Nein – Die meisten Tapeten unterliegen dem RAL-Gütezeichen. In Zusammenarbeit mit dem RAL (Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. in Bonn) werden strenge Gütebestimmungen erarbeitet, deren Einhaltung laufend vom unabhängigen Fraunhofer Institut überwacht werden. Bei Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Tapete das RAL-Gütezeichen hat.
Untergründe sollten fest, glatt, sauber, leichtsaugend sein. Daher sollten neue Wände mit Tiefgrund vorbehandelt werden. Für Vliestapeten werden farblich neutrale Untergründe empfohlen, die gegebenenfalls mit einem pigmentierten Tiefgrund herzustellen sind.
Je nach Tapetenart unterscheiden sich die Einweichzeiten. Die vom Hersteller angegebenen Weichzeiten sollten eingehalten werden, da es sonst zu Blasen- /Falten- /Wellen- Bildung kommen kann.
- Papierpräge: 3 bis 5 Minuten
- Struktur-Vinyl: 6 bis 8 Minuten
- Vlies-Tapeten: diese sind formstabil und werden im Wandklebeverfahren verarbeitet (= keine Weichzeit)
- Kompakt-Vinyl: 3 bis 5 Minuten
Jede zweite Bahn "auf den Kopf" kleben, so sollen an den Kanten und Übergängen eventuelle Schattierungen vermieden werden, da durch die Herstellungsweise jeweils die gleiche Produktionsseite aneinander liegt.
Es sollte während des Tapezierens und während des Trocknungsprozesses auf gleichbleibende Temperatur geachtet werden (17 bis 20°). Sonst kann es zu Spannungen im Papier kommen, die eine Nahtbildung hervorruft.
Um Farbunterschieden vorzubeugen, da Tapeten immer in neuen Auflagen produziert werden und es trotz modernster Produktionsanlagen möglicherweise zu geringen Farbabweichungen kommen kann. Es sollten möglichst in einem Raum nur Tapeten mit der gleichen Anfertigungsnummer verarbeitet werden.
In der Regel Spezialkleister (je nach Untergrundbeschaffenheit Zusatz von Ovalit 10 bis 15%). Für herkömmliche Papiertapeten kann man auch einen Normalkleister verwenden. Seit neuestem gibt es für Vliestapeten eigenen Vlies-Kleister. Bei Maschineneinsatz empfiehlt sich ein spezieller TG (Tapeziergeräte)- Kleister.
Beispiel:
Ein Raum misst 5 x 4 m bei 2,5 m Deckenhöhe, Rollenmaß ca. 0,5 x 10,05 m
2 Wände x 5 m = 10 m
2 Wände x 4 m = 8 m
= 18 lfdm. bei 0,5m Breite
= 36 Bahnen
Daraus ergibt sich: 36 Bahnen x 2,5 m Deckenhöhe = 90 lfdm.
• Bei Rapport 0 erhält man in der Regel 4 Bahnen je Rolle, also 36 : 4 Bahnen = 9 Rollen
• Bei Rapport 53/26 erhält man 3 Bahnen je Rolle, also 36 : 3 = 12 Rollen, zur Sicherheit nimmt man am besten 1 Rolle zusätzlich mit.
Tabelle zur Bedarfsermittlung
Eine Tapete hat dann keinen technischen Ansatz, wenn im Nahtbereich kein Muster "angeschnitten" ist. Rapport bedeutet, dass im Nahtbereich ein Muster "getrennt" ist und mit der nächsten Bahn "zusammengefügt" wird und so ein einheitliches Bild entsteht.
Vliestapeten gehören zu einer neuen Tapetengeneration, sie dehnen sich nicht, sie schrumpfen nicht und sie reißen nur bei äußerst starker Belastung. Die Vliestapete kann direkt auf die eingekleisterte (!) Wand geklebt werden (Wandklebeverfahren), ein Tapeziertisch ist damit nicht mehr unbedingt nötig.
Vor allem aber ist die Tapete auch nachher, wenn ein neues Muster gewünscht ist, von der Wand abziehbar, ohne dass wie bisher beispielsweise bei Raufaser, mit dem Spachtel gearbeitet werden muss. Eine absolut angenehme und saubere Sache.
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