Hochbett bauen – Bauanleitung für ein Hochbett

Hochbetten sind Betten, deren Liegefläche mindestens einen Meter über dem Fußboden liegen. Dadurch kann die Fläche unter dem Bett für unterschiedliche Zwecke genutzt werden. Kinder freuen sich beispielsweise über eine kuschelige Spielecke oder Spielhöhle, die mit Vorhängen zum geheimen Rückzugsort wird. Kinder lieben es, Höhlen zu bauen. Um das Bett auch als Spielplatz für Kinder nutzen zu können, sind auch weitere Anbauten wie Rutschen und Kletterstangen möglich.

Erwachsene können sich eine gemütliche Leseecke, einen geräumigen Arbeitsplatz oder einen begehbaren Kleiderschrank einrichten. Das ist insbesondere in einer Altbauwohnung sinnvoll, wo der Raum oberhalb der Türkante sonst ungenutzt bleiben würde. Der Bau eines Hochbettes bedeutet damit auch Raumgewinn, denn mit einem Hochbett kann man auch in kleinen Räumen ein größeres Bett unterbringen, ohne Wohnfläche zu verlieren.

Bei unserem Modell aus Massivholz handelt es sich um ein Hochbett mit einer Treppe aus einzelnen Regalkästen. So ist der Aufstieg besonders komfortabel und der zusätzliche Stauraum besonders nützlich. Wenn Sie das Hochbett bauen, brauchen Sie lediglich etwas handwerkliches Geschick und am besten einen oder zwei Helfer, dann geht die Arbeit gleich viel leichter.

Unser Hochbett hat die Außenmaße 106 x 207 Zentimeter (ohne Treppe) und ist 190 Zentimeter hoch. Die Höhe unter der Liegefläche beträgt 140 Zentimeter. Beim Bau eines Hochbetts sind zwei Dinge wichtig: Der Abstand zur Decke sollte über dem Bett noch mindestens ein Meter betragen, da man sich sonst beim Aufsetzen leicht den Kopf stoßen kann. Aus Gründen der Stabilität sollte außerdem nur Leimholz bzw. Vollholz für die Konstruktion verwendet werden. Ansonsten können die Angaben der Bauanleitung natürlich den eigenen Bedürfnissen und Gegebenheiten im Zimmer angepasst werden. Bei einer größeren Bettbreite sollte man allerdings noch eine zusätzliche Zwischenstrebe als Auflager einbauen, damit auch zwei Lattenroste getragen werden können.

Werkzeug und Material

Werkzeug

  • Schraub- oder Klemmzwingen
  • Winkelmaß
  • Zollstock oder Bandmaß
  • Oberfräse oder Flachdübelfräse
  • Akkuschrauber mit Bits
  • Bohrmaschine mit Holzbohrer und Forstnerbohrer
  • Handsenker
  • Streichmaß
  • Dübelspitzen
  • Schleifklotz und Schleifpapier
  • Wasserwaage
  • Spitzer Bleistift

Material

  • 5 Kanthölzer: 20 x 40 x 940 mm (Auflage für Lattenrost)
  • 2 Kanthölzer: 20 x 40 x 1990 mm (Auflage für Lattenrost)
  • 1 Brett: 20 x 100 x 980 mm (Bettrahmen)
  • 2 Bretter: 20 x 100 x 2040 mm (Bettrahmen)
  • 1 Brett: 20 x 500 x 1020 mm (Kopfteil)
  • 1 Brett: 20 x 100 x 2010 mm (Rausfallschutz)
  • 3 Bretter: 20 x 100 x 1000 mm (Rausfallschutz, Gestellverstärkung)
  • 1 Brett: 20 x 100 x 2010 mm (Gestellverstärkung)
  • 8 Bretter: 20 x 100 x 1900 mm (Bettpfosten)
  • 10 Bretter: 600 x 20 x 400 mm (Regalkasten)
  • 10 Bretter: 260 x 20 x 400 mm (Regalkasten)
  • Flachdübel: Größe 20 (56 x 23 x 4 mm)
  • Runddübel: 6 x 30 mm
  • Flachrundschrauben inkl. Muttern: M6 x 35 mm
  • Unterlegscheiben passend zu den Flachrundschrauben
  • Holzschrauben: 3,5 x 30 mm
  • Metallwinkel
  • Holzleim

Zuschneiden der Bretter und Kanthölzer

Zunächst werden die Kanthölzer und Bretter auf Maß gebracht. Lassen Sie sich die Bauteile am besten schon im Baumarkt zuschneiden. Das erspart Zeit und ist zumeist präziser, als wenn man es selbst ohne entsprechende Maschinen machen würde. Nur die Aussparungen am Kopfteil und die Schlitz-und-Zapfen-Verbindung beim Bettrahmen sollten Sie selbst übernehmen. Für das Kopfteil wird aus dem Brett mit den Maßen 50 x 102 Zentimeter ein trapezförmiger Ausstieg gesägt. Die Maße sind der Skizze zu entnehmen.

Für die Schlitz-und-Zapfen-Verbindung für den Bettrahmen wird aus den 204 Zentimeter langen Seitenteilen jeweils ein Zapfen gearbeitet, der eine Länge von drei und eine Breite von fünf Zentimetern hat. Die Dicke des Zapfens beträgt nur einen Zentimeter, sodass der Zapfen nur auf einer Seite bündig mit dem dazugehörigen Brett abschließt. Der Schlitz der Verbindung wird an entsprechender Stelle aus dem das Kopfteil mit einem Stechbeitel ausgestemmt. Wichtig ist, dass man die Seitenteile so positioniert, dass die bündig abschließende Seite der Zapfen innen liegt. Die Länge der Zapfen ist so gewählt, dass diese aus dem Kopfteil überstehen und in die zwei dazugehörigen Bettpfosten hineinreichen. So wird nämlich die Stabilität der Konstruktion erhöht. Dafür muss auch in die beiden Bettpfosten ein Schlitz von einem Zentimeter Tiefe gearbeitet werden.

Auflage für den Lattenrost bauen

Die Auflage für den Lattenrost wird angefertigt, indem die zwei 199 Zentimeter langen Kanthölzer mit den fünf 94 Zentimeter langen Holzteilen mit einer Stoßverbindung zu einem rechteckigen Rahmen mit Querverstrebungen verleimt und verschraubt werden. Der Abstand zwischen den einzelnen Verstrebungen beträgt 49,5 Zentimeter. Bohren sie die Löcher für die Schrauben mit einem Spiralbohrer vor. Damit die Schraubenköpfe bündig mit der Holzoberfläche abschließen können, ist ein Handsenker nötig. Alternativ können man auch mit einem deutlich größeren Holzbohrer in die vorgebohrte Öffnung bohren, sodass ein kleiner Trichter entsteht, der den Senkkopf der Schraube aufnimmt. Achten Sie darauf, dass der Schraubendurchmesser nicht zu groß gewählt wird. Ein Schraubendurchmesser von maximal ein Drittel der Holzstärke ist ausreichend, in diesem Fall verwenden wir sogar nur Holzschrauben mit den Maßen 3,5 x 30 Millimeter.

Bettrahmen herstellen

Um den vier Zentimeter hohen Rahmen für den Lattenrost wird anschließend der zehn Zentimeter hohe Bettrahmen gebaut. Dieser besteht aus einem 98 Zentimeter langen Brett und den vorbereiteten Seitenteilen, die mit der Verbindung aus Schlitz und Zapfen mit dem fertigen Kopfteil von 50 Zentimeter Höhe verbunden werden. Die Auflage für den Lattenrost sollte von innen mit dem Bettrahmen verbunden werden. Auch hier gilt es wieder die Löcher vorzubohren, mit einem Versenker genügend Material für die Schraubenköpfe abzuarbeiten und die Holzteile miteinander zu verleimen. Wer ganz sicher gehen möchte, kann auch zusätzlich noch Metallwinkel verwenden, um die Stabilität der Verbindung zu erhöhen.

Bettpfosten zusammenfügen

Die vier winkelförmigen Bettpfosten werden angefertigt, indem man immer zwei zurechtgesägte Bauteile von 190 Zentimetern Länge aufeinanderstellt, die Positionen für die Dübel anzeichnet und mit einer Flachdübelfräse oder Oberfräse in regelmäßigen Abständen Schlitze fräst. Bei einer Holzstärke von 20 Millimetern verwendet man am besten Flachdübel der Größe 20 und fräst dafür Nuten von 23 Millimetern Tiefe. Anschließend werden die Flachdübel in die Nuten eingesetzt und die Verbindung aus Nut und Feder auf Passgenauigkeit geprüft. Sind keine weiteren Korrekturen nötig, werden die Teile miteinander verleimt und mit Klemmschrauben oder -zwingen fixiert. Achten Sie darauf, dass die Holzteile auch exakt rechtwinklig miteinander verpresst werden. Alternativ können auch Runddübel verwendet werden.

Bettgestell zusammenschrauben

Die vier Bettpfosten werden ca. 50 Zentimeter über dem Boden mit einem 201 und zwei 100 Zentimeter langen Bretter miteinander verbunden, die als Verstärkung der Gestellkonstruktion dienen. Da bei der Verbindung der Bauteile die Schraubenköpfe möglichst unauffällig bleiben sollen, verwenden wir in diesem Fall einen Forstnerbohrer mit dem von beiden Seiten der Verbindung Regal bauen mit Pocket Holespoket holes gebohrt werden. Mit einem Spiralbohrer erfolgt schließlich die Bohrung im Schraubendurchmesser. Verwenden Sie Flachrundschrauben, sogenannte Schlossschrauben, die aus einer Schraube und einer Mutter bestehen. Diese werden von außen vollständig durch Bettpfosten und Gestellverstärkung gesteckt und mit einer Unterlegscheibe und einer Mutter von innen gesichert. Pro Brettende sollten für die Stabilität zwei Flachrundschrauben verwendet werden.

Kästen für das Treppenregal zusammensetzen

Als Treppe für unser Hochbett werden fünf Regalkästen benötigt, die 60 Zentimeter breit, 30 Zentimeter hoch und 40 Zentimeter tief sind. In unserem Beispiel erfolgt die Verbindung der Bauteile mit Runddübeln. Wer beim Anzeichnen der Bohrlöcher unsicher ist, kann ein Streichmaß verwenden, mit dem man die halbe Holzstärke parallel zur Holzkante anreißen kann. So besteht nicht die Gefahr, dass zu nah am Rand des Holzes gebohrt wird. Am besten man bohrt bei einem Brett die Dübellöcher vor, setzt Dübelspitzen ein und markiert mit diesen auf dem Gegenstück die entsprechenden Positionen für die Dübellöcher. Alternativ können auch hier Flachdübel verwendet werden.

Treppe montieren

Die Kästen werden zu einer Treppe montiert, indem man diese mit einem Versatz von 30 Zentimetern übereinanderstapelt und fixiert – und zwar so, dass die Treppenstufen von vorne geschlossen sind. Wie bei der Montage der Gesetllversärktung, sollten auch hier mindestens zwei Flachrundschrauben pro Kastenverbindung eingesetzt werden. Man benötigt für die 1,50 Meter hohe Treppe acht Flachkopfschrauben. Für die Montage der Treppe an der Wand kann man Metallwinkel verwenden, die innen mit den Regalkästen verschraubt und anschließend mit der Wand verbunden werden. Wenn die Regale erst einmal befüllt sind, wird man von den Halterungen nichts mehr sehen.

Bettrahmen am Hochbettgestell befestigen

Der Bettrahmen liegt bei unserem Modell 140 Zentimeter über dem Boden, sodass die obere Kante des Kopfteils bündig mit den Eckpfosten abschließen kann. Gleichzeitig wird dadurch der Ein- und Ausstieg erleichtert, da die Aussparung im Kopfteil knapp über der obersten Treppenstufe endet. Auch hier werden pro Brettende zwei Flachrundschrauben benötigt, sodass man 16 davon für die Montage des Bettrahmens braucht. Um die Sicherheit zu erhöhen, sollte man zudem einen Rausfallschutz installieren. Dieser besteht aus den letzten verbliebenen Brettern der Länge 100 und 201 Zentimeter, die ebenfalls mit insgesamt acht Flachrundkopfschrauben an den offenen Stirn- und Längsseiten des Hochbettes von innen an den Eckpfosten befestigt werden.

Hochbett an der Wand verankern

Damit das Bett absolut sicher steht, empfiehlt es sich außerdem, das Bett zusätzlich an der Wand zu verankern. Die Befestigungsmittel müssen je nach Beschaffenheit der Wand gewählt werden. Besonders einfach wird es bei Wänden aus Stahlbeton oder Mauerwerk aus Vollziegeln. Etwas schwieriger ist es, wenn man Wände aus Hohlblocksteinen hat. Aber auch hier gibt es im Handel passgenaue Lösungen. Lassen Sie sich daher ausführlich beraten. Bevor man alle Bauteile montiert, sollte man die Holzflächen sorgfältig schleifen und zum Schutz mit Lack, Lasur oder Wachs behandeln. Dann wird man lange Freude am Hochbett haben.

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Von: Nga Tran

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    Mathias , d. 17-09-16 09:00:

    Ein sehr schönes Hochbett. Die Idee mit der Kastentreppe finde ich besonders gut und werde ich wohl auch für mein Hochbett übernehmen.

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    Bildnachweis
    1. "Hochbett mit Treppe aus Regalkästen"von André Kreimer, Heimwerker.de
    2. "Hochbett: Maße für das Kopfteil"von André Kreimer, Heimwerker.de
    3. "Hochbett: Bettrahmen mit hohem Kopfteil"von André Kreimer, Heimwerker.de
    4. "Hochbett: Maße für den Zapfen beim Seitenteil des Bettrahmens"von André Kreimer, Heimwerker.de
    5. "Hochbett: Schlitz-und-Zapfenverbindung beim Kopfteil"von André Kreimer, Heimwerker.de
    6. "Hochbett: Maße für die Lattenrost-Auflage"von André Kreimer, Heimwerker.de
    7. "Hochbett: Maße für den Bettrahmen"von André Kreimer, Heimwerker.de
    8. "Hochbett: Verbindung beim Bettpfosten"von André Kreimer, Heimwerker.de
    9. "Hochbett: Maße für das Bettgestell"von André Kreimer, Heimwerker.de
    10. "Hochbett: Montage der Regalkästen mit Runddübeln"von André Kreimer, Heimwerker.de
    11. "Hochbett: Maße für das Bettgestell und die Treppe"von André Kreimer, Heimwerker.de
    12. "Hochbett: Bettgestell mit Treppe"von André Kreimer, Heimwerker.de
    13. "Hochbett: Bettgestell mit Treppe aus Regalkästen"von André Kreimer, Heimwerker.de

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