Humidor bauen - Zigarrenkiste selbst gemacht

Zigarren benötigen einen Ort, an dem eine gewisse Feuchtigkeit gespeichert wird, damit die Zigarren frisch und aromatisch bleiben. Deshalb sollte jeder, der Zigarren liebt, auch einen Humidor benutzen. 

Das Problem an der Sache: Wenn man einen Humidor kaufen möchte, muss man mit hohen Preisen rechnen. Und billigere Varianten erfüllen zumeist ihren Zweck nicht, weil sie undicht sind und deshalb die benötigte Feuchtigkeit nicht halten können. Dadurch wird der Humidor zum reinen Zirrobjekt, in dem allerdings nichts gelagert werden kann. 

Die einfache Lösung: Einen Humidor bauen. Wer den Humidor selber baut, spart nicht nur Geld, sondern kann zugleich sicher sein, dass er auch richtig verarbeitet ist. Zudem kommt der individuelle Gestaltungsaspekt hinzu. Gleichzeitig kann ein Humidor ein edles und sehr persönliches Geschenk sein. Und nicht nur zum Geburtstag, sondern vielleicht auch zum Vatertag. 

Wenn Sie unserer Anleitung folgen, benötigen Sie nur wenige Schritte. In unserem Vorschlag verwenden wir möglichst billiges Material, welches dennoch nicht die Qualität reduziert. Wer edlere Komponenten verwenden möchte, muss die entsprechenden Teile einfach durch die höherwertigen ersetzen. 

Der Aufbau eines Humidors: Korpus und Lining

Zunächst wollen wir Ihnen allerdings erklären, wie ein Humidor im Allgemeinen aufgebaut ist.

Ein Humidor besitzt einen sogenannten Korpus, der die Außenkiste bildet. Dieser Korpus hat eine Einage aus Holz, die man wiederum Lining nennt. Einen Humidor baut man komplett mit Deckel, um sicherzustellen, dass die Teile auch genau aufeinanderpassen. Erst später wird der Deckel vom Korpus getrennt. Außerdem werden sowohl Korpus als auch Deckel mit Pappelsperrholzplatten ausgelegt. Dabei stehen die Platten des Korpus ein wenig über, weshalb die Platten des Deckels entsprechend kürzer sein müssen. Dadurch sorgt man für das Ineinandergreifen beider Teile, womit wiederum die erforderliche Luftfeuchtigkeit im Humidor gehalten werden kann.

Der Bau des Humidors den wir Ihnen vorschlagen, gelingt in fünf einfachen Schritten.

Humidor Materialliste

  • 1 Mehrschichtverbundplatte: 1,5 cm stark, 100cm x 50cm
  • 1 Pappelsperrholzplatte: 0,5cm stark, 100cm x 50 cm
  • Messerfurnier
  • Ponal Classic Holzleim
  • Schatullenscharniere
  • 4 Filzpads1 Befeuchtungssystem
  • 1 Hygrometer
  • 1 Kreissäge, mit der Möglichkeit Gehrungen zu schneiden
  • 1 Kreissäge mit Anschlag
  • 1 Gehrungsklammerzange
  • 32 Gehrungsklammern
  • 1 Cuttermesser
  • Schraubzwingen

Humidor bauen Schritt für Schritt

Bevor Sie mit dem Bau beginnen, möchten wir Sie auf Folgendes hinweisen: Nicht jeder hat eine Kreissäge zur Verfügung. Sollten Sie eine solche tatsächlich nicht Ihr Eigen nennen, fragen Sie beim Schreiner oder im Baumarkt nach, ob man Ihnen die entsprechenden Teile zuschneiden kann.

1. Schritt: Das Anzeichnen

 

Korpus

Beginnen Sie mit der Mehrschichtverbundplatte der Stärke 1,5 cm und zeichnen darauf die Innenseiten der Einzelteile auf. Zwischen den Bauteilen sollten Sie 5 cm Platz lassen, weil sie auf Gehrung geschnitten werden. Folgende Teile werden für den Korpus benötigt:

 

  • 2 Teile: 27 x 22 cm
  • 2 Teile: 22 x 11 cm
  • 2 Teile: 27 x 11 cm

 

Lining

Beim Zuschneiden der Teile für das Lining müssen sie nicht darauf achten, dass ein Zwischenraum übrig bleibt, denn werden die Teile nicht auf Gehrung geschnitten. Für das Lining benötigen Sie:

 

  • 2 Teile: 27 x 22 cm
  • 2 Teile: 27 x 8,7 cm
  • 2 Teile: 21 x 8,7 cm
  • 2 Teile: 27 x 1 cm
  • 2 Teile: 21 x 1 cm

2. Schritt: Korpusbau

Nach dem Aufzeichnen benötigen Sie die Kreissäge, um die Teile auszuschneiden. Achten Sie darauf, dass die Kreissäge auf 45° Gehrung nach außen gestellt ist. Bedenken Sie: Nur ein falscher oder schiefer Schnitt wirkt sich auf den gesamten Humidor und dessen Geschlossenheit aus. Demnach ist genaueste Präzision gefragt. Möchten Sie nach dem Schneiden ganz sicher gehen, können Sie die Teile zunächst einmal probeweise zusammensetzen und schauen, ob alles passt.

Ist dies der Fall, kann alles verleimt werden. Damit ist der gesamte Korpus INKLUSIVE Deckel gemeint. Der Deckel wird erst später abgetrennt. So stellen Sie sicher, dass Deckel und Korpus haargenau aufeinanderpassen und abschließen.

Benutzen Sie Gehrungsklammern zur Fixierung der Leimkanten. Solche Klammern sorgen dafür, dass das Holz sowohl gepresst als auch in Form gezogen wird. Den Leim sollten Sie über Nacht trocknen lassen. Erst am nächsten Tag nehmen Sie die (übrigens wiedervewendbaren) Klammern ab. Damit haben Sie Ihren Korpus fertiggstellt.

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3. Schritt: Deckel abtrennen und Lining einpassen

Das Lining ist dafür verantwortlich, wie gut die Luftfeuchte im Inneren des Humidors gehalten wird. Deshalb ist auch bei diesem Schritt Genauigkeit gefragt. Allerdings wird vorher noch der Deckel vom Korpus abgetrennt.

Wieder kommt die Kreissäge, diesmal mit Anschlag, zum Einsatz. Den Anschlag stellen Sie auf 4 cm sowie im rechten Winkel ein. Das Sägeblatt sollte soweit versenkt werden, dass lediglich 2 – 3 cm vom Blatt herausragen. Der Korpus ist beim Schneiden der Länge nach über das Sägeblatt zu führen und jeweils um 90° zu wenden. Beim letzten Schnitt sollten Sie Vorsicht walten lassen und darauf achten, dass Ihnen der Deckel nicht wegfliegt.

Schleifen Sie die Sägekanten so gerade wie möglich, damit der Korpus und der Deckel später so dicht wie möglich aufeinanderliegen können.

Anschließend können Sie sich dem Lining widmen. Verwenden Sie dazu die 0,5 cm starke Pappelsperrholzplatte. Schneiden Sie alle Teile aus und testen erneut, ob alles zusammenpasst. Danach werden wieder alle Teile geleimt und mit Schraubzwingen fixiert. Wieder sollte der Leim über Nacht trocknen.

Nach dem Trocknen sollten Sie testen, wie gut der Korpus und der Deckel aufeinanderpassen. Zwischen den beiden Teilen sollte ein 1 – 2 mm Spalt vorhanden sein.

4. Schritt: Endmontage

Entscheiden Sie sich für eine Vorder- und eine Rückseite. Nehmen Sie dann zwei Scharniere und zeichnen die Position der Scharniere auf dem Humidor auf. Dann messen Sie noch, wie tief die Scharniere versenkt werden müssen.

Als nächstes kommt das Cuttermesser zum Einsatz: Schneiden Sie mit diesem um die Markierung für die Scharniere herum. Dann schneiden Sie innerhalb der Markierung etwas weg, damit die Scharniere eingesenkt werden können. Sobald die Senkungen für die Scharniere fertig sind, können Sie die Scharniere festschrauben.

Schleifen Sie die überstehenden Teile des Linings, damit der Deckel ohne Probleme schließen kann.

5. Schritt: Fertigstellung

Damit der Humidor einen besseren Stand hat, bringen Sie an dessen Unterseite ein paar Filzpads an.

Im Deckel wiederum werden Hygrometer und Befeuchtungssystem angebracht.

Jetzt muss es Ihnen nur noch gelingen eine gewisse Grundfeuchte im Humidor zu erreichen, damit der Humidor überhaupt zur Lagerung von Zigarren benutzt werden kann. Nehmen Sie dazu eine Schale destilliertes Wasser und stellen sie in den Humidor. Anschließend müssen Sie ein paar Tage warten, damit er die Feuchtigkeit richtig aufnehmen kann.

Alternativ: Furnieren

Gefällt Ihnen das Erscheinungsbild Ihres Humidors noch nicht, suchen Sie sich ein ansprechendes Furnier und spannen es vor der Endmontage (4. Schritt) um den Humidor. Lackieren Sie das Furnier mit mehreren Schichten und schleifen den Humidor anschließend glatt. Dadurch erhält Ihr Humidor ein individuelles, edles Design.

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Humidor , d. 27-09-16 11:01:

Danke für die detaillierte Erklärung. Ich vermisse hier irgendwie das spanische Zedernholz. Sich nur auf das Pappelsperrholz zu verlassen, finde ich ein wenig riskant. Gerade weil spanisches Zedernholz Feuchtigkeit viel besser aufnehmen und abgeben kann und weil es die Aromen der Zigarre nicht verfälscht. Bei Pappelsperrholz wäre ich mir da nicht so sicher bzw. höre ich so auch zum ersten mal. Wenn schon kein Cedro, dann doch lieber hochwertiges Echtholt und nichts zusammengepresstes.

LG aus Berlin

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