Balkon einrichten

Balkonnutzung - Vermieter - Mieter - Grillen - Antenne

Den Sommer auf dem Balkon stressfrei genießen

Balkon und Terrasse können Mieter grundsätzlich nutzen wie sie wollen. Maßnahmen, bei denen Eingriffe in die Bausubstanz notwendig sind, müssen vom Vermieter genehmigt werden. Radiohören und Fernsehen nur bis 22:00 Uhr.  Das Aufstellen von Wäscheständern sowie Tischen und Stühlen ist unproblematisch.

Heiße Tage und laue Abende – wer die Sonne genießen will und nicht in Urlaub fährt, verbringt im Sommer seine Freizeit bevorzugt auf dem Balkon.

"Mieter sollten dabei allerdings stets berücksichtigen, dass sie zwar Balkone und Terrassen genau wie ihre Wohnung grundsätzlich nutzen können, wie sie wollen. Sie dürfen allerdings die Interessen des Vermieters oder Nachbars nicht beeinträchtigen", sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident und Sprecher des Immobilienverbands Deutschland (IVD).

Parabolantenne

Urteil: Vermieter können zwar das Anbringen einer Parabolantenne an der Hausfassade verbieten, wenn es einen Kabelanschluss gibt. Das kaum sichtbare Abstellen einer Sat-Schüssel auf dem Balkon ist allerdings zulässig.

Hat ein Mietshaus einen Kabelanschluss, so haben Mieter meist kein Recht, eine Parabolantenne zu montieren. Denn fest an der Fassade verankerte Sat- Schüsseln können das Erscheinungsbild des Hauses verschandeln. Obendrein wird bei der Montage bisweilen die Fassade beschädigt.

Doch es gibt Ausnahmen, hat jetzt nach Angaben des Immobilienportals Immowelt.de der Bundesgerichtshof geurteilt (Az.: VIII ZR 207/04). Stellen die Mieter nämlich eine Parabolantenne auf den Balkon, ohne diese fest zu montieren, kann der Vermieter dies meist nicht verbieten.

Dies gilt zumindest dann, wenn die Antenne das Erscheinungsbild des Hauses nicht oder lediglich nur geringfügig beeinträchtigt. In diesem Fall wöge das Interesse des Mieters am Sat- Empfang höher als das Interesse des Vermieters, keine Sat- Schüssel zu dulden. Denn weder Optik noch Substanz des Hauses würden in diesem Fall beeinträchtigt.

Möbel

Unproblematisch ist es in jedem Fall, einen kleinen Wäscheständer sowie Stühle und Tische aufzustellen. "Die Farben der Möbel und die Entscheidung, ob er den Balkon zum Beispiel mit einem Rasenteppich verschönt, sind allein Sache des Mieters", so Schick.

Grillen / Rauchen

Auch das Rauchen auf dem Balkon darf nicht zum Schutz nichtrauchender Nachbarn verboten werden (Amtsgericht Bonn, Az. 6 C 510/98). Grillen ist grundsätzlich in angemessenen Zeitabständen erlaubt, solange man die Rauchentwicklung unter Kontrolle behält. "Am besten geht das mit einem Gas- oder Elektrogrill oder der Verwendung von Aluminiumschalen", rät Schick.

Party / Radio / Fernsehen

Wer allerdings abends lange draußen sitzt, sollte die allgemein geltende Nachtruhe beachten und ab 22.00 Uhr auf dem Balkon kein Radio mehr hören, fernsehen oder laute Partys feiern.

Blumenkästen / Sonnenschirm

Blumenkästen am Balkon zu befestigen oder Blumentöpfe aufzustellen ist grundsätzlich ebenfalls erlaubt. Voraussetzung ist, dass diese auch bei starkem Wind nicht herabstürzen und Passanten oder Nachbarn nicht gefährden.

Gleiches gilt für einen Sonnenschirm: "Er muss stabil befestigt werden, es reicht nicht aus, ihn beispielsweise mit dem Stiel in einen Sandeimer zu stecken", veranschaulicht Schick. "Bei Blumenkästen, die auf der Außenseite der Brüstung angebracht werden, ist manchmal die Erlaubnis des Vermieters notwendig.

Denn vielen Hauseigentümern ist die eine einheitliche Fassadengestaltung wichtig, die Blumenkästen müssen also zum Haus passen", gibt Schick zu bedenken.

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