Teich & Brunnen

Brunnen-bohren

brunnen mit schwengelpumpt

Möchten Sie im Garten einen eigenen Brunnen bohren?

Brunnenarten, die Sie selbst anlegen können
  • Bohrbrunnen
  • Ramm- oder Schlagbrunnen
  • Schachtbrunnen

Wer viel Wasser im eigenen Garten verbraucht, kommt schnell auf die Idee einen Brunnen zu bohren. Das hat nichts mit diesen kleinen Zierbrunnen zu tun, die lediglich eingefülltes Wasser stetig in einem Kreislauf pumpen und einfach der Verschönerung eines Gartens dienen.

Nein, bei dem hier angesprochenen Brunnen geht es tatsächlich um eigene Wassergewinnung aus dem örtlichen Grundwasservorkommen. Um es gleich vorwegzunehmen: Es lohnt sich nur einen Brunnen zu bohren, wenn Grundwasser in vergleichsweise geringer Tiefe vorhanden ist.

Grundwasserspiegel in Erfahrung bringen

Aussicht auf ein Dorf am Feldberg
Auf solchem Gelände ist es nicht immer
einfach den Grundwasserspiegel zu finden.

Die Tiefe des Grundwasserspiegels lässt sich beim örtlichen Wasserversorger erfragen. Diese Aussage ist jedoch nicht unbedingt sehr genau zu treffen. Gerade in Mittelgebirgslagen ist dies so unterschiedlich, das selbst innerhalb eines Grundstücks die Tiefe des Grundwasserspiegels variieren kann.

Anders im Flachland, wo das Grundwasser oft wie ein unterirdischer See vorhanden ist und der Abstand in weiten Bereichen relativ gleich bleibt.

Haben Grundstücksnachbarn bereits einen Brunnen? Das kann zumindest ein guter Hinweis sein – erkundigen Sie sich nach deren Erfahrung beim Brunnenbau. Auch ortsansässige Brunnenbaubetriebe wissen oft, mit welcher Tiefe Sie auf Ihrem Grundstück beim Grundwasserspiegel in etwa rechnen müssen.

Bleibt es trotz allem ungewiss, wie tief der Grundwasserspiegel liegt, dann bleibt Ihnen nichts anderes, als eine Probebohrung vorzunehmen. Eine gewisse Tendenz werden Sie bei Ihren Recherchen auf jeden Fall ermitteln und so kann eingeschätzt werden, welche Brunnenart und Pumpe notwendig würde und wie hoch die Kosten in etwa einzuschätzen sind.

Ein Brunnenbau ist immer genehmigungspflichtig

Sobald Sie Grundwasser für eigene Zwecke entnehmen möchten, müssen Sie sich vorab mit Ihrer Kommune in Verbindung setzen und nach den örtlichen Bedingungen sowie nach dem Antragsverfahren erkundigen.

Vielerorts gibt es keinerlei Probleme für das Brunnen bohren eine Genehmigung zu erhalten, doch an manchen Orten sind die Bedingungen so ungünstig, dass dort das Brunnen bohren nicht erlaubt wird.

Achtung: Wer ohne Genehmigung einen Brunnen bohrt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 50.000 Euro bestraft werden kann.

Lohnt sich ein eigener Brunnen?

Gießkanne
Manchmal erspart ein Brunnen lange Wege mit Gießkannen im Garten.

Ob sich ein eigener Brunnen lohnt oder nicht, ist meist nicht nur eine reine Frage der Rentabilität. Doch von dieser Warte aus betrachtet, empfiehlt eine Faustregel von Brunnenbauexperten, dass die mutmaßliche Einsparung beim Trinkwasserverbrauch abzüglich der laufenden Kosten, die Kosten des Brunnenbaus decken sollte. Diese Regel basiert auf der anzunehmenden Lebensdauer eines Rammbrunnens.

Bei dieser wenig aufwendigen Brunnenart setzen sich die Rohre im Laufe der Jahre zu und müssen ersetzt werden. In Gegenden in denen relativ weiches Wasser und wenig Schlämme im Grundwasser vorhanden sind, kann die Laufzeit sehr viel länger ausfallen.  

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Wasserversorger und/oder Ihrer Kommune, wie die Einsparung einzuschätzen ist und welche Gebühren eventuell trotzdem oder zusätzlich anfallen. Das ist lokal sehr unterschiedlich. Wenn Sie einen Bohrbrunnen mit Pumpe und Brauchwasserversorgung planen, kommen eventuell noch Kosten für eine jährliche Prüfung der Anlage und Wasserqualität dazu.

Bohr-, Ramm-, Schlag- oder Schachtbrunnen

Brunnenschacht
So sieht ein gemauerter Brunnenschacht aus, heute werden eher Betonringe eingesetzt.

Nur bei einem Grundwasserspiegel von maximal sechs bis sieben Meter Tiefe kommt ein sogenannter Rammbrunnen (auch Schlagbrunnen genannt) infrage und nur, wenn Sie keine allzu hohe Wassermenge benötigen. Schon mit weniger als 300 Euro ist ein solcher Brunnen zu bewerkstelligen.

Liegt der Grundwasserspiegel tiefer oder wünschen Sie sich eine relativ hohe Fördermenge (etwa für zusätzlich Brauchwasser), kommen Sie um einen Bohrbrunnen mit leistungsfähiger Pumpe nicht herum. Hier müssen Sie je nach Tiefe, Art des Bodens, Qualität der Ausstattung und ganz oder teilweise möglicher Eigenleistung mit rund 800 Euro und mehr rechnen.

Ein idyllischer Brunnen mit Schacht und Eimer schlägt schnell mit ein paar Tausend Euro zu Buche und ist nur bei idealen Bodenverhältnissen und Grundwasserstand in Eigenleistung zu bewältigen. Selbst dann ist ein solches Vorhaben nicht ohne Risiken und erfordert gute handwerkliche Kenntnisse, sehr viel Kraft, Ausdauer und Geschick.

Für einen Schachtbrunnen oder, wenn Sie auf felsigem Grund oder in großer Tiefe einen Gartenbrunnen bohren müssen, lohnt es sich meist, einen Brunnenbaubetrieb anzufragen. Suchen Sie einfach unter »Brunnen bohren Firma« oder »Brunnenbau Unternehmen« in Ihrer Region im Internet und lassen Sie sich ein Angebot geben.

Wie einen Brunnen bohren?

Schwengelpumpe
Für den kleinen Bedarf reicht eine Schwengelpumpe und sieht gleichzeitig gut aus.

In erster Linie brauchen Sie dazu einen Erdbohrer, der als Handerdbohrer oder auch als mit 2-Takt-Motor erhältlich ist. Sie können sich ein solches Gerät auch mieten. Beim Bohren ist es vor allen Dingen wichtig, wirklich senkrecht zu bohren, da sonst Bohrer und/oder Rohre Schaden nehmen.

Dann ist je nach Brunnenart ein Brunnenrohrset einzusetzen inklusive Filterrohr und Endkappe. Für einen Rammbrunnen wird stattdessen ein Rohr eingeschlagen. Dafür brauchen Sie Rohrstücke mit Muffen, einen Rammfilter und einen Schlagaufsatz. Achten Sie auf Dichtigkeit.

Je nach Brunnenart und Förderbedarf ist eine Pumpe nötig. Für einen einfachen mechanischen Brunnen mit nicht mehr als neun Metern Förderhöhe und geringer Förderleistung reicht eine Schwengelpumpe. Bei größer Tiefe und/oder mehr Fördermenge (z. B. Bei Brauchwasser) brauchen Sie eine Saugpumpe (z. B. Ein kleines Hauswasserwerk) oder eine Tiefbrunnenpumpe.

Autor: Christiane Baldwin – Onlineredakteurin und Heimwerkerin

Bildnachweise:

  • Titelbild: Pixabay, Lekies, CC0 Public Domain
  • Landschaft: Pixabay, equinoxe, CC0 Public Domain
  • Gießkanne: Pixabay, annawaldl, CC0 Public Domain
  • Brunnenschacht: Pixabay, Hans, CC0 Public Domain
  • Schwengelpumpe: Pixabay, Peggychoucair, CC0 Public Domain
  • Beitragsbild Wasserkran: Pixabay, 3345408, CC0 Public Domain