Unkraut & Schädlinge

Gespinstmottenraupen effektiv bekämpfen

  • Neun verschiedene Gespinstmottenarten haben einen unterschiedlichen Appetit, was die Bäume und Sträucher angeht, die sie bevorzugen.
  • Die beste Abwehr besteht im frühzeitigen Abschneiden, Ablesen oder Abspritzen mit einem harten Wasserstrahl.
  • Die Raupen sowie die befallenen Astabschnitte müssen zuverlässig vernichtet werden, damit die Raupen nicht wieder zurück auf dem Baum wandern.

Gespinstermotten Raupen befallener Baum

Schädlinge im Garten

Unkraut und Schädlinge sind die natürlichen Widersacher des Gärtners, während die Nützlinge in seiner Mannschaft um einen schönen, ertragreichen Garten kämpfen. Hilfreich ist dazu Unkraut & Schädlinge Test & Vergleich. Darüber hinaus ist bei der Bekämpfung mit – möglichst natürlichen Mitteln – ein Drucksprüher das wichtigste Instrument. Schauen Sie dazu diesen Vergleich an: Drucksprüher im Vergleich.

Die Gespinstmotte wird auch als Knospenmotte bezeichnet und zählt zur Familie der Schmetterlinge. Ihren Namen verdanken die Insekten den Gespinsten, die einen ganzen Baum bedecken können. In den Gespinsten leben die Raupen und verpuppen sich schließlich, bis aus ihnen ein Schmetterling wird.

Die Gespinstmotten findet man auf bis zu 50 Pflanzenfamilien, besonders gerne werden Apfelbäume, Pfaffenhütchen oder Traubenkirschen im heimischen Garten angeflogen. Wird ein Befall festgestellt, gilt es schnell zu handeln, da die kleinen Raupen zu einem kompletten Kahlfraß führen können.

Erfahren Sie mehr zu den Gespinstmotten und wie Sie Ihre Laubbäume vor einem Befall präventiv schützen können.

Leben der Gespinstmotten

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Die Raupen leben in Gespinsten und ernähren sich vom Laub.

Massenhaftes Auftreten in größeren Abständen ist typisch für die Gespinstmotte (Yponomeuta). Begünstigt wird das Auftreten durch lange und warme Trockenperioden im Frühjahr, bis schließlich im Mai und Juni die Blätter einiger End- und Seitentriebe der Laubbäume oder Sträucher mit einem dichten weißen Gespinst umsponnen sind.

In diesem Gespinst fressen zahlreiche Raupen mit schwarzen Flecken an den Seiten und einem schwarzen Kopf an den Blättern. Bei starkem Befall  kann es zu einem kompletten Kahlfraß des Baumes kommen.

Welche Wirtspflanze im Freiland mit Eiern belegt werden, hängt von der Art der Gespinstmotte ab. Generell leben in Westeuropa neun verschiedene, jedoch eng verwandte Yponomeuta-Arten, die sich äußerlich ähneln und nur in ihren Vorlieben für Nahrungsquellen offensichtlich unterscheiden:

Apfel- und Birnenbäume, Silberweiden, Pfaffenhütchen und das Große Fettkraut sind nur einige Bäume, die von den Faltern der Gattung Yponomeuta angeflogen werden.

Die Gespinstmotten entwickeln je nach Art jedoch nur eine bis zwei Generation pro Jahr. Die kleinen Raupen wandern im April auf die Knospen. Später wird das Blattgewebe von ihnen oberflächlich regelrecht abgeschabt.

Die größer werdenden Raupen gesellen sich ab Mitte Mai schließlich zusammen und stellen die großen Gespinste her, die man zwischen den Ästen beobachten kann. Auch wenn die Raupen die Bäume kahlfressen, überstehen die Laubbäume diesen Angriff unbeschadet und treiben im Folgejahr wieder aus.

Die Schmetterlinge der Gespinstmotten

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Die Flügel des Nachtfalters sind weiß mit schwarzen Punkten. Weibchen werden 60 Tage alt, Männchen sterben nach der Kopulation.

Die Verpuppung der gefräßigen Raupen erfolgt im Juni innerhalb der Gespinste in weißen, festen Kokons. Aus den Kokons schlüpfen schließlich die kleinen Schmetterlinge, mit etwa zwei Zentimeter Flügelspannweite und einer weiß-schwarz-gepunktete Färbung.

Die Nachtfalter fliegen nach Sonnenuntergang von Juli bis August und suchen nach idealen Futterpflanzen für ihre Nachkommen. Die Weibchen locken männliche Falter mit Sexualpheromonen an und legen ihre Eier schließlich an dünnen Zweigen in Häufchen von bis zu 50 Stück im Laubbaum ab.

Die Eigelege werden von einer Sekretschicht geschützt, die im Laufe der Zeit aushärtet und sich dunkel verfärbt.

Die Junglarven schlüpfen noch im Herbst und überwintern unter dieser Schutzschicht, bevor sie im Frühjahr an die Triebe wandern, wo sie sich zunächst von Knospen und mit zunehmendem Alter auch von Blättern ernähren. Der Blattfraß findet hauptsächlich im Juni statt, wenn die Raupen ausgewachsen und die Blätter noch jung sind.

Bei großem Befall wird der gesamte Baum oder Strauch mit einem schleierartigen Gespinst umsponnen und kahlgefressen – der Kreislauf der Gespinstmotten beginnt aufs Neue.

Gespinstmotten bekämpfen

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Die Raupen überleben im feinen Gespinst.

Das Problem bei der effektiven Gespinstmottenbekämpfung ist die Tatsache, dass der Schädling oftmals erst dann entdeckt wird, wenn die Raupen bereits Gespinste gebildet haben.

Sind die Raupen schon fleißig am Fressen und über die gesamte Pflanze verteilt, wird eine Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln erschwert bis unmöglich.

Die effektivste und sicherste Gegenmaßnahme besteht dann darin, die Gespinste mitsamt den Raupen durch Absammeln, Ausschneiden oder Herunterspritzen mit einem harten Wasserstrahl zu entfernen.

Um zu vermeiden, dass die entfernten Raupen wieder auf den Baum wandern, ist es ratsam, sie am Boden aufzusammeln und zu vernichten. Zudem können grüne Leimringe als mechanische Barriere an den Obstbäumen angebracht werden, um eine erneute Raupenwanderung zu unterbinden. Vor der Winterruhe werden die befallenen Bäume zurückgeschnitten.

Achtung: Der Schnittabfall gehört nicht auf den Kompost, sondern sollte zum Abfallhof gebracht werden. Suchen Sie bei Schnittarbeiten nach noch vorhandenen Eigelegen, diese sind meist an den Kurztrieben und dünnen Ästen zu finden.

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Bei starkem Befall wird wie hier das gesamte Pfaffenhütchen umsponnen.

Zum Zeitpunkt der Schlupf der Nachtfalter können spezielle Fallen mit Pheromonlockstoffen aufgestellt werden. Die Weibchen suchen nach Futterpflanzen und fliegen in die Falle, in der sie an Klebestreifen hängen bleiben und verenden.

Im Frühjahr können Pflanzenschutzmaßnahmen mit nützlingsschonenden Pflanzenschutzmitteln durchgeführt werden.

Wichtig ist hierbei, dass die Spritzung mehrfach wiederholt werden muss. Chemische Pflanzenschutzmittel sind schaden der Umwelt und den Früchten der Obstbäume.

Falls notwendig, sollte sich eine Anwendung auf kleinere Bäume beschränken. Kontrollieren Sie den Erfolg der Spritzmethode regelmäßig.

Tipp: Welche Spritzmittel für die Gartennutzung zugelassen sind, können Sie in der Pflanzenschutzmitteldatenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nachlesen.