Ecovacs Deebot N78D – Saugroboter Test

Ecovacs Deebot N78D – Saugroboter Test

In vielen Science Fiction Filmen sieht man Roboter, die in menschenähnlicher Gestalt die Hausarbeit erledigen. Sind wir davon noch so weit weg? Im Garten dreht der Mähroboter seine Runden, in der Werkstatt fertigt der 3D-Drucker die benötigten Ersatzteile an, der Thermomix bereitet das Essen zu und per App befehlen wir dem Saugroboter den gerade verursachten Schmutz zu beseitigen. 

Viele Geräte unterstützen uns bereits auf Anordnung oder sogar völlig autonom. Doch wie gut können wir uns auf sie verlassen? Ersetzen sie uns tatsächlich, muss man ihnen nacharbeiten oder sind sie sogar besser als wir?

Mit dem Deebot N78D von Ecovacs haben wir einen weiteren Saugroboter im Test, der nicht nur automatisch seinen Dienst aufnimmt, sondern auch selbstständig an die Ladestation fährt und – wenn er soll – auch noch wischt. Wir sind gespannt, ob er uns gehorcht oder gar zum Transformer wird.

Technische Daten

(Herstellerangaben)

Bauhöhe8,3 cm
Durchmesser35,3 cm
Maschinengewicht3,5 kg
Max. Türschwellenüberwindung1,8 cm / 1,6 cm (mit Wassertank)
Geräuschentwicklung56 dB
Kapazität Staubbehälter500 ml
Ladezeitca. 4-5 h
AkkukapazitätNI-MH 3000 mAh

Zur besonderen Ausstattung gehören unter anderem, eine Fernbedienung, ein Feinstaubfilter, Infrarot-Kollisionssensoren, automatisches Laden, manuelle und Automatische Reinigungsprogramme, Bewegungssteuerung und ein Zeitprogramm.

Verpackung, Lieferung und Lieferumfang des Saugroboters

Da bereits ein kleiner Saugroboter (Betonung auf kleiner) seinen Dienst in unserem Haus versieht, bin ich doch ein wenig über die Größe und das Gewicht des Kartons vom Testsauger überrascht. Klein trifft hier eher nicht zu und den technischen Daten ist auch zu entnehmen, dass der Deebot N78D einen Durchmesser von 35,3 cm besitzt und mit 3,5 kg kein Fliegengewicht ist. Dafür besitzt er aber auch einen Akku mit 3 Ah und soll etwa 110 min am Stück saugen. Das sollte für den geplanten Einsatzzweck ausreichend sein.

Ecovacs meint: "Der N78D ist ideal geeignet für Haustierhalter."
Ecovacs meint: "Der N78D ist ideal für Haustierhalter."

Das Testgebiet des Saugroboters ist übrigens unser recht großes Wohnzimmer mit offener Küche (zusammen rund 50 m²) und der angrenzende Flur (15,5 m²). Als besondere Belastung muss der Saugroboter mit Tierhaaren von unserem großen Hund (Boxer) klarkommen. Diese erfordern ein tägliches Saugen und kleinere Geräte dürften damit von vornherein überfordert sein. Aber Ecovacs wirbt damit, dass der Deebot N78D "ideal für für Haustierhalter" ist.

Genau dafür prangt bereits ein Logo auf der Verpackung, welche übrigens einen Tragegriff besitzt, was mir persönlich gut gefällt. Auch wenn Verpackungen meist entsorgt werden, lege ich mitunter großen Wert darauf. Einerseits sollte bedacht werden, dass heute vieles online gekauft und verschickt wird, andererseits muss man die Kartons beim Kauf im Fachhandel auch möglichst komfortabel tragen können. Eine sichere und nicht zu große Verpackung ist dabei von Vorteil.

Ecovacs deckt hier beide Bereiche ab. Der Karton ist nicht größer, als er sein muss, besitzt einen Tragegriff und der gesamte Inhalt ist sinnvoll sowie gut geschützt untergebracht. Wo es nur geht, werden bewegliche Teile gepolstert und glatte Oberflächen mit einer Schutzfolie versehen. Selbst die Umverpackung ist nur einen Hauch größer, sodass der Karton gerade so hinein flutscht. Ein Lob geht daher auch die Logistik von Ecovacs, die damit keine Ressourcen verschwenden und die Umwelt nicht mehr als nötig belasten.

Ordentlich und mit reichlich Zubehör.
Ordentlich und mit reichlich Zubehör.
Glatte Flächen werden mit einer Folie geschützt.
Glatte Flächen werden mit einer Folie geschützt.

Der Lieferumfang bietet eine stattliche Grundausstattung, die vorerst keinen Nachkauf von Bürsten oder Filter erforderlich macht. Das Wischzubehör sehe ich jedoch von vornherein als kleine Spielerei oder zusätzliche Option an. Ein Saugroboter kann sicher einen feuchten Lappen ziehen oder schieben und diesen maximal feucht halten. Er wird diesen jedoch nicht auswaschen können und so für eine gründliche Reinigung sorgen. Aber ich lasse mich gerne überraschen oder vom Gegenteil überzeugen.

Zusatzausstattung
Neben der Grundausstattung stehen ein Ersatzfilter, zwei Ersatzbürsten, ein Messbecher, der Wischaufsatz und zwei Reinigungstücher zur Verfügung.
  • Staubsaugerroboter Deebot N78D
  • Wischaufsatz
  • Wassertank
  • 2 waschbare Reinigungstücher zum Wischen
  • Fernbedienung
  • 2 Staubfilter
  • 4 Seitenbürsten
  • Ladestation
  • Benutzerhandbuch

Grundsätzlich gibt es weder an der Grundausstattung, noch an der Verpackung etwas zu bemängeln. Alles ist ausreichend vorhanden, perfekt verpackt und weckt vor allem die Vorfreude auf den ersten Einsatz.

Der erste Eindruck des Saugroboters

Ich bin schwer beeindruckt. Schwer! Der Deebot ist schon ein ganz schöner Brocken und mit 3,5 kg nicht gerade leicht. Da ich ihn bei der Arbeit aber nicht tragen muss und er stattdessen selber fährt, kann mir das Gewicht ziemlich egal sein. Problematisch kann sich ein "Übergewicht" aber dadurch auswirken, da dem Akku mehr Leistung abgefordert wird und dieser häufig nachgeladen werden muss. Ecovacs gibt die Betriebszeit jedoch mit 110 min an. Wenn das trotz des Gewichts funktioniert, ist aus meiner Sicht alles im grünen Bereich.

Nicht typisch – ein Tragegriff.
Nicht typisch – ein Tragegriff.

Auch wenn ein Saugroboter von alleine fährt, kann es natürlich vorkommen, dass man ihn mal tragen muss. Hierfür bietet der Deebot N78D einen ausklappbaren Tragegriff. Keine Luxusform mit gummierten Griff, aber absolut ausreichend und eine unerwartete, sowie positive Zugabe.

Was jedoch nicht so positiv auffällt, ist die toll glänzende Oberfläche. Zwar wirkt die absolut super und edel, jedoch zieht sie den Staub magisch an, was bereits vor dem ersten Einsatz zu sehen ist. Beim Reinigen könnte daher ein Anti-Statik-Spray hilfreich sein. Dem ersten Eindruck, der sehr hochwertig wirkt, tut das jedoch keinen Abbruch. Rundherum ist alles erstklassig verarbeitet und fühlt sich gut an.

Bevor der Saugroboter in Betrieb genommen werden kann, wird natürlich ein Blick in die Bedienungsanleitung geworfen. Auch wenn es keine übermäßig vielen Schalter und Knöpfe gibt, lohnt es sich dennoch, sich mit den Funktionen vertraut zu machen. Hier gibt es einen manuellen Start, eine Punkt- oder Randreinigung, einen Zeitplan und selbst die Kinder kommen nicht zu kurz, wenn sie den Deebot per Fernbedienung durchs Wohnzimmer steuern. Was im ersten Moment wie eine Spielerei wirkt, kann jedoch sehr hilfreich sein, wenn schwer zugängliche Stellen gezielt gereinigt werden sollen. Damit machen die Kinder sicher auch gerne die verschütteten Cornflakes weg.

Bereits die Bilder erklären alle Funktionen.
Bereits die Bilder erklären alle Funktionen.

Wie für eine Gebrauchsanweisung üblich, gibt es erst mal unzählige Sicherheitshinweise, die von Menschen mit einem gesunden Verständnis für technische Geräte gerne überflogen werden können. Weitere Details sind so gut mit Bildern beschrieben, dass selbst hier ein Überfliegen des Textes schon ausreicht, um die Bedienung zu verstehen. Für mich die perfekte Bedienungsanleitung.

Lediglich die "intelligente Programmierung" sollte genauer gelesen werden. Zumindest musste ich das, da mir diese Form der Programmierung bisher nicht bekannt war. Es gibt keine Möglichkeit, eine spezielle Uhrzeit einzugeben und dennoch lässt sich eine Startzeit programmieren. Hierzu muss die "intelligente Programmierung" nur einmal zur gewünschten Zeit gestartet werden und ab sofort nimmt der Deebot täglich zu dieser Zeit seine Arbeit auf. In der recht einfachen Form lässt sich der Saugroboter allerdings nur einmal zu einer gewünschten Zeit am Tag starten und es gibt auch keine Unterschiede zwischen Werktag und Wochenende. Gerade als Hundebesitzer finde ich das recht schade. Bei unserem Boxer wäre es durchaus angebracht, den Sauger ein zweites Mal am Tag für einen kurzen Zeitraum saugen zu lassen. Dieser zweite Saugvorgang muss von Hand gestartet werden, beeinflusst die "intelligente Programmierung" jedoch nicht.

Aber gut, wer spezielle Wünsche an die Programmierung stellt, sollte sich natürlich vorher informieren und das ist online bis ins Detail möglich. Demnach wird nichts verschwiegen und nicht mehr versprochen, als tatsächlich möglich ist.

Inbetriebnahme und Funktionen des Deebot N78D

Leichte Entnahme der Staubkassette.
Leichte Entnahme der Staubkassette.

Wie bei allen Akkugeräten, ist es vor der ersten Inbetriebnahme nötig, den Akku ausgiebig zu laden. Ecovacs gibt hier eine Zeit von etwa 4 Stunden vor. Dazu wird die Ladestation ans Stromnetz angeschlossen, der Sauger am Hauptschalter (Unterseite) eingeschaltet und in die Ladestation gesetzt. Vorher natürlich die Bürsten anstecken und die Schaumstoff-Transportsicherungen entfernen.

Auch wenn die Kontakte der Ladestation und am Sauger recht klein aussehen, bieten sie jedoch ausreichend Spielraum, sodass beim Laden nicht auf ein exaktes Ausrichten geachtet werden muss. Notfalls kann der Deebot auch nachkorrigieren.

Während der Roboter seinen Akku auflädt, öffne ich den Deckel und sehe mir den Staubbehälter an. Erster Pluspunkt - auch hier gibt es einen ausklappbaren Griff und die Staubbox lässt sich leicht entnehmen. Die Größe sieht ansprechend aus und dürfte einiges an Schmutz aufnehmen. Wenn sich der Filter nicht zu schnell zusetzt, denn die Filterfläche wirkt nicht sehr groß. Ach die Schmutzöffnung, die schräg nach unten zeigt, lässt mich skeptisch werden. Fällt der Schmutz da nicht schnell wieder raus?

Gut zu erkennen, wie er die Kontur ausfährt.
Gut zu erkennen, wie er die Kontur ausfährt.

Nach dem Ladevorgang kann der Sauger das erste mal manuell gestartet werden. Zufällig habe ich gerade unseren Weihnachtsbaum aufgestellt und dementsprechend sieht der Bereich darunter aus. Zwar würde sich hier die Punktreinigung empfehlen, da der Baum aber auf einem Hocker steht, wäre eine Fahrt im Kreis nicht möglich. Also steuere ich den Deebot N78D per Fernbedienung in die entsprechende Ecke (macht Spaß) und starte den automatischen Saugvorgang, bei dem er bis zu einem Hindernis fährt und bei Erkennung die Richtung wechselt.

Erstaunlicherweise fährt er aber nicht gegen das Hindernis, sondern bremst bereits vorher ab. Der Saugroboter besitzt also nicht nur die typischen Kontaktsensoren, sondern auch eine optische Hinderniserkennung. Dazu sind mir die Informationen wohl entgangen. Egal, sie funktionieren und große Hindernisse werden gar nicht erst angerempelt bis die Kollisionssensoren auslösen. Wobei mir der Abstand mitunter noch zu groß ist und die Bürsten so nicht bis an den Rand reichen. Schaltet der Sauger jedoch in den Randmodus um und fährt die Kanten seitlich ab, wird gründlich bis zum Hindernis gereinigt.

So nimmt er auch tatsächlich alle Hinterlassenschaften auf, die beim Aufstellen und Schmücken des Baumes entstanden sind. Mit dem Saugergebnis im Test bin ich absolut zufrieden. Gleichzeitig habe ich die Gelegenheit und den vollen Akku genutzt, um die Angaben zur Saugdauer zu prüfen. Mit einer Stunde und 47 Minuten kann ich die Angabe von 110 min (unter Laborbedingungen) absolut bestätigen. Um den Weg zur Ladestation zu finden, benötigte der Deebot übrigens 2 Minuten und 45 Sekunden. Für unser großes Wohnzimmer ist auch diese Zeit annehmbar.

Typischer Sicherheitsabstand ohne Kollision.
Typischer Sicherheitsabstand ohne Kollision.
Randnahes Saugen mit den Kollisionschutzsensoren.
Randnahes Saugen mit den Kollisionschutzsensoren.

Der Test kann beruhigen und die Staubbox nimmt tatsächlich sehr viel auf, ohne etwas zu verlieren. Auch das Entleeren ist ein Kinderspiel, da nur ein Schnappverschluss geöffnet werden muss. Von Vorteil ist ein feines Gitter vor der Filterkassette, welches verhindert, dass sich die Tierhaare in den Filter setzen. Leicht fällt so der gesamte Schmutz raus und eine intensive Reinigung ist nicht nötig.

Der Deebot N78D Saugroboter für Tierhaare im Test

Ecovacs wirbt damit, dass der Deebot N78D ein spezieller Saugroboter für Tierhaare ist. Diesen Test muss er gegen Barney – einen knapp 40 kg Boxer – antreten, der bei jedem Schritt seine Haare verliert und verteilt. Als zusätzliche Belastung kommen Peggy, Julia und Sophie hinzu, die allesamt lange lange Haare tragen. Gerade Bürstensauger haben mit den verlorenen Haaren meist mehr zu kämpfen, als mit kurzen Hundehaaren. Wir werden sehen, wie sich der Deebot Saugroboter im Test schlägt.

Die aufgesaugten Haare werden gepresst verstopfen aber nicht.
Die aufgesaugten Haare werden gepresst verstopfen aber nicht.

Inzwischen arbeitet der Sauger nach der intelligenten Programmierung und wird auch zwischendurch manuell gestartet. Erstaunlich, aber auch kurios ist, dass ich den Auffangbehälter erst einmal geleert habe. Ein Akku-Sauger, der bisher ebenso täglich zum Einsatz kam, muss trotz deutlich größerem Staubbehälter täglich oder spätestens nach zwei Tagen geleert werden. Grund hierfür ist vermutlich der unterschiedliche Aufbau des Staubbehälters und des Filters. Während die Hundehaare im Akkusauger locker in den Auffangbehälter fallen, werden sie im Saugroboter gegen den Filter gepresst und „verdichtet“. Dennoch setzt sich der Filter nicht zu und spätestens, wenn der Sauger ausgeschaltet wird, fällt das gepresste Paket aus Schmutz und Haaren um und gibt die volle Filterfläche wieder frei. Ich hoffe, das ist auf dem Foto gut zu erkennen.

Nach drei Tagen zwischen Hunde- und langen Menschenhaaren, betrachte ich mir den Saugroboter von unten und man sieht schon deutlich, worin seine Hauptaufgabe liegt. Etliche Hundehaare hängen an den Antriebsmotoren (vermutlich statische Aufladung?) und auch am Gummi der Räder hat sich einiges verklemmt. An dieser Stelle sehe ich aber nichts, was den laufenden Betrieb einschränken könnte. Alle beweglichen Teile sind recht gut verpackt und geschützt und ob die Hundehaare an den gummierten Laufflächen der Räder hängen oder nicht, kann eigentlich egal sein.

Das große Handicap für die Seitenbürsten sind die langen Haare meiner Mädels – kurze Hundehaare stören hier eher nicht. Aber auch die langen Haare beeindrucken die Bürsten nicht wirklich oder weniger als gedacht. Während sie bei einem anderen Modell im Haushalt die Bürsten regelrecht zu einem Knäuel formen, behalten die Bürsten des Deebot perfekt ihre Form. Natürlich wickeln auch sie lange Haare auf, die sich jedoch um den gummierten Schaft drehen und weder die Borsten beeinflussen, noch die Bürstenaufnahme. Die Bürstenaufnahmen sitzen tief im Gehäuse und werden von den Bürsten abgedeckt. Nimmt man die Bürsten ab, werden gleichzeitig die aufgewickelten Haare abgezogen und können bequem von den Bürsten entfernt werden. Hilfreich ist dazu eine kleine Kombination aus einer Bürste mit einem kleinen Messer, mit dem sich die Haare trennen lassen.

Deutlich viele Hundehaare, die die Funktion des Saugers aber nicht beeinflussen.
Deutlich viele Hundehaare an den Antriebsrädern, die die Funktion des Saugers aber nicht beeinflussen.
Lange Haare wickeln sich um den Bürstenschaft, aber nicht um die Borsten oder die Bürstenaufnahme.
Lange Haare wickeln sich um den Bürstenschaft, aber nicht um die Borsten oder die Bürstenaufnahme.
Aufgewickelte Haare lassen sich mit dem kleinen Hilfsmittel trennen und leicht entfernen.
Aufgewickelte Haare lassen sich mit dem kleinen Hilfsmittel trennen und leicht entfernen.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Deebot N78D von Ecovacs seiner Aufgabe als Saugroboter für Tierhaare absolut gerecht wird. Der Boden ist bis zum Rand von Hundehaaren befreit und auch lange Haare bereiten den Bürsten keine Probleme. In der Funktion als Tierhaarsauger hat er mich überzeugt. Klar ist natürlich, dass auch der Sauger hin und wieder von den Haaren befreit werden muss. Das bleibt leider nicht aus, stellt beim Deebot aber kein Problem dar.

Deebot N78D Saugroboter mit Wischfunktion im Test

Wie eingangs bereits erwähnt, gehe ich bei einem Saugroboter nicht davon aus, dass dieser tatsächlich effektiv in der Lage ist, zu wischen und auch Ecovacs selbst bezeichnet diese Möglichkeit als "Optionales Wischsystem". Wer hier mehr erwartet, sollte reine Geräte zum Wischen ins Auge fassen und keinen Saugroboter kaufen.

Dennoch – das es diese Option gibt – möchte ich sie natürlich vorstellen und auch selbst ausprobieren, was erstaunlicher Weise sehr einfach funktioniert. Am Sauger selbst oder den Einstellungen muss hierzu nichts geändert werden.

Wie in der Anleitung beschrieben, wird als erstes das Reinigungstuch am Wischaufsatz befestigt, beziehungsweise ist dieses im Lieferzustand bereits angebracht. Gehalten wird es durch drei Klettverschlüsse, die es ganz sicher auch im Wischbetrieb nicht loslassen. Anschließend wird der Wischaufsatz mit Wasser befüllt, wofür es einen kleinen Messbecher gibt. Eine Angabe, welche Menge Wasser verwendet werden soll, habe ich jedoch nicht gefunden. Also randvoll und den Gummiverschluss aufsetzen. Anschließend kann der Wischaufsatz von unten an den Saugroboter gesteckt und dieser ganz normal gestartet werden.

Klettverschlüsse halten das Wischtuch.
Klettverschlüsse halten das Wischtuch.
Wasser mit Messbecher auffüllen.
Wasser mit Messbecher auffüllen.
Wischaufsatz am Sauger befestigen.
Wischaufsatz am Sauger befestigen.

Nach dem Start des Saugroboters mit Wischfunktion tut sich erst mal nichts. Abgesehen davon, dass er seinen Saugbetrieb aufnimmt. Es dauert schon etwas, bis das Wischtuch feucht wird und auch tatsächlich wischt. Zwar wurde bei meinem Test nicht der gesamte Bereich des Wischtuches feucht, aber der Bereich, der feucht wurde, sorgte für ein sehr gleichmäßige Verteilung auf dem Boden und ein einheitliches Wischbild.

Für eine besser Sichtbarkeit habe ich den Deebot in unserem Badezimmer auf schwarzen Fliesen eingesetzt und gut zu erkennen ist, wie der Bereich hinter dem Saugroboter gewischt wird. Aufgrund der begrenzten Breite des Wischaufsatzes jedoch nicht randnah.

Deutlich ist die gleichmäßige Wischspur zu sehen.
Deutlich ist die schmale aber gleichmäßige Wischspur zu sehen.
Viel Schmutz wurde beim Wischvorgang nicht aufgenommen.
Viel Schmutz wurde beim Wischvorgang nicht aufgenommen.

Damit ist der Wischvorgang nachgewiesen und auch die abgegebene Menge an Wasser wurde optimal gewählt. Selbst Laminat lässt sich so wischen und wird nicht zu sehr befeuchtet. Das Wischergebnis ist jedoch nicht mit dem "echten Wischen" zu vergleichen. Flecken, die im Badezimmer durch Duschbad oder Kinder beim Zähneputzen entstehen, werden leider nicht gelöst. Deutlich ist auch am Wischtuch zu sehen, dass sich der gelöste Schmutz in Grenzen hält und der Wischvorgang nicht wirklich effektiv ist.

Für einen Haushalt mit Hund und Kindern oder einem Haus in das automatisch mehr Schmutz getragen wird, erzielt der Saugroboter mit Wischfunktion keinen echten Effekt. Hier kommt man beim Wischen nicht drumherum, den Lappen zwischendurch auszuspülen.  In einer kleineren Wohnung ohne eine besondere Schmutzbelastung, kann es jedoch durchaus Sinn machen. Wer hier den Saugroboter alle zwei Tage manuell startet, kann auch die zwei Minuten investieren (länger dauert es wirklich nicht) und den Wischaufsatz anbringen. Der Saugvorgang bleibt davon schließlich unbeeinflusst und das Wischtuch nimmt zusätzlich leichte Verschmutzungen auf.

Der Deebot N78D und die Sicherheit

Sicherer Absturzschutz an der Treppe.
Sicherer Absturzschutz an der Treppe.

Wer sich zum Kauf eines Saugroboters entschließt, der muss einiges beachten, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Ein wichtiges Kriterium ist hierbei sicherlich der Absturzschutz, den jeder Saugroboter mitbringen sollte und auch wenn der Deebot sein Testgebiet in der unteres Etage des Hauses hatte, habe ich diesen getestet. Selbst bei manueller Steuerung ließ er sich aber nicht dazu überreden, sich die Treppe hinab zu stürzen. Diesen Test hat er also bestanden.

Als Sicherung wird in vielen Fällen eine Hell-Dunkel-Unterscheidung genutzt, um Absätze zu erkennen. Das führt jedoch häufig dazu, dass Sonnenlicht und Schatten auf dem Boden zu ungewollten Fahrunterbrechungen führt, was ich bei einem anderen Sauger deutlich sehen konnte. Hier wurden Bereiche mit direkter Sonneneinstrahlung auf dem Boden als Absatz erkannt und umfahren. Der Saugroboter von Ecovacs ließ sich im Test jedoch nur wenig davon beeindrucken. Zwar bremste er mitunter an kontrastreichen Farbunterschieden auf dem Laminatboden ab, fuhr dann jedoch kontinuierlich weiter. Der Sicherheit an echten Absätzen hat das aber nicht geschadet und sie werden ordnungsgemäß erkannt.

Ein weiterer Punkt der Sicherheit sind leicht bewegliche Hindernisse auf dem Boden. Dieses betrifft aber alle Sauger und nicht nur das Testgerät. So sollten Kabel auf dem Boden vermieden werden, da diese von den Bürsten ergriffen und aufgewickelt werden können. Auch recht straffe oder schwere Kabel an Standleuchten, die zwar nicht aufgewickelt werden, können als "Auffahrrampe" genutzt werden und so zu Fehlern führen. Ebenso ein Risiko stellen sehr leichte Dekoelemente auf dem Boden dar - wie unsere Trockengras-Büschel vor der Terrassentür. Deutlich leichter als der Sauger selbst kippen sie um und und werden mit den Bürsten bearbeitet.

Leichte Dekorationen sollten generell vermieden werden.
Leichte Dekorationen sollten generell vermieden werden.
Auch lose Kabel führen leicht zu "Unfällen".
Auch lose Kabel führen leicht zu "Unfällen".

Die Bilder dienen als Hinweis und stellen kein Manko des Test-Saugers dar. Hier würde jeder Saugroboter dasselbe Verhalten zeigen.

Fazit zum Ecovacs Deebot N78D – Saugroboter Test

Saugroboter sollen vor allem eines - uns die lästige Arbeit des Saugens abnehmen. Zwar ist häufig zu lesen, dass sie nicht das intensive Saugen mit einem großen Bodensauger ersetzen, aber dieser Aussage kann ich nach den Test des Deebots N78D nicht (mehr) zustimmen. Erstklassig nimmt er jeden täglich anfallenden Schmutz auf und bietet dafür einen großzügigen Staubbehälter.

Ecovacs Deebot N78D – Saugroboter Test

Als Erleichterung kommt hinzu, dass der Saugroboter von Ecovacs selbstständig seine Ladestation sucht und sich "auftankt". Bei Bedarf verlässt er diese auch wieder und nimmt zur vorgegeben Zeit täglich seine Reinigungsarbeit auf. Mir persönlich fällt die "intelligente Programmierung" zwar etwas zu einfach aus, da sie nur einen Reinigungsvorgang täglich ermöglicht, sie nimmt jedoch den sonst manuellen Startvorgang ab.

Mit einer Saugleistung von rund 110 Minuten lieferte der Saugroboter auch in unserem großen Wohnzimmer mit offener Küche (rund 50 m²) ein perfektes Saugergebnis im Automatik-Modus. Zusätzlich besitzt er eine manuelle Steuerung, einen Rand- und einen Punktmodus, welche im täglichen Gebrauch aber eher selten genutzt werden. Der optimale Einsatz eines Saugroboters liegt im regelmäßigen Saugbetrieb, um für eine gleichbleibende Sauberkeit zu sorgen. Hierfür ist der Deebot von Ecovacs der ideale Begleiter.

Beworben wird der Deebot N78D vor allem als Saugroboter für Tierhaare und dieser Aufgabe kommt er zur vollsten Zufriedenheit nach. Angenehm leise drehte er im Test täglich seine Runden und sammelte dabei alle Haare unseres ziemlich großen Hundes auf. Dabei ließ er sich weder von Menge an Hundehaaren noch von zusätzlichen langen Haaren dreier weiblicher Mitbewohner beeindrucken. Hierfür würde er sich das beste Testergebnis mit fünf Sternen verdienen.

Der N78D wird jedoch ebenso als Saugroboter mit Wischfunktion beworben. Auch wenn ich von vornherein keinen perfekten Wischroboter erwartet habe und vermutlich mit einer "Zusatzoption" auch kaum bessere Ergebnisse erzielt werden können, überzeugt das Wischergebnis nicht wirklich. Das soll zwar nicht zu sehr gewichtet werden, aber einen halben Stern muss der Deebot N78D von Ecovacs dafür abgeben. Wer den Deebot N78D als reinen Saugroboter sieht und die Wischfunktion nicht benötigt wird mit dem Saugergebnis absolut zufrieden sein.

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Die hier vorgestellten Testgeräte werden selbst erworben oder vom Hersteller (Anbieter) zur Verfügung gestellt. Für den Test stellen wir dem Hersteller nichts in Rechnung und auch das Testgerät geht (auf Wunsch) wieder an den Hersteller zurück.

Nur so wird garantiert, dass wir dem Hersteller in keinster Weise verpflichtet sind und absolut ehrlich bewerten können.