Kosmetik & Schminke

Gesichtscreme selber machen – Anleitung

  • Wenn Sie allergisch auf kosmetische Inhaltsstoffe reagieren, können Sie Ihrer Haut mit selbstgemachter Gesichtscreme etwas Gutes tun. Zusätzlich schützen Sie dabei noch die Umwelt.
  • Das Basisrezept ist kinderleicht und lässt sich ganz nach Ihren Bedürfnissen erweitern und verfeinern.
  • Egal welcher Hauttyp – Gesichtscreme kann immer selber gemacht werden. Zum Beispiel mit Aloe Vera für Mischhaut oder Weizenkeim-Öl bei Hautunreinheiten.

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Utensilien für die Zubereitung von Gesichtscreme
  • 2 hitzebeständige Becher
  • 1 Topf
  • Rührstab (Pürierstab, Stab-Milchaufschäumer oder dergleichen)
  • Spatel oder ähnliches
  • Thermometer
  • Cremedose
  • Messbecher oder Waage
  • gibt es auch als Zubehör-Set

Viele Menschen reagieren allergisch auf kosmetische Inhaltsstoffe. Andere möchten bewusst auf künstliche Wirkstoffe verzichten und wissen, was in den von ihnen genutzten Produkten enthalten ist. So oder so, es gibt viele gute Gründe, sich seine Gesichtscreme selber zu machen. Nicht zuletzt ist es ein Beitrag zum Umweltschutz. Jede Haut ist anders und sie verändert sich im Laufe des Lebens auch immer wieder.

Änderungen in Ess- und Lebensgewohnheiten haben ebenso Einfluss, wie Stress, hormonelle Veränderungen oder die Pflegeroutine. Mit den richtigen Zutaten lässt sich je nach den aktuellen Bedürfnissen der Haut, eine individuell angepasste Creme selber machen. Wenn Sie auf die Qualität der verwendeten Rohstoffe achten, produzieren Sie ein hochwertiges, wirksames Produkt.

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Alternativ können ebenso fertige Sets für Gesichtscreme genutzt werden. ​

Bereits mit wenigen Zutaten entstehen die ersten eigenen Produkte. Davon ausgehend lässt sich eine maßgeschneiderte Kosmetikserie entwickeln. Geruch, Konsistenz und Wirkung bestimmen Sie selbst, wenn Sie Ihre eigene Creme herstellen.

Wer erst einmal ausprobieren möchte, kann mit einem Starterset für Naturkosmetik oder einem Set für beispielsweise eine Lavendelcreme oder eine Ringelblumencreme erste Erfahrungen sammeln. Damit eine Gesichtscreme selber zu machen ist einfach. Gleichzeitig ist die Investition überschaubar und es bleibt kein unnützes Equipment zurück, wenn diese DIY-Idee ein einmaliger Ausflug bleiben sollte.

Hygienehinweis: Bei der Herstellung einer Hautcreme sollte alles, was mit den Rohstoffen und der Creme in Berührung kommt sterilisiert oder desinfiziert sein. Sterilisieren können Sie in kochendem Wasser oder im Schnellkochtopf. Als Desinfektionsmittel reicht 70%-iger Alkohol aus (Isopropanol, Bioethanol o. ä.). Alle Zutaten sowie die Creme selbst sollten dunkel und kühl gelagert werden.

Basis-Rezept für Gesichtscreme – Anteile und Zutaten

Mit diesen Mengenangaben lässt sich beginnen und die Mischung dann nach und nach auf die eigenen Bedürfnisse anpassen, was die Konsistenz, das Verhalten und die Wirkstoffe angeht.

Wässrige Bestandteile:

  • 20 ml destilliertes Wasser oder Blütenwasser

Fettige Bestandteile:

  • 20 ml Öl (Mandelöl, Avocado-Öl u. a.)
  • 5 g Wachs (z. B. Bienen- oder Beerenwachs)
  • 5 g Lanolin oder Veganolin
  • 2 – 3 g Pflanzenbutter (Sheabutter, Kakaobutter o. ä.)

Wirkstoffe und Zusätze:

  • etwa bis zu 15 Tropfen oder 1 – 2 g insgesamt auf diese Menge

Tipp: Gesichtscreme selber machen im Thermomix? Nicht unbedingt einfacher, aber problemlos möglich.

Der ölige Anteil wird im Thermomix selbst erwärmt und aufgelöst, der wässrige Anteil parallel im Wasserbad, dann anhaltend mixen bis die Temperatur auf etwa 30 Grad abgesunken ist, dann die Wirkstoffe eventuelle Konservierungsstoffe einrühren. Zwischendurch mit einem Spatel an den Rändern und am Boden entlang die noch unvermischten Anteile einrühren.

Gesichtscreme selber machen – Zubereitung

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Alle fettigen Zutaten werden zusammen aufgelöst – Pflanzenbutter immer zum Schluss. ​

Eine Creme ist eine Emulsion aus Wasser und Ölen und/oder Fetten – eine sogenannte Wasser-in-Öl-Emulsion. Die wässrigen Zutaten werden getrennt von den Ölen, Fetten und Wachsen in einem Wasserbad auf 70 Grad Celsius erwärmt. In der öligen Substanz werden dabei feste Bestandteile geschmolzen bis die Flüssigkeit klar ist.

Anschließend wird die wässrige Lösung in die fettige Flüssigkeit nach und nach eingerührt und so lange aufgeschlagen, bis sie nur noch lauwarm ist (ca. 30 Grad Celsius).

Abschließend werden Wirkstoffe (die oft hitzeempfindlich sind) in die Emulsion eingerührt und nach Wunsch auch ein natürliches Konservierungsmittel.

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Im Wasserbad werden wässrige und ölige Zutaten auf die gleiche Temperatur gebracht.

Am Ende heißt es nach und nach das Wasser einrühren, bis alles nur noch handwarm ist.

Wasser, Blütenwasser und andere wässrige Lösungen

Die wässrigen Bestandteile sind dafür verantwortlich, der Haut Feuchtigkeit zu geben. Dafür kann sterilisiertes Wasser, ein Blütenwasser (wie Hamameliswasser, Rosenwasser u. a.) oder auch ein Teil eines wässrig-alkoholischen Pflanzenauszuges verwendet werden.

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Am Ende heißt es nach und nach das Wasser einrühren, bis alles nur noch handwarm ist.

Alle Wasser ohne Alkohol sollten vorher noch einmal abgekocht und wieder weitgehend abgekühlt sein, bevor sie gleichzeitig mit der fettigen Komponente ins Wasserbad gestellt werden.

Öle, Fette, Pflanzenbutter und Wachse

Die Öle, Fette und Wachse werden zusammen im Wasserbad aufgelöst, wobei Pflanzenbutter (z. B. Sheabutter, Kakaobutter usw.) erst dazugegeben und aufgelöst werden sollte, wenn alle anderen Fette schon auf 70 Grad erhitzt und geschmolzen sind.

Die Pflanzenbutter soll so kurz wie möglich erhitzt werden, um die wertvollen Wirkstoffe zu schonen. Ölige Auszüge von Pflanzen bringen gleichzeitig Pflanzenwirkstoffe in Creme.

Pflanzenbutter, Lanolin (alternativ Veganolin) und Bienenwachs wirken auch als Konsistenzgeber, das heißt, sie machen die Creme fester. Gleichzeitig sind sie auch leichte Emulgatoren, das bedeutet, dass sie dafür sorgen, dass sich die wässrigen mit den öligen Anteilen zu einer Emulsion verbinden.

Es werden auch andere Emulgatoren zu Herstellung eigener (Natur-)kosmetik angeboten.

Tipps bei Entscheidungsschwierigkeiten

Sie sind unsicher welchen Hauttyp sie haben und Sie überlegen, womit Sie am besten Ihre Gesichtscreme selber machen? Olivenöl ist für alle Hauttypen geeignet, günstig und sehr pflegend. Etwas Wachs und etwas Kakaobutter dazu für die Konsistenz und als Emulgatoren.

Einfaches destilliertes Wasser nehmen. Von Hyaluron profitiert jede Haut genau wie von geringen Mengen Vitamin E, das gleichzeitig konserviert.

Beispiele gut einsetzbarer, fetten Substanzen:

  • Avocado-Öl – mit den Vitaminen A, D, E, und F – macht die Haut elastisch, spendet Feuchtigkeit und ist rückfettend.
  • Borretsch-Öl – enthält essenzielle Fettsäuren – hält die Haut geschmeidig, elastisch und durchlässig.
  • Johanniskraut-Öl – ungesättigte Fettsäuren, Flavonoide, Gerbstoffe – beugt Entzündungen vor und wirkt heilsam.
  • Jojoba-Öl – hautfreundlich, lange haltbar, verträglich und feuchtigkeitsspendend.
  • Macadamia-Nuss-Öl – viele ungesättigte Fettsäuren – gut für trockene, empfindliche Haut, zieht schnell ein.
  • Mandelöl – hautfreundlich. Besonders gut bei empfindlicher Haut.
  • Nachtkerzen-Öl – enthält reichlich essenzielle Fettsäuren – reichhaltige Versorgung empfindlicher Haut.
  • Weizenkeimöl – vitaminreich mit vielen ungesättigten Fettsäuren. Sehr geeignet für unreine, leicht entzündliche Haut.
  • Olivenöl – reich an ungesättigten Fettsäuren – eignet sich für alle Hauttypen.
  • Sheabutter – enthält Vitamine und Glycerin. Glättet und wirkt gegen Austrocknen der Haut und schützt bei Hitze und starker Sonne.
  • Kakaobutter – mit natürlichen Antioxidantien und Vitamin E – zieht schnell ein, gibt Feuchtigkeit und Pflege, duftet nach Schokolade.

Natürliche Wirkstoffe und Zusätze

  • Aloe Vera – viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente – ist vor allem Feuchtigkeit spendend, entzündungshemmend und beruhigend. Wenn Sie eine Gesichtscreme selber machen, ist Aloe Vera immer gut.
  • Calendula (Ringelblume) – ihre Inhaltsstoffe töten Bakterien ab – wirkt heilend, regenerierend, entzündungshemmend und beruhigend.
  • Vitamin E – Antioxidans und konservierend – effektiv gegen frei Radikale und für alle, die Gesichtscreme selber machen ein Anti Aging Zusatz par excellence.
  • Gelee Royale – jede Menge Vitamine und Mineralstoffe – nährt die Haut und regt zur Regeneration an.
  • Grüner Tee – enthält viele Flavonoide – wirkt antibakteriell und beruhigend.
  • Hamamelis – Gerbstoffe und ätherische Öle – verfeinert die Poren, klärt die Haut und gibt Ihr Feuchtigkeit. Perfekter Zusatz, wenn Sie Gesichtscreme selber machen gegen Pickel.
  • Hopfen – hat Phytohormone, die die Haut zur Regeneration anregen. Gleichzeitig wirkt er beruhigend und bindet Feuchtigkeit.
  • Hyaluron – hat die Haut auch selbst und braucht sie um Feuchtigkeit im Bindegewebe zu erhalten. Sehr gut verträglich und auch vegan erhältlich.
  • Kamille – desinfizierend – beruhigt sensible, leicht irritierbare Haut.
  • Lavendel – beruhigt und lindert Schmerzen – gut gegen Hautunreinheiten und angenehm duftend.
  • Melisse – reich an ätherischem Öle – beruhigt irritierte, empfindliche Haut und riecht leicht nach Zitrone.
  • Orangenöl – mit Vitamin C – wirkt antibakteriell, hautstraffend und entzündungshemmend und bei fettiger Haut. Gering dosieren, da es entfettet.
  • Propolis – hat stark entzündungshemmende und granulierende Wirkung. Wollen Sie eine Gesichtscreme selber machen gegen Akne? Dann ist dieser Wirkstoff perfekt geeignet.
  • Rosenöl – ätherisches Öl – regeneriert und verfeinert anspruchsvolle Haut.
  • Rosmarin – enthält ätherisches Öl – regt den Stoffwechsel der Haut an, gibt einen rosigen Teint und wirkt gut gegen freie Radikale. Damit können Sie eine Gesichtscreme selber machen mit Anti-Aging-Wirkung.
  • Süßholzwurzel – antibakteriell und antiallergisch. Wirkt gut bei Hautunreinheiten und -irritationen.

Tipps für bestimmte Hauttypen und -probleme

Für welche Haut? Welche Zutaten?
Gesichtscreme selber machen bei Mischhaut? Die Creme kann gut Olivenöl und Aloe Vera enthalten. Eventuell für die fettigeren Hautstellen zusätzlich einen Teil der Creme mit einigen Tropfen Orangenöl vermischen.
Besondere Belastung der Haut bei Sonne und Wind, beispielsweise im Urlaub? Gesichtscreme selber machen mit Sheabutter! Sie enthält natürlichen UV-Schutz, ist atmungsaktiv und filmbildend, was die Feuchtigkeit der Haut erhält. Zusätzliche Wirkstoffe wie etwa Aloe Vera, Hyaluron oder Hopfen.
Wie am besten Gesichtscreme selber machen für reife Haut? Um eine vorzeitige Hautalterung zu vermeiden, sollten Sie sich eine Gesichtscreme selber machen mit Kokosöl als Basis. Dazu verwenden Sie Wirkstoffe wie Hyaluron, Rosmarin, Gelee Royal und Vitamin E.
Hautunreinheiten und Pickel machen Ihnen das Leben schwer? Weizenkeim- und Johanniskraut-Öl, Bienenwachs und Wirkstoffe wie Calendula, Hamamelis, Süßholzwurzel, Propolis, Grüner Tee und/oder Lavendel.
Sie möchten sich eine Gesichtscreme selber machen bei trockener Haut? Avocado- oder Nachtkerzen-Öl, Shea- und Kakaobutter zu gleichen Teilen und als Wirkstoffe Hyaluron, Aloe Vera oder Hopfen.
Ihre Haut neigt zu Irritationen und Rötungen? Nehmen Sie für Ihre Creme Jojoba- und/oder Mandelöl, Veganolin, Kakaobutter. Als Wirkstoffe kommen besonders Calendula, Grüner Tee, Hopfen und Kamille infrage.

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