Der Vertikutierer LE 540 von Viking im Test

Vertikutierer LE 540 von Viking im Test

Gärtner lassen sich gerne in zwei Kategorien unterteilen. Das eine sind die Beetpfleger, Unkrautzupfer und Ernter und das andere die Rasenliebhaber. Gerne wird argumentiert, dass der Rasen wenig Arbeit macht und daher von einigen bevorzugt wird. Wer jedoch einen gepflegten und robusten Rasen möchte, der muss einiges an Zeit investieren.

Neben der regelmäßigen Mäharbeit muss der Rasen von Unkraut befreit, gedüngt, gelüftet, gewässert und zwei mal im Jahr vertikutiert werden. Die benötigte Zeit hierfür wird häufig unterschätzt.

Um so wichtiger ist es, gutes Werkzeug zu verwenden, welches die Arbeit erleichtert. Gerade beim Vertikutieren lässt sich kaum in Handarbeit ausführen und ein Elektro- oder Benzin-Vertikutierer ist unabdingbar.

Heute steht daher der Vertikutierer LE 540 von Viking im Test. Nicht gerade günstig sollte er schon richtig beeindrucken.

Technische Daten

(Herstellerangaben)

  • Arbeitsbreite: 38 cm
  • maximale Arbeitstiefe: 35 mm
  • Gewicht: 27 kg
  • Arbeitstiefenverstellung: 6-fach zentral
  • Schallleistungspegel garantiert: 89 dB
  • Schalldruckpegel gemessen: 72 dB
  • Motor: ZheJiang LEO 230 V
  • Leistungsaufnahme: 1600 W
  • Motordrehzahl: 2840 U/min
  • Vertikutiervorrichtung: 14 feststehende Messer auf einer Welle

Wissenswertes zum Vertikutieren

Um die Arbeit eines Vertikutierers beurteilen zu können, ist es wichtig zu verstehen, was hierbei im oder auf dem Rasen vorgeht.

Richtig vertikutieren

Bei einem idealen Rasen steht ein Grashalm neben dem anderen Grashalm und bildet so ein dichtes "Fell". Die Realität sieht häufig jedoch anders aus. Dicke Grasnarben verursachen Huckel, Moos unterbricht die geschlossene Rasenfläche und dichte Verfilzungen aus Mähgut verhindern, dass der Rasen gesund wächst. Gegen all diese Störungen hilft das Vertikutieren.

Ein Vertikutierer besitzt unterhalb eine Welle mit mehreren Messern, die durch die Drehbewegung in den Boden eintauchen. Hierbei trennen sie Grasnarben, lösen dichtes Moos und lockern Verfilzungen. Rein theoretisch kann der Rasen während der gesamten Wachstumszeit vom Frühjahr bis zum Herbst vertikutiert werden. Es sollte jedoch bedacht werden, dass das Vertikutieren den Rasen zwar pflegt, aber auch belastet und er anschließend eine Schonzeit benötigt. Es empfiehlt sich daher je einmal im Frühjahr und im Herbst zu vertikutieren. In dieser Zeit wird er nicht so intensiv genutzt und wächst langsamer, was eine zusätzliche Belastungs durch das Mähen verringert.

Die Bedienungsanleitung zum Viking Vertikutierer

An einem Vertikutierer dreht sich eine Welle mit Messer, die an- und ausgeschaltet wird und sich in der Höhe verstellen lässt. Die Bedienungsanleitung sollte demnach relativ sparsam ausfallen. Sollte!

Klar bebildert und ein Checkheft für einen Vertikutierer
Klar bebildert und ein Checkheft für einen Vertikutierer

Ich halte hier jedoch ein richtig dickes Buch mit unglaublichen 430 Seiten in der Hand. Äußerlich gefällt die Bedienungsanleitung durch einen abwischwaren Einband, der sich wie Leinen anfühlt. Mir gefällt es, wenn (relativ) wasserfeste Materialien verwendet werden. Gerade in Werkstatt und Garten hat man häufig schmutzige Hände und Bedienungsanleitungen sehen dann sehr schnell arg mitgenommen aus. Hier lässt sich zumindest mal der Einband abwischen.

Dass es sich um ein dickes Buch handelt, ist in erster Linie den 24 Sprachen geschuldet. Hinzu kommen wirklich umfangreiche Sicherheitshinweise, klar verständliche und deutliche Bilder, sowie eine Beschreibung aller Funktionen und Bedienvorgänge. Wer nach dieser Anleitung  noch Fehler macht oder etwas nicht versteht, sollte die Finger von Elektrowerkzeugen lassen. Besser kann eine Anleitung nicht ausfallen.

Interessant ist Seite 5, die einem Checkheft zum Auto ähnelt. Sie bietet tatsächlich Platz für Eintragungen und Stempel zur regelmäßigen Wartung. Hier erkennt man, dass es sich nicht "nur" um ein Heimwerker-Gerät handelt, sondern für den professionellen Einsatz gedacht ist.

Aufbau und der erste Eindruck des Test-Vertikutierers

Einen Aufbau gab es für unser Testgerät von Viking nicht, da ich diesen von einem Vertriebspartner fertig abgeholt habe. Dort bekam ich zusätzlich eine Einweisung, in der mir die wichtigsten Funktionen gezeigt wurden. Ein Schreck bekam ich allerdings als der Mitarbeiter das Gerät auf einem Betonuntergrund einschalten wollte. Beton und Metall-Messer – das kann nicht gut gehen. Kann es doch, aber dazu im praktischen Test des Vertikutierers mehr.

Verschraubung fällt beim Lösen nicht ab
Verschraubung fällt beim Lösen nicht ab

Zu Hause angekommen brauchte ich den Mäher nur ausladen und den Bügelgriff ausklappen. Hierbei gefiel mir bereits die Verschraubung, die den Bügel fixiert. Wird diese gelockert, fallen die Schraubgriffe nicht einfach ab, sonder verbleiben lose an der Schraube. Somit können sie nicht verloren gehen und es müssen keine Kleinteile sicher aufbewahrt werden. Beim Befestigen ist die Verschraubung jedoch etwas widerspenstig, da sie gleichfalls die Führung des Kabels und des Bowdenzuges enthält. Damit lässt sich aber leben, da die gesamte Funktion doch recht praktisch ist.

Eingeklappt macht sich der LE 540 von Viking recht klein und lässt sich vor allem gut transportieren. Hilfreich ist hier in erster Linie ein Tragegriff, der sich unterhalb befindet. Richtig praktisch ist er jedoch nur, wenn der Vertikutierer zu zweit getragen wird. Hier bietet er eine gut verrundete Grifffläche die nicht in den Händen schneidet. Alleine lässt sich der Vertikutierer zwar auch tragen, der Griff ist hierbei jedoch keine Hilfe. Einen Vertikutierer sollte man zwar stets zu zweit tragen, mit 36 kg lässt er sich aber auch alleine verladen und auch wieder aus dem Auto heben.Insgesamt macht der Vertikutierer einen sehr stabilen und gut verarbeiteten Eindruck. Das Gehäuse besteht aus Polymer, was schlagfest und UV-beständig ist. Zusätzlich wird die Auswurfklappe mit einer dicken Gummimatte vor Beschädigungen geschützt.

Die Messerwalze wirkt sehr massiv, wobei ich Bedenken gegenüber den feststehenden Messern habe. Treffen die auf ein hartes Hindernis, klappen diese nicht weg.

Mit eingeklappten Bügel gut zu verstauen
Mit eingeklappten Bügel gut zu verstauen
Sehr stabile Messer in einem Kunststoffgehäuse
Sehr stabile Messer in einem Kunststoffgehäuse

Ein Vertikutierer, zu dem man den Auffangkorb extra kaufen muss!

Was mir bei der Begutachtung und auch bereits bei der Abholung des Testgerätes aufgefallen ist, ist der fehlende Auffangkorb. Für mich in erster Linie ein Manko. Warum muss der zusätzlich erworben werden? Der Mitarbeiter meinte jedoch, dass Vertikutieren ohne Fangkorb sinnvoller ist. Stattdessen solle ich anschließend mit dem Rasenmäher über die vertikutierte Fläche fahren und die gelockerten Stoffe "aufsaugen". Ich habe über den Hintergrund nachgedacht und wenn ich an die letzten Jahre und meine regelmäßige Vertikutierarbeit denke, macht das durchaus Sinn. Wer bereits vertikutiert hat, weiß sicher, wie schnell der Auffangkorb voll und vor allem schwer ist. Schwer, weil wirklich alles gelockerte – inklusive Erde und kleine Steine – im Auffangkorb landet. Warum? Die Erde soll doch eigentlich auf der Rasenfläche bleiben. Vertikutiert man ohne Auffangkorb und fährt anschließend mit dem Rasenmäher über die Fläche, werden nur die losen Pflanzenteile aufgenommen und die schwerere Erde bleibt liegen. Das ist tatsächlich praktischer. Nur, wer viele Steine auf der Rasenfläche hat und diese entsorgen möchte, benötigt wirklich einen Fangkorb.

Der Vertikutierer LE 54 von Viking im Test

Bevor es losgeht, muss das Stromkabel angeschlossen werden. Wichtig, wer eine Kabeltrommel nutzt: Diese muss vollständig abgewickelt werden, um ein Überhitzen zu vermeiden. Wie eigentlich alle mobil einsetzbaren Geräte besitzt auch der Vertikutierer von Viking eine Kabel-Zugentlastung, die verhindern soll, dass das Kabel vom Anschluss gezogen wird. Natürlich gibt es den gewohnten Sicherheitsschalter, der vorm Betätigen des Bügelschalters gedrückt werden muss. Etwas anderes hätte wohl auch niemand erwartet.

Sinnvoll und praktisch – die Kabel-Zugentlastung
Sinnvoll und praktisch – die Kabel-Zugentlastung
Voschriftsmäßger Sicherheitsschalter
Voschriftsmäßger Sicherheitsschalter

Interessanter ist dagegen die linke Seite des Griffbügels und wir kommen damit auf meine eingangs erwähnten Ängste beim Einschalten auf festem Untergrund zurück. Egal, welche Arbeitstiefe am praktischen Drehrad (zentrale Höhenverstellung am Griffbügel) eingestellt ist, der Vertikutierer kann jederzeit eingeschaltet werden. Selbst dann, wenn er auf einem betonierten Untergrund steht.

Die Arbeitshöhe wird zentral am Griffbügel verstellt
Die Arbeitshöhe wird zentral am Griffbügel verstellt.
Mittels Hebel hebt und senken sich die Messer.
Mittels Hebel hebt und senken sich die Messer.

Ermöglicht wird das durch einen Hebel, mit dem die gesamte Vertikutiereinheit gehoben und gesenkt wird. Die voreingestellte Arbeitstiefe begrenzt dabei den Senkvorgang. Ein Verstellen der Arbeitstiefe während der Arbeit ist somit nur nach unten möglich.

Bei Hindernissen wird per Hebel die Vertikutiereinheit angehoben.
Bei Hindernissen wird per Hebel die Vertikutiereinheit angehoben.

Im Arbeitseinsatz ist diese Methode zwar anfänglich gewöhnungsbedürftig und ich bin geneigt den Vertikutierer im Test immer anzukippen, um ihn zurückzusetzen, man gewöhnt sich aber schnell an den durchaus praktischen Hebel.

Hilfreich ist er beim Wenden, beim Zurücksetzen und auch bei Hindernissen, wie ich sie auf meinem "Rasen-Parkplatz" habe. Betonfüße eines alten Carports könnten sehr unangenehm für einen Vertikutierer werden. Ohne die Möglichkeit die Vertikutiereinheit einfach anzuheben, müsste ich die Betonteile umfahren. Dank der schnellen Verstellung, fahre ich einfach weiter und kann Reihe für Reihe meinen Bahnen ziehen. Für mich eine tolle Sache, die die Arbeit deutlich vereinfacht und vor allem die Sicherheit erhöht.

Im Einsatz bleibt der Viking erstaunlich leise, was sicher dem dicken Kunststoffgehäuse zu verdanken ist. Bei den zwei verschiedenen Lautstärken, die in den technischen Daten angegeben sind, tendiere ich deutlich zu den leiseren (gemessenen) 72 dB. So lange der Boden nicht gextrem hart ist oder viele Steine aufgewirbelt werden, arbeitet der Vertikutierer im Test ausgesprochen leise.

Dabei fehlt es ihm wirklich nicht an Leistung. Kräftig zieht er auch bei maximaler Zustellung durch und lässt sich lediglich von sehr dicken Grasnarben ausbremsen. Beachtet man jedoch, dass diese eigentlich nur oberflächlich angeschnitten werden sollen, sollte es nie zum Stillstand des Motors kommen.

Die Messerwalze greift kraftvoll und zieht den Vertikutierer.
Die Messerwalze greift kraftvoll und zieht den Vertikutierer.

Das Arbeitsergebnis ist beeindruckend und es wird wirklich alles an altem Schnittgut oder Verfilzungen aus dem Rasen geholt. Die Leistung war hierbei sehr gut und der Motor war lediglich ein einziges Mal überfordert. Hier war eine dicke Grasnarbe, auf dem als Parkplatz genutzten und daher festgefahrenen Rasen, dann doch etwas viel.

Der Unterschied nach der Bearbeitung ist deutlich zu sehen. Das Bild zeigt im linken Teil deutlich den aufgelockerten Boden. So kann das Gras wieder "atmen" und Nährstoffe aufnehmen. Bei der Arbeit ohne Auffangkorb muss anschließend die Fläche ausgeharkt oder die lockeren Pflanzenreste mit dem Rasenmäher aufgennommen werden.

Fazit: Vertikutierer LE 540 von Viking im Test

Wie anfänglich erwähnt, ist Elektro-Vertikutierer LE 540 von Viking mit einer UVP von 459 € nicht gerade günstig. Dennoch soll der Verkaufspreis nicht in die Beurteilung einfließen. Einerseits kann das Preis-Qualitäts-Verhältnis erst nach regelmäßiger Nutzung über Jahre beurteilt werden, anderseits sollte jeder für sich entscheiden, was ihm qualitatives Werkzeug wert ist.

Vertikutierer LE 540 von Viking im Test

Nach meinem Test ist der Vertikutierer von Viking im oberen Qualitätssegment anzusiedeln und ein gehobener Preis daher gerechtfertigt. Weder in der Verarbeitung, noch in der Arbeitsleistung oder der Bedienung sind Mängel zu finden. 

Souverän und mit kräftigen Motor übernahm er seine Arbeit und ließ sich nur von sehr hartem Boden bei gleichzeitig großer Grasnarbe beeindrucken. Besonders gefiel hierbei die zentrale Höhenverstellung am Griffbügel in Kombination mit einer Hebe- und Senkbedienung. Diese gewährleistet eine besondere Arbeitssicherheit und ermöglicht es, die Vertikutiermesser bei Hindernissen im Boden schnell anzuheben. Beim Wenden, Zurücksetzen oder unter erschwerten Arbeitsbedingungen eine echte Arbeitserleichterung.

Das robuste Gehäuse aus Polymer ist äußerst formstabil und sorgt für eine angenehme Geräuschkulisse, die durch eine Gummimatte am Auswurfdeckel unterstützt wird.

Die Arbeit mit dem Vertikutierer von Viking hat Spaß gemacht und es ist fast schon schade, dass der rasen nur im Frühjahr und Herbst vertikutiert werden sollte. Ohne einen gefunden Punkt zur Abwertung, kann es nur fünf Daumen und eine absolute Kaufempfehlung geben.

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