Gartenscheren & Sägen

Gartenschere

Gartenscheren sind mechanische Wunder im Kleinformat. Sie schneiden sich durch Zweige, Sträucher und kleinere Äste ohne große Mühe.

Allerdings nur mit der richtigen Klinge: Dreh- und Angelpunkt einer wirklich guten Gartenschere sind gleichbleibend scharfe Schneiden – auch nach langem und intensiven Gebrauch.

Bei einer Strauchschere ist insbesondere das Handling an harten Gehölzen entscheidend, beispielsweise beim Büsche zurückschneiden.

Wir haben sechs Gartenscheren für Sie getestet und ihre Einsatzmöglichkeiten überprüft. Womit schneiden Sie am besten ab? Wir zeigen's Ihnen.

Bypassgartenschere, Ambossgartenschere: Wie funktioniert das?

Gartenscheren werden heute in grundsätzlich zwei Funktionsweisen angeboten:

Zum einen als Bypassgartenschere, zum anderen als  Ambossgartenschere. Erstere ist die ältere Bauform und funktioniert ähnlich wie eine normale Haushaltsschere: Der Ast wird zwischen den beiden Klingen zerschnitten; nachteilig ist die Verklemmungsmöglichkeit harter Äste.

Die Ambossschere arbeitet nach dem Prinzip "Keil" und Amboss: Hier wird der Ast von der Klinge auf einer Gegenplatte gespalten und zerdrückt. Nachteilig ist, insbesondere bei dicken und zähfaserigen Ästen, dass die Schnittstelle "breitgequetscht" wird. In unserem Test findet sich keine Ambossschere.

Die Kombination aus Bypass- und Ratschenschere (das Gardena-Modell) bietet ähnliche Vorteile wie eine Schraubratsche: Anstatt den ganzen Schnittweg mit weitgespreizter Schere schneiden zu müssen, kann sich die Schere in drei Arbeitsgängen durch den Ast "nagen". So sind größere Schnittdurchmesser mit weniger Kraftaufwand möglich.

Der letzte Schrei ist die elektrisch betriebene Bypassschere; in unserem Fall die Bosch Ciso. Diese drückt mit einem Elektromotor und einem extremen Untersetzungsgetriebe die Scherenhälften zusammen. Nachteilig ist hier der eher geringe maximale Schnittdurchmesser; der Vorteil des praktisch mühelosen Arbeitens liegt auf der Hand.

Gartenscheren Test: Die Kandidaten und was sie können

Artikel Prinzip max. Astdurchmesser Preis
Fiskars PowerGear Bypass 18 mm 24,25 €
Wolf-Garten Comfort RR-M Bypass n.A. 21,00 €
Gardena Smart Cut Bypass m. Ratschensystem 22 mm 28,99 €
Felco Schere Nr. 2 Bypass n.A. 35,68 €
Loewe 11104 Bypass 25 mm 38,35  €
Bosch Ciso Elektro-Bypass 14 mm 56,06 €

Gartenschere Fiskars PowerGear: Power im Rollgriff

Innovation im Detail: Der Rollgriff der Fiskars PowerGear-Gartenschere soll mehr Ergonomie beim Schneiden bringen, der spezielle Getriebemechanismus verspricht 25 Prozent mehr Power.

Große Worte, die in der Realität nur teilweise zutreffen: In der Tat ist der Rollgriff eine pfiffige Idee – allerdings nur für Rechtshänder. Zudem muss man sich ein wenig an die Handhabung gewöhnen.

Hinsichtlich der Schnittleistung ist nur wenig auszusetzen: Mit den, im übrigen auswechselbaren, scharfen Klingen und dem wirklich guten Getriebe ist das Schneiden ein Vergnügen. Zudem gibt Fiskars fünf Jahre Garantie – ein echtes Kaufargument.

Fazit: Rollt, schneidet, passt. Nur nicht mit links!

Fiskars PowerGear: pro und contra

pro

  • ergonomisch
  • sehr gute Schnittleistung
  • innovatives, aber leicht gewöhnungsbedürftiges Griffdesign
  • Wechselklingen
  • 5 Jahre Garantie

contra

  • Nicht für Linkshänder geeignet
  • leichte Klemmneigung im Grenzbereich und bei trockenen Ästen

Gartenschere Wolf-Garten Comfort RR-M: Schnittiger Wolf

Gutes Handling, gute Schnittleistung, guter Preis: Bei der Wolf-Garten Comfort RR-M vermisst man eigentlich nichts – außer einer verlässlichen Angabe über den maximalen Schnittdurchmesser.

Bis 20 mm geht aber eigentlich alles, auch wenn dann schon etwas "nagender Kraftaufwand" erforderlich ist. Sollte auch der eines Tages nichts mehr nützen, sind die Verschleißteile der Schere austauschbar.

Hervorzuheben an der RR-M ist das zweischneidige Klingensystem mit zwei geschärften Klingen, was ihr in der Tat in punkto Schnittkraftaufwand einen gewissen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft.

Auch nicht schlecht ist der breite, mit einer Weicheinlage versehene Obergriff. Leider haben Linkshänder nur wenig davon, prinzipiell können Sie die Schere aber durchaus benutzen.

Fazit: Solide Schere ohne Schwächen.

Wolf Garten Comfort RR-M: pro und contra

pro

  • schneidet gut
  • vergleichsweise günstig
  • austauschbare Verschleißteile
  • Doppelklingensystem
  • guter Griff

contra

  • der Feststeller ist fummelig und nicht sehr sicher

Ratschenschere Gardena Smart Cut: 3x Ratschen, 1x Schneiden

Smarter schneiden: Die Gardenda Smart Cut verfügt über einen Ratschenmechanismus, der das Schneiden in der Tat deutlich einfacher macht und so auch kleineren Händen eine realistische Möglichkeit zum Abtrennen dicker Äste gibt.

Das ergonomisch-schwungvoller Design ist gut verarbeitet und überzeugt durch Leichtgängigkeit und Komfort in der Handhabung.

Insbesondere für Menschen, die nicht mehr über die volle Handkraft verfügen, ist die Gardena unter den manuellen Gartenscheren eine gute Wahl. Die Klingen sind ordentlich verarbeitet und scharf, das Getriebe ist stabil und gut abgestuft.

Fazit: Ratschen bringts. Klare Empfehlung!

Gardena SmartCut Ratschenschere: pro und contra

pro

  • gut verarbeitet
  • praktisches Ratschensystem
  • leichtgängig
  • auch für ältere/krafteingeschränkte Personen gut nutzbar
  • gute Klingen

contra

  • -

Gartenschere Felco Nr. 2: Schlicht und bewährt

Das bewährte Profi-Gerät. Seit fast 30 Jahren wird die Felco Nr. 2 ohne Schnickschnack und in gleichbleibender Qualität produziert. Wer diese Schere kauft, wird lange etwas von ihr haben; nicht umsonst ist sie unter Profi-Gärtnern erste Wahl.

Verglichen mit den anderen Angeboten wird der Amateur aber in punkto Bedienkraft erstaunt sein: Für den präzisen und fehlerlosen Schnitt, den die Schere liefert, ist spürbar mehr Kraftaufwand als bei der Konkurrenz erforderlich.

Hier zeigt sich das Alter der bewährten Konstruktion. Diese ist dafür auch absolut ausgereift, Nr. 2-Scheren mit einem Alter von 20 Jahren und mehr sind keine Seltenheit.

Fazit: Solider Veteran. Ein Kauf, von dem man lange etwas hat.

Felco Nr. 2: pro und contra

pro

  • stabil
  • sehr gut verarbeitet
  • lange haltbar
  • gut einstellbar

contra

  • vergleichsweise höherer Kraftaufwand
  • harte Griffe

Loewe Bypass-Schere: Gut verarbeitetes "Großmaul"

Die Loewe-Bypass-Schere kann den größten Astdurchmesser im Test bewältigen: mit 25 mm stellt sie ihre Konkurrenten in den Schatten.

Allerdings ist, ähnlich wie bei der Felco Schere Nr. 2, die Konstruktion nicht die allermodernste: Die Bedienkräfte sind einfach etwas höher. Die Schere ist gut verarbeitet, besticht durch wechselbare Einzelteile und scharfe Klingen.

Beim Preis liegt sie etwa gleichauf mit ihrer Konkurrenz von Felco; sie ist daher auch eher als lang haltbares Profigerät anzusehen.

Ihre Aufgaben erledigt sie sehr ordentlich, die angegebene Schnitttiefe wird bei frischen Ästen gut erreicht. Vor harten Ästen muss freilich auch die Loewe kapitulieren.

Fazit: Solide, gute Qualität.

 Loewe 11 Bypass-Schere: pro und contra

pro

  • stabil
  • austauschbare Einzelteile
  • gute Klingen
  • hoher Schnittdurchmesser

contra

  • vergleichsweise erhöhter Kraftaufwand
  • teuerste manuelle Schere im Test

Elektische Gartenschere Bosch Ciso: Nagen mit Strom

In guter alter Bosch-Tradition haben die Stuttgarter nun auch die Gartenschere elektrifiziert – selbstverständlich mit Lithium-Ionen-Akku.

Bis zu 18 mm nagt die Bosch Ciso mit einem starken Untersetzungsgetriebe durch – Gärtner mit wenig Handkraft oder Lust am Ästeschneiden werden sich freuen. Das Gerät hält mit einer Akkuladung überraschend lange durch und kapituliert auch nicht im Grenzbereich.

Mit einer manuellen Gartenschere dürfte man allerdings trotzdem schneller sein: Die Schnittbewegung wird mechanisch immer voll durchgezogen, dies dauert ein wenig. Wer viele kleine Stutzschnitte macht, wird dies bei der längeren Anwendung der Ciso nachvollziehen können.

Zudem hat soviel Hightech ein gewisses Gewicht: Insbesondere Gärtnern mit großem und langwierigem Schnittbedarf, die zweifellos in der Zielgruppe der Bosch-Entwickler liegen, wird die E-Schere mit der Zeit etwas schwer.

Sie ist auch recht voluminös, was filigrane Schnittarbeiten, z.B. an Rosen, etwas erschwert. Dennoch ist die technische Umsetzung tadellos, der Preis nicht zu hoch. Respekt!

Fazit: Für faule Gärtner mit starken Armen!

Bosch Ciso: pro und contra

pro

  • gut durchdacht und funktionell
  • kraftvoll
  • recht lange Akkulebensdauer
  • Schnittleistung zufriedenstellend
  • kein Kraftaufwand beim Schneiden

contra

  • wird bei langer Arbeit am Arm recht schwer
  • für filigrane Arbeiten bedingt geeignet.

Gartenschere Vergleichssieger: Die Ratsche bringt's!

Manchen Geräten merkt man den technischen Fortschritt und den Erfindungsreichtum der Ingenieure an: Die Ratschenschere Gardena SmartCut hat uns überzeugt. Leichtgängig, ergonomisch und mit überzeugendem Schnittergebnis macht sie aus Gestrüpp Kleinholz.

Gefallen hat uns allerdings auch die Felco-Schere Nr. 2: Klassisches Design und lange Haltbarkeit imponieren. Leider verursacht die Schere einen etwas unzeitgemäßen Kraftaufwand. Dennoch ist Sie eine klare Empfehlung für Vielschneider, die Wert auf eine langfristig lohnende Anschaffung legen.

Gartenschere Preis/Leistungssieger: Schneiden mit dem Wolf

Preis-Leistungssieger: Wolf-Garten RR-M

Ast ab und gut. Versagt hat keine Schere in unserem Test; diese hier war obendrein günstig: Die Wolf Garten RR-M überzeugt mit einem Zwei-Schneiden System, einer guten Handhabung und einem ergonomischen Design. Das alles für knapp 20 Euro. Geht in Ordnung.

 

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