Sicherheitssystem Arlo Pro 2 mit Überwachungskamera Test

Sicherheitssystem Arlo Pro 2 Überwachungskamera Test

Überwachungskameras sind heute günstig und von vielen Herstellern erhältlich. Dennoch gibt es himmelweite Unterschiede in der Qualität und vor allem dem Funktionsumfang. Von Alarmanlagen mit einfachen Bewegungsmeldern bis hin zu Smarthome-Lösungen, bei denen die Kamera nach einer Bewegungserkennung den TV einschaltet, hatten wir bereits einiges im Test. Daher gleicht ein Kamera-Test auch niemals dem nächsten.

Mit dem Sicherheitssystem Arlo Pro 2 haben wir heute eine Überwachungskamera im Test, die ganz besondere Eigenschaften hat. Wer kann sich schon vorstellen, dass eine Überwachungskamera mit Akku Sinn macht? Geht da nicht die Sicherheit verloren, wenn sich der Akku dem Ende neigt? Auch stellt sich die Frage, warum die Arlo Pro 2 ihre Daten in einer Cloud speichert und nicht in das eigene Netzwerk integriert wird.

Fragen, die wir in einem ausführlichen Test der Überwachungskamera beantworten wollen.

Technische Daten Arlo Basisstation und Arlo Pro 2 Sicherheitskamera

(Herstellerangaben)

Basisstation

  • Schnittstelle - Fast Ethernet
  • LED-Anzeige - Power, Internet, Kamera
  • IP-Konfiguration - DHCP
  • Antenne - Intern
  • Drahtlos-Reichweite - Mehr als 100 m Sichtverbindung
  • Drahtlos - 2,4 GHz, 802.11n
  • Zertifikate - FCC, IC, CE, UL
  • Betriebstemperatur - 0 bis 50 °C
  • Abmaße - 58,6 x 174,5 x 126,5 mm
  • Gewicht - 316 g
  • Prozessor und Arbeitsspeicher - 900 MHz ARM Cortex A7, 128 MB Flash, 128 MB RAM

Kamera

  • Videoauflösung - Auflösung: bis zu 1080p HD
  • Videoformat - H.264
  • Imaging - Farbsensor, CMOS, Automatischer Schwarz-Weiß-Abgleich und automatische Belichtung
  • Geräusch - Lautsprecher. Mikrofon
  • Detection - Einstellbare Empfindlichkeit, Automatische E-Mail- und Push-Benachrichtigungen
  • Wire-Free motion detection - Passive Infrarottechnologie, Bis 7 m einstellbar
  • Plugged-in motion detection - Videobasierte Technologie, bis zu 3 Aktivitätszonen, 3-Sekunden-Vorschau, anpassbare Geräuscherkennung
  • Digitales Schwenken und Zoomen - 8-facher Digitalzoom
  • Nachtsicht - 850 nm LEDs mit einer Reichweite von ca. 7-8 Metern, IR-Sperrfilter
  • Batterie - Akku (2.440 mAh)
  • Batterieanzeige - Ja
  • Sichtfeld - 130 °
  • Fokusbereich - Fester Fokus (600 mm bis unendlich)
  • Betriebstemperatur - -20 bis 45 °C
  • Abmaße - 79,3 x 48,6 x 70,5 mm
  • Gewicht - 136 g

Arlo Pro 2 Sicherheitssystem mit zwei Kameras (VMS4230)

Das Arlo Pro 2 Sicherheitssystem bietet einen interessanten Lieferumfang mit Details, die mir neu sind und sicher die ein oder andere Frage aufwerfen.

Lieferumfang
Benötigtes Zubehör ist enthalten und es wird nichts vermisst.
  • Zwei Arlo Pro 2 Sicherheitskameras
  • Zwei wiederaufladbare Akkus (Kameras)
  • Zwei magnetische Wandhalterungen für (Kameras)
  • Zwei Schraubensets für die Wandhalterung (Kameras)
  • Netzteil für den Innenbereich (Laden der Kamera-Akkus)
  • Basisstation mit eingebauter Sirene
  • Netzkabel für den Innenbereich (Basisstation)
  • Netzwerkkabel
  • Kurzanleitung
  • Fensteraufkleber

Interessant wirken hier bereits zwei Dinge – die magnetischen Wandhalterungen und die Sicherheitskameras mit Akku.

Verarbeitung und der erste Eindruck

Bereits beim Auspacken zeigt sich, dass Wert auf Qualität gelegt wird. Alles ist sicher und stabil verpackt, sodass beim Transport keinerlei Gefahr irgendwelcher Beschädigungen besteht. Die Arlo Basisstation gefällt durch ein schlichtes aber elegantes Design ohne irgendwelchen Schnickschnack. An Bedienelementen besitzt sie lediglich eine zwar große aber sehr dezente Taste zur Deaktivierung der Sirene oder zum Synchronisieren mit weiteren Kameras.

Eine magnetische Wandhalterung zum leichten Ausrichten.
Eine magnetische Wandhalterung zum leichten Ausrichten.
Dezent findet die Zentraleinheit ihren Platz.
Dezent findet die Zentraleinheit ihren Platz.

Auf der Rückseite befinden sich Anschlüsse für das Netzteil, ein LAN-Kabel und zwei USB-Speicher für die eigene Speicherung von Videoaufnahmen. Insgesamt gefällt mir die Basisstation, da sie sich sehr neutral in den Haushalt einfügt.

Was mir an der Basisstation jedoch nicht zusagt, ist die fehlende Möglichkeit, diese an der Wand zu befestigen. Die Arlo Basisstation kann lediglich aufgestellt werden. Da sie nach der Installation aber keine manuelle Bedienung mehr benötigt und die integrierte Sirene weit gehört werden sollte, könnte sie gut auch erhöht an der Wand montiert werden. Das würde auch die Netzwerkreichweite und damit die Verbindungsqualität der Sicherheitskameras erhöhen.

Die Arlo Pro 2 Sicherheitskameras wirken sehr interessant, da sie nicht die typische Form einer Überwachungskamera besitzen. Um den Akku unterzubringen, kann sie natürlich nicht sonderlich klein sein und ist eher etwas klobig. In Anbetracht des auswechselbaren Akkus, ist die Größe aber dennoch nicht übertrieben und auch das Gewicht fällt mit 235 g überraschend gering aus.

Neugierig macht die Möglichkeit, die Arlo Pro 2 auf zwei verschiedenen Arten zu befestigen. Variante eins bildet ein Gewindeloch, wodurch die Kamera auf stabile Halterungen geschraubt werden kann, was im Außenbereich sicher von Vorteil ist. Die zweite Variante ist eine kugelige Ausbuchtung, hinter der sich ein starker Magnet befindet. Dazu gehört eine halbrunde magnetische Wandhalterung, an der die Kamera sicher hält und in alle Richtungen gedreht werden kann. Eine super Idee, die die Ausrichtung erleichtert und es ermöglicht, die Cam schnell zur Akkuladung zu entnehmen und wieder an ihrem Bestimmungsort anzubringen. Diese Variante sollte jedoch nur im Innenbereich, oder wenn die Kamera in unerreichbarer Höhe angebracht ist, genutzt werden. Es wäre zu leicht, die Überwachungskamera "im Vorbeigehen" abzunehmen und einzustecken. 

Installation des Arlo Pro 2 Sicherheitssystems

Die Arlo Pro 2 ist zwar eine Netzwerkkamera, wird aber nicht als solche in das eigene Netzwerk integriert. Dadurch fallen große Installationen im Netzwerk weg. Bedient werden können die Basiseinheit und die Kameras mittels App, die auf dem Smartphone installiert werden muss. Alternativ ist die Bedienung auch im Webbrowser unter arlo.netgear.com möglich.

Nach dem Öffnen wird die Basiseinheit sofort gefunden und kann mittels Zugangsnamen, Mailadresse und Passwort personifiziert werden. Mit der Auswahl des Cloud-Tarifes, ist die Installation bereits abgeschlossen und die vorhandenen Kameras lassen sich hinzufügen. Eine extra Anleitung ist hierfür nicht nötig, da einem die App selbst durch jeden Schritt führt. Einfacher geht es kaum.

Bedienung der Basiseinheit und Kameras mittels App

Ein erster Blick auf die App lässt kurz die Vermutung aufkommen, sie sei primitiv und bietet nur wenige Funktionen. Dem ist aber keinesfalls so, sie ist nur sehr übersichtlich gestaltet und gut strukturiert. Die App bietet weit mehr Möglichkeiten als erwartet.

Die Menüs: Modus, Geräte und Bibliothek
Die Menüs: Modus, Geräte und Bibliothek

In der ersten Übersicht gibt es drei Reiter:

  1. Modus – Verschiedene Alarmmodi aktivieren und deaktivieren
  2. Geräte – Übersicht der verbundenen Geräte und Live-Bild der Cams
  3. Bibliothek – Gespeicherte Alarmmeldungen und Videos

Mit diesen drei wichtigen Punkten hat man einen schnellen Überblick über die wichtigsten Funktionen und Aufgaben. Im Detail lassen sich in den Menüpunkten zusätzlich weitere Informationen abrufen und Einstellungen vornehmen.

Unter dem Punkt „Geräte“ können die Basiseinheit und die Kameras verwaltet werden. So lassen sich neben dem Livebild auch der Akkustatus, die aktivierte Alarmerkennung (Bewegungen oder Geräusche) oder die Geräteinfos abrufen. Des Weiteren kann die Videoqualität und auch eine Erkennungszone eingestellt werden. Das ist hilfreich, wenn beispielsweise der Eingangsbereich des Grundstückes überwacht werden soll, sich im Hintergrund aber Personen bewegen, die keinen Alarm auslösen dürfen. Eine interessante und auch nützliche Möglichkeit.

Besonders interessant sind aber die Einstellungen zum Alarmmodus. Neben „Aktiviert“ und „Deaktiviert“ gibt es auch noch einen Zeitplan, Geofencing und die Möglichkeit eigene Regeln zu erstellen und zu kombinieren.

GPS-Empfangsproblem
Bei GPS-Problemen kann der Standort nicht erfasst werden.
GPS Positionierung
Zeitgleich wurde aber eine Position in der Zone angezeigt.

Die Funktion „Geofencing“ bietet eine besondere Möglichkeit, gänzlich auf ein Aktivieren und Deaktivieren zu verzichten. Hierzu wird ein „zu Hause" Standort mittels der Smartphone Ortung festgelegt, dessen Bereich in drei Stufen in der Größe verändert werden kann. Die App kann nun unterscheiden, ob man zu Hause ist oder den Bereich verlassen hat. Für beide Zustände können anschließend verschiedene Alarmzustände aktiviert werden. Sinnvoll wäre es natürlich den Alarm zu deaktivieren, so wie man sich im Heim-Bereich befindet und ihn zu aktivieren, sobald man diesen verlässt.

So sehr die Funktion auch begeistert, sie hat ebenso ihre Tücken. Einerseits muss die Ortungsfunktion im Smartphone dauerhaft aktiviert werden, was nicht jeder mag und den Akku belastet. Andererseits werden etliche in der Wohnung oder ihrem Haus keinen GPS-Empfang haben, was zu Fehlalarmen führen kann. Im Test führten Empfangsprobleme dazu, dass offenbar automatisch ein Standort außerhalb des Home-Bereiches angenommen und die Alarmmeldungen aktiviert wurde. Sinnvoller wäre es, die letzte Positionsmeldung so lange als gegeben anzunehmen, bis eine andere Position ermittelt werden kann. Ebenso wurde mitunter zeitgleich "Außerhalb der Zone" und eine eindeutige Position in der Zone angezeigt. Ganz zuverlässig ist die Geofencing-Funktion leider noch nicht.

Eigene Regeln zu Alarmmeldung erstellen

Wem die Regelung per Zeitprogrammierung oder Geofencing nicht reicht, der kann sich auch eigene Regeln erstellen. Hierbei lässt sich für jede einzelne Kamera festlegen, ob und wie sie einen Alarm auslösen soll. Beispielsweise könnte Cam1 im Eingangsbereich eine Pushmeldung auf das Smartphone senden, sobald sich dort Personen befinden. Dringen die Personen in das Haus ein, kann Cam2 bei einer Geräusch- oder Bewegungserkennung die Sirene auslösen.

Interessant wird es, wenn verschiedene Alarmregeln kombiniert werden. So lässt sich unter dem Modus „Geofencing“ jeder andere Alarmmodus auswählen. Dann funktioniert die Aktivierung per Geofencing beispielsweise nur unter einem bestimmten Zeitplan oder nach einer selbst erstellten Regel.

Leider lassen sich nicht alle Modi kombinieren. Eigene Regeln einem Zeitplan zu unterstellen, funktioniert leider nicht. Hier dürfte noch etwas nachgebessert werden, damit es noch smarter wird.

Benachrichtigung bei Alarm

Prinzipiell können zur Alarmmeldung verschiedene Möglichkeiten aktiviert und kombiniert werden.

Mail Alarmmeldung
Die Mail zur Alarmmeldung ist sehr übersichtlich und enthält einen Link zum aufgenommenen Video.
  • Benachrichtigung per Push-Meldung auf dem Smartphone
  • Benachrichtigung per Email
  • Aktivierung der Sirene
  • Speicherung der Kamera-Aufnahme

Praktisch ist, dass sich Alarmmeldungen für jede Kamera separat einstellen lassen. Nicht immer wird ein Alarm benötigt und es reicht eventuell, dass Bewegungen aufgezeichnet werden. Wird die Push-Meldung auf dem Smartphone genutzt, reagiert diese sehr schnell und die App kann sofort zur Kontrolle geöffnet werden. Die akustische Meldung auf dem Smartphone lässt sich individuell einstellen und so dezent hinweisen oder mit einem lauten Klingelton auf sich aufmerksam machen.

Die Meldung per Mail sieht sehr übersichtlich aus, bietet ein Vorschaubild der Kamera und enthält einen Link zum aufgenommenen Video. Mehr oder weniger wird nicht benötigt.

Beim Aktivieren der Sirene sollte darauf geachtet werden, dass diese extrem laut und schrill ist. Bei einem Test in unserem Haus, wurde sie selbst von der unteren Etage bis auf den Dachboden klar und deutlich gehört. Eine Lautstärkenanpassung, um die Sirene individuell nutzen zu können, wäre wünschenswert. Bei weiteren Tests beschränken wir uns mit Rücksicht auf unsere Ohren auf die Push-Meldungen per Smartphone.

Datenspeicherung in der Cloud

Netgear geht hier einen interessanten Weg. Auch wenn heute viele auf den Datenschutz achten und eventuell wenig begeistert sind, dass die Videoaufnahmen nicht im heimischen Netzwerk bleiben, bietet die Cloud-Variante doch Vorteile in der Geschwindigkeit und der Sicherheit.

Das Arlo Sicherheitssystem besitzt ein eigenständiges Netzwerk, und schickt die Daten an einen Cloud-Server. Werden Einstellungen vorgenommen oder aufgenommene Videos im Browser oder auf dem Smartphone angesehen, geschieht das nicht durch das eigene Netzwerk, sondern bleibt im Netzwerk des Arlo-Systems. Dieses wird von Arlo überwacht und geschützt, was einen hohen Sicherheitsstandard garantiert. Besitzt das eigene Netzwerk Sicherheitslücken, bleibt die Kamera-Überwachung davon unberührt, da diese hierdurch nicht erreicht werden kann. So kann für jeden Nutzer dieselbe Sicherheit garantiert werden und es sind keine zusätzlichen Einstellungen im heimischen Netzwerk nötig.

Die Speicherung in der Cloud bietet aber auch Vorteile bei der Geschwindigkeit der Datenübertragung, da diese nur indirekt vom eigenen Internetanschluss abhängig ist. Werden Videos mit dem Smartphone abgerufen, kommen diese vom Cloudserver und müssen nicht erst durch das eigene Netzwerk und der heimischen Internetanbindung. Das garantiert auch bei minderen Internetanschlüssen eine stabile Videowiedergabe.

Eine Besonderheit, die mir besonders gut gefällt: Aufgenommene Alarmmeldungen starten nicht erst mit der Auslösung des Alarms, sondern bereits drei Sekunden vorher. Damit bleibt wirklich nichts ungesehen. Vermutlich befindet sich die Kamera in einer Dauer-Aufnahmeschleife und bei einer Alarmmeldung wird der entsprechende Teil dauerhaft gespeichert.

„Dauerhaft“ ist hierbei individuell zu betrachten. Die Datenspeicherung in der Cloud verursacht natürlich Kosten, sodass diese nicht unbegrenzt möglich ist. Hierzu bietet Netgear unterschiedliche Pakete zu verschiedenen Preisen an. Gewährleistet mit dem kleinsten aber auch, dass der Dienst kostenlos genutzt werden kann.

MonatlichJährlichSpeicherdauerSpeichergrößeAnzahl KamerasSupport
Basic0 €0 €7 Tage1 GBbis zu 53 Monate
Premier8,99 €89 €30 Tage10 GBbis zu 10unbegrenzt
Elite13,99 €139 €60 Tage100 GBbis zu 15unbegrenzt

Bedienung via Internetbrowser mit eingeschränkter Freude

Zugegeben, die Testsituation betrifft nicht viele, aber wer an verschiedenen Rechnern arbeitet, Google Chrome nutzt und sein Arlo-Profil aufruft, um Live-Bilder der Kameras zu sehen oder Änderungen an den Einstellungen vornehmen möchte, könnte schon ein wenig frustriert reagieren.

Arlo Pro 2 im Internetbrowser
Arlo Pro 2 im Internetbrowser

Wird das Arlo-Profil an einem PC in Google Chrome geöffnet, meldet Chrome am anderen Rechner, dass das Profil wahrscheinlich in einem anderen Tab geöffnet ist und man doch den Browser neu starten oder die Cookies löschen solle. Diese Fehlermeldung erschien im Test selbst dann noch, wenn der andere Browser längst geschlossen oder der Rechner gar nicht mehr in Betrieb war. Letztendlich half es nur, die Cookies zu löschen, was allerdings auch bedeutete, dass alle anderen Anmeldungen verloren gingen. Wer viel online arbeitet, wird davon wenig begeistert sein. 

"Schuld" ist vermutlich die Personalisierung von Chrome, wodurch die Browserdaten zwischen allen angemeldeten Rechnern abgeglichen werden. Was eigentlich die Arbeit erleichtern soll, führt hier zu einer deutlichen Behinderung. Beim Internetbrowser Firefox gibt es diese Probleme nicht und die Kameras ließen sich sogar zeitgleich in Chrome und Firefox öffnen. Einstellungen konnten dann jedoch nur an einem der beiden Browser vorgenommen werden. 

Arlo Pro 2 – Überwachungskameras mit Akkubetrieb

Ich muss gestehen, dass ich skeptisch war. Macht ein Akkusystem in Kameras Sinn, wo es auf einen reibungslosen und gesicherten Betrieb ankommt? Es macht Sinn, funktioniert erstaunlich gut und eröffnet ungeahnte Möglichkeiten.

Leichter Einsatz des Akkus und gut dichtendes Gehäuse.
Leichter Einsatz des Akkus und gut dichtendes Gehäuse.

Beginnen wir mit dem Einsetzen des Akkus, wozu die Kamera mit einer kleinen Verriegelung geöffnet wird. Werkzeuge werden hierbei nicht benötigt. Abgedichtet wird mit einer dünnen Gummidichtung, die im Test absolut ihren Zweck erfüllt. Eine Überwachungskamera wurde im Außenbetrieb extra so montiert, dass sie den kompletten Wetterbedingungen ausgesetzt ist. Weder starker Frost von -12 °C noch anhaltender Regen konnten ihr irgendetwas anhaben. Absolut unbeeindruckt liefert sie ihre Bilder.

Mit Akku lässt sich eine Kamera aber nicht nur im Außenbereich da einsetzen, wo kein Stromanschluss zur Verfügung steht. Ebenso erleichtert der Akku-Betrieb eine versteckte Unterbringung. Genutzt wurde es im Test, indem die Kamera im Schubfach mit dem Nachkram positioniert wurde. Immer, wenn die Kinder sich heimlich bedienen wollten, bekam ich eine Meldung auf mein Smartphone.

Interessanter ist aber sicher, wie lange die Arlo Pro 2 im Akkubetrieb durchhält. Im Netz fand ich die Aussage, dass ein Betrieb von bis zu sechs Monaten möglich sei. Das wäre enorm, aber so lange soll der Test natürlich nicht dauern.

Die Akkus der beiden Überwachungskameras wurden bei der Inbetriebnahme vollständig geladen. Das ist inzwischen zwei Wochen her und aktuell zeigt die Akku-Kapazität 82 %. Wobei anzumerken ist, dass anfänglich sehr viel "gespielt" wurde, um die Arlo Pro 2 richtig zu testen und alle Funktionen zu probieren. In dieser Zeit sank der Akku von 100 % auf 89 %. Seit acht Tagen erfolgt nur noch ein typischer Überwachungsbetrieb, wobei sich der Akku-Stand auf die aktuellen 82 % senkte. Hochgerechnet ergibt sich daraus eine maximale Nutzdauer von über 100 Tagen. Die Werte sind zwar reine Theorie und ein Lithium-Ionen-Akku sollte niemals völlig entladen werden, sie zeigen aber durchaus, dass mit einer Akku-Ladung extrem lange Einsatzzeiten möglich sind. Einschränkungen ergeben sich aus meiner Sicht im Akku-Betrieb nicht, Vorteile dagegen schon. Wer dennoch keinen Akku-Betrieb mag, kann die Arlo Pro 2 auch dauerhaft mit Netzteil betreiben.

Bildqualität der Netgear Überwachungskamera

Bild im neuen Fenster öffnen

Angegeben wird die Arlo Pro 2 mit Videoaufnahmen in 1080p  HD-Qualität, die auch erreicht wird und gute Bilder liefert. Gestochen scharfe Aufnahmen, wie man sie von einem HD-Fernseher gewohnt ist, darf man jedoch nicht erwarten. HD bezieht sich nur auf die Anzahl der Bildpunkte, die aufgenommen werden. Wie scharf das Bild später ist und, wie gut die Farben dargestellt werden, hat damit wenig zu tun. Auch bei einer professionellen Kamera entstehen bei einem verstellten Focus unscharfe Bilder, die anhand der Bildpunkte dennoch in HD sind. Von dieser Angabe darf man sich daher nicht täuschen lassen.

Die Aufnahmen der Arlo Pro 2 sehen recht gut aus, sind aber auch von den Lichtverhältnissen abhängig. Bei Sonnenschein kann von einer sehr guten Farbwiedergabe gesprochen werden, da ist die weiße Hauswand auch tatsächlich weiß. Bei Gegenlicht, wie es weißer Schnee verursacht, können sich dagegen schon Abweichungen ergeben, wie gut am Fallrohr auf dem Bild links unten zu erkennen ist.

Die Nachtaufnahmen werden trotz Gegenlicht (Laterne) und erschwerten Bedingungen, wie starker Schneefall erstaunlich gut. Auch die IR-Ausleuchtung ist bei der großen Fläche gut und viele Details bleiben erkennbar.

Insgesamt ist die Qualität der Aufnahmen gut bis sehr gut. Auch wenn wir bereits Kameras mit einer höheren Schärfe und besseren Farbwiedergabe im Test hatten. Zur Überwachung und Alarmauslösung ist die Bildqualität selbst mit einer niedrigeren Qualitätsstufe (kann zur Steigerung der Akkuleistung eingestellt werden) mehr als ausreichend.

Überwachungskamera Arlo Pro 2 mit Solarpaneel

Das Kabel am Solar-Modul lässt sich schwer verstecken.
Das Kabel am Solar-Modul lässt sich nur schwer verstecken.

Wem eine Akkuladung nicht reicht und keine Steckdose in erreichbarer Nähe hat, der kann im Zubehör auf ein Solarpaneel zurückgreifen, welches wir für diesen Test ebenfalls installiert haben.

Etwas Sorgen bereiteten mir die Steckverbindungen, die über Mini-USB-Anschlüsse erfolgen. Doch die sind unbegründet. Das spezielle Verbindungskabel besitzt an der Kameraseite eine gut sitzende Gummidichtung und wird an der Paneel-Seite durch Verriegelungen sicher gehalten. Im Test zeigten sich keine Probleme mit Feuchtigkeit an den Anschlüssen.

Dennoch hätte ich mir am Paneel eine bessere Stecker-Position gewünscht. Damit Regenwasser abfließen kann, muss das Kabel natürlich nach unten weggeführt werden. Eine solche Position könnte aber auch an der Rückseite umgesetzt werden, sodass das Kabel besser und vor allem nicht so sichtbar verlegt werden kann. Lang genug ist das Kabel aber zumindest und das Solarpaneel muss nicht direkt neben der Kamera befestigt werden.

Die Ladeleistung des Paneels ist fast schon mit überdimensioniert zu beurteilen. Bereits wenige Sonnenstunden reichen aus, um den Akku wieder vollständig zu laden. Im laufenden Betrieb muss man sich also weder im Winter noch bei sieben Wochen Regenwetter Sorgen machen. Dunkle Tage und Wochen überbrückt der Akku spielend und bei etwas Sonne ist er schnell geladen. Meines Erachtens könnte das Solarpaneel sogar noch kleiner ausfallen und würde seine Arbeit ebenso anstandslos erledigen. Seit das Solarpaneel angeschlossen wurde und den Akku einmal vollständig geladen hat, sank die Akkuleistung nie mehr unter 90 %.

Sicherer Halt des Kabels durch eine Verriegelung.
Sicherer Halt des Kabels durch eine Verriegelung.
Eine Gummidichtung dichtet den Stecker ab.
Eine Gummidichtung dichtet den Stecker ab.

Fazit: Sicherheitssystem Arlo Pro 2 mit Überwachungskamera

Das Netgear Arlo Pro 2 Sicherheitssystem mit zwei HD-Überwachungskameras gehört mit über 500 € (aktuell auf Amazon) nicht unbedingt zu den Schnäppchen. Aufgrund der Qualität und vor allem den technischen Möglichkeiten, ist der Preis jedoch angemessen. Mit einfachen Netzwerkkameras, die bei Bewegungserkennung eine Meldung auf das Smarthome schicken, ist das Sicherheitssystem nicht zu vergleichen.

Technisch gesehen, gibt es an den Sicherheitskameras Arlo Pro 2 nichts aussetzen. Sie liefern ein gutes bis sehr gutes Bild, melden jeden Alarm und starten die Aufnahme sogar drei Sekunden bevor der Alarm ausgelöst wird. Kameras und Basiseinheit bilden im System von Netgear ein eigenes Netzwerk, welches seine Daten in einer Cloud speichert. Durch diese Methode kann ein sehr hoher Sicherheitsstandard garantiert werden, da sich weder die Kameras noch die Basiseinheit durch das eigene Netzwerk beeinflussen oder gar angreifen lassen. Mittels einer Anmeldung im Browser oder per App lassen sich dennoch alle Daten von überall abrufen. Sei es das Live-Bild der Kameras, die Aktivierung der Alarmanlage oder das Ansehen von aufgenommenen Videos. Die Sende- und Empfangsstärke des Netzwerkes ist sehr gut und es gab beim Test der Überwachungskameras keinerlei Probleme. Wer jedoch weitere Strecken zwischen der Arlo Basisstation und den Kameras überwinden muss, hat leider keine Möglichkeit handelsübliche Repeater zu nutzen. Hierfür müsste eine weitere Basisstation auf halber Strecke installiert werden.

Sicherheitssystem Arlo 2 Pro mit Überwachungskamera Test

Absolut begeistert hat die Möglichkeit, die Arlo Pro 2 frei und unabhängig von einer Spannungsquelle einsetzen zu können. Einmal geladen, ermöglichen die eingesetzten Akkus eine Laufzeit von rund 100 Tagen (hochgerechnet und abhängig von der Nutzung). Wer dennoch keine Akkus laden möchte, installiert den Arlo Sonnenkollektor, der über mehr als genug Leistung verfügt und in der Lage wäre, mehrere Kameras gleichzeitig zu laden. Ein Verteiler hierfür wäre interessant.

In Puncto Software und Bedienung bietet Netgear mit der Arlo Pro 2 und der dazugehörigen App ein super Komplettpaket, welches sich umfangreich und dabei intuitiv bedienen lässt. Dank der sehr übersichtlichen App fällt der Einstieg leicht und sind alle Komponenten binnen weniger Minuten eingerichtet. Positiv fällt hierbei die Möglichkeit auf, eigene Alarmregeln zu erstellen und zu kombinieren. So kann für jede einzelne Kamera eine unterschiedliche Alarmauslösung (Ton oder Bewegung) und eine eigene Alarmmeldung (Mail, Push, Videoaufnahme und/oder Sirene) eingestellt werden. Ebenso möglich ist eine Aktivierung per Zeitplan oder Geofencing. Beim Geofencing wird die aktuelle Position des Smartphones ermittelt und daraus der Alarm aktiviert oder deaktiviert. Leider konnte diese Funktion nicht komplett überzeugen, da sie zu häufigen Fehlalarmen führte. Aufgrund von GPS-Empfangsproblemen und Fehlinterpretationen der Software wurde mitunter der Alarm ausgelöst, obwohl er deaktiviert sein sollte.

Einen weiteren faden Beigeschmack erhält die Kameraüberwachung bei der Nutzung von Google Chrome an verschiedenen Rechnern. Mit jedem Rechnerwechsel müssen Cookis gelöscht werden, ehe sich die Kameras öffnen oder Einstellungen vornehmen lassen. Beide Probleme sollten sich jedoch mit der stetigen Weiterentwicklung der Software beheben lassen und eventuell wird bereits daran gearbeitet. Im aktuellen Test der Überwachungskameras muss ich hierfür jedoch leider einen Stern abziehen.

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