Feuchtigkeitsschaden

Bei nicht fachgerechter Bauausführung und durch Alterung der Baustoffe kommt es zu verstärkter und anhaltender Feuchtigkeitsaufnahme, die früher oder später zu entsprechenden Schäden führt. Hierbei können grundsätzlich fünf Mechanismen unterschieden werden:

 

1. Wasseraufnahme von unten her an den erdberührten und bodennahen Bauteilen.

2. Feuchtigkeitsaufnahme an den seitlichen Bauteiloberflächen.

3. Wasseraufnahme in Form von Niederschlagswasser.

4. Durchfeuchtung durch auslaufendes Wasser und durch defekte Versorgungs- und Entsorgungsleitungen.

5. Durchfeuchtung durch Kondenswasserbildung an der kalten Außenseite von wärmegedämmten Bauteilen (Tauwasserschäden).

 

An erdberührten Bauteilen (Fundament und Kellermauern) drängt Wasser als Bodenfeuchtigkeit, als Grund-, Schichten- und Sickerwasser an. Fehlt es hier an einer wirkungsvollen Baugrundentwässerung und darüber hinaus an funktionierenden Horizontal- und Vertikalabdichtungen des Mauerwerks, so dringt das Wasser in Poren und Kapillaren der Baustoffe ein und steigt in den Mauern hoch. Da es weder nach außen an den erdberührten Maueroberflächen, noch nach innen an den Wänden meist feuchter Kellerräume verdunsten kann, findet eine Verdunstung ausschließlich oberhalb des Bodenniveaus statt.

 

Hierbei muß die Verdunstungsfläche in ihrer Verdunstungsleistung der Wasseraufnahme entsprechen. Sind die Baustoffe erst einmal weitgehend mit Wasser gesättigt, so kann nur durch eine großflächige Verdunstung eine weitere Wasseraufnahme ermöglicht werden. Wasserabgabe und Wasseraufnahme bedingen sich gegenseitig, und es findet ein kontinuierlicher Feuchtetransport von außen nach innen und von unten nach oben statt. Dabei kann sich der Verdunstungsbereich weit über das Bodenniveau hinaus erstrecken.

 

Die Verdunstungsleistung der Außenmauern ist von klimatischen Bedingungen und von der Wasserdampfdurchlässigkeit der Baustoffe (z.B. des Verputzes) abhängig. Je höher wasserdampfbremsende Beschichtungen (z.B. Dichtungsschlämmen, Keramikverblendungen, wassersperrende Anstriche) in Sockelzonen hinaufreichen, um so höher muß die Feuchtigkeit auch in der Mauer hinaufsteigen, um verdunsten zu können.


Spezialglossar: Feuchtigkeit bekämpfen, Feuchtigkeit bekämpfen

Heimwerker Lexikon

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