Dach

Flachdachsanierung – Wenn die Reparatur zu teuer ist

Flachdachsanierung

Flachdachrichtlinie DIN 18531

Gerade das nicht vorhandene oder geringe Gefälle mach es besonders schwer, ein Flachdach dauerhaft abzudichten. Bereits kleine Unebenheiten können dazu führen, dass das Gefälle seine Wirkung verliert. Das Risiko von Wasserschäden ist gegenüber einem Steildach daher deutlich höher.

Daher gibt es unter der DIN 18531 eine Flachdachrichtlinie, die unter anderem das Mindestgefälle, Beanspruchungsklassen oder die Ausführung der Dachabdichtung regelt.

Wie oft sollte ein Flachdach geprüft werden oder steht eine Flachdachsanierung an?

Wie der Name bereits sagt, besitzen Flachdächer eine nur sehr geringe Neigung. Bis zu welchem Gefälle (Winkel) von einem Flachdach gesprochen werden kann, ist jedoch nicht festgelegt. Hier sind Neigungen von bis zu 10 ° möglich, ein Flachdach kommt aber auch mit einem Gefälle von 2° aus. Dann ist eine spezielle Flachdachentwässerung nötig.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sein Flachdach jährlich prüfen und bei Bedarf auch von Laub und anderen Verunreinigungen befreien.

Denn bereits nasses Laub kann bei einem geringen Gefälle für Pfützen und im Winter für gefrorene Stellen sorgen. Eis krallt sich in die grobe Oberfläche, nimmt Steine mit und kann durch Bewegungen die Dachhaut beschädigen.

Vorteilhaft ist es daher, das Dach im Herbst zu „begehen“. Bei Regen werden Pfützen sichtbar und bei dieser Gelegenheit kann Laub vom Dach und der Dachrinne entfernt werden.

Entdeckte schadhafte Stellen bedeuten hierbei nicht automatisch, dass eine Flachdachsanierung notwendig ist. Bei mehreren erforderlichen Reparaturen und Flachdachabdichtungen kann die Sanierung des Daches jedoch sinnvoll und sogar günstiger sein. Ist das Flachdach schon etwas betagter, lohnt sich ein neuer Komplettaufbau fast immer, da die Flachdachsanierung mit einer Wärmedämmung kombiniert werden kann.

Wie teuer ist eine Flachdachsanierung?

Eine Flachdachsanierung kann mit einer Neueindeckung gleichgesetzt werden. Je nach genutztem System kann die Unterkonstruktion jedoch erhalten bleiben und verursacht somit keine zusätzlichen Kosten. Dafür muss jedoch die alte Eindeckung entsorgt werden. Je nach Aufwand sollte die Arbeit in professionelle Hände gegeben werden. Ist jedoch kein Eingriff in die Dachkonstruktion nötig, kann man eine Flachdachsanierung auch selber machen.

Einen konkreten Preis hierfür zu nennen ist schwer bis unmöglich, da zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Bei einigen Varianten ist jedoch die Unterkonstruktion ähnlich oder identisch, sodass es leicht möglich ist, die Quadratmeter-Preise für die Dachbeschichtung direkt zu vergleichen. Beispielhaft ist hierfür der Vergleich zwischen EPDM-Folie, Bitumen, PVC-Kunststoffbahnen und Flüssigkunststoff.

Vergleich der Kosten (ohne Unterkonstruktion, Zubehör und Hilfsmittel)

Dachbeschichtung Kosten  geschätzte Haltbarkeit 
EPDM-Folie 10 - 25 € je m² über 50 Jahre
Bitumen-Bahnen 5 - 15 € je m² bis zu 50 Jahre
PVC-Kunststoffbahnen 8 - 20 € je m² über 30 Jahre
Flüssigfolie (witterungsbeständig) 20 - 60 € je m² bis zu 25 Jahre

Die Haltbarkeit kann je nach Qualität des Materials und der Verlegung stark variieren.

Möglichkeiten der Flachdachsanierung – Vorteile / Nachteile

Flachdachsanierung mit EPDM-Folie

EPDM-Folie für Flachdach
EPDM-Folie bietet viele Vorteile und lässt sich leicht selbst verlegen.

EPDM-Dichtungsbahnen sind vielseitig einsetzbar und nicht nur zur Flachdachsanierung geeignet.

Ihr großer Vorteil liegt jedoch in ihrer enormen Resistenz gegen fast alle möglichen Einflüsse, wie Temperatur, viele Chemikalien oder UV-Strahlung. Dank der Verträglichkeit mit EPS kann EPDM direkt mit einer EPS-Dämmung kombiniert werden. Ein Vorteil der beim Flachdach dämmen nicht zu unterschätzen ist.

Als mögliche Verlegearten eignen sich die lose Verlegung (mit Beschwerung), das Kleben oder auch die mechanische Befestigung.

Wer seine Flachdachsanierung selber machen will, ist mit EPDMXL gut beraten und die anfänglich noch hoch wirkenden Preise relativieren sich bei einer angegebenen Haltbarkeit von über 50 Jahren  schnell. Anbieter wie EPDMXL bieten daher eine Garantie von 15 Jahren.

  • Haltbarkeit von über 50 Jahre
  • leicht selbst zu verlegen
  • widerstandsfähig gegen viele Chemikalien
  • bis zu 500 % dehnbar
  • dauerelastisch
  • UV-beständig
  • EPS-verträglich
  • recyclebar
  • saubere Arbeit notwendig
  • mittlerer Investitionsaufwand

Flachdachsanierung mit Bitumen-Bahnen

Flachdach mit Bitumen-Schweißbahn
Bitumen-Schweißbahnen sind nicht leicht zu verlegen und auch der Geruch ist nicht jedermanns Sache.

Eine sehr verbreitete Variante ein Flachdach zu decken sind Bitumen-Schweißbahnen und Dachdichtungsbahnen (Dachpappe). Sie zeichnen sich vor allem durch einen sehr günstigen Preis aus, der den erforderlichen Ansprüchen angepasst werden kann. Carports und Gartenhäuser können ohne großen Aufwand mit genagelter Dachpappe belegt werden. Die Kosten sind überschaubar und bei Bedarf kann die Dachpappe einfach ausgetauscht werden.

Für mehr Sicherheit auf Wohngebäuden sorgen Bitumen-Schweißbahnen, die mit einer Wärmequelle (meist Flammgerät) erhitzt und verklebt werden. Um einen guten Untergrund zum Verkleben zu schaffen und vor allem bei Holzdächern das Holz vor der offenen Flamme zu schützen, findet häufig eine Kombination aus Dachpappe und Bitumen-Schweißbahn Anwendung.

Bei der Kostenplanung sollte man gut aufpassen. Durch die benötigte Überlappung der Bahnen und die meist zweilagige Verlegung, ist der Flachdach Aufbau mit Bitumen-Bahnen häufig teurer als es auf den ersten Blick scheint. Dafür kann bei einer guten Verlegung mit einer langen Haltbarkeit gerechnet werden. Als Nachteil wird häufig die dauerhafte Geruchsbelästigung gesehen.

  • geringer Investitionsaufwand
  • Preis passt sich den Ansprüchen an
  • einfache Abdichtungen sind leicht zu verlegen
  • leicht zu reparieren
  • kann ein weiteres Mal neu belegt werden
  • Schall und Wärme dämmende Wirkung
  • bei höherer Sicherheit hoher Arbeitsaufwand
  • dauerhafte Geruchsbelästigung
  • nur aufwändig zu entfernen
  • teuer bei der Entsorgung
  • wird mit der Zeit spröde und reißt bei mechanischer Beanspruchung

Flachdachsanierung mit PVC-Kunststoffbahnen

Flachdachsanierung Altbau mit PVC-Bahnen
Das Verschweißen der PVC-Bahnen erfordert Sorgfalt.

Die Eigenschaften der PVC-Kunststoffbahnen sind denen der EPDM-Folie recht ähnlich. Auch sie trumpfen mit einer hohen Dehnbarkeit und Widerstand gegen UV-Strahlung auf. Die Haltbarkeit kann jedoch stark durch äußere Einflüsse variieren.

Zusätzlich enthalten sie Weichmacher, welche empfindlich auf Bitumen, Dämmstoffe Öle oder Holzschutzmittel reagieren. Der Kontakt sollte daher vermieden werden da sie die Versprödung und damit Alterung beschleunigen.

Aufgrund der niedrigen Kosten, der nötigen professionellen Verlegung und des geringen Gewichtes, finden PVC-Kunststoffbahnen ihre Anwendung häufig auf Industrie-Hallen und ähnlichen Gebäuden, bei denen es auf eine geringe Dachlast ankommt. Im privaten Bereich werden PVC-Kunststoffbahnen eher selten genutzt.

  • sehr günstig
  • extrem leicht
  • alterungs- und nässebeständig
  • hohe Festigkeit
  • gute Elastizität
  • enthält Weichmacher
  • empfindlich gegen Wärme und organische Lösemittel
  • kann gefährliche Brandgase freisetzen
  • Verschmutzungen können den Kunststoff zersetzen

Flachdachsanierung mit Flüssigkunststoff

Flachdachsanierung mit Flüssigkunststoff
Übergänge lassen sich gut mit Flüssigkunststoff abdichten.

Flüssigkeiten kennen keine Ecken und Kanten. Daher eignet sich Flüssigkunststoff vor allem für unebene oder verschachtelte Flächen. In Verbindung mit Gewebe können sogar Risse überbrückt und abdichtende Verbindungen geschaffen werden.

Aufgrund dieser Eigenschaften und vor allem des hohen Preises, ist Flüssigkunststoff eher nicht für einen Neubau oder große Dachflächen geeignet.

Bei der Dachsanierung am Altbau oder beim Ausbessern von undichten Stellen im Dach, bietet die einfache Verarbeitung ihre Vorzüge. Mit dem Pinsel, einer Rolle oder Glätte lassen sich Ecken auffüllen, Risse verschmieren oder kleinere Flächen abdichten. Der Untergrund spielt hierbei kaum eine Rolle und selbst noch feuchte Baustoffe können damit beschichtet werden. Eine Kombination mit anderen Belägen zur Dachsanierung und Reparatur ist gut möglich.

  • sehr leicht zu verarbeiten
  • gut in Ecken und bei Unebenheiten einsetzbar
  • häufig diffusionsoffen (Bauteile können dennoch trocknen)
  • temperaturbeständig
  • mit Gewebe rissüberbrückend
  • sehr hoher Preis
  • mittlere Haltbarkeit

Gibt es eine Dachsanierung Förderung?

Prinzipiell gibt es für die Flachdachsanierung keine Förderung. Das heißt: Wenn Sie lediglich die Dachbeschichtung erneuern, weil sie ausgedient hat, handelt es sich nur um Reparaturarbeiten, die nicht förderfähig sind.

Möchten Sie bei Ihrer Dachsanierung am Altbau aber gleichzeitig ihr Flachdach dämmen oder steht zusätzlich die Installation einer Solarkollektoranlage (Solarthermie) an, können diese Kosten gefördert werden. 

Weitere Informationen finden Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Bildnachweise:
  • Titelbild: Tytane B.V. - EPDMXL
  • Flachdachsanierung mit EPDM: Tytane B.V. - EPDMXL
  • Flachdachsanierung mit Bitumen: shutterstock/U. J. Alexander
  • Flachdachsanierung mit PVC: shutterstock/Sergej Cash
  • Flachdachsanierung mit Flüssigkunststoff: shutterstock/Serenethos
 

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