreuze und kratzt mit einem Holz Klebstoffreste aus den Fugen.
1 Mit dem Fugenbrett wird das Material diagonal zum Fugenverlauf eingearbeitet.
2 Nach dem Egalisieren und Abwaschen des Mörtels folgt die Endreinigung mittels
Schwamm.
3 Abschließend wird mit einem trockenen, weichen Tuch kräftig nachpoliert.
Um auch bei Naturstein ein schönes Ergebnis zu gewährleisten kommt der Auswahl der Materialien besondere Bedeutung zu. Naturstein- Klebstoff sollte weiß sein, damit er nicht durchscheint. Das ist besonders bei dünnen Natursteinfliesen – auch bei Marmor – wichtig. Um ganz sicher zu gehen, bestreicht man zusätzlich die Fliesenrückseite dünn mit Klebstoff.
Mitentscheidend für ein harmonisches Erscheinungsbild gefliester Flächen sind die Fugen. Neben der Farbe spielt dabei die Fugenbreite eine wichtige Rolle. Höchste Flexibilität und Wasserdichtigkeit erzielt man mit einem Fugenmörtel, dem eventuell noch Zusätze für eine erhöhte Flexibilität beigemischt werden können. Die Fugenmasse für Wand und Boden unterscheidet sich in der Konsistenz und wird durch vorsichtige Wasserzugabe geregelt.
Auf dem Boden wird der fließfähige Fugenmörtel mit einem Gummiwischer diagonal zum Fugenverlauf eingeschlämmt. Um die Fugen gleichmäßig zu füllen streicht man mehrmals darüber, prüft nach ca. 15 Minuten ob die Masse angetrocknet ist, wäscht die Mörtelreste mit einem Schwammbrett oder einfach mit einem Schwamm ab und poliert den verbliebenen Mörtelschleier mit einem Baumwolllappen weg.
Selbstverständlich lassen sich im Wandbereich Fugen in vielen Farbtönen herstellen. Dazu muss die Konsistenz des Fugenmaterials etwas fester sein als auf dem Boden. Mit einem Fuggummi oder Fugbrett wird das Fugenmaterial diagonal in die Fugen eingearbeitet. Nach dem Antrocknen werden die Mörtelreste mit Waschbrett und Schwamm abgewaschen, der Mörtelschleier wird mit einem Baumwolllappen wegpoliert.
Abriebfestigkeit
DIN- und EURO-Normen legen Gruppen von 1 bis 5 für sehr leichte bis sehr starke Beanspruchung fest.
Cotto
Atmungsaktives Material aus roten Tonbestandteilen, überwiegend unbehandelt, erfordert meist Imprägnierung nach der Verlegung.
Frostsicherheit
Für Außenanwendung wichtig: Nach geltenden Bestimmungen müssen frostsichere Fliesen einem 50-maligen Frost/Tau-Wechsel standhalten.
Naturstein
Man unterscheidet drei Gruppen: sehr widerstandsfähiges Erstarrungsgestein (Basalt/Granit), mittelhartes Ablagerungsgestein (z. B. Jura/Solnhofener) und Umwandlungsgestein wie Marmor, Schiefer, Gneise.
Steingut
Ausgangsmaterial und Brenntemperatur entscheiden über die Dichtigkeit des Gefüges. Relativ porös und hohe Wasseraufnahme, daher nur im Innenbereich einsetzbar.
Steinzeug
Feinkeramik mit hoher Festigkeit und geringer Porösität. Frostsicher und abriebfest.
Feinsteinzeug
Besonders festes Gefüge mit sehr geringer Wasseraufnahme. Genügt höchsten Anforderungen.
Wasseraufnahme
Glasierte Fliesen weisen Wasser vollständig ab. Für den Fliesenscherben (eigentliches Fliesenmaterial) gibt es vier Normgruppen von über 10 Prozent bis unter 3 Prozent Wasseraufnahme in Gewichtsprozent.