Elektrosägen & Schneider

Die kompakte Dremel DSM-Handkreissäge im Heimwerker

Die Handkreissäge DSM20 von Dremel sieht aus wie eine Trennscheibe und wird vom Hersteller als vielseitiges Kompaktsägesystem angepriesen. – Kompakt ist eine Schnitttiefe von 20 Millimetern tatsächlich.

Ein ordentlicher Einsatz in der Schreinerei ist da wohl nicht angedacht, hier wären mindestens 30mm gefragt, um überhaupt die gängigsten Bretter damit schneiden zu können. Aber Dremel richtet sich ja auch in erster Linie an Heimwerker und Bastler, denen kompakte Bauform und Vielseitigkeit wichtiger sein dürfte.

Wir wollen herausfinden, wo die Grenzen des Gerätes liegen, für welche Einsatzbereiche das handliche Gerät sich eignet und in welchen Anwendungsfällen es überfordert ist.

Die Tests wurden von drei Moderatoren aus unserem Heimwerker-Forum – allesamt erfahrene Heim- und Handwerker – an verschiedenen Materialien durchgeführt, für die das Gerät laut Hersteller vorgesehen ist: Von Weich- und Hartholz über Kunststoff, verschiedene Metalle bis hin zu Fliesen und Steinzeug.

Testgerät und Lieferumfang

Die DSM20 samt mitgeliefertem Zubehör: Ein paar Kleinteile, die leicht verlorengehen.

Im Umkarton befindet sich ein Kunststoffkoffer in Dremelgrau mit blauem Schriftzug. Darin befinden sich neben dem Gerät und Bedienungsanleitung drei Trennscheiben für Metall und eine Trennscheibe für Holz und Kunststoff, allerdings keine für Stein.

Dann gibt es ein balkenschuhähnliches Kunststoff-U, einen Staubsaugeradapter, einen Innensechskantschlüssel und einen zweiteiligen Parallelanschlag mit Befestigungsschraube und Mutter.

Die Trennscheiben sehen fast so aus, wie bei einer normalen Flex. Nur die Holz-Trennscheibe hat am Rand ein halbes Dutzend halbrunde Aussparungen, die wohl die Zähne eines herkömmlichen Sägeblattes ersetzen. – Heißt diese Trennscheibe nun Sägeblatt oder Holz-Trennblatt? Wie sie auch heißt, neu ist dieses Konzept definitiv. Ob Dremel damit auch das Sägen revolutioniert, nach dem Motto “Tschüss, Sägeblatt!”, muss sich aber erst zeigen.

Wir sehen uns das Gerät genauer an: Vorne links befindet sich die Scheibenaufnahme. Eine Innensechskantschraube hält einen Zentrierring.

Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Hebel, der sich als Schnellverstellung für die Schnitttiefe entpuppt.

Dann gibt es auf der Oberseite am Kopf noch einen Knopf zur Arretierung der Spindel beim Scheibenwechsel. Unten am Gerät befindet sich ein länglicher Schalter mit einem schwarzen Hebel.

Etwas ungewöhnlich ist, dass man erst den kleinen schwarzen Hebel betätigen muss, bevor man den Schalter eindrücken und so das Gerät einschalten kann. Zur Sicherheit gegen versehentliches Einschalten – zum Beispiel beim Ablegen des Gerätes – gut gemacht.

Die DSM20 mit Zubehör im Koffer. Passt alles bequem rein! Der Betriebsschalter mit Sicherung liegt zu weit hinten. Der Knopf für die Arretierung der Spindel hilft beim Scheibewechsel.

Läuft die Kompaktsäge, kann man einen kleinen blauen Knopf am Ende des Gerätes, unterhalb des Stromkabels eindrücken und so die Schalterstellung “EIN” einrasten. Diese Rastung löst sich, sobald man den großen Schalter nochmals (etwas fester) eindrückt und dann loslässt. Die Maschine schaltet dann wieder aus.

Schalterposition und Handhabung

Lediglich die Position der Schalter stört uns ein wenig: Dort wo sich die Softgrip-Einlage befindet (nah an am Kopf des Gerätes), möchte man auch ganz intuitiv zufassen. Dort erwartet man nämlich den Schwerpunkt und die Hand befindet sich nah am Werkzeug, wo sie die Maschine am genauesten führen kann. Unwillkürlich tasten die Finger nach einem Schalter.

Der Schalter befindet sich aber an der falschen Stelle, nämlich am hinteren Ende des Motorgehäuses. Greift man die Maschine notgedrungen weiter hinten am Schalter, weil man sie vernünftigerweise nur mit einer Hand bedienen möchte, liegt der Schwerpunkt zu weit vorne und die Maschine leicht wacklig in der Hand.

Auch der Schalter zum Einrasten der Ein-Stellung am Ende des Gerätes ist unpraktisch platziert, weil man immer erst umgreifen muss, um ihn zu betätigen. Hier kann man sich die Position aber noch mit der Überlegung erklären, dass der Schalter nicht versehentlich eingerastet werden soll.

Unser Vorschlag für das Produkt-Design: Der Schalter gehört nach vorn an den Schwerpunkt der Maschine, der Einraster dorthin, wo der Daumen oder die andere Hand ihn bequem erreichen kann und wo er gleichzeitig nicht zu leicht aus Versehen betätigt wird. Dafür die Lüftungsschlitze nach hinten verlegen, sie werden schnell von der Hand abgedeckt und blasen einem manchmal bei der Arbeit in die Augen, wenn man seitlich die Schnittlinie verfolgt.

Wiederanlaufschutz fehlt

Was ist denn, wenn in diesem eingeschalteten und eingerasteten Zustand der Strom ausfällt oder der Stecker gezogen wird? Läuft die Maschine wieder an, sobald der Strom wieder da ist? Bei einem Gerät mit 17000 Umdehungen pro Minute wäre das unter Umständen der Gesundheit abträglich. Wir testen es: Stecker in die Steckdose, Gerät eingeschaltet (übrigens laut wie eine kleine Flex und ohne Sanftanlauf!), Dauerlauf einrasten, Stecker aus der Steckdose ziehen: Gerät steht. Dann Stecker wieder in die Steckdose und siehe da: Gerät läuft wieder an. – Das kann unter Umständen gefährlich sein!

Wir schauen uns die Scheiben genauer an. 77 mm Durchmesser sind sehr kompakt und handlich, allerdings dürfte dadurch die Standzeit auch geringer sein, als beispielsweise bei einer normalen Trennscheibe.
Die Scheibe für Holz und Kunststoff hat die Bezeichnung DSM 500. Sie hat am Umfang kleinere halbrunde Einkerbungen und ist am äußeren Rand mit kleinen, raspelähnlichen “Zähnen” aus Korund belegt.

Die drei anderen Scheiben im Koffer sind mit DSM 510 bezeichnet. Sie sehen aus wie normale, dünne Metalltrennscheiben aus dem Winkelschleifer. Nur eben mit den kleineren, 77 Millimetern Durchmesser.

Beim Einsetzen der Scheibe stellen wir schnell fest, dass die Innensechskantschraube ein Linksgewinde hat, was daran liegt, dass die DSM20 im Vergleich zu normalen Flex-Geräten in die andere Richtung rotiert, wie ein Blick in die Bedienungsanleitung bestätigt.

Der Sinn dahinter soll sein, dass das Gerät beim Sägen nicht so leicht verspringt, weil das Blatt durch die Rotationsrichtung “in das Werkstück” gezogen wird. Wie sich herausstellt funktioniert das auch sehr gut.

Es sollen im Gegensatz zum normalen Sägeblatt auch Schnitte in die Gegenrichtung möglich sein, was mit gezahnten Sägeblättern natürlich nicht geht. Auch das funktioniert, allerdings sollte man dabei sehr vorsichtig arbeiten, da nun das Blatt wiederum gegen die Sägerichtung rotiert, wie bei jeder normalen Flex auch und die Gefahr besteht, dass es verspringt.

Ein entsprechender Warnhinweis für das “Rückwärts-Sägen” findet sich dann auch in der Anleitung.

Stellungnahme von Dremel zur sicheren Verwendung

Der Dremel DSM20 arbeitet mit Trennscheiben mit einem Durchmesser von 77 mm. Ein Wiederanlaufschutz ist erst für Geräte mit einem Scheibendurchmesser größer als 155 mm zwingend notwendig, um die Arretierungsfunktion nach dem Abschalten der Stromversorgung zu unterbrechen. Somit erfüllt der Dremel DSM20 alle Normen und ermöglicht eine sichere Bedienung.

Bedienungsanleitung der DSM20

Wie sieht die Bedienungsanleitung aus? Neben einigen Zeichnungen am Anfang müssen wir uns erst durch die verschiedenen Sprachen suchen. Im deutschen Teil finde ich dann neben diversen allgemeinen Sicherheitshinweisen auch den Satz: “Übersetzung aus der Originalbedienungsanleitung”. Oha, sollen so Fehler in der Anleitung auf den Übersetzer geschoben werden? Das Heftchen ist so ein typischer Fall von “liest doch sowieso niemand, da brauchen wir nichts Ordentliches abzuliefern. Wir müssen ja auch sparen…”.

Aber so ganz unwitzig ist die Bedienungsanleitung nicht. Da wird z.B. beim Thema Taschenschnitte in Wände oder nicht einsehbare Bereiche davor gewarnt, dass die Trennscheibe bei Schnitten in Gas- oder Wasserleitungen, elektrische Leitungen oder andere Objekte einen Rückschlag verursachen kann. Vorsicht Rückschlag. Nicht Stromschlag oder Gasexplosion.

Ensthafterweise muss man sagen, dass man entweder eine ganz tolle Vorstellungskraft oder etwas Erfahrung mit Elektro-Handwerkzeugen mitbringen muss, um diese Anleitung als ausreichend zu empfinden.

Der Parallelanschlag

Wir schauen uns den Parallelanschlag genauer an: Er wird von einer Madenschraube in einer Vierkantmutter am Fuß der Maschine gehalten. Besonders praktisch ist das nicht, man benötigt immer beide Hände und eine Ablagefläche um den Parallelanschlag mit der Schraube an das Gerät zu fummeln.

Zum Festziehen und Einstellen des Anschlags wird der gleiche Innensechskantschlüssel verwendet, mit dem auch die Scheiben gewechselt werden. Schade, dass man diesen Schlüssel nicht irgendwo am Gehäuse einklipsen oder einstecken kann, denn man braucht ihn öfter, als einem lieb ist.

Zwischenfazit: Sowohl der Inbusschlüssel als auch die Madenschraube und die Vierkantmutter vom Parallelanschlag laufen Gefahr binnen kürzester Zeit im Sägemehl zu verschwinden. Eine Befestigungsmöglichkeit für den Inbus am Gerät und eine feste Arretierungsmöglichkeit für den Parallelanschlag wären unsere Verbesserungsvorschläge.

DSM20-Praxistest

In der Werkstatt muss zuerst ein Stück Eichenbrett gekürzt werden. Das ist der erste Test am echten Objekt. Hoffentlich taugt das Gerät was, denn das Brett soll tatsächlich noch eingebaut werden und ist kein Abfall. Mit 18mm ist das Brett zum Glück auch nicht zu dick. Es wird ohne Anschlag nach Linie geschnitten.

Die Sicht auf die Schnittline ist gut. Allerdings nur dann, wenn man Rechtshänder ist und genügend Platz neben dem Werkstück hat, um von schräg links unter die Schutzabdeckung zu schauen. Linkshänder werden Probleme haben, ebenso problematisch ist das Sägen an schwer zugänglichen Stellen.

Die 710 Watt reichen bei Eiche in dieser Stärke völlig aus, könnten aber bestimmt eine Drehzahlregelung gebrauchen, denn manchmal scheint das doch zu stark und zu schnell zu sein.

Es riecht beim Schneiden etwas verbrannt, aber überraschenderweise ist der Schnitt sehr sauber und geht gut durch. Die Schnittfläche sieht wirklich gut aus, auch wenn der freihänige Schnitt nicht ganz gerade ist. In puncto Schnittgüte bekommt die DSM20 einen klaren Pluspunkt. Erster Praxistest bestanden.

Als nächstes soll ein Stück Schaltafel mit einer Ausklinkung versehen werden. Dafür nutzen wir den Parallelanschlag. Nicht bedacht haben wir, das die Tafel etwas dicker als 20 mm ist. Dementsprechend war das etwas unfair. Aber praxisnah, denn man muss doch für so ein Stück nicht extra eine andere Säge holen, oder?

Auch hier sieht der Schnitt wieder gut aus, diesmal ist er auch gerade.

Bei der Benutzung des Anschlages fällt auf, dass der Hebel für die Höhenverstellung nun schlecht zu bedienen ist, weil er direkt auf der Schiene aufliegt und man mit den Fingern nicht darunter greifen kann. Das kann man allerdings verschmerzen, da der Hebel relativ leichtgängig ist und immer bedienbar bleibt.

Aluminium schneiden

Wir schneiden mit einem Brett als Anschlag ein Stück 5 mm Aluminium. Das geht sehr gut.

Nicht so gut wie das heiße Messer in der Butter, aber komischerweise besser als mit dem Winkelschleifer. Das liegt an der Führung auf dem Blech und wahrscheinlich auch an der umgekehrten Drehrichtung der Scheibe im Vergleich zum Winkelschleifer.

Der Schnitt verläuft sauber und gerade. Ein kleiner Grat bildet sich an der Schnittfläche, wie man ihn auch beim Schneiden mit einem Winkelschleifer bekommt. Auch hier sammelt die DSM Pluspunkte gegenüber dem normalen Winkelschleifer.

Absaugung

Der Staubsaugeradapter aus dem Lieferumfang löst sich gerne einmal vom Gerät. Außerdem drückt und zieht das Gewicht des Staubsaugerschlauches und stört beim Schneiden.

Hier wäre ein dünner Schlauch, der vom Absaugepunkt vorne bis nach hinten zum Kabel geführt und erst da zum Adapter wird, brauchbarer. Da wo Staub nicht stört oder ungefährlich ist, geht es besser ohne Absaugung.

Holzbalken

Das balkenschuhähnliche Zubehörteil ist ein Anschlag um “dicke” Balken bis vier Zentimeter Durchmesser sägen zu können. In der Praxis ist das Ding für uns unbrauchbar. Balken fangen meist da an, wo Dremel aufgrund der niedrigen Schnitttiefe schon lange ausgestiegen ist und man muss man bei kleineren Werkstücken immer zweimal ansetzen um den Balken zu kappen. Das ist viel zu zeitaufwändig!  In der Zeit in der der kleine Helfer befestigt ist, kann man die “Latte” locker mit der Hand absägen.

Kunststoff

Als Kunststoff haben wir Plexiglas verwendet. Es ließ sich sehr sauber und ohne das erwartete Aufschmelzen schneiden. Der Schnitt ist noch nicht so glatt, dass man die Schnittkante gleich polieren könnte, aber besser als wir gedacht hätten. Eine positive Überraschung und ein klarer Pluspunkt!

Fliesen schneiden

Nach der Beschreibung in der Anleitung ist das Fliesenschneiden mit der DSM20 nicht unbedingt ein Vergnügen: “Vergewissern sie sich, dass das Werkstück stets in einem Schraubstock oder Spanner fixiert ist.” Mag ja sein, dass diese Angabe nur den Sicherheitsvorschriften geschuldet ist, aber Fliesenschneiden im Schraubstock? – Befragen Sie dazu doch mal den Fliesenleger Ihres Vertrauens!

In der Praxis sieht es nämlich so aus, dass die Fliese auf ein Stück Brett gelegt und dann mit dem Winkelschleifer geschnitten wird. Eine Hand hält die Fliese, die andere den Winkelschleifer. So geht das auch mit der Dremel DSM20, dafür brauche ich keinen Test im Schraubstock. Das geht wie in der Praxis gewohnt. Und es funktioniert bei normalen Wand- und Bodenfliesen sehr gut. Leider war die Scheibe nicht im Koffer dabei sondern ein Zukauf aus dem Baumarkt. – Und das nicht ganz billig…

DSM20 im Baustelleneinsatz

Wir nehmen das “vielseitige Kompaktsägesystem” mit auf eine echte Baustelle. Die DSM20 im wahren Leben! Dort gibt es Dielen, die auf einem Balken abgetrennt werden sollen.

An dieser Stelle soll später eine Tür eingebaut werden, die die Treppe zum Dachboden von der Diele abtrennt. Außerdem sollen die Dielen erneuert werden. Leider steht die Treppe auf den alten Dielen. Deshalb sollen die Dielen unter der Decke eingebaut, und der Rest entfernt werden.

Normalerweise ist das ein Job für ein oszilierendes Multifunktionswerkzeug oder die Tauchsäge, die Handsäge und den Stechbeitel. Heute wird die Dremeltrennscheibe diesen Job übernehmen.

Wie man sehen kann, ist der Schnitt sauber und ordentlich. Er verläuft etwas schräg, aber das war Absicht. Auch die Staubentwicklung hielt sich in Grenzen. Wir hatten aufgrund der feinen Zahnung mit viel mehr Feinstaub gerechnet.

Ein Problem war die Wand, auf die der Schnitt zuläuft. Die Trennscheibe kann naturgemäß nicht bis in die Ecke schneiden. Hier war es egal und der Test war positiv. Allerdings fiel uns in der Ecke auf, dass das Gerät wohl nur für  Rechtshänder wirklich gut ist, denn Linkshänder verbauen sich selbst den Blick auf die Schnittlinie.

Der nächste Baustellentest war der Schnitt von Alu-Wellblech für ein Vordach. Hier sprechen die Bilder für sich. Die Schnittkante war gerade, ein insgesamt guter Eindruck. Ein leichter Grat war Streckenweise zu entfernen. Auch die Wellen waren bei 20 mm Schnitttiefe noch gut zu schneiden.

Stahl trennen ist mit der DSM20 ziemlich teuer

Selbst die verzinkten 14 mm Stahlschrauben vom Halter des Vordaches ließen sich gut abschneiden. Allerdings war die neue Scheibe nach der ersten Schraube bereits 1,5 mm kleiner und die nächsten Schrauben wurden mit dem Winkelschleifer abgetrennt. Diese Scheiben sind viel billiger. Und hier liegt leider auch der Hund begraben: Die Scheiben von Dremel sind im Vergleich zu den Trennscheiben für Winkelschleifer zu teuer!

Das ist vergleichbar mit Druckern: Die Geräte werden sehr günstig verkauft und das eigentliche Geschäft wird dann anschließend mit dem Toner gemacht. Warten wir mal ab, wann es entsprechende No-Name-Angebote gibt. – Vor allem, wenn man bedenkt, dass die neuen Scheiben nur 77 mm Durchmesser haben: Bei dieser geringen Schnitttiefe fällt der Verschleiß besonders schnell ins Gewicht.

Fazit

Alles in allem kristallisierte sich nach diesen Versuchen langsam heraus, wo der Einsatzbereich dieser Maschine wirklich liegt: Es ist das Trennen von flachen Materialien bis max. 20 mm Stärke, wie Aluminium, Kunststoff oder dünnerem Holz.

Durch die sehr gute Auflage und Führung hat hier die DSM20 gegenüber einem Winkelschleifer die Nase vorn und kann auch manches Mal die Stichsäge oder die Kreissäge ersetzen. Es ist ein Gerät für Heimwerker, Modellbauer oder die kleinere private Werkstatt.

Auf der Baustelle wird man so ein Gerät nicht unbedingt antreffen, aber dafür ist es auch nicht gedacht. Für Schattenfugen zum Beispiel ist das Gerät bauartbedingt und durch die geringe Schnitttiefe nur eingeschränkt geeignet. Bei dünnen Nichteisenmetallen ist die Standzeit der Scheiben ausreichend, bei härteren Materialien sollte man aber eher zur Flex greifen.

Wie unser Test mit den Bodendielen gezeigt hat, muss die Dremel sich aber auch auf der Baustelle keineswegs verstecken. Der Schnitt war sehr exakt und sauber, wer also häufiger diese oder ähnliche Arbeiten zu erledigen hat oder mit Plexiglas oder Alu arbeitet, ist mit der Dremel gut beraten.

Als nachteilig haben wir die Position der Schalter empfunden. Das Gerät wäre angenehmer und sicherer zu handhaben, wenn der Schalter weiter vorn am Schwerpunkt und sowohl die Lüftungsschlitze als auch der Staubsaugerstutzen am hinteren Ende, in der Nähe des Kabels angebracht wären.

Ebenfalls verbesserungswürdig ist der Parallelanschlag. Der kleinteilige, lose Befestigungsmechanismus nervt und geht schnell verloren.

Alles in allem ist das Konzept der Dremel für uns aufgegangen. Die ungewöhnliche Rotationsrichtung der Scheibe macht die Schnitte leichtgängig und sicher. Die Führung ist deutlich besser als mit einer Trennscheibe und im Gegensatz zur Kreissäge kann in beide Richtungen gesägt werden. Auch der Preis ist ein Argument und macht die DSM20 für Heimwerker und Bastler zu einem interessanten Werkzeug.

Dieser Test wurde im Februar 2014 durchgeführt.

Autoren

Dieser Test ist eine Gemeinschaftsproduktion unserer Moderatoren Hein, Hobla und Roland aus dem Heimwerker-Forum.