Besteckkasten selber bauen – Bauanleitung

Besteckkasten selber bauen

Besteckkästen gibt es in vielen Formen, Farben und Größen. Doch selten sind sie stabil genug, um regelmäßig transportiert werden zu können oder passen exakt in den dafür vorgesehen Schrank.

Mit unserer Bauanleitung können Sie sich einen eigenen Besteckkasten nach Ihren Vorstellungen bauen. Sie können unserer vorgegeben Maße nutzen oder diese mit unseren Tipps an Ihre Anforderungen anpassen. Der selbst gebaute Besteckkasten ist stabil genug, um bei Bedarf aus dem Schrank genommen und am Grillplatz oder auf dem Tisch platziert zu werden.

Verschönern Sie Ihren Grillplatz mit einem selbst gebauten Unikat und verbannen Sie die eintönigen Kunststoffschalen.

Benötigte Werkzeuge und Arbeitsmaterialien

Werkzeuge und Hilfsmittel

  • Anreißmittel (Bleistift, Stahlmaß, Winkel)
  • Tischkreissäge (alternativ Stichsäge)
  • Tischkreissäge zum Nuten (alternativ Oberfräse oder Frästisch)
  • Tischbohrmaschine oder Akkuschrauber
  • Schwingschleifer oder Deltaschleifer
  • Schraubzwingen

Benötigte Arbeitsmaterialien

  • 2 x Multiplex 460 x 80 x 12 mm
  • 5 x Multiplex 270 x 80 x 12 mm
  • 5 x Pressspan 276 x 106 x 3 mm
  • 30 x Schrauben 3,2 x 40 mm

Schritt 1 – Zuschnitt der Multiplexplatten

Der Besteckkasten besitzt die Außenmaße von 460 x 270 x 80 mm, was dem Innenmaß vieler Küchenschränke entspricht und auch Platz für größere Steakmesser bietet. Natürlich können die Maße auch individuell gestaltet und den eigenen Schränken angepasst werden. Die Berechnung der neuen Maße ist hierfür recht einfach.

Zuschnitt erfolgt auf der Tischkreissäge
Zuschnitt erfolgt auf der Tischkreissäge
Stellprobe zeigt eventuelle Fehler im Zuschnitt
Stellprobe zeigt eventuelle Fehler im Zuschnitt

  • Die Vorder- und Rückseite kann dem verfügbarem Platz im Schrank angepasst werden. Beachten Sie jedoch dabei, dass eventuell die Schranktür oder Topfscharniere die lichte Weite im Schrank beeinflussen und abgezogen werden müssen. Soll der Besteckkasten später Platz in einem Schubfach finden, sollte genügend Platz zu Entnahme im Fach bleiben.
  • Für die Bestimmung der Tiefe des Besteckkastens kann ebenfalls die Schrank- oder Schubfachtiefe übernommen werden. Auch hier ist die Möglichkeit zur Entnahme zu beachten. Bei der Berechnung der Trennwandlänge muss 2 x die Stärke der verwendeten Multiplexplatte abgezogen werden.
  • Die Einlegeböden aus Pressspan sollten zu je 3 mm in der Nut gehalten werden. Hierfür muss jede Einlage demnach 6 mm breiter und 6 mm länger sein. Die Größe berechnet sich folgendermaßen:

    • Länge = Trennwandlänge + 6 mm
    • Breite = Ziehen Sie von der Länge der Vorder- und Rückseite 5x die Brettstärke ab und teilen sie das Ergebnis durch die Anzahl der geplanten Fächer. Damit ergibt sich die Lichte Breite der einzelnen Fächer. Addieren Sie anschließend 6 mm für die Nutführung, um die Breite der Einlegeböden zu erhalten.

Der Zuschnitt erfolgt optimaler Weise auf einer Tischkreissäge mit Anschlag, sodass alle Einzelteile ein einheitliches Maß erhalten. Sägen Sie hierfür als erstes die Vorder- und Rückseite, sowie die Seitenteile zu. Ergeben sich leichte Abweichungen in den Längen, können die Einlegeböden anschließend problemlos angepasst werden. Hierfür ist es sinnvoll, die Böden erst im dritten Schritt – nach dem Nuten der Multiplexbretter – zu schneiden.

Schritt 2 – Nuten der Seitenteile

Zum Nuten der Bretter eignet sich idealer Weise die Tischkreissäge. Wer einen Frästisch zur Verfügung hat, kann diesen natürlich ebenso nutzen. Eine Oberfräse ist aufgrund der randnahen Bearbeitung nur bedingt geeignet.

Nuten mit der Tischkreissäge
Nuten mit der Tischkreissäge

Wird die Tischkreissäge zum Nuten genutzt, müssen der Sägeblattschutz, sowie der Spaltkeil demontiert werden. Bitte den Sicherheitshinweis beachten. Anschließend wird das Sägeblatt so weit gesenkt, dass es nur etwas über 3 mm über den Tisch ragt. Da sich die Einstellung nur schwer messen lässt, sind Probeschnitte in einem Restmaterial hilfreich. Sollen die Einlegeböden später etwa 3 mm in den Seitenbrettern Platz finden, sollte die Nut etwa 3,2 mm tief sein. Je genauer hier gearbeitet wird, desto exakter wird der spätere Aufbau, da sich der Besteckkasten selbstständig im rechten Winkel ausrichtet. Da alle Teile in dieser Form genutet werden, kann die Einstellung des Anschlages relativ frei erfolgen. Halten Sie jedoch ein Mindestabstand von 5 mm ein, um ein Ausbrechen der Nut zu vermeiden.

Die Vorder- und Rückseite erhalten, wie zwei Seitenteile jeweils eine Nut. Drei der fünf Seitenteile müssen jedoch von beiden Seiten genutet werden, da sie jeweils zwei Pressspanplatten aufnehmen.

Sind alle Teile genutet, ist es sinnvoll, die lichte Breite erneut zu prüfen und erst anschließend die Einlegeböden zu sägen. Ergeben sich Abweichungen, können diese jetzt noch ausgeglichen werden. Hierbei hilft es probeweise die Seitenteile einschließlich der Einlegeböden aufzustellen und die Gesamtlänge zu prüfen. Gegebenenfalls können jetzt auch noch die Längen der Vorder- und Rückseite angeglichen werden.

Drei Seitenteile beidseitig nuten
Drei Seitenteile beidseitig nuten
Im Probeaufbau die Breite prüfen
Im Probeaufbau die Breite prüfen

Sicherheitshinweis

Wird bei einer Tischkreissäge der Sägeblattschutz und der Spaltkeil demontiert, entspricht sie nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen und darf nur zum Nuten verwendet werden. Für weitere Schnitte muss der Spaltkeil wieder montiert werden. Fehlt dieser, kann sich das geschnittene Brett am hinteren Ende des Sägeblattes zusammenziehen und damit verklemmen. Da sich das Sägeblatt am hinteren Ende von unten nach oben bewegt, wird in diesem Fall das Brett mitgerissen und im schlimmsten Fall gegen den Bediener geschleudert. Niemals ohne Spaltkeil sägen!

Schritt 3 – Bohren der Schraublöcher

Bohren auf der Tischbohrmaschine
Bohren auf der Tischbohrmaschine

Beim Zusammensetzen haben Sie die Wahl, ob sie den selber gebauten Besteckkasten verschrauben oder leimen möchten. Kommt dieser häufig beim Grillen in der Sommer- oder Outdoor-Küche zum Einsatz, ist die Schraubvariante klar im Vorteil. Hier können alle Einzelteile bei Bedarf zerlegt, gereinigt oder gar neu abgeschliffen werden. Wasserfest verleimt und gut geölt, kann der selbst gebaute Besteckkasten natürlich auch feucht ausgewischt werden.

Beim Verschrauben empfehlen wir die genannten sehr dünnen Schrauben mit extra kleinem Kopf zu verwenden. Diese lassen sich ohne Ansenken bündig einschrauben und besitzen eine Bohrspitze, die ein Platzen des Holzes verhindert. Der Anriss erfolgt nach den Positionen der Trennwände und sollte sehr exakt ausgeführt werden, um später ein gutes Schraubbild zu ergeben. Die Bohrergröße darf nur minimal kleiner als der Schraubendurchmesser sein. Dass gewährleistet ein ausreichend großes Bohrloch, in dem sich die Schraube später drehen kann, bietet dem Schraubenkopf jedoch noch genügend Halt.

Schritt 4 – Schleifen und ölen

Für eine glatte Oberfläche müssen alle Flächen geschliffen werden. Vor dem Ölen sollte jedoch maximal mit 240er Korn gearbeitet werden, um zu gewährleisten, dass das Holz noch in der Lage ist, Öl aufzunehmen. Wird die Leimvariante bevorzugt, so ist der Besteckkasten erst zu leimen und anschließend zu ölen.

Sind alle Flächen geschliffen und auch die Nuten entgratet, kann der erste Ölauftrag erfolgen. Das verwendete Öl sollte geruchs- und geschmacksneutral sein und in mindestens zwei Schritten aufgetragen werden. Hierfür alle Seitenteile satt mit Öl einstreichen und überschüssiges Öl nach etwa 10 Minuten mit einem weichen Lappen aufnehmen. Trocknen Pfützen oder Tropfen auf dem Holz, bilden sie klebrige Flecken, die sich nur schwer wieder entfernen lassen und für unschöne Verfärbungen sorgen.

Mit Körnung 240 schleifen
Mit Körnung 240 schleifen
In zwei Durchgängen ölen
In zwei Durchgängen ölen

Nach einer Trocknungszeit von 12 bis 24 Stunden (Bitte Verarbeitungshinweise beachten) kann ein weiterer Auftrag erfolgen. Nicht eingezogenes Öl muss wieder aufgenommen und die Oberfläche poliert werden. Vorsicht: ölige Lappen können sich selbst entzünden. Diese daher bitte immer in Metallgefäßen aufbewahren oder in einen mit Wasser gefüllten Eimer werfen.

Schritt 5 – Zusammenbau und Verschrauben

Mit Schraubzwingen fixieren und verschrauben
Mit Schraubzwingen fixieren und verschrauben

Das Verschrauben sollte sehr vorsichtig erfolgen, damit sich alle Schraubenköpfe gleichmäßig in das Holz ziehen und nicht überstehen oder tiefe Löcher verursachen. Auf die Verwendung der Drehmomantbegrenzung des Akkuschraubers ist daher zu verzichten. Gerade die sehr schmalen Schraubenköpfe beeinflussen das aufzubringende Drehmoment so minimal, dass die Drehmomentbegrenzung kaum exakt arbeiten kann.

Nach dem erfolgreichen Zusammenbau können Sie sich über Ihren ersten eigenen Besteckkasten freuen, der idealer Weise exakt in vorhandene Schränke passt und auch individuell gestaltet werden kann.

Wir wünschen viel Spaß beim nächsten Grillvergnügen.

Besteckkasten selber bauen – Bauanleitung
Besteckkasten selber bauen – Bauanleitung

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