Tür mit Folie bekleben – Anleitung

Tür bekleben mit Folie

Tolle Wohnung, aber schrecklich altmodische oder unschön vergilbte Türen? Noch dazu Macken und andere Schäden? Die Alternative zur herkömmlichen Renovierung ist, die Türen zu bekleben.

Neben verschiedenen Möbelfolien in Furnieroptik, gibt es spezielle Türfolien und Türposter mit und ohne Motiv in der passenden Breite zu kaufen. Eine Tür bekleben Sie in viel kürzerer Zeit, als Sie für abschleifen und lackieren aufwenden müssten. Auch Türzargen können Sie auf die gleiche Weise mit Folie versehen, ohne spezielle Zargenfolie für Holzzargen oder dergleichen.

Ob Sie sich für ein schlichtes mattes weiß, Eiche grau oder einen Laubwald entscheiden hängt von Ihrem persönlichen Geschmack und sonstigen Einrichtungsstil ab. Wie Sie Ihre Türen bekleben und dabei die Folie solide auf die Tür bekommen ohne hässliche Blasen und andere Makel, das verraten wir Ihnen in der folgenden Schritt für Schritt-Anleitung.

Material- und Werkzeugbedarf

Schritt 1: Planen und Preise vergleichen

Es macht einen großen Unterschied, ob Sie eine Tür nur einseitig frontal mit einem Türposter bekleben möchten, oder ob Sie die Tür beidseitig, in den Falzen und auch die Türzarge einheitlich überkleben möchten. Entsprechend ist der Materialbedarf zu planen. Es gibt vielfältige Angebote auf dem Markt. Sie können beispielsweise Klebefolien für Türen in Holzdekoren oder in vielen Farben auf Rollen (meist 5 m) kaufen oder spezielle Zuschnitte für eine Seite eines Türblattes und auch welche, die nur einen Teil der Tür verzieren.

Also erst messen, Bedarf errechnen und dann die verschiedenen Angebote vergleichen beim Tür bekleben. DC-Fix, 3M, Oracal, Avery und viele andere Marken sind mit guten Folien am Markt, die von der Rolle meist günstiger sind, als einzelne Zuschnitte. Es gibt Folien mit verschiedenen technischen Eigenschaften (mehr dazu am Ende der Anleitung). Wenn Sie eine Tür bekleben lassen, sind die Kosten auch manchmal überraschend günstig – nachfragen lohnt sich.

Schritt 2: Beschläge abschrauben

Zu Beginn müssen die Beschläge, also Türklinke usw. abgeschraubt werden. Vielleicht sollen nach der Renovierung ja ohnehin neue Beschläge die Renovierung komplettieren?

Wenn möglich, die Tür aushängen und auf Böcke oder einen Tisch legen (bitte mit einer alten Decke o. ä. darunter). Das erleichtert das Arbeiten an dem Türblatt nicht nur für weniger hochgewachsene Personen.

Die Beschläge müssen zum Bekleben abmontiert werden.
Die Beschläge müssen zum Bekleben abmontiert werden.
Am besten lässt es sich arbeiten, wenn die Tür aufgebockt ist.
Am besten lässt es sich arbeiten, wenn die Tür aufgebockt ist.

Schritt 3: Untergrund vorbereiten

Auch beim Bekleben muss der Untergrund tragfähig sein. Wenn Sie also eine Tür bekleben in Küche oder Bad, dann können fetthaltige Dämpfe oder Sprays einen Film darauf hinterlassen haben. Der muss mit einem Fettlöser abgewaschen werden. Aber auch an anderen Türen sind durch Hand- und Fingerabdrücke Fettablagerungen zu vermuten, die die Haltbarkeit beeinflussen könnten.

Aufkleber müssen vorher rückstandslos entfernt werden (ggf. Aufkleber Entferner verwenden). Schleifen müssen Sie nicht, solange die Türen ansonsten intakt sind. Macken, wie Risse oder Dellen, müssen vor dem Bekleben der Tür gespachtelt (Holzspachtelmasse) und glatt geschliffen sein, sodass sie nicht durch die Folie hindurch erkennbar bleiben.

Tipp: Wenn, wie im bebilderten Beispiel ein richtiges Loch im Türblatt ist, dann dieses mit Papier ausstopfen und in mehreren Schichten spachteln. Nach jeder Schicht durchtrocknen lassen. So lässt sich der Untergrund am besten aufbauen und Risse können vermieden werden.

Tür und Folie sollten beim Bekleben am besten die gleiche Temperatur haben.

Beschädigungen müssen vor dem Bekleben mit Holzspachtel gespachtelt werden.
Beschädigungen müssen vor dem Bekleben mit Holzspachtel gespachtelt werden.
Sind die Spachtelschichten getrocknet, gründlich abschleifen und Staub abwischen.Sind die Spachtelschichten getrocknet, gründlich abschleifen und Staub abwischen.
Sind die Spachtelschichten getrocknet, gründlich abschleifen und Staub abwischen.

Schritt 4: Tür bekleben statt streichen

Je nachdem, ob Sie um die Kanten kleben möchten, oder nur die Front der Tür beziehen möchten, muss die Folie an einer Kante entlang gerade oder entsprechend überlappend angelegt werden. Legen Sie die Folie so, wie sie auf die Tür gebracht werden soll auf die Tür. Wenn die Position passt, legen Sie auf den unteren Teil der Folie etwas schweres (Vorsichtig: nicht die Folie beschädigen), damit Sie erstmal nicht verrutscht.

Bevor Sie an das Bekleben gehen, füllen Sie eine leere Sprühflasche mit Wasser und ein bis zwei Tropfen Spülmittel. Schlagen Sie das obere Drittel der Folie zurück und benetzen Sie das obere Viertel des Türblatts lückenlos mit der Sprühflasche.

Die Folie ausrollen, richtig hinlegen und im unteren Teil beschweren, damit sie nicht verrutscht.
Die Folie ausrollen, richtig hinlegen und im unteren Teil beschweren, damit sie nicht verrutscht.
Nachdem das obere Drittel wieder zurückgeschlagen wurde, wird das Türblatt nass gesprüht.
Nachdem das obere Drittel wieder zurückgeschlagen wurde, wird das Türblatt nass gesprüht.

Die Türfolie ist selbstklebend und auf eine Trägerfolie aufgebracht. Ziehen Sie die ersten ca. 15 cm der Trägerfolie ab und knicken Sie die Trägerfolie nach unten. Bringen Sie die Folie mit der Klebefläche nun in der gewünschten Position oben auf dem Türblatt an.

Oben wird die Folie wieder zurückgeschlagen und die Trägerfolie ein Stück abgezogen.
Oben wird die Folie wieder zurückgeschlagen und die Trägerfolie ein Stück abgezogen.
Mit dem Rakel werden von innen nach außen der Wasserfilm und Luftblasen ausgestrichen.
Mit dem Rakel werden von innen nach außen der Wasserfilm und Luftblasen ausgestrichen.

Mit dem Filzrakel wird mit etwas Druck der Wasserfilm mit eventuellen Luftblasen von der Mitte ausgehend nach außen ausgestrichen. Langsam und sorgfältig vorgehen. Der obere Teil der Folie ist nun fixiert. Das Gewicht auf dem unteren Teil der Folie kann abgenommen werden und die Folie nach oben umgeschlagen.

Nun wird wieder ein Stück von ca. 15 – 20 cm der Trägerfolie abgezogen und ein weiteres Stück des Türblatts mit dem Wasser besprüht – immer so weit, dass die Klebeseite nie direkt auf trockenen Untergrund kommt. Wieder von der Mitte nach außen rakeln. Diesen Schritt wiederholen, bis die Fläche komplett beklebt ist.

Wenn alles gut gerakelt ist, sind keine Falten oder Blasen mehr zu sehen.
Wenn alles gut gerakelt ist, sind keine Falten oder Blasen mehr zu sehen.
Die Aussparungen müssen mit dem Cutter sauber freigeschnitten werden.
Die Aussparungen müssen mit dem Cutter sauber freigeschnitten werden.

Falls Sie die Überlappungen in die Falze kleben möchten, müssen diese Überstände an den Ecken ausgeschnitten werden, bevor die Falze in gleicher Weise wie die Fläche mit Folie bezogen werden können. Wenn Sie beidseitig bekleben, drehen Sie die Tür nun um und wiederholen das Ganze auf der Rückseite.

Ansonsten nehmen Sie Ihren Cutter und schneiden Sie die Folie sauber rundum ab. Dabei den Cutter immer im rechten Winkel zur Folie führen. Eine stumpfe Klinge führt zu einem unsauberen Schnitt, deshalb die Klinge am besten häufig abbrechen.

Wenn die Folie um die Kanten gehen soll, müssen die Ecken im 90 Grad-Winkel eingeschnitten werden.
Wenn die Folie um die Kanten gehen soll, müssen die Ecken im 90 Grad-Winkel eingeschnitten werden.
Wird das Türblatt nur frontal beklebt, dann wird mit dem Cutter sorgfältig entlang der Kanten abgeschnitten.
Wird das Türblatt nur frontal beklebt, dann wird mit dem Cutter sorgfältig entlang der Kanten abgeschnitten.

Schritt 4: Beschläge montieren

Zunächst müssen noch die Aussparungen, die für die Beschläge vorgesehen sind, freigeschnitten werden. Am besten ebenfalls die Bohrlöcher wenigstens mit der Spitze des Cutters kreuzweise einstechen. Anschließend die Beschläge anschrauben und die Tür wieder einhängen.

Das Türblatt ist beklebt und die Ränder rundum frei- und abgeschnitten: die Tür ist fast fertig.
Das Türblatt ist beklebt und die Ränder rundum frei- und abgeschnitten: die Tür ist fast fertig.
Sobald die Beschläge wieder angebracht sind, ist die die beschädigte Tür frisch renoviert.
Sobald die Beschläge wieder angebracht sind, ist die die beschädigte Tür frisch renoviert.

Tür aus Glas oder Metall bekleben?

Im Grunde geht das ebenso, wie bei einer Holztür, nur besser auf der eingehängten Tür, da Türen aus Glas und Metall einfach sehr schwer sind und bei Glastüren das Risiko sie zu beschädigen, zu hoch ist.

Besonders, wenn Sie eine Glastür mit Folie beziehen, sollten Sie bedenken, dass die Folie auf dem Film aus Wasser sehr viel stärker rutscht, also besonders umsichtig rakeln.

Tipp: Wenn Sie den ersten Abschnitt der Fläche beklebt haben, können Sie die Folie erstmal oben über das Türblatt hängen, um den nächsten Abschnitt einzusprühen und ein weiteres Stück Trägerfolie abzuziehen. Das macht alles übersichtlicher und leichter, bei der ersten Hälfte der Fläche. Zusätzlich ist es beim vertikalen Bekleben leichter, wenn Sie zu zweit sind.

Die richtige Folie auswählen – verschiedene Eigenschaften

  • Mit ablösbarem Kleber – diese Folie lässt sich ohne Rückstände wieder entfernen. Besonders wichtig bei Mietwohnungen.
  • Leichter aufbringbar – durch Luftkanäle in der Klebeschicht oder punktweise aufgebrachten Kleber kann die Luft beim Aufbringen der Folie unter der Folie entweichen, damit keine Blasen entstehen. Wenn die Folie gleichzeitig mit ablösbar haftendem Kleber versehen ist, kann auf das Besprühen mit Wasser beim Aufbringen verzichtet werden – kommt so auch bei empfindlichen Funiertüren eher infrage.
  • Repositionierbare Folie – Fehler lassen sich korrigieren, indem die Folie wieder ein Stück abgezogen wird und richtig verklebt.
  • UV-geschützte Folie – dabei handelt es sich in der Regel um eine zusätzlich mit UV-Schutz laminierte Folie, die die Farben länger erhält.
  • Folie für den lang- oder kurzfristigen Einsatz – die Haltbarkeit der Folien unterscheidet sich für die unterschiedlichen Einsätze sehr; entsprechend auf die Herstellerangaben achten.
  • Adhäsive Glasfolien ohne Kleber – eignen sich nur für glatte Glastüren; lassen sich rückstandsfrei entfernen.

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