Elektrobohrer & Schrauber

Westfalia Tisch-Bandsäge im

Eine Bandsäge bietet viele Vorteile. Aufgrund ihrer Bauform lassen sich auch ohne großes Sägeblatt massivere Materialstärken bearbeiten. Hinzu kommt die Möglichkeit Rundungen und Konturen zu sägen.

Anders als bei einer Dekupiersäge, bleibt die Schnittrichtung gleich und Späne werden gleichmäßig in eine Richtung abtransportiert.

Es gibt viele Bandsägen und das erste Augenmerk sollte auf der maximalen Materialhöhe liegen. Die Westfalia Tisch-Bandsäge 250 W bietet eine maximale Arbeitshöhe von 80mm und sollte hiermit für den ambitionierten Heimwerker ausreichend sein.

Dem Namen "Tisch-Bandsäge" ist zu entnehmen, dass sie auf dem Tisch, der Werkbank oder einem speziellen Wagen untergebracht und somit platzsparend verstaut werden kann.

Das Testgerät gehört zu den günstigeren Modellen und ist für den Heimwerker gedacht. Inwieweit die Säge hier punkten kann und welche Schnittergebnisse erzielt werden, soll unser Test zeigen.

Technische Daten

Herstellerangaben:

  • Leistungsaufnahmen: 250 W
  • Leerlaufdrehzahl: 900 min-1
  • maximale Schnitttiefe bei 90°: 80 mm
  • Ausladung: 200 mm
  • Tischgröße: 300 x 300 mm
  • Gewicht: 20 kg
  • Maße (HxBxT): 700 x 260 x 340 mm
  • Bandlänge: 1400 mm

Eine Bedienungsanleitung ohne Kompromisse

Übersichtliche Bedienungsanleitung

Fast schon gewohnt, teilt Westfalia die Bedienungsanleitung in zwei Hefte und gliedert die Allgemeinen Sicherheitshinweise aus.

Da es viele allgemeingültige Hinweise zu elektrischen Werkzeugen gibt, vereinfacht sich Westfalia damit den Aufwand und der Nutzer muss bei mehreren Maschinen nicht alle Hefte aufheben.

Die spezifische Bedienungsanleitung zur Bandsäge überzeugt in fast allen Punkten. Eine ausklappbare Grafik mit einer Kennzeichnung aller Einzelteile schafft einen guten Überblick und erspart das Blättern beim Lesen der Anleitung.

Dazu zeigen sehr gute, detailreiche und farbige Bilder weitere Einzelheiten und gerade der Aufbau ist damit erstklassig erklärt. Eine wirklich gute Bedienungsanleitung und selbst das Glanzpapier verzeiht schmutzige Hände.

Eine kleine Anmerkung gibt es dennoch, so hätten wir uns ein paar hilfreiche Hinweise zur Sägebandspannung gewünscht.

Der Aufbau kostet etwas Zeit

Eine Bandsäge ist ein stationäres Gerät, welches nicht regelmäßig auf- und abgebaut wird. Daher ist es wichtig, sich intensiv mit dem Aufbau zu beschäftigen und diesen sorgfältig vorzunehmen.

Es müssen konstruktive Einzelteile verbaut und die Sägebandführung ausgerichtet werden. Auch wenn sich die zu verbauenden Einzelteile der Westfalia Tischbandsäge 250 W in Grenzen halten, ist hier doch genug Zeit einzuplanen.

Gerade die Anbringung und Justierung der Bandführung ist etwas umständlich und nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch. Circa eine Stunde sollte für alle Aufbauarbeiten eingeplant werden.

Die Bedienungsanleitung ist hierfür sehr hilfreich. Schritt für Schritt und mit deutlichen Bildern wird der Aufbau beschrieben und ist auch für einen Laien realisierbar. Das benötigte Werkzeug (zwei Inbusschlüssel und ein Gabelschlüssel) gehört in guter Qualität zum Lieferumfang.

Tipp zur Bandspannung: Sind die obere und untere Bandführung eingestellt und hat das Band ein wenig Spiel, kann es durch einen unruhigen Bandlauf zu Schleifgeräuschen kommen. Diese Geräusche eignen sich gut um die richtige Bandspannung einzustellen. Wird das Band weiter gespannt, beruhigt es sich und die Schleifgeräusche verstummen. Dieser Punkt stellt die optimale Bandspannung dar.

Obere Bandführung, untere Bandführung und Tischjustierung

Sind die Bandführungen justiert und ist das Sägeband richtig gespannt, kann mit dem Anbau des Tisches begonnen werden. Drei Schrauben sind kein großer Aufwand und auch ein kleines U-Profil zur Stabilisierung der geteilten Tischplatte ist schnell befestigt.

Zum Sägebandwechsel muss dieses U-Profil entfernt werden und wird daher nur mit Rändelmuttern gesichert. Abschließend erfolgt die Ausrichtung des Tisches. Mit einem Winkel wird er im rechten Winkel zum Sägeband ausgerichtet und fixiert.

Eine Einstellschraube mit Kontermutter wird als Anschlag eingerichtet und erleichtert die Wiederholgenauigkeit.

Der erste Eindruck ist solide

Sägetisch mit Parallelanschlag

Nach dem Aufbau begutachten wir unsere neue Bandsäge und schauen auf eine Maschine, welche einen soliden Eindruck hinterlässt.

Die Türen am Gehäuse sind zwar aus Kunststoff, aber gut verarbeitet und auch das gesamte Gehäuse aus Stahlblech wirkt massiv und sicher.

Der Tisch ist stabil, besitzt eine Neigungsverstellung und für unterschiedliche Materialstärken lässt sich die obere Bandführung in der Höhe verstellen.

Als Zubehör gibt es neben einem Parallelanschlag auch einen Schiebestock. Dieser kam im Test allerdings nicht zum Einsatz, da gerade bei schmalen Werkstücken die obere Bandführung im Weg wäre und der Schiebestock eher ungeeignet ist.

Der Parallelanschlag wirkt solide und der Spannmechanismus wird auch von anderen Markenherstellern benutzt – hat sich demnach bewährt. Der Parallelanschlag lässt sich einfach auflegen, leicht justieren und sicher spannen. Aufgrund der kurzen Spannfläche ist er jedoch nicht immer im rechten Winkel.

Neugierig macht der etwas sonderbare Hauptschalter beziehungsweise seine Abdeckung. Erst durch einen Druck auf zwei Sperren links und rechts lässt sich der Deckel öffnen und die Maschine bedienen. Oberhalb des Deckels befindet sich eine Art "Schlüssel".

Wird dieser entfernt, lässt sich der Deckel nicht mehr öffnen und die Maschine somit nicht von Unbefugten benutzen. So weit zur Theorie. Praktisch lässt sich der Deckel ebenso mit zwei Nägeln öffnen und auch die Materialausführung erweckt keinen besonders hochwertigen Eindruck.

Dennoch gefällt diese recht einfache Sicherheitsvorkehrung und wer Kinder hat, wird sie zu schätzen wissen. Wichtig ist mit Sicherheit, dass es sich um einen sogenannten Totmannschalter handelt, der ein unbeabsichtigtes Einschalten nach einem Stromausfall verhindert.

Schalter mit eingestecktem Schlüssel, Schalter ohne Schlüssel und Fertig aufgebaute Bandsäge
Leichte Neigung der Tischfläche

Nicht ganz plan ist der Sägetisch, wie unser Test mit einem Winkel zeigt. In Längsrichtung kann er absolut überzeugen, quer fällt er allerdings innen ein wenig zusammen.

Der geübte Heimwerker schaut unter den Tisch und stellt fest, dass sich dieser Fehler mit etwas Geschick durch biegen der Halterungen korrigieren lässt. Sicher nicht der übliche Weg, dauert aber nur 10 Minuten und ist damit sicher schneller als eine Reklamation. Wir sind mit unserem (jetzt) geraden Tisch zufrieden.

Abschließend bleibt unser erster Eindruck positiv. Nicht alles ist zu 100% stimmig und manches könnte verbessert werden. Wir dürfen aber auch nicht den recht günstigen Kaufpreis vergessen. So sind wir mit dem Grundpaket zufrieden und freuen uns auf die ersten praktischen Testschnitte.

Der Praxistest überzeugt in fast allen Punkten

Bevor die ersten Schnitte durchgeführt werden können, müssen einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Dazu gehört (wenn möglich) der Anschluss eines Werkstattsaugers. Unser Markengerät passt sofort und für verschiedene andere Durchmesser gibt es einen flexiblen Gummi-Adapter.

Doch dann leistet sich die Westfalia Tisch-Bandsäge 250 W ihren ersten richtigen Patzer. Beim Anschluss des Saugschlauches, fällt der Anschlussstutzen einfach ab. Nach genauer Betrachtung wird der Grund schnell sichtbar. Der Anschlussstutzen sitzt in einem Loch im Gehäuse und wird nur durch den Überstand kleiner Zahnscheiben gehalten.

Das kann so natürlich nicht funktionieren und hinterlässt den Eindruck eines vergessenen Gegenstücks im Gehäuse. Wir hoffen, hierbei handelt es sich um einen Einzelfall und lösen das Problem mit drei größeren Unterlegscheiben. Diese stehen deutlich weiter über den Gehäuserand und halten den Anschlussstutzen absolut sicher.

Sauganschluss mit Gummiadapter, Sauganschluss löst sich und Befestigung mit größeren Unterlegscheiben

Nachdem nun alle Vorbereitungen getroffen sind, beginnt der praktische Test der Säge und damit die richtige Freude. Durch 18 mm Leimholz geht die Westfalia Bandsäge im wahrsten Sinne des Wortes wie durch Butter.

Jedoch sollte immer darauf geachtet werden, die obere Bandführung der zu sägenden Materialstärke anzupassen. Ein Sägeband ist flexibel und sucht sich den Weg des geringsten Widerstands, was zu einem unsauberen Schnittergebnis führt.

Wird die Bandführung richtig eingestellt, überzeugt die Schnittleistung absolut. Egal, ob mit oder gegen die Maserung, der Schnitt wird gerade und gleichmäßig. Auch der Parallelanschlag liefert ein gutes Ergebnis.

Zwar liegt das Sägeergebnis knapp neben dem eingestellten Maß auf der Tischplatte, was mit der Tischbefestigung noch eingerichtet werden muss, aber der Schnitt erfolgt auch mit der Maserung absolut gleichmäßig. Selbst Äste im Holz beeinträchtigen das Ergebnis nicht.

Sauberer Schnitt durch Äste, Gerader Schnitt mit Parallelanschlag und Schnitt gegen die Maserung

Natürlich sollte keine Säge ein Problem damit haben, 18 mm Leimholz zu sägen. Wir testen also weiter und gehen an das angebliche Leistungslimit von 80 mm. Kein Leistungsverlust, keine Verringerung der Schnittgeschwindigkeit aber eine kleine Wölbung auf der Schnittfläche. Eventuell sollte das Band noch etwas nachgespannt werden. Dennoch sieht die Schnittfläche sauber aus und das Ergebnis überzeugt.

Exakte Winkelschnitte mit versetzter Skala

Im nächsten Schritt wird die Winkelverstellung getestet und ein Blick auf die Skala verunsichert. Der Tisch wurde nach Winkel ausgerichtet, der Anschlag justiert und auch das Schnittergebnis überprüft. Dennoch zeigt die Skala -2° an. Das missfällt ein wenig. Werden nun aber alle Winkel mit der Verrechnung der -2° eingestellt, stimmen sie wieder. Die Skala wurde demnach nicht richtig aufgeklebt.

Da sich der Tischanschlag selber einstellen lässt, sollte vielleicht auch die Skala als Aufkleber beiliegen, um sie selber anpassen. Es ist bereits bei anderen Sägen (auch Markenhersteller) aufgefallen, dass Skalen zwar die richtigen Maße anzeigen, aber der Nullpunkt nicht exakt stimmt.

Wird der Tisch nun auf 43° (45° - 2°) eingestellt, überzeugt die umgekehrte Zusammenlegung der beiden Schnittflächen mit einem absoluten rechten Winkel. Gerade bei diesem Test würde sich ein Winkelfehler Verdoppeln und deutlich sichtbar werden. Die Skala stimmt demnach exakt.

Schnitt durch 80 mm Fichte, Nullstellung stimmt nicht und Exakter 45°-Schnitt

Kurvenschnitte sind eine Freude

Winkel-Kurvenschnitt 60 mm Fichte

Der wichtigste Einsatzbereich einer Bandsäge liegt sicherlich in Kurvenschnitten und diese sind einfach eine Freude. Selbst mit dem originalen breiteren Sägeband lassen sich bereits recht enge Radien sägen. Dabei spielt die Materialstärke eine untergeordnete Rolle.

Zwar lässt es sich kaum vermeiden, dass bei dickeren Materialien das Sägeband ein wenig flattert, was zu einer etwas unebenen Oberfläche führt, jedoch lässt sich das Material gut führen und der Sägeschnitt exakt ausführen.

Richtig interessant wird es mit dem speziellen schmalen Band für Kurvenschnitte (Artikelnummer 974824). Hiermit sind noch kleinere Radien möglich und auch Hartholz stellt dabei kein Problem dar.

Achtung: Ein schmaleres Band ist natürlich auch flexibler und dickere Materialen können nicht mehr mit dergleichen guten Oberfläche gesägt werden.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Sägeproben wirklich Spaß gemacht haben. Ob frei oder nach Anriss, das Material lässt sich exakt und in kleinen Radien führen. In diesem Punkt erfüllt die Westfalia Tisch-Bandsäge 250 W alle Anforderungen und begeistert.

Kurvenschnitt in Hartholz, Kurvenschnitt nach Anriss in 60 mm Fichte und Enge Radien mit dem Kurven-Sägeband

Unser Fazit zur Westfalia Tisch-Bandsäge 250 W

Unser Ergebnis

Fakt ist, dass unser getestetes Modell Mängel hatte, welche nicht sein müssten. Die Nullstellung der Winkelskala stimmt nicht, der Tisch ist nicht ganz plan und der Absaugstutzen fiel dank mangelnder Befestigung ab.

Fakt ist aber auch, dass wir fast alle Mängel schnell und einfach beseitigen konnten und die Bandsäge danach mit tollen Sägeergebnissen absolut überzeugen konnte.

Wer also handwerklich nicht ganz unbedarft ist, bereit ist etwas Zeit in die doch fummelige Bandeinstellung zu investieren und eventuell auch mal selber Hand anlegen kann, bekommt für einen günstigen Preis eine sehr gut arbeitende Maschine, die bei der Holzbearbeitung alle Anforderungen erfüllen kann.

Das solide Gehäuse, eine perfekte Spanabsaugung und sauber arbeitende Sägebänder bilden die Basis einer guten Holzbearbeitung. Unser nächster Schritt wird der Einbau einer Beleuchtung sein, die wir doch mitunter sehr vermisst haben.

Aufgrund der korrigierbaren Mängel würde die Westfalia Tisch-Bandsäge 250 W von uns drei Sterne bekommen. Aufgrund ihrer erstklassigen Sägeergebnisse und da die Mängel nicht die Sägearbeit beeinflussen, packen wir jedoch wieder einen drauf und kommen auf eine Endbewertung von vier Sternen.

 

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