FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set und FRITZ!DECT Repeater 100

FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set und FRITZ!DECT Repeater 100

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit begnügten wir uns mit einem Modem und blockierten mit der Internetnutzung die Telefonleitung. Heute benötigen wir gar keinen Telefonanschluss mehr und können dank Glasfaserkabel über den Internetanschluss telefonieren, rasend schnell durchs Internet surfen, während die Kleinen Filme über Amazone Prime schauen.

Was bei neu gebauten Häusern berücksichtigt wird und wo jedes Zimmer eine Netzwerkanbindung erhält, ist bei älteren Häusern und gemieteten Wohnungen längst nicht Standard. Nachträglich Kabel zu verlegen ist aufwändig, mitunter nicht gestattet oder gar möglich. Eine kabellose Lösung muss her.

Dafür habe ich heute zwei interessante Geräte von AVM im Test. Das ist zum einen das FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set zur Erweiterung der Netzwerkes und der FRITZ!DECT Repeater 100 zur Vergrößerung der Reichweite von Dect-Telefonen.

Der Testeinsatz

Der Testeinsatz ist nicht grundlos gewählt und bei einem guten Testergebnis, würden die Geräte tatsächlich hier ihren Einsatz finden.

Viele der hier veröffentlichten Testberichte entstehen in meiner Testwerkstatt, welche sich in einiger Entfernung vom Wohnhaus und damit vom Router (der FRITZ!Box 7490) befindet. Zwar ist ein Netzwerkkabel verlegt, jedoch ist dieses sehr lang und teilweise Wind und Wetter ausgesetzt. Dennoch muss es einige Geräte versorgen. Dazu zählen ein Laptop, zwei Netzwerkkameras, ein Satelliten-Receiver und bei Bedarf mehrere Smartphones. Keine guten Voraussetzungen für ein schlecht verlegtes Cat6-Netzwerkkabel.

Ebenso muss ich während meiner Arbeit auch in der Werkstatt telefonisch erreichbar sein und damit gerät das FRITZ!Phone 5 leider an seine Grenzen. Der Empfang reicht gerade so, dass an der Eingangstür zur Werkstatt noch telefonieren kann. In der Werkstatt oder gar am Werkstatt-Computer ist der Empfang so schwach, dass ein Telefonat nicht mehr geführt werden kann.

Hält man sich vor Augen, dass die Werkstatt rund 20 m vom Router entfernt ist und durch zwei gegossene Betonwände sowie einer Holzwand getrennt wird, ist die Sende- und Empfangsleistung durchaus nachvollziehbar. Abhilfe sollen nun die beiden Testgeräte von AVM schaffen. Sorgen sie in der Werkstatt für schnelles Internet und eine gute Qualität beim Telefonieren, erhalten Sie meine Kaufempfehlung und ich würde sie mir auch kaufen und dauerhaft einsetzen.

Der FRITZ!DECT Repeater 100 im Testbericht

FRITZ!DECT Repeater 100 von AVM – Technische Daten

(Herstellerangaben)

Anschlüsse

  • Anbindung ans Stromnetz mit 230 V, 50 Hz an Steckdose für Steckertyp F (Schuko, CEE 7/4)
  • Funkstandard DECT
  • Angeschlossene Geräte: bis 2.300 Watt/10 A
AVM FRITZ!DECT Repeater 100
AVM FRITZ!DECT Repeater 100

Systemvoraussetzungen

  • 230-Volt-Steckdose
  • FRITZ!Box mit DECT und FRITZ!OS 5.50 (oder höher) oder DECT-Basis mit Repeaterfunktion (GAP)

Features

  • Telefonate abhörsicher verschlüsselt
  • Bis zu drei Gespräche gleichzeitig möglich
  • DECT-Schalter: Repeater an der Basis an- bzw. abmelden
  • Automatische Update-Funktion
  • Integrierter Temperaturfühler
  • Integrierte Steckdose - kein Steckplatz geht verloren
  • Aufzeichnen des Temperaturverlaufs der letzten 24h
  • Kompatibel zu DECT-Basisstationen des GAP-Standards (Grundfunktionen) und mit aktivierter Repeater-Funktion
  • Repeater-Funktion für HD-Telefonie, Internetradio und RSS
  • Reichweite mit weiteren FRITZ!DECT Repeatern in jede Richtung erweiterbar
  • Vergrößert die Reichweite für Smart Home Geräte mit DECT ULE (ab FRITZ!OS 6.50)
  • Informationen zum Betriebszustand des Repeaters zeigt der DECT-Monitor der FRITZ!Box an
  • Unterstützt das automatische Handover von DECT-Telefonaten, so dass jederzeit während eines Telefonats zwischen Basis und Repeater gewechselt werden kann

FRITZ!DECT Repeater 100 von AVM – Installation

Im ersten Schritt soll der Dect-Repeater getestet werden. Schließlich kann es durchaus passieren, dass ich den Kundendienst anrufen muss. Aber Spaß beiseite, es ist schon ungünstig, wenn man zum Telefonieren in der Werkstatttür steht und nebenbei an den Rechner müsste, um gleichzeitig dem Telefonpartner Informationen per Mail zu schicken, was bei meiner Tätigkeit häufig vorkommt. Ich wäre daher sehr froh, wenn der Dect-Repeater in der Lage ist, dieses Problem dauerhaft zu lösen.

Zur Installation reicht ein Tastendruck.
Zur Installation reicht ein Tastendruck.

Betrachten wir uns den Karton samt Inhalt, fällt vor allem auf, dass nicht viel Zubehör benötigt wird und die begrenzten Bedienelemente (zwei LEDs, eine mit Taster-Funktion) lassen auf eine einfache Installation schließen.

Die Bedienungsanleitung bietet dazu eine einfache und klar verständliche Übersicht, die jeder verstehen sollte. Installationsarbeiten sind schließlich nicht nötig. Der FRITZ!DECT Repeater 100 muss lediglich mit der FRITZ!BOX verbunden werden, was ebenso schnell, wie das Auspacken aus dem Karton erledigt ist.

Zur Installation einfach den Dect-Repeater in eine Steckdose nahe dem Router stecken, warten bis er seine Bereitschaft durch eine LED-Anzeige signalisiert und anschließend die WPS-Funktion des Routers aktivieren. Das war es bereits. Der Router (im Test die FRITZ!BOX 7490) verbindet sich mit den DECT Repeater 100 und überträgt alle wichtigen Informationen. Anschließend kann der Repeater an seinem Bestimmungsort in die Steckdose gesteckt werden und nimmt seine Arbeit auf. Einfacher geht es wohl kaum.

FRITZ!DECT Repeater 100 von AVM – Reichweite

Um die Reichtweite zu testen, lote ich als erstes das Maximum des Telefons aus. Direkt in der Werkstatttür kann ich noch telefonieren, in der Werkstatt gibt es Unterbrechungen und am Computer-Platz bricht die Verbindung völlig ab.

Reichweite FRITZ!DECT Repeater 100
Der Abstand zwischen Haus und Werkstatt beträgt Luftlinie etwa 13 m. Im Haus muss das Dect-Signal dann durch eine 12 cm gegossene Betonwand, durch etwa 5 m Wohnzimmer, wieder durch eine 12 cm Betonwand und im Flur noch etwa 3 m bis zum Router. Die Werkstatt besitzt eine gedämmte und verkleidete Holz-Ständerwand.

Jetzt ist der Repeater dran. Besitzt er nicht mindestens dieselbe Reichweite, kann ich ihn nicht nutzen, da es zwischen Haus und Werkstatt keine geschützten Steckdosen gibt. Die nächste Möglichkeit ist eine Steckdose direkt an der Eingangstür der Werkstatt. Hier stecke ich den Repeater ein und nach einer recht kurzen Startzeit hat er seine Verbindung und ist einsatzbereit. Perfekt, das passt und ich kann in der Werkstatt telefonieren.

Aber ist da noch mehr möglich? Also wird der FRITZ!DECT Repeater jetzt dort platziert, wo das FRITZ!Phone an seine Grenzen gelangt ist. Der Repeater ist etwas größer und lässt natürlich auch eine größere oder bessere Antenne zu, was sich tatsächlich bemerkbar macht. Eindeutig zeigt das 2. Foto anhand der unteren LED, dass der Repeater 100 mit dem Router verbunden ist. Die Platzierung des Repeaters wäre also auch hier möglich. Damit hat der Repeater sogar eine noch höhere Reichweite als das FRITZ!Phone selbst. Ich bin beeindruckt.

Wer also bereits vor dem Kauf wissen möchte, wo er den Dect-Repeater platzieren kann und ob er wirklich eine Weitergabe des Signals ermöglicht, hat die Möglichkeit, dieses mit seinem FRITZ!Phone zu testen. Wo dieses Empfang hat, baut auch der FRITZ!DECT Repeater von AVM seine Verbindung auf. Die Reichweite insgesamt kann damit demnach verdoppelt werden.

Interessant ist natürlich nicht nur die maximale Reichweite, sondern ebenso die Frage, wie die Umstellung des Empfangssignals erfolgt. Dieser Vorgang des Verbindungswechsels ist für mich ein wenig kurios, funktioniert im laufenden Betrieb aber sehr gut.

An dieser Position hat das FRITZ!Fon seine Grenze erreicht.
An dieser Position hat das FRITZ!Fon seine Grenze erreicht.
Der FRITZ!DECT Repeater baut eine sichere Verbindung auf.
Der FRITZ!DECT Repeater baut eine sichere Verbindung auf.

Da mein Arbeitsplatz häufig zwischen dem Büro im Haus und der Werkstatt wechselt, wechselt auch das FRITZ!Fon häufig die Dect-Verbindung zwischen Router und Repeater. Das macht sich durch ein Piepen des Telefons bemerkbar, wenn es den einen Empfang verliert und eine neue Verbindung aufbauen muss. Mitunter dauert das schon ein Weilchen, geht aber schneller, wenn kurz (selbst bei Tastensperre) irgendeine Taste gedrückt wird. So zumindest mein Eindruck – kann auch Zufall gewesen sein.

Nun könnte man annehmen, dass sich das negativ auf ein laufendes Gespräch auswirkt, aber weit gefehlt. Zufällig hatte ich im Büro ein Gespräch angenommen und musste während des Gesprächs in die Werkstatt, um nach etwas zu sehen. Um die Meinung eines Außenstehenden zu nutzen, habe ich den Gesprächspartner anschließend gefragt, ob ihm etwas aufgefallen ist. Er meinte ein ganz leises Knacken gehört zu haben, was das Gespräch aber nicht beeinflusst hat. Dieses konnte durchweg in sehr guter Qualität geführt werden. Der Wechsel zwischen den Verbindungen erfolgt im Gespräch sofort und ohne Störung – automatisches Handover.

FRITZ!DECT Repeater 100 von AVM – Smarthome

Smarthome ist in aller Munde und momentan regelrecht zu einem Schlachtruf geworden. Auch ich bin ein Technik-Freak und liebe solche Raffinessen. Bei einem Dect-Repeater gehe ich jedoch weniger von irgendwelchen Smarthome-Funktionen aus.

Der Dect-Repeater misst die Raumtemperatur und speichert diese in der FRITZ!Box.
Der FRITZ!DECT Repeater 100 misst die Raumtemperatur und speichert die letzten 24 Stunden in der FRITZ!Box.

Um so erstaunter war ich, dass mir die FRITZ!Box ein Smarthome-Gerät angezeigt. Der FRITZ!DECT Repeater 100? Was hat dieser mit Smarthome zu tun?

Man sollte sicher keine überwältigenden Funktionen, wie das Schalten der durchgeschleiften Steckdose erwarten (wäre sicher interessant), aber der Repeater besitzt zumindest einen eingebauten Temperatursensor. Dieses übermittelt die aktuelle Temperatur an den Router und kann auch am Telefon abgerufen werden. Zusätzlich werden die empfangenen Daten in der FRITZ!Box gespeichert und als Diagramm angezeigt.

Ich persönlich habe aktuell (noch) keine Verwendung für diese Information, wer jedoch die Smarthome-Funktionen von AVM nutzt und die Heizung damit steuert, kann den Temperatursensor einfließen lassen und benötigt hierfür kein zusätzliches Gerät. In meinem Diagramm ist klar zu erkennen, dass ich letzte Nacht gegen 2:00 Uhr die Werkstatt verlassen und die Heizung ausgeschalten habe. 8:00 Uhr war Arbeitsbeginn und die Heizung benötigt etwa eine Stunde, um die Werkstatt auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Informationen, die ich nutzen könnte, um die Heizung nach einem Zeitplan zu steuern und zum Arbeitsbeginn einen warmen Arbeitsplatz zu haben.

Das FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set im Testbericht

FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set – Technische Daten

(Herstellerangaben)

Anschlüsse und Schnittstellen

  • Steckdose für Steckertyp F (Schuko, CEE 7/4)
  • WLAN AC (bis 866 MBit/s brutto, 5 GHz) und N (bis 400 MBit/s brutto, 2,4 GHz)
  • 1 x Gigabit-LAN (10/100/1000 Base-T, RJ45-Buchse) für die LAN-Anbindung von Smart-TV, Set-top-Box, Blu-ray, NAS, Hi-Fi, Spielekonsole u.a.

WLAN

  • WLAN AC (bis 866 MBit/s brutto, 5 GHz) und N (bis 400 MBit/s brutto, 2,4 GHz)
  • Dual-WLAN: Gleichzeitige Nutzung des 5- und 2,4-GHz-Bandes
  • Kompatibel zu WLAN 802.11g, b und a (11, 54, 150, 300 MBit/s)
  • Maximale WLAN-Sicherheit mit WPA2 (802.11i), einfache Einrichtung mit WPS (Wi-Fi Protected Setup) per Tastendruck
  • Erweitert das WLAN der FRITZ!Box über Powerline
  • Repeaterfunktion um WLAN-Reichweite des Routers ohne Powerline-Überbrückung zu vergrößern
AVM FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set
AVM FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set

Details

  • WLAN Access Point bis zu 400 MBit/s (2,4 GHz) und WLAN AC (5 GHz) mit bis zu 866 MBit/s
  • Erweitert das WLAN der FRITZ!Box über Powerline
  • Repeaterfunktion vergrößert die WLAN-Reichweite des Routers ohne Powerline-Überbrückung
  • Eco: besonders energieeffizient im Betrieb
  • Bis zu 1.200 MBit/s Powerline-Datenrate und robuste Verbindungen bei großen Entfernungen im Netzwerk (nach Powerline-Standard HomePlug AV2)
  • Quality of Service: Datenpriorisierung für störungsfreie Videoübertragung und Internettelefonie
  • Unterstützt Multicast Sessions über IGMP
  • Ab Werk sicher verschlüsselt: 128-Bit-AES
  • Unterstützt das Internetprotokoll IPv6
  • Kompatibel mit Powerline-Adaptern der 200 bis 1.200-MBit/s-Klasse und dem Standard IEEE P1901
  • Praktische Multifunktionstaste für sicher Powerline-Verbindungsaufnahme und WLAN-Geräte-Anbindung per WPS
  • Eigene Web-basierte Benutzeroberfläche für einfache Einrichtung, Bedienung und Wartung
  • Erweiterte Funktionen mit dem Programm FRITZ!Powerline für Windows 10, 8, 7, Vista und XP

FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set – Installation

Die Installation erfolgt fast so einfach, wie die des Dect-Repeaters. Zwar sind ein paar Schritte mehr nötig, jedoch muss hierzu keine Software aufgerufen oder müssen manuelle Änderungen und Einträge vorgenommen werden. Alle Verbindungsvorgänge werden allein durch das Drücken einiger Tasten gestartet und abgeschlossen.

Praktisch ist die durchgeschleifte Steckdose, wodurch bei der Einrichtung beide Geräte in einer Steckdose Platz finden.
Praktisch ist die durchgeschleifte Steckdose, wodurch bei der Einrichtung beide Geräte in einer Steckdose Platz finden.

Die Installation des sogenannten PowerLAN (auch dLAN genannt) erfolgt in drei einfachen Schritten.

  1. FRITZ!Powerline 1220E in eine Steckdose in der Nähe des Routers stecken.
  2. Mit einem LAN-Kabel an den Router anschließen, die Verbindung baut sich automatisch auf.
  3. FRITZ!Powerline 1260E in eine Steckdose in der Nähe des Routers stecken und auf die automatische Verbindung warten, welche durch LEDs angezeigt wird.

Das war es bereits und das Endgerät 1260E kann am gewünschten Platz in eine Steckdose gesteckt werden. Die Verbindung baut sich selbstständig auf und ist ab Werk verschlüsselt.

Wer das Powerline 1260E (Empfangsgerät) zusätzlich als WLAN-Repeater nutzen und damit das bereits bestehende WLAN-Netz erweitern möchte, muss zusätzliche Daten eingeben, was manuell über die Bedienoberfläche oder automatisch per WPS erfolgen kann. Hierzu sind nach den ersten drei Schritten noch zwei weitere ebenso einfache nötig.

  1. Am FRITZ!Powerline 1260E die Connect-Taste für etwa 6 Sekunden gedrückt halten.
  2. AM FRITZ!Router anschließend die WPS-Taste kurz drücken, um die Einrichtung zu starten.

Fertig – die WLAN-Einstellungen des Routers werden an den Powerline-Empfänger geschickt und von diesem übernommen. Ab sofort macht es für alle WLAN-Geräte keinen Unterschied mehr, ob sie sich mit dem Router oder mit dem 1260E verbinden. Am Endgerät sind keine Einstellungen nötig.

Was mich bei der Datenübertragung der WLAN-Daten jedoch gestört beziehungsweise verunsichert hat, ist eine fehlende Quittierung. Weder der Router, noch der Powerline-Adapter signalisieren, dass die Datenübertragung abgeschlossen wurde. Nach der vorgegeben Zeit hören die LEDs, die die WPS-Funktion signalisieren, auf zu blinken, egal ob Daten empfangen wurden oder nicht. Der Datentransfer funktionierte aber sofort und auch das WLAN-Netz war ohne weitere Einstellungen einsatzbereit.

Die typische übersichtliche Bedienoberfläche der Fritzbox findet man ebenso beim FRITZ!Powerline 1260E wieder.
Die typische übersichtliche Bedienoberfläche der Fritzbox findet man ebenso beim FRITZ!Powerline 1260E wieder.

Wer direkt auf die Einstellungen des Powerline-Adapters zugreifen möchte, kann dies in einer eigenen Benutzeroberfläche tun. Diese wird über den Router oder per direkter IP-Eingabe geöffnet. In gewohnter FRITZ!Box-Manier öffnet sich die Passwortabfrage und es wird dasselbe Passwort eingegeben, welches auch für die FRITZ!Box eingerichtet wurde. Es ist also nicht nötig, sich ein weiteres zu merken.

Nach der Passworteingabe glaubt man sich im Menü der FRITZ!Box zu befinden. Die gesamte Menüführung ist identisch aufgebaut, beinhaltet allerdings nur die benötigten Funktionen. Man findet sich also sofort zurecht und kann sämtliche Grundeinstellungen zum Gerät, dem Heimnetzwerk oder dem WLAN nach den eigenen Bedürfnissen anpassen.

FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set – Reichweite und Übertragungsgeschwindigkeit

Ein PowerLAN-Netzwerk wird dann benötigt, wenn das heimische Netzwerk erweitert werden soll und entsprechende Netzwerkkabel nicht verlegt sind. Theoretisch unterstützt das FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set eine Datenübertragung von bis zu 1200 MBits/s. Theoretisch! Einfluss darauf haben natürlich verschiedene Komponenten, wie die eigene Netzwerkgeschwindigkeit, die zu überbrückende Entfernung und die Verlegung der Stromleitungen.

Stromversorgungg im Test des FRITZ!Powerline 1260E
Stromversorgungg im Test des FRITZ!Powerline 1260E

Je mehr Stromleitungen verlegt sind und eventuell auch direkt nebeneinander liegen, desto mehr können Störungen durch verschiedene Verbraucher die Datenübertragung beeinflussen. Daher hier ein Einblick in den Testbereich.

Die Hauptstromversorgung liegt in der Werkstatt und wird von dort aus auf die drei Punkte, Werkstatt, Haupthaus und Nebenhaus verteilt. Alle drei Bereiche besitzen im jeweiligen Gebäude einen zusätzlichen Verteilerkasten zur Unterverteilung und werden mit Dreiphasenwechselstrom versorgt. Hinzu kommt, dass alle Gebäude reichhaltig mit Steckdosen versorgt sind und viele Bereiche separat abgesichert wurden. Es sind also sehr viele Leitungen verlegt, die in der Nähe des Sicherungskastens direkt nebeneinander liegen. In Anbetracht der vielen Leitungen und der Entfernung zwischen den Gebäuden, kann man schon von einer sehr schwierigen Voraussetzung sprechen. Ich werde dennoch den Verbindungsaufbau in allen drei Gebäuden testen.

Der Router befindet sich im Flur des Haupthaus (im Bild braun) direkt neben der Strom-Unterverteilung. Hier befindet sich im Test auch der Ausgangspunkt des PowerLAN-Netzwerkes. Das heißt, dass Verbindung im Haupthaus über einen recht kurzen Weg (zwei Etagen) erfolgt, bis zum Nebenhaus aber den Umweg über die Werkstatt und der Hauptverteilung nehmen muss.

Übertragungsgeschwindigkeiten im Test (Angaben des FRITZ!Powerline 1260E)
Test Gebäude/RaumDownloadgeschwindigkeitUploadgeschwindigkeit
Haupthaus - untere Etage492 Mbit/s370 Mbit/s
Haupthaus - obere Etage - Phasen 1250 Mbit/s98 Mbit/s
Haupthaus - obere Etage - Phasen 2144 Mbit/s99 Mbit/s
Haupthaus - obere Etage - Phasen 3300 Mbit/s192 Mbit/s
Haupthaus - obere Etage - Bad mit FI-Schalter208 Mbit/s103 Mbit/s
Werkstatt - Phase 127 Mbit/s38 Mbit/s
Werkstatt - Phase 255 Mbit/s44 Mbit/s
Werkstatt - Phase 348 Mbit/s42 Mbit/s
Nebenhaus - Phase 148 Mbit/s21 Mbit/s
Nebenhaus - Phase 281 Mbit/s35 Mbit/s
Nebenhaus - Phase 389 Mbit/s24 Mbit/s

Die Nummerierung der Phasen wurde nicht geprüft und muss zwischen den Gebäuden nicht zwangsläufig einheitlich sein - sie dient nur der Darstellung, dass Steckdosen an den unterschiedlichen Phasen getestet wurden.

In wenigen Sekunden wird die Verbindung aufgebaut.
In wenigen Sekunden wird die Verbindung aufgebaut.
Und steht in höchstmöglicher Leistung zur Verfügung.
Und steht in höchstmöglicher Leistung zur Verfügung.

Angeschlossen wurde das Powerline WLAN-Set direkt am Router, der über ein Gigabit-Anschluss verfügt. Bereits in geringer Nähe wird jedoch sichtbar, dass die 1000 Mbit/s nicht erreicht werden. Die Ursache ist sicher in der Verlegung der Leitungen oder auch den verwendeten Netzwerkkabeln zu suchen. Wir testen aber nicht unter Laborbedingungen und nach dem Motto "Was wäre möglich, wenn..." sondern möchten den Einsatz in einem ganz normalen Haushalt testen. Idealbedingungen gibt es da selten.

So sind die Werte auch als absolut realistisch zu sehen und ein Gigabit-Netzwerk kann kaum erwartet werden. Hierzu muss man sich nur vor Augen führen, dass für ein Gigabit-LAN besonders geschirmte Kabel verwendet werden müssen. Stromleitungen bieten dagegen gar keine Abschirmung. Eine Übertragungsrate von 1000 MBit/s ist daher zwar theoretisch möglich, praktisch aber nicht machbar, wie das Testergebnis zeigt.

Bleiben wir in der unteren Etage des Hause, sind die Übertragungsraten durchweg sehr gut und liegen bei bis zu 500 Mbit/s. Aber bereits in der zweiten Etage kann sich dieser Wert halbieren und sehr unterschiedlich ausfallen. Dennoch bleibt anzumerken, dass wir uns noch immer in einem Bereich bewegen, der über dem typischen Heim-Netzwerk von 100 Mbit/s liegt. Die wenigsten spielen Unmengen von Daten durch ihr eigenes Netzwerk und benötigen daher ein Gigabit-Netzwerk. Kurz, das FRITZ!Powerline 1260 WLAN Set ist im Haus sogar schneller, als das Kabelnetzwerk mit 100 Mbit/s. Hier ein Vergleich verschiedener Übertragungsgeschwindigkeiten. Die Angaben zum FRITZ!Powerline beziehen sich auf mehrerer Tests an verschiedenen Steckdosen.

DSL 6000DSL 16000VDSL 50Powerline im NebengebäudeFast EthernetPowerline im GebäudeGigabit-LAN
6 Mbit/s16 Mbit/s50 Mbit/szwischen 30 und 90 Mbit/s100 Mbit/szwischen 140 und 500 Mbit/s1000 Mbit/s

Hier ist gut zu erkennen, wie das FRITZ!Powerline Set einzuordnen ist und wo es Sinn macht, dieses zu nutzen. Wer innerhalb eines Wohnraumes oder Hauses bleibt, ist mit dem Powerline von AVM schneller, als mit einem typischen Fast Ethernet Netzwerk, welches den meisten zur Verfügung steht. Gegen ein gut installiertes Gigabit-Netzwerk kann es jedoch nicht ankommen und erreicht lediglich die Hälfte der theoretischen Geschwindigkeit.

Verlässt man mit dem Power-LAN das Gebäude und muss größere Strecken zurücklegen, muss auch mit deutlich verringerter Geschwindigkeit gerechnet werden. Beim Surfen im Internet werden jedoch kaum Einbußen festzustellen sein, da das Powerline-Set noch immer mit einem 50er VDSL-Anschluss mithalten kann. Wer jedoch große Datenmengen über weite Strecken "transportieren" möchte, ist mit einem fest verlegten Fast-Ethernet-Kabel besser beraten. Dennoch beeindruckt die recht gute Geschwindigkeit trotz der großen Entfernung. In einem Mehrfamilienhaus, ließe sich so vermutlich sogar der Keller mit einem Internetzugang versorgen.

Warum kein Geschwindigkeitstest im WLAN-Netz? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Egal wie schnell die WLAN-Verbindung zwischen dem Powerline und dem genutzten Endgerät ist, die Daten können niemals schneller übermittelt werden, als sie vom Powerline zur Verfügung gestellt werden. Daher ist die Übertragungsgeschwindigkeit der Powerline-Verbindung (die getestet wurde) ausschlaggebend und nicht die der WLAN-Verbindung.

Fazit zum FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set und FRITZ!DECT Repeater 100

Getestet wurde eine Kombination aus dem FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set und dem FRITZ!DECT Repeater 100, weil beide Geräte dasselbe Ziel verfolgen – Sie wollen den Einsatzbereich der Internetverbindung ohne eine zusätzliche Kabelverlegung erweitern. Sei es zum Surfen im Internet oder zur Erweiterung des eigenen Netzwerks und der IP-Telefonie.

FRITZ!DECT Repeater 100

Das Testergebnis kann schnell und einfach auf den Punkt gebracht werden. Mit einem Tastendruck wird die Verbindung hergestellt. Die Reichweite ist sehr gut und die Gespräche können selbst beim Wechsel der Empfangsbereiche zwischen Router und Dect-Repeater unterbrechungsfrei geführt werden.

Hinzu kommen eine abhörsichere Verschlüsselung und die Integration in das Smarthome-Netz mit einem eigenen Temperaturfühler. Mehr kann von einem Dect-Repeater nicht erwartet werden. Fehler konnten weder bei der Einrichtung noch im laufenden Betrieb gefunden werden. Damit schneidet der FRITZ!DECZ Repeater 100 mit einem hervorragendem Testergebnis ab und ich werden meine Werkstatt mit einem solchen Modell ausstatten.

Testsiegel FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set und FRITZ!DECT Repeater 100

FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set

Der Funktionsumfang des 1260E WLAN Sets ist natürlich etwas größer, jedoch ebenso schnell eingerichtet und einsatzbereit, wofür weder besondere Kenntnisse noch komplizierte Einstellung nötig sind. Dennoch lässt sich das 1260E WLAN Set über eine sehr übersichtliche Bedienoberfläche bis ins kleinste Detail einstellen und anpassen.

Die Geschwindigkeit der Datenübertragung ist unterschiedlich und stark vom verlegten Leitungsnetz abhängig. Die anvisierten 1200 Mbit/s wurden im Test nur zu 50 % erreicht und bleiben somit ein theoretischer und unerreichbarer Wert. Dennoch bleibt anzumerken, dass die erzielten Werte absolut nachvollziehbar sind und für den Heimgebrauch mehr als ausreichend. Selbst über sehr große Entfernungen und gebäudeübergreifend kann das FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set genutzt werden. Bei einem anliegenden Dreiphasenwechselstrom konnten keine Unterschiede bei der verwendeten Phasen festgestellt werden.

Auch wenn das theoretisch mögliche Gigabit-Netzwerk nicht erreicht wird, kann das FRITZ!Powerline dafür kaum abgewertet werden, da die Übertragungsgeschwindig vom Leitungsnetz abhängig ist. Negativ ließe sich jedoch anmerken, dass es hierzu keine Hinweise gibt und die Werbung ein mögliches Gigabit-Netzwerk suggeriert. Den Unterschied zwischen Theorie und Praxis lernt man bei fast allen Herstellerdaten kennen.

Im gezeigten Testbeispiel wird das Powerline Set von AVM nicht zum Einsatz kommen. Bei einer solch großen Entfernung ist ein verlegtes Netzwerkkabel einfach die bessere Wahl. Innerhalb einer Wohnung oder eines Hauses übertrumpft es dagegen sogar das Fast Ethernet und erhält hierfür meine Kaufempfehlung. Besteht auch auf weiten Entfernungen keine Möglichkeit eine Netzwerkkabel zu verlegen, wäre das FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set auch hier eine gute Alternative, die beim Surfen im Internet keine Einbuße spüren lässt. Kaum ein Internetanschluss ist schneller als das Fritz!Powerline und kann daher auch nicht eingeschränkt werden.

AVM Fritz Powerline 1260E/1220E WLAN Set..

FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set

Preis: EUR 138,99


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Der Test auf heimwerker.de

Die hier vorgestellten Testgeräte werden selbst erworben oder vom Hersteller (Anbieter) zur Verfügung gestellt. Für den Test stellen wir dem Hersteller nichts in Rechnung und auch das Testgerät geht (auf Wunsch) wieder an den Hersteller zurück.

Nur so wird garantiert, dass wir dem Hersteller in keinster Weise verpflichtet sind und absolut ehrlich bewerten können.