Lötkolben Test und Preisvergleich

Lötkolben im Test

Lötkolben, Gaslötkolben und Batterielötkolben im Heimwerker-Test

 

Lötkolben sind für elektrische Arbeiten auch im Heimwerkerbereich unersetzlich. Wenn sich eine Lötstelle löst, ein Draht bricht oder man elektronische Basteleien liebt ist ein guter Lötkolben unerlässlich. Wichtige Kriterien sind die Anheizzeit und die möglichen Temperatureinstellungen. Mit den handelsüblichen Lötspitzen aus Kupfer ist allerdings nur Weichlöten möglich.

Wir haben für Sie verschiedene Lötkolben unterschiedlicher Preisklassen und Einsatzzwecke getestet: Vom billigen, kleinen Lötkolben über die digitale Hightech-Lötstation kann vieles zum Schmelzen des verbindenden Zinns verwendet werden.

 

 

Löten und Lötkolben: Wissenswertes für Heimwerker und Hobbyelektroniker

Löten kennt man zur Schmuckherstellung schon seit über 5000 Jahren, doch erst im Elektronik-Zeitalter hat es bahnbrechende Bedeutung bekommen: Die dauerhafte, elektrisch leitende Verbindung zweier Bauteile mittels eines Weichlots ist aus keinem Hobbykeller wegzudenken.

So vielfältig wie die Einsatzmöglichkeiten des Lötvorgangs sind, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen an das benutzte Lötgerät und das Lot:

Wir beschäftigen uns hier ausschließlich mit Geräten für Weichlotverbindungen wie sie im Hobbybereich üblich sind. Die Technik des Hartlötens, definiert als Lötvorgang ab einer Temperatur von 450 °C, ist im Hobbybereich eher selten anzutreffen und wird beispielsweise für die Verbindung von Heizungsrohren verwendet. Sie erfordert spezielle Kenntnisse und Lote.

Grundsätzlich sollte man beim Löten einige Sicherheitsregeln beachten: Verdampfender Lötzinn ist ungesund, eine ausreichende Belüftung sollte selbstverständlich sein. Ebenso kann Lot, insbesondere bei Anfängern, leicht spritzen: Eine stabile und hitzefeste Unterlage sowie eine Schutzbrille sollten ebenso selbstverständlich sein.

Lötkolben Testkandidaten im Überblick

Alle Testkandidaten im Überblick: Vom einfachen Elektro-Lötkolben über die Gasalternative bis zur digitalen Lötstation.

Test-Tabelle

Einfacher LötkolbenERSA MultitipFERM SGM-1006Lötpistole BT-SG 100Weller BatterielötkolbenMcVoice LS-1000
Preis8,99 €
42,99 €28,98 €11,04 €24,04 €52,45 €
Leistung
30 W15 WGasbetrieb100 W8 - 11 WattEinstellbar
Lötspitze (mitgeliefert)BleistiftBleistiftdiverseLötwendelBleistiftBleistift

Einfacher Lötkolben: Die "Löt-Economy-Class" im Test

Wer hiermit lötet, kann wenig falsch machen, darf aber auch nicht zuviel erwarten: Mit einem billigen Standardlötkolben sind die meisten Heimwerker eigentlich relativ gut bedient – wenn man nicht zu häufig und nicht allzu filigrane Verbindungen lötet.

Das hier vorgestellte Gerät bietet keine Überraschungen: Es liegt gut in der Hand, lediglich das dicke, etwas zum Verdrallen neigende Anschlusskabel trübt den Lötgenuss ein wenig. Die Aufheizzeit ist relativ lang, die Leistung mit 30 Watt nicht übermäßig bemessen. Wer nur gelegentlich lötet, ist mit dem Gerät trotzdem gut bedient – Platinen sollte man hiermit jedoch nicht in Angriff nehmen.

Die Lötspitze ist oft der größte Schwachpunkt bei No-Name-Angeboten: Schnell neigt sie zu Verschmutzungen, wodurch der Lötkolben langsam aber sicher unbrauchbar wird. Wechsel-Lötspitzen sind in dieser Preisklasse nicht immer Standard, auch müssen sie zum Gerät passen.

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Einfacher Lötkolben: Pro und Contra

pro

  • günstiger Preis
  • simple Handhabung
  • liegt gut in der Hand
  • LED-Beleuchtung (bei diesem Modell)

 

contra

  • Anschlusskabel verdrallt sich gern
  • mäßige Qualität der Lötspitzen
  • Nicht für den Dauereinsatz, Platinen und allzu filigrane Arbeiten geeignet

ERSA 1457108 Multitip 15W

Vom Fachmann für Kenner: Dieser Lötkolben wird in einschlägigen Internetforen und Fachzeitschriften immer wieder als Gelegenheits- und Einstiegsgerät empfohlen; nicht ganz zu unrecht.

Mit einer guten Lötleistung und einem sauberen Ergebnis auch und gerade bei feinen Lötarbeiten schlägt der ERSA Billigmodelle um Längen, auch wirkt das Gerät hochwertig verarbeitet und liegt gut in der Hand. 

Die Standard-Spitze des Lötkolbens ist bleistiftspitz und reicht aufgrund der recht geringen Heizleistung von nur 15 Watt auch nur für kleinere Lötarbeiten mit bleihaltigem Lötzinn, dies ist freilich nicht besonders gesund. Dennoch macht der ERSA seine Sache recht ordentlich und ist für Gelegenheitslöter mit geschickten Händen absolut zu empfehlen.

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ERSA 1457108 Multitip 15W: Pro und Contra

pro

  • recht günstig
  • simple Handhabung
  • gut verarbeitet
  • für filigrane Arbeiten geeignet

 

contra

  • geringe Heizleistung
  • dünne Lötspitze schränkt Einsatzmöglichkeiten ein

 

 

Gaslötkolben Ferm SGM1006

Ähnlich wie beim Küchenherd gibt es auch bei Lötkolben eine Alternative mit Gas: Mit einem Gaslötkolben ist die die Hitze sofort da wenn man sie braucht, betrieben wird er mit einfachem Feuerzeuggas. Die Gasflamme erzeugt eine regelbare Temperatur von 400 bis 500 °C, schnell und auf den Punkt genau.

Gaslötkolben eignen sich allerdings nicht nur zum Löten: Man kann mit ihnen auch Kunststoffschweißen und schneiden, für diese Fälle hat der FERM SGM1006 ein umfangreiches Zubehörpaket im Gepäck.

Aufgrund der hohen erreichbaren Temperaturen könnte man mit dem FERM sogar hartlöten, in der Praxis haben wir dies jedoch nicht getestet. Der Aspekt der universellen und unabhängigen Einsetzbarkeit, das umfangreiche Zubehör sowie der recht günstige Preis machen den FERM Gaslötkolben jedoch schon im Vorfeld zum Mitfavoriten.

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Ferm SGM1006: Pro und Contra

pro

  • schnelle Hitze auf den Punkt
  • universell und unabhängig einsetzbar
  • umfangreiches Zubehör
  • wird mit billigem Feuerzeuggas betrieben
  • Leistungsstark

 

contra

  • kein Gas, kein Löten
  • Gerät wird recht heiß
  • Nicht für den Dauereinsatz, Platinen und allzu filigrane Arbeiten geeignet

 

 

Lötpistole Einhell BT-SG 100

Eine Lötpistole sieht nicht nur anders aus als ein Lötkolben, sie funktioniert auch anders: Beim Lötkolben wird die Spitze nicht von Strom durchflossen, bei einer Lötpistole hingegen schon. Um Funkenflug und Stromschläge zu verhindern muss der Strom durch die außenliegende Leitung mit sehr geringer Spannung fließen, dennoch aber sehr stark sein. Die daraus resultierenden dicken Zuleitungsdrähte erfordern also eine andere Bauform; im "Kolben" der Pistole ist daher ein Transformator integriert, der die notwendige Spannung und Leistung bereitstellt.

Lötpistolen bieten schnelle Erhitzung auf den Punkt, ein Griff am "Abzug" erhitzt die Drahtschlaufe in Sekundenschnelle. Der klare Nachteil einer Lötpistole ist, neben ihrer prinzipiell bedingten "Unförmigkeit" und ihrem Gewicht, ihre lediglich grobmotorische Einsetzbarkeit: Kleinere Lötarbeiten oder gar Platinen bleiben mit der Lötpistole besser unberührt. Wer hingegen flexible Leitungen (Lautsprecherkabel o.ä.) verzinnen möchte oder Kunststoffseile schneiden und veröden möchte liegt mit einer Lötpistole richtig.

Für den Dauerbetrieb sind Lötpistolen nicht geeignet; die Pistole erwärmt sich stark und kann zerstört werden. Dies gilt auch beim Schneiden von Hartschaum und anderen Thermoplasten. Mit 100 Watt ist die Leistungsaufnahme der Lötpistole erheblich höher als die eines Lötkolbens, entsprechend mehr Kraft fließt durch die Wendel.

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Lötpistole Einhell BT-SG 100: Pro und Contra

pro

  • schnelle Aufhitzung
  • auch für Hartschaum und Thermoplaste einsetzbar

 

contra

  • klobig
  • nicht für den Dauereinsatz, Platinen und allzu filigrane Arbeiten geeignet
  • kein "Lötkolben" im klassischen Sinne

 

 

Batterielötkolben von Weller

Ohne Stecker, ohne Gas: Der Batterielötkolben von Weller hört sich auf den ersten Blick nach einer wenig überzeugenden Lösung an. Aus vier handelsüblichen 1,5 Volt-Batterien soll der Lötkolben 11 Watt Leistung entwickeln; für große Sprünge und lange Einsätze reichen diese Werte sicher nicht.

Dennoch überzeugt das Gerät auf den zweiten Blick: Es funktioniert tatsächlich, auch wenn die Batterieladung weder für Langstreckenlötaktionen noch für bleifreie Lötzinne reicht.

Die Aufheizphase ist extrem kurz, nur 10 Sekunden. Nachteilig bei der Bedienung ist allerdings, das der Einschaltknopf während des gesamten Lötvorgangs gedrückt gehalten werden muss; dies ist ein wenig unhandlich. Auch ist die Batterieleistung natürlich recht schnell erschöpft, Ersatzbatterien oder Akkus sind ein Muss. 

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Batterielötkolben von Weller: Pro und Contra

pro

  • unabhängig von der Stromversorgung
  • praktisches Etui
  • überraschend kurze Aufheizzeit

 

contra

  • wenig Leistung durch Batteriebetrieb
  • kurze Batterielebensdauer
  • fummelige Bedienung

 

 

Lötstation Mc Voice LS-1000

Lötstationen sind für den ambitionierten Hobbylöter oft das Mittel der Wahl: Deutlich teurer als herkömmliche Lötkolben bieten sie meist einen griffigen Ständer, eine digitale Vorwahl der Löttemperatur, oft auch mit Speicherstellen sowie einen Lötschwamm und in der Regel gute Lötkolben mit guten Lötspitzen.

Die von uns getestete "Profi-Lötstation" McVoice LS1000 bietet viel für wenig Geld: Drei vorwählbare Festtemperaturen, eine Temperatureinstellung auf 1 °C genau und eine potentialfreie Lötspitze, die sensible Elektronik beim Verlöten schützt. Nützlich ist auch die Standby-Funktion, die den Lötkolben bei kurzen Unterbrechungen auf Temperatur hält.

Von der Handhabung her unterscheidet sich die Lötstation letztendlich nicht von den beiden Lötkolben im Test; außer das die Temperatur unterschiedlichen Flußmitteln angepasst werden kann. Hier liegt ein klarer Vorteil der Station. Auch bei empfindlichen Bauteilen, beispielsweise ICs oder PC-Komponenten hilft die potentialfreie Lötspitze weiter. Alles in allem: Ein gutes Gerät mit allen Vorteilen zu einem fairen Preis – wenn man eine Lötstation braucht.

 

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Lötstation McVoice LS-1000: Pro und Contra

pro

  • perfekte Abstimmbarkeit auf unterschiedliche Lote
  • passabel verarbeitet
  • gut ablesbare Anzeige
  • gute Lötleistung

 

contra

  • nichts – außer dem Preis

 

 

Lötkolben-Test: Vergleichssieger

Kaufempfehlung: Digitale Lötstation McVoice LS-1000

Unser Vergleichssieger ist die Lötstation McVoice LS-1000. Dies hat hauptsächlich mit der guten Ausstattung, dem sauberen Lötergebnis und der praktischen Handhabung zu tun. Obwohl die Station mit ca. 50 € ein absolutes Schnäppchen darstellt, überzeugt sie durch Verarbeitung und Qualität und steht außer im Design und im vielleicht im Gehäusefinish ihren Konkurrenten in nichts nach.

 

Wenn man allerdings selten und wenig lötet, reicht auch ein normaler Lötkolben: Hier empfehlen wir den ERSA Multitip: Etwas günstiger, mit auswechselbaren Spitzen und Made in Germany. Auch hier kann man nichts falsch machen.

Lötkolben: Preis-Leistungs-Sieger

Preis-Leistungs-Sieger: Der einfache NoName-Lötkolben

Unser Preis/Leistungssieger ist, wie zu erwarten war, der einfache Lötkolben. Für den Gelegenheits- bis Weniglöter ohnehin die erste Wahl zerschmilzt er zuverlässig die meisten Lote und reicht für Arbeiten im Heimwerkerbereich meist völlig aus. Anspruchsvolle Elektronikbastler mögen sich an der etwas grobschlächtigen Anmutung des Kolbens stören, der Gelegenheitsbastler erfreut sich hingegen an der annehmbaren Qualität des Lötergebnisses und dem günstigen Kompletttausch: Schmort man versehentlich die Schnur durch kann man zum unschlagbaren Preis einen neuen Lötkolben bekommen.

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Richtig entlöten: So lösen Sie Lötstellen professionell

Viel wurde in diesem Test vom Löten gesprochen – doch nur wenig vom Entlöten. Dabei ist dies bei Reperaturen mindestens genauso wichtig wie die neue Herstellung einer festen Lötverbindung.

Am einfachsten kann man mit einer Entlötlitze entlöten: Diese besteht aus vielen kleinen Kupferdrähtchen, die nach dem Kapillarprinzip das Lot von der Lötstelle nach dem Schmelzen ansaugen und aufnehmen. Entlötlitze ist natürlich ein Verbrauchsmaterial; in Folge ansteigender Kupferpreise ist sie auch nicht besonders billig.

Als Alternative ohne Verbrauchskosten mit ähnlich guten Ergebnissen empfiehlt sich daher die Verwendung einer Entlötpumpe. Diese saugt das Lot mit Unterdruck von der Lötstelle weg und hinterlässt eine sauber entlötete Platine – wenn man das richtige Gerät hat. Entlötpumpen funktionieren entweder mechanisch oder, insbesondere im professionellen Umfeld, mit Luftdruck oder Elektroantrieb. 

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Lot und Lötzinn richtig auswählen

Der umgangssprachliche "Lötzinn" ist nur ein Teil der Wahrheit: Für die unterschiedlichen Einsatzzwecke des Lötens gibt es viele verschiedene Lote mit spezifischen Eigenschaften. Die einzelne Lote werden über Abkürzungen unterschieden, die Eingeweihten Auskunft über die Inhaltsstoffe geben. 

Im Hobbybereich ist Blei im Lot nach wie vor die Regel; die Schmelzeigenschaften sind hervorragend, man braucht nur niedrige Temperaturen und die Lötstelle ist dauerhaft. Da Bleilot allerdings gesundheitsschädlich ist, ist seine Verwendung in neueren Elektrogeräten verboten – im Hobbybereich ist die Versorgung allerdings weiter sichergestellt.

Die unterschiedlichen Lote im Überblick:

KurzbezeichnungBestandteileAnwendungSchmelzpunkt
PbSn4060 % Blei, 40 % ZinnFeinblech236 °C
Sn60Pb60 % Zinn, 40 % BleiVerzinnen ("Radiolot")
183 °C
Sn50PbCu

50 % Zinn, 49 % Blei, 1 % Kupfer

Elektrogeräte190 °C
Sn60PbAg60 % Zinn, 36 % Blei, 4 % KupferElektronik180 °C

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