Küchenzeile & EBK

Hygiene in der Küche: 7 Tipps für eine keimfreie Küche

  • In der Küche fühlen sich Keime besonders an den Stellen wohl, die warm und feucht sind. Wechseln Sie Putzlappen und Geschirrtücher deswegen regelmäßig.
  • Achten Sie darauf, dass sich keine verdorbenen Lebensmittel in Ihrem Kühlschrank befinden. Verwenden Sie Dosen und Boxen und lagern Sie Lebensmittel nicht offen.
  • Nicht immer ist es ratsam, einen besonders aggressiven Reiniger zu verwenden. Essig und Zitronensäure sind bewährte, günstige Hausmittel, die Küchen souverän reinigen.

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200.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr nachweislich an Magen-Darm-Infektionen mit der “Ursache Lebensmittel”. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Denn die Dunkelziffer ist hoch und wird von Experten auf über eine Million geschätzt.

Unerwünschte Küchenkeime wie Salmonellen und Co. führen zwar hauptsächlich bei hochsommerlichen Temperaturen zu Problemen, jedoch traten viele Erkrankungen in der Vergangenheit in der 23. bis 46. Kalenderwoche des Jahres auf, also vom späten Frühjahr bis zum Herbst. Auf Heimwerker.de bieten wir Ihnen einen Hygieneplan für die Küche und weitere Tipps und Tricks, wie Sie Ihre Küche richtig putzen.

1. Unsichtbare Bedrohung durch Microorganismen

Hände besser schmucklos

Hausfrau oder Hausmann sollte sich vor dem Kochen, nach jedem Gang zur Toilette und nach jedem Kontakt mit Haustieren die Hände mit warmem Wasser und Seife waschen. Da die Reinigung unter Schmuckstücken an Fingern und Handgelenken ohnehin nicht richtig funktioniert, sollten Ringe oder Armbänder vor dem Kochen und Backen gleich abgelegt werden.

Sie sind nicht zu sehen und nicht zu riechen. Mikroorganismen kommen überall in der Natur vor. Doch besonders, wo Lebensmittel gelagert, zubereitet, warm gehalten und verzehrt werden, finden sie besonders geeignete Wachstumsbedingungen. Nicht immer sind sie schädlich.

Viele Lebensmittel könnten ohne Bakterien ihren typischen Geschmack nicht entwickeln oder nicht längere Zeit haltbar bleiben. Milchsäurebakterien lassen beispielsweise Sauerkraut und Salami entstehen, Schimmelpilze veredeln Milch zu feinsten Käsespezialitäten und Hefe macht Teige locker und luftig.

Doch unter den Mikroorganismen in der Küche gibt es auch unerwünschte Krankmacher. Sind Lebensmittel massiv erstmal in größerem Umfang von ihnen befallen, können sie Durchfall, Erbrechen und Fieber auslösen. Im schlimmsten Fall sind sie sogar tödlich.

2. Lappen, Schwämme und Bürsten immer wechseln und waschen

Spüllappen sind schnell zur Hand und fast immer feucht. Mit dem Tuch wird die verschüttete Milch aufgewischt oder das Brotbrettchen von Krümeln befreit. Natürlich dient er auch dem täglichen Abwasch von Töpfen und Geschirr. Oft im Unterschrank des Spülbeckens verstaut oder zusammengedrückt neben dem Wasserhahn, hat der Lappen nach getaner Arbeit kaum eine Chance zu trocknen.

Kein Wunder also, dass Wissenschaftler Spüllappen und Spülschwamm als gefährliche Keimschleuder enttarnten. Bis zu vier Millionen Mikroorganismen pro Milliliter Wringwasser pressten Forscher schon aus Spüllappen, davon gehörten 2.500 zu den so genannten koliformen Keimen, wie sie in Fäkalien vorkommen.

Bei jedem Abwischen werden diese Keime auf Küchenoberflächen, Geschirr, Besteck oder Geschirrtuch verteilt und vermehren sich dort anschließend weiter.

Die Experten von TÜV SÜD raten deshalb zu folgenden Hygieneregeln in der Küche:

  • Spüllappen oder Spülschwamm mehrmals die Woche wechseln wechseln oder bei mindestens 60°C waschen.
  • Die Spülbürste wandert am besten jeden Tag mit in den Geschirrspüler.
  • Geschirrtücher sollten immer gut trocknen können. Am besten werden sie einmal pro Woche ausgetauscht, bei Verschmutzung aber lieber sofort.
  • Damit Keime keine Chance haben, ist es ratsam, getrennte Tücher zum Abtrocknen der Hände und zum Nachtrocknen des Geschirrs zu verwenden. Geht mal was daneben, wird es schnell mit Einmal-Küchentüchern aufgewischt

3. Klemmösen für Hand- und Geschirrtücher

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Praktische Handtuchclips können abgerissene Aufhänger an Handtüchern ersetzen.

Um Keimbefall möglichst zu vermeiden, sollten benutze Hand- oder Geschirrtücher unbedingt gut trocknen. Denn ein nasses oder auch nur feuchtes Tuch ist für gefährliche Bakterien die schönste Umgebung.

Darum sollte ein Geschirrtuch nach dem Benutzen zum Trocknen aufgehängt werden. Doch immer wieder kommt es vor, dass die Stoffanhänger an den Handtüchern reißen. Dann sollte das Tuch aber auf gar keinen Fall zusammengeknüddelt irgendwo liegen, um zu trocknen. Doch reif für den Mülleimer ist es dennoch nicht.

Die praktischen Clips mit Ösen ersetzen im Handumdrehen die abgerissene. Einfach das Handtuch dazwischen klemmen und Sie ersparen sich das lästige Annähen.

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4. Spülbecken und Arbeitsflächen heiß abwaschen

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Sieht nicht nur unschön aus: Dreckiges Geschirr in der Spüle ist ein wahrer Keimmagnet.

Auch Arbeitsflächen und Spülbecken bieten den Mikroorganismen einen idealen Lebensraum. Essensreste und Schmutzwasser, Kartoffelschalen und die Abtauflüssigkeit vom tiefgekühlten Hähnchen – alles landet im Becken.

Außerdem ist es in den Zwischenräumen von Spüle und Arbeitsplatten sowie in porösen Dichtungen immer feucht und warm. Keime finden hier gute Wachstumsbedingungen vor. Gerade im Abfluss und am Gummistopfen siedeln Unmengen von potentiellen Krankheitserregern. Und auch auf einer optisch sauberen Arbeitsplatte finden sich im Durchschnitt noch immer 1.000 Keime pro Quadratzentimeter. Selbst auf trockenen Flächen können Salmonellen bis zu drei Tage überleben.

Arbeitsflächen und Spülbecken müssen aber nicht gleich desinfiziert werden. Schon Hygienemaßnahmen in der Küche lässt sich die Keimbelastung erheblich reduzieren:

  • Küchenabfälle und Schälreste in eine Schüssel geben und diese unmittelbar nach dem Kochen entleeren.
  • Schmutziges Geschirr lieber gleich spülen und nicht erst im Spülbecken sammeln.
  • Lebensmittel, die mit Salmonellen befallen sein könnten, wie etwa rohes Geflügel, Eierschalen oder das Abtauwasser vom Tiefkühlfleisch, sollten immer auf einem gesonderten, gut abwaschbaren Kunststoffbrett oder auf einem Teller abgelegt oder zubereitet werden. So kommen diese Lebensmittel, ihr Fleischsaft oder Auftauwasser nie direkt mit Arbeitsplatte oder Spüle in Kontakt. Auftauwasser dann immer direkt in den Ausguss schütten und mit heißem Wasser nachspülen.
  • Besteck, das mit den rohen Fleischerzeugnissen in Berührung kam, muss sofort sehr heiß abgewaschen werden. Dieses Besteck nicht weiter für andere Lebensmittel verwenden!
  • Zwischendurch und nach dem Kochen sollten Spüle und Arbeitsfläche mit heißem Wasser und Haushaltsreiniger gesäubert werden, auch Essigwasser hat sich bewährt.

Noch ein Hinweis: Poröse und eingerissene Dichtungen am Spülbecken sollten ausgetauscht werden. Achten Sie schon beim Küchenkauf nicht nur auf die Optik. Glatte Oberflächen sehen zwar weniger spektakulär aus, lassen sich aber leicht reinigen und schützen vor versteckten Küchenkeimen.

5. Kühlschrank nicht zu warm stellen

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Kontrollieren Sie den Kühlschrank regelmäßig auf verdorbene Lebensmittel.

Der Kühlschrank hält empfindliche Lebensmittel oder übrig gebliebene Essensportionen frisch und verhindert ihren Verderb. Wer allerdings nicht auf die Hygiene im Kühlschrank achtet, erreicht das Gegenteil.

Keime haben im Kühlschrank freie Lebensmittelauswahl: vergessener Käse, ein leicht angeschimmelter Joghurt/ Salat oder das auftauende Tiefkühlhähnchen. Zwar gedeihen die meisten Krankheitserreger hier nicht so schnell wie bei normaler Zimmertemperatur, aber sie überleben. So bald es dann wärmer wird, vermehren sie sich mit rasender Geschwindigkeit.

Darüber hinaus gibt es auch eine Anzahl von kälteliebende Keimen wie beispielsweise Listerien und Yersinien, die sich bei den üblichen sieben Grad Kühlschranktemperatur besonders gut vervielfältigen.

Die Lebensmittelhygiene in der Küche und besonders im Kühlschrank muss also auch sein, wir raten:

  • Lebensmittelvorräte (besonders Fleisch und Fisch) im Kühlschrank regelmäßig kontrollieren und überlagerte und verdorbene Lebensmittel am besten sofort entfernen.
  • Viele Kühlschränke sind zu warm. Es ist ratsam, die Kühlschranktemperatur mit einem Thermometer zu überprüfen. Fünf Grad sind ideal.
  • Lebensmittel nicht offen im Kühlschrank lagern. Kühldosen aus Plastik oder Schraubgläser verhindern, dass sich die Keime von Lebensmittel zu Lebensmittel ausbreiten. Auch Folien oder Hauben decken Lebensmittel zuverlässig ab.
  • Kühlschränke regelmäßig ausschalten und putzen, auch wenn sie mit einer Abtauautomatik ausgestattet sind. Am besten eignet sich dazu heißes Essigwasser oder heißes Wasser mit Soda aus der Apotheke.

6. Küchenbrettchen und Schneidebretter

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Besonders hözerne Schneidebretter sollten nicht so lange in warmen Wasser ruhen.

Schneidebretter und Brotzeitbrettchen sind oft mehrmals täglich in Gebrauch. Oft können sie wegen ihrer Schnittspuren gar nicht mehr richtig gereinigt werden und bieten so Mikroorganismen einen idealen Nährboden. Besonders stark verschnittene Holzbretter sind regelrechte Brutstätten für Keime.

Da sie beim Spülen im warmen Wasser aufquellen und bis zum nächsten Gebrauch meist nicht trocknen, können sich Keime ungehindert vermehren. Kunststoffbretter sind in der Regel etwas weniger empfindlich. Doch auch in ihren Rillen können sich Keime ungehindert vermehren.

  • Stark zerkratzte oder beschädigte Küchenbretter entsorgen.
  • Holzbretter nie zu lange im warmen Wasser liegen lassen und die Brettchen nicht auf dem Heizkörper trocknen lassen, das fördert die Rissbildung.
  • Die Bretter nach jedem Gebrauch gründlich mit warmem Wasser und Spülmittel abspülen und mit einem weichen Tuch abtrocknen.
  • Speisereste mit einer weichen Spülbürste entfernen. Scheuermittel oder Scheuerschwamm zerkratzen die Bretter und bilden neue Stätten für Keime

7. Kühlkette ohne Unterbrechung

Für keimfreie Lebensmittel ist es auch entscheidend, dass temperaturempfindliche, kühlpflichtige Waren auch kalt zu Hause ankommen. Zwischen Kühltheke im Laden und Kühlschrank sollte es also keine maßgebliche Erwärmung auf dem Transport geben. Dies gelingt am besten mit Kühltaschen und dem schnellsten Nachhauseweg.

Natürlich muss die Küche nicht einem sterilen Operationssaal gleichen. Doch eine saubere Küche kann nicht nur Magen-Darm-Erkrankungen vorbeugen, sondern auch den Appetit anregen.

8. Die häufigsten Fragen zur Küchen-Hygiene

Wir hoffen, wir konnten Ihnen auf Heimwerker.de bereits einen guten Überblick zu Hygieneregeln in der Küche geben. Abschließend möchten wir zusätzlich häufige Fragen klären.

8.1. Welches Putzmittel ist das beste?

Wer Ratgeber bezüglich Keimen in der Küche liest, möchte verständlicherweise ein Reinigungsmittel verwenden, dass diese umgehend beseitigt. Doch nicht immer ist die Chemiekeule die beste Wahl für ein sauberes Zuhause. Ökologische Reiniger mit Essig oder Zitronensäure sind meist günstiger und genauso wirksam. Wir listen die Vor- und Nachteile von ökologischen Reinigern auf:

    Vorteile
  • Hautfreundlich – keine Tragen von Handschuhen nötig
  • keine gefährlichen Chemikalien, die in das Abwasser gelangen
  • somit besser für die Natur und Mensch
  • schont empfindliche Oberflächen
    Nachteile
  • bei sehr starken Verschmutzungen eventuell nicht ausreichend

8.2. Wie oft sollte man Geschirrtücher, Putzlappen und Co austauschen?

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Putzlappen und Schwämme müssen nicht nach jedem Gebrauch entsorgt werden, ein Waschgang bei 60 Grad entfernt Keime und sie können erneut verwendet werden.

Sowohl Geschirrtücher als auch Putzlappen und Schwämme sollten mindestens einmal in der Woche gewechselt werden.

Der Grund: In der Küche werden diese Gegenstände sehr häufig genutzt und es bleibt ihnen keine Zeit, komplett zu trocknen. In feuchten Gebieten vermehren sich Keime aber besonders gut.

Doch keine Sorge, ein häufigerer Wechsel bedeutet nicht gleich einen schmaleren Geldbeutel. Putzlappen müssen nicht nach dem Gebrauch entsorgt werden, sondern können ganz einfach bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden.

8.3. Welche Hausmittel helfen beim Putzen in der Küche?

Essig ist ein wahrer Alleskönner in der Küche. Er ist nicht nur günstig, sondern auch besonders effektiv gegen Kalkflecken. Ähnlich verhält es sich auch mit Zitronensäure.

Für besonders fettige Flecken bietet sich Backpulver an. Streuen Sie einfach etwas Backpulver auf einen feuchten Putzlappen oder Schwamm und reiben Sie damit über fettige Flecken.

Tipp: Sie wollen den Edelstahl in Ihrer Küche putzen? Hier kann eine Kartoffel weiterhelfen. Schneiden Sie diese in der Mitte durch und reiben mit der feuchten Seite über den Edelstahl.

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