Basteln mit Holz

Nut und Feder

Holzverbindung Nut und Feder

Bei einer Verbindung aus Nut und Feder wird in zwei Werkstücke jeweils eine Nut eingefräst. Mithilfe einer Feder aus Holz, die in die beiden Nuten eingefügt wird, lassen sich die Werkstücke formschlüssig zusammenfügen. Nut und Feder können, müssen aber nicht die gesamte Länge bzw. Breite eines Werkstückes einnehmen. Das gilt auch für Stoß-Verbindungen, bei der nur punktuell elliptische Flachdübel zum Einsatz kommen (siehe Stoßverbindung).

Eine Spundung ist eine Variante der Nut-und-Feder-Verbindung, bei der die Feder nicht separat eingelegt wird, sondern aus einem Werkstück herausgearbeitet wird. Die Feder wird dann als Spund bezeichnet. Ein gekürzter Spund, der nicht über die gesamte Längsseite eine Werkstückes verläuft, kann auch als ein Zapfen aufgefasst werden (siehe Schlitz und Zapfen). Die Spundung findet häufig Verwendung bei der Herstellung von Vertäfelungen oder Fußböden. Eine besondere Form der Spundung ist die Gratung, bei der die Spundwände trapezförmig auseinanderlaufen (siehe auch Zinkung). Von einer Falz-Verbindung spricht man, wenn die Nut an den Rand des Werkstückes verschoben wird. Dadurch fehlt der Nut eine Seitenfläche. Statt der üblichen drei Kontaktflächen für eine Feder sind nur noch zwei vorhanden. Daher muss diese Verbindung nicht nur geleimt, sondern auch zusätzlich genagelt oder geschraubt werden.

Materialien und Werkzeuge

  • Schraub- oder Klemmzwingen
  • Anschlagwinkel und Streichmaß
  • Spitzer Bleistift
  • Nuthobel oder Oberfräse
  • Führungsschienen

Anleitung Nut und Feder

Holzverbindung Nut und Feder: StreichmaßAnreißen der Nut mit Streichmaß

Anreißen und Fräsen der Nut

Mit einem besonders großen Anschlagwinkel kann man einen langen Nutriss anreißen. Bei einer Nut, die nahe einer Seitenkante liegt, kann man auch ein Streichmaß verwenden, um eine parallel zur Seitenkante verlaufende Nut anzuzeichnen.

Holzverbindung Nut und Feder: Werkzeuge für die Herstellung von NutenWerkzeug zur Herstellung von Nuten

Fräsen der Nut und Sägen der Feder

Wenn man nur Handwerkzeug benutzen möchte, sollte man zwei Dinge beachten: Eine Längsnut, die längs zu Holzfaser verläuft, kann mit einem Nuthobel gehobelt werden. Eine Quernut kann hingegen nur gesägt werden. Da heutzutage allerdings meist elektrisches Werkzeug wie eine Oberfräse zum Einsatz kommt, ist die Unterscheidung nicht mehr wichtig. Stattdessen ist es wichtig, auf die richtige Handhabung der Oberfräse zu achten. Besonders präzise wird die Nut, wenn man eine Führungsschiene verwendet.

Holzverbindung Nut und Feder: OberfräseOberfräse zur Herstellung von Nuten

Bei einer Nut-und-Feder-Verbindung aus zwei Werkstücken mit jeweils einer Nut, wird eine Feder benötigt, deren Stärke und Breite etwas geringer ist als die der Nuten. Idealerweise verwendet man ein Holz, dass etwa einem Drittel der Holzstärke der Werkstücke entspricht und nur noch in der Länge und Breite zugeschnitten werden muss.

Holverbindung Nut und Feder: Beispiele für SpundungenBeispiele für Spundungen

Verbinden der Teile

Nachdem die Nuten gefräst und die Feder passend zugeschnitten wurde, kann man die Teile zusammenfügen. Nut-und-Feder-Verbindungen werden normalerweise nicht verleimt, weil das schwindende Holz dazu führen würde, dass die Verbindung wieder gelöst wird. Stattdessen wird beispielsweise bei Wandpanelen geschraubt oder genagelt. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Ausnahmen wie das Verlegen von Laminatboden oder die Verwendung von Flachdübeln.

Variante: Nut und Feder mit Flachdübeln

Eine Nut-und-Feder-Verbindung mit Flachholzdübeln wird analog zu einer herkömmlichen Verbindung hergestellt, d. h. auch hier gibt es zwei Nuten, die allerdings mit einem elliptisch gefromten Flchdübel verbunden werden. Diese Form entspricht den Schlitzen, die die meisten Schlitz- und Flachdübelfräsen erzeugen.Während man bei der Verwendung von zylindrischen Holzdübeln sehr präzise arbeiten muss, um den Durchmesser und die Tiefe der Bohrlöcher exakt auf den Dübel abzustimmen, ist man beim Einsatz von Flachdübeln etwas freier. Man kann dem Dübel mehr Spielraum gönnen, da der Dübel dank der Feuchtigkeit des Leims aufquellen und die Nut vollständig ausfüllen wird. Bei Dübeln vergleichbarer Größe ist ein weiterer Vorteil von Flachdübeln die größere Kontaktfläche und die damit verbundene größere Stabilität der Verbindung. Daher ist diese Art der Verbindung besonders für Spanplatten geeignet, die aufgrund ihrer Materialzusammensetzung für Holzverbindungen wie Überblattung, Schlitz und Zapfen oder Zinkung nicht verwendet werden können.

 

Hat Ihnen dieser Ratgeber gefallen?

Aktuelles User-Feedback

4,4/5 aus 11 Bewertungen
 
Kommentare
Jetzt den ersten Kommentar schreiben Helfen Sie anderen Lesern von heimwerker.de und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Nut und Feder.
Neuen Kommentar veröffentlichen