18.10.2006 16:01 Alter: 1161180060
3-D Drucker für Heimwerker und Normalverbraucher
Kategorie: 2006
Ideen zum Anfassen - 3D-Druck erstmals über einen Online-Shop für alle zugänglich

3D-Drucker: Hausmodell
(Quelle: Kisters)

3D-Drucker: Wendeltreppe
(Quelle: Kisters)

3D-Drucker: Shop
(Quelle: RT Reprotechnik)
Zeichnen, Drucken, fertig: Jeder kann in Zukunft seine Wunschprodukte schnell und kostengünstig als 3D-Modelle herstellen lassen / 3D-Druck erstmals über einen Online-Shop für alle zugänglich
Leipzig, September 2006. Die Vorstellung ist revolutionär: Statt in ein Geschäft zu gehen stellen wir unsere Wunschprodukte in einer heimischen Fabrik selber her – vom Kerzenständer über das Möbelstück bis zum Geschirr. Was sich zunächst nach der Idee aus einem Science Fiction anhört ist im Prinzip bereits möglich. Mit sogenannten 3D-Druckern stellen Unternehmen aus der Automobilindustrie und dem Produktdesign seit Jahren Prototypen auf Grundlage von Software-Modellen her. Schicht für Schicht wird Gipspulver dazu nach genauer Vorgabe aufeinander geklebt, bis das Objekt fertig ist.
Die Vision einer heimischen Fabrik, wie sie Neil Gershenfeld in seinem viel beachteten Buch „Fab – Die kommende Desktop-Revolution“ (2005) entwarf, scheint jedoch ein Traum zu bleiben. Ähnlich wie große Fotokopierer, Farb-Laserdrucker oder 3D-Scanner sind 3D-Drucker sehr teuer. Ihre Kapazitäten könnte eine Einzelperson zudem bei Weitem nicht ausschöpfen. Dass jeder Haushalt in absehbarer Zeit über einen eigenen 3D-Drucker verfügt, ist daher unwahrscheinlich.
Das Angebot eines Leipziger Reproduktions-Dienstleisters lässt die Vision vom „Personal Fabricator“ aber nun ein Stück näher rücken: Seit dem 28. September 2006 bietet die Firma RT Reprotechnik.de GmbH den 3D-Druck erstmals weltweit als Dienstleistung für die Allgemeinheit an. In dem Online-Shop www.rapidobject.com kann jeder seine virtuellen 3D-Modelle als Druckvorlage übermitteln oder auf von anderen Nutzern angebotene 3D-Modelle zurückgreifen. Das Objekt wird dann in kürzester Zeit in Farbe auf einem 3D-Drucker gedruckt und in wenigen Tagen ausgeliefert.
„Wir leiten mit unserem Shopangebot die Demokratisierung eines Verfahrens ein, das unterschiedlichste Bedürfnisse anspricht“, erklärt Petra Wallasch, Geschäftsführerin von RT. „Egal, ob Sie Ihre Lieblingsfigur aus einem Rollen- oder Fantasyspiel real auf dem Schreibtisch stellen wollen oder Zubehör für Ihre Modelleisenbahn brauchen: Der Fantasie sind beim 3D-Druck keine Grenzen gesetzt.“ Auch vielen Kleinunternehmen und Selbständigen, für die der 3D-Druck bisher nicht finanzierbar war, bietet die Plattform erstmals die Möglichkeit, virtuelle Modelle drucken zu lassen. Das können Design-Objekte sein aber auch z.B. Statistik-Diagramme oder geologische Profile.
Anbieten können die virtuellen Modelle im dem weltweiten Shopsystem derzeit alle, die mit 3D-Software umgehen können. Das sind vor allem Designer und 3D-Künstler. Aber auch andere Nutzer sollen ihre persönlichen Entwürfe in Zukunft online stellen können – mit Hilfe von Dienstleistern, die jedes persönliche Wunsch-Modell virtuell entwickeln.
Mehr Informationen:
www.reprotechnik.de
www.rapidobject.com