Basteln mit Holz

Nut und Feder-Holzverbindung

  • Zwei Werkstücke bekommen eine Nut und werden mit einer Feder (einem zusätzlichen Holz) verbunden.
  • Eine Spundung ist eine Variante bei der aus einem Werkstück die Nut gesägt oder gefräst wird, beim anderen die Feder herausgearbeitet, wie auf dem Bild hier drunter zu sehen.
  • Eine moderne Form der Nut-und-Federverbindung ist die Verbindung mit Flachdübeln.

Nut und Feder als Illustration

Bei einer Verbindung aus Nut und Feder wird in zwei Werkstücke jeweils eine Nut eingefräst. Mithilfe einer Feder aus Holz, die in die beiden Nuten eingefügt wird, lassen sich die Werkstücke formschlüssig zusammenfügen. Nut und Feder können, müssen aber nicht die gesamte Länge bzw. Breite eines Werkstückes einnehmen. Das gilt auch für Stoß-Verbindungen, bei der nur punktuell elliptische Flachdübel zum Einsatz kommen.

Eine Spundung ist eine Variante der Nut-und-Feder-Verbindung, bei der die Feder nicht separat eingelegt wird, sondern aus einem Werkstück herausgearbeitet wird. Die Feder wird dann als Spund bezeichnet. Ein gekürzter Spund, der nicht über die gesamte Längsseite eine Werkstückes verläuft, kann auch als ein Zapfen aufgefasst werden. Die Spundung findet häufig Verwendung bei der Herstellung von Vertäfelungen oder Fußböden.

Eine besondere Form der Spundung ist die Gratung, bei der die Spundwände trapezförmig auseinanderlaufen. Von einer Falz-Verbindung spricht man, wenn die Nut an den Rand des Werkstückes verschoben wird. Dadurch fehlt der Nut eine Seitenfläche. Statt der üblichen drei Kontaktflächen für eine Feder sind nur noch zwei vorhanden. Daher muss diese Verbindung nicht nur geleimt, sondern auch zusätzlich genagelt oder geschraubt werden.

Werkzeuge
  • Schraub- oder Klemmzwingen
  • Anschlagwinkel und Streichmaß
  • Spitzer Bleistift
  • Nuthobel oder Oberfräse
  • Führungsschienen

1. Anleitung Nut und Feder

1.1. Schritt 1: Anreißen und Fräsen der Nut

Mit einem besonders großen Anschlagwinkel kann man einen langen Nutriss anreißen. Bei einer Nut, die nahe einer Seitenkante liegt, kann man auch ein Streichmaß verwenden, um eine parallel zur Seitenkante verlaufende Nut anzuzeichnen.

Holzverbindung Nut und Feder: Streichmaß
Streichmaß – ein tolles Werkzeug
Holzverbindung Nut und Feder: Werkzeuge für die Herstellung von Nuten
Werkzeug zur Herstellung von Nuten
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1.2. Schritt 2: Fräsen der Nut und Sägen der Feder

Holzverbindung Nut und Feder: Oberfräse
Oberfräse zur Herstellung von Nuten
Holverbindung Nut und Feder: Beispiele für Spundungen
Beispiele für Spundungen

Wenn man nur Handwerkzeug benutzen möchte, sollte man zwei Dinge beachten: Eine Längsnut, die längs zu Holzfaser verläuft, kann mit einem Nuthobel gehobelt werden. Eine Quernut kann hingegen nur gesägt werden. Da heutzutage allerdings meist elektrisches Werkzeug wie eine Oberfräse zum Einsatz kommt, ist die Unterscheidung nicht mehr wichtig. Stattdessen ist es wichtig, auf die richtige Handhabung der Oberfräse zu achten. Besonders präzise wird die Nut, wenn man eine Führungsschiene verwendet.

Bei einer Nut-und-Feder-Verbindung aus zwei Werkstücken mit jeweils einer Nut, wird eine Feder benötigt, deren Stärke und Breite etwas geringer ist als die der Nuten. Idealerweise verwendet man ein Holz, dass etwa einem Drittel der Holzstärke der Werkstücke entspricht und nur noch in der Länge und Breite zugeschnitten werden muss.

1.3. Schritt 3: Verbinden der Teile

Nachdem die Nuten gefräst und die Feder passend zugeschnitten wurde, kann man die Teile zusammenfügen. Nut-und-Feder-Verbindungen werden normalerweise nicht verleimt, weil das schwindende Holz dazu führen würde, dass die Verbindung wieder gelöst wird. Stattdessen wird beispielsweise bei Wandpanelen geschraubt oder genagelt. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Ausnahmen wie das Verlegen von Laminatboden oder die Verwendung von Flachdübeln.

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2. Variante: Nut und Feder mit Flachdübeln

Eine Nut-und-Feder-Verbindung mit Flachholzdübeln wird analog zu einer herkömmlichen Verbindung hergestellt, d. h. auch hier gibt es zwei Nuten, die allerdings mit einem elliptisch gefromten Flachdübel verbunden werden. Diese Form entspricht den Schlitzen, die die meisten Schlitz- und Flachdübelfräsen erzeugen. Während man bei der Verwendung von zylindrischen Holzdübeln sehr präzise arbeiten muss, um den Durchmesser und die Tiefe der Bohrlöcher exakt auf den Dübel abzustimmen, ist man beim Einsatz von Flachdübeln etwas freier. Man kann dem Dübel mehr Spielraum gönnen, da der Dübel dank der Feuchtigkeit des Leims aufquellen und die Nut vollständig ausfüllen wird. Bei Dübeln vergleichbarer Größe ist ein weiterer Vorteil von Flachdübeln die größere Kontaktfläche und die damit verbundene größere Stabilität der Verbindung.

Daher ist diese Art der Verbindung besonders für Spanplatten geeignet, die aufgrund ihrer Materialzusammensetzung für Holzverbindungen wie Überblattung, Schlitz und Zapfen oder Zinkung nicht verwendet werden können.

3. FAQ: Flachdübel oder Runddübel – Was verspricht den besseren Halt?

Schrauben und Dübel

Um einzelne Holzbauteile miteinander zu verbinden, kann man zu Schrauben und Dübeln greifen. Wenn die Verbindung unsichtbar bleiben soll, greift man aber besser zu Dübeln.

Insbesondere Heimwerker ohne weitreichende Expertise im Bereich der Holzverarbeitung stehen oft recht ratlos vor angefangenen Do It Yourself-Projekten. Denn so gut die eigene Idee auch sein mag, so gut wie alle Holzprojekte, vom Weinständer über den Bilderrahmen bis hin zu einem einfachen Regal haben oft das gleiche Problem: Die Verbindung der einzelnen Holzbauteile.

Zunächst kommt hier sicherlich vielen Heimwerkern die einfachste Lösung in den Sinn: Schrauben. Doch während diese simple, aber effektive Lösung bei vielen Holzobjekten funktionieren mag, lassen sich Schrauben nicht ohne Weiteres einfach überall verwenden. Was zum Beispiel, wenn Holzstücke fest miteinander verbunden werden sollen, die Verbindung aber unsichtbar bleiben soll, etwa bei einem Bilderrahmen? Hier wäre es äußerst unansehnlich, am Rand des Bilderrahmens Schraubenköpfe zu sehen.

Eine der finalen Lösungen bleibt daher das Dübeln. Doch auch hier ist ein Dübel nicht gleich ein Dübel. Für viele verschiedene Arten der Anwendung gibt es auch eine ebenso große Anzahl von Dübeln, die dafür infrage kommen.

Daher wollen wir Ihnen heute einen Überblick über zwei der häufigsten Arten der Dübel bieten, über den Flachdübel und den Runddübel. Welche Art von Dübel wird wo verwendet? Und welche Sorte bietet mehr Halt? Diese und weitere Fragen beantwortet Heimwerker.de Ihnen im Folgenden.

3.1. Flachdübel oder Runddübel als Verbindung: Wo ist der Unterschied?

Runddübel

Runddübel sind sehr einfach zu benutzen und man findet sie häufig in Möbelbausätzen zum Selbstbauen.

Falls Sie nicht häufig mit Projekten im Bereich der Holzverarbeitung zu tun haben, kann es sein, dass Ihnen Runddübel geläufiger sind als Flachdübel. Häufig sind Runddübel in Möbelbausätzen zum Selbstbauen enthalten. Sie bestehen aus einem kurzen Rundholz in unterschiedlichen Stärken, dessen Ecken oft abgerundet sind, um das Einführen in Bohrlöcher zu vereinfachen. Zusätzlich sind Runddübel in der Regel mit Riffeln versehen, die für besseren Halt im Holz sorgen, insbesondere wenn Runddübel verleimt werden und sich dadurch etwas ausdehnen.

Flachdübel wiederum lassen sich als kleine, elliptische Holzscheiben beschreiben. Häufig sind auch sie mit einer aufgepressten Waben- oder Gitterstruktur versehen. Ihre Anwendung unterscheidet sich jedoch recht deutlich von der Anwendung von Runddübeln. Auch mit Flachdübeln lassen sich sowohl Stirnseiten als auch Flächen von Holzobjekten miteinander verbinden. Aufgrund der Form des Flachdübels ist hierfür jedoch ein breiterer Spalt bzw. eine Nut erforderlich, die mit einer entsprechenden Fräse in die zu verbindenden Bauteile gefräst wird. Anschließend wird der Flachdübel verleimt und die Bauteile zusammengesteckt. Durch den Leim quillt der Flachdübel auf und hält durch seine Riffelstruktur ähnlich wie ein Runddübel stabil im Holz.

3.2. Flachdübel oder Runddübel verwenden: Wo sind Vor- und Nachteile?

Flachdübel, Holzdübel, isoliert vor weißem Hintergrund

Im Heimwerkerbereich kommen häufig Flachdübel zum Einsatz, weil sie kleinere Ungenauigkeiten beim Fräsen vergeben.

Es gibt einen nicht zu verachtenden Grund dafür, dass Runddübel im Bereich der Möbel-Bausätze recht weit verbreitet sind. Auch für den unerfahrensten Heimwerker sind sie nämlich sehr einfach zu benutzen: So werden Sie einfach – eventuell zusammen mit einer kleinen Menge Leim – in das vorgefertigte Bohrloch gesteckt und mit einem anderen Bauteil verbunden.

Doch vielleicht hatten Sie bei einem Möbel-Bausatz auch schon einmal das Problem, dass beide Bauteile bei der Verwendung mehrerer Runddübel nicht ganz optimal aufeinandergepasst haben und Sie mit etwas mehr Kraft nachhelfen mussten. Hier besteht das größte Problem von Runddübeln: Um sie verwenden zu können, müssen die Bohrlöcher in den Werkstücken, die verbunden werden sollen, äußerst exakt und präzise gebohrt sein, damit die Bauteile später passend verbunden werden können. Es besteht so gut wie kein Spielraum; wenn etwa eines von zwei Bohrlöchern einen nur minimalen Versatz gegenüber zwei möglichst identischen Bohrlöchern am zu verbindenden Werkstück aufweist, passt die Verbindung nicht mehr.

Bei einer kommerziellen Serienproduktion von Fertigmöbeln ist das kein großes Problem: Hier werden hunderte Bauteile am Tag mit perfekt justierten Maschinen gefräst, sodass jedes Bohrloch perfekt sitzt und der Kunde später keine Mühe mit dem Einsetzen der Runddübel hat. Und selbst wenn ein Bohrloch einmal aus Versehen unpassend gefräst wird, ist ein einzelnes Bauteil als Ausschuss kein Drama für den Möbelhersteller.

Im Heimwerkerbereich trifft man bei Holzprojekten jedoch nur selten auf große Serienproduktionen. Daher kommt hier häufig der Flachdübel zum Einsatz. Dieser bietet im Vergleich zum Runddübel nämlich einen entscheidenden Vorteil: Je nachdem wie breit die Nut für den Flachdübel gefräst wurde, besteht hier zumindest in der Längsrichtung der Verbindung deutlich mehr Spielraum, um Bauteile gegeneinander auch beim Verbinden noch bewegen zu können, bis der Leim endgültig getrocknet ist. Dadurch müssen die Fräsungen der Flachdübelschlitze nicht immer zu einhundert Prozent genau erfolgen, sondern vergeben auch kleinere Ungenauigkeiten.

Flachdübel bringen jedoch zwei Nachteile mit sich. Der weniger wichtige dieser beiden Nachteile ist der Formfaktor des Flachdübels. Durch die Länge der elliptischen Form können Flachdübel nicht verwendet werden, um zum Beispiel dünne Holzbauteile an den Stirnseiten miteinander zu verbinden; ein Stuhlbein ließe sich als Beispiel nicht mit einem Flachdübel befestigen, sondern müsste entweder mit mehreren Runddübeln angebracht oder verschraubt werden. Auch Bilderrahmen werden oft durch Runddübel zusammengehalten, da die Rahmenteile hier häufig schmaler sind als Flachdübel breit.

Achtung: Der größere Nachteil, der Flachdübel begleitet, ist jedoch die Vorbereitung für die Verbindungen. Während auch die meisten laienhaften Heimwerker einen Akkuschrauber mit Holzbohraufsatz entweder selbst besitzen oder durch Freunde und Bekannte organisieren können, sind Werkzeuge zum Fräsen von Flachdübelschlitzen nicht unbedingt weit verbreitet. Für viele Heimwerker lohnt es daher nicht, nur für eines oder zwei Holzbauprojekte extra eine solche Fräse anzuschaffen. Zwar gibt es günstige Varianten bereits für 50 – 60 Euro, eine solide Maschine fängt preislich jedoch meist eher im doppelten Bereich an. Mit etwas Glück lässt sich eine solche Fräse aber in einem Baumarkt oder Fachgeschäft ausleihen.

3.3. Runddübel oder Flachdübel, welcher bietet den besseren Halt?

Diese Frage lässt sich generell nicht beantworten, denn es kommt immer auf die spezifische Art der Verwendung im Einzelfall an. Flachdübel bieten eine größere Fläche, die zwischen zwei Bauteilen verleimt werden kann, somit bietet der einzelne Dübel mehr Halt im Vergleich zu einem einzelnen Runddübel. Wenn Runddübel benutzt werden, ist die Anzahl meist jedoch deutlich höher als bei einer vergleichbaren Verbindung mit Flachdübeln.

Fazit: Insofern lassen sich mit beiden Methoden haltbare Verbindungen herstellen. Wenn Flachdübelschlitze vorhanden sind, bietet sich jedoch zusätzlich der Vorteil, dass hier auch nicht permanente Verbindungslösungen verwendet werden können, also solche, die sich bei Bedarf wieder lösen lassen. Hierfür gibt es spezielle Bauteile, die in etwa die gleiche Form wie Flachdübel haben, aber aus Plastik oder Metall bestehen und sich in zwei Teile auseinandernehmen lassen, sodass auch unsichtbar verbundene Holzwerkstücke wieder getrennt werden können.

Ganz gleich, für welche Variante Sie sich auch entscheiden – Heimwerker.de wünscht viel Erfolg bei ihrem nächsten Holzprojekt!

Bildnachweise: Shutterstock/Zhivka Kalinkova, 'Holzverbindung Nut und Feder': von Krysha Snyder(flickr), 'Holzverbindung Nut und Feder: Streichmaß': von Jordanhill School D&T Dept(flickr), 'Holzverbindung Nut und Feder: Werkzeuge für die Herstellung von Nuten': von Dietmar Grummt(pixelio), 'Holzverbindung Nut und Feder: Oberfräse': von GoRapid(wikimedia), 'Holverbindung Nut und Feder: Beispiele für Spundungen': von ciamabue(flickr), 'Holzverbindung Nut und Feder': von Krysha Snyder(flickr), 'Holzverbindung Nut und Feder: Streichmaß': von Jordanhill School D&T Dept(flickr), 'Holzverbindung Nut und Feder: Werkzeuge für die Herstellung von Nuten': von Dietmar Grummt(pixelio), 'Holzverbindung Nut und Feder: Oberfräse': von GoRapid(wikimedia), 'Holverbindung Nut und Feder: Beispiele für Spundungen': von ciamabue(flickr), Adobe Stock/Philip, Adobe Stock/Piotr, Adobe Stock/M. Schuppich (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)