Nutzpflanzen

Kohlrabi pflanzen und pflegen: 5 Tipps

  • Sie können sowohl grünen als auch blauen Kohlrabi in Ihrem Garten anpflanzen. Geschmacklich sind sich die Sorten sehr ähnlich, blaue Sorten benötigen jedoch etwas mehr Zeit zum Wachsen.
  • Der Kohlrabi ist eine relativ anspruchslose Pflanze und eignet sich auch für unerfahrene Gärtner. Wichtig ist jedoch eine tägliche Wasserzufuhr.
  • Sie können Kohlrabi bereits nach 12-20 Wochen ernten. Kleinere Knollen sind hier besonders aromatisch und würzig. Sie müssen also nicht warten, bis die Knollen komplett ausgewachsen sind.

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Die Kohlrabi Blätter

Gerade die Kohlrabi Blätter sind äußerst gesundheitsförderlich, weil sie viel mehr gute Inhaltsstoffe enthalten als die dicke Knolle. So enthalten die Blätter rund doppelt so viel Vitamin C und einen zehnfachen Gehalt an Kalzium und Eisen. Sie eignen sich für einen frischen Salat oder können leicht angedünstet als warme Beilage dienen.

Der Kohlrabi (Brassica oleracea) ist eine Zuchtform des Gemüsekohls, verfügt aber über einen deutlich milderen Geschmack. Die oberirdische Sprossknolle als auch die langstieligen Blätter sind zum rohen Verzehr geeignet oder können schmackhaft weiterverarbeitet werden.

Kohlrabi ist eine zweijährige Pflanze, die, wenn man die Knolle nicht verspeisen würde, im zweiten Standjahr schöne Blüten entwickelt. Doch nicht nur die Blüten sind ein farbiger Blickfang im Gemüsebeet, auch Sorten des blauen Kohlrabis setzen leuchtende Akzente im grünen Garten. Mittlerweile bietet der Handel auch zahlreiche Hybriden an, die besonders ertragsreich und robust sind.

Wenn auch Sie Kohlrabi in Ihrem Garten selber pflanzen möchten, sollten Sie für formschöne und aromatische Knollen einige Pflegemaßnahmen beherzigen. Hier auf Heimwerker.de finden Sie eine Anleitung und wissenswerte Tipps für ein gesundes Pflanzenwachstum.

1. Unterschiede zwischen weißen und blauen Kohlrabisorten

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Blauer Kohlrabi benötigt mehr Zeit zum Wachsen, macht dabei aber eine gute Figur im Gemüsebeet.

Es gibt sehr viele Kohlrabisorten, dabei werden in Deutschland etwa 30 weiße und nur 14 blaue kultiviert. Es setzen sich vermehrt Hybride durch, die besonders widerstandsfähig und schnellwachsend sind. Zudem wird durch spezielle Züchtungen der Ertrag gesteigert und die Neigung zum Platzen der oberirdisch wachsenden Knolle minimiert.

Die weißen und blauen Kohlrabisorten unterscheiden sich nicht nur farblich, sondern auch in ihrer individuellen Anbauzeit. Blaue Sorten benötigen im Vergleich zu weißen Knollen eine deutlich längere Kulturzeit, setzen dafür aber auch mehrere Wochen schöne farbige Akzente im Gemüsebeet.

Trotz ihrer unterschiedlichen Schalenfärbung verfügen alle Sorten über weißes Fruchtfleisch und einen ähnlichen Geschmack.

Hinweis: Je nach Sorte erreicht eine Kohlrabiknolle einen Durchmesser von 5-20 Zentimetern und kann eher rund oder länglich ausfallen. Wenn die Jungpflanzen im Beet zu eng gesetzt werden, fällt die Knolle zylinderförmig aus, weil sie zu wenig Licht aufnehmen kann.

2. Ansprüche und Standort des Kohlrabis

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Kohlrabi setzt keine Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit, benötigt aber eine dreijährige Anbaupause am selben Standort.

Kohlrabipflanzen eignen sich auch für unerfahrene Hobbygärtner, da sie keine speziellen Voraussetzungen an den Standort setzen. Für eine optimale Bodenbeschaffenheit zur Freilandpflanzung Ende April sollte der Gartenboden bereits im Herbst vorbereitet werden.

Experten empfehlen eine Bodenaufbereitung mit reifem Kompost und Pferdemist. Das umgegrabene Beet kann nun über den gesamten Winter ruhen und bietet den Jungpflanzen im Folgejahr optimale Voraussetzungen für ein schnelles Anwachsen und gesundes Gedeihen dank eines angepassten Nährstoffgehalts.

Kohlrabi ist eine mittelstarkzehrende Kulturpflanze. Daher sollte nach der Ernte an diesem Standort für drei Jahre eine Anbaupause von Kohlarten eingehalten werden, sodass sich der Boden erholen kann.

Werden zu viele Pflanzen der selben Familie über viele Jahre an einem Standort angebaut, steigt zudem die Gefahr, dass sich Schädlinge einnisten oder Krankheitserreger im Boden überdauern und folgende Nutzpflanzen befallen.

Was soll ich neben Kohlrabi pflanzen? Setzen Sie Kohlrabi zwischen Gartenbohnen, Erbsen, Tomaten oder Kopfsalat. Diese Gemüsepflanzen profitieren voneinander und hemmen sich nicht gegenseitig in ihrem Wachstum.

3. Kohlrabi richtig pflanzen

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Pflanzen Sie Kohlrabi mit einem Abstand von etwa 30 cm.

Wichtig ist, dass die Jungpflanzen im Beet nicht zu tief und nicht zu flach stehen, da ihnen sonst die nötige Stabilität fehlt oder aber die Knolle durch Erdkontakt zu faulen beginnt. Der Wurzelballen sollte nach der Pflanzung daher nur dünn mit Erde bedeckt sein.

Wenn Sie den kleinen Kohlrabipflanzen einen Wachstumsvorsprung gegenüber Unkraut ermöglichen wollen, können Sie die Pflanzen auf einer warmen Fensterbank ab Februar in einem Blumentopf vorziehen. Legen Sie die Samen in 1 Zentimeter tiefe Rillen und bedecken Sie alles wieder mit feuchter Erde.

Es ist wichtig, in der anfänglichen Wachstumsphase für durchgängig feuchtes Substrat zu sorgen. Verfügen die Keimlinge über drei kleine Blätter, können Sie Ende April ins Freibeet umziehen.

Alternativ können Sie ab Mai bis spätestens Mitte Juli das Saatgut auch direkt ins Gemüsebeet im Freiland säen. Achten Sie hier bereits auf einen ausreichenden Pflanzabstand von mindestens 30 Zentimetern, um sich ein späteres Vereinzeln der ausladend wachsenden Pflanzen zu vermeiden.

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4. Kohlrabi pflegen

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Kohlrabi benötigt jeden Tag eine mäßige Wassergabe.

Aufgrund der vergleichsweise kurzen Kulturdauer setzt Kohlrabi nur geringe Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit voraus. Werden die Sorten direkt ins Freiland gesät, kann eine Bodenaufbereitung mit Hornmehl oder Brennesseljauche das Pflanzenwachstum optimieren.

Generell kommt es darauf an, dass Dünger als auch Wasser regelmäßig gegeben werden, um so effektiv ein Platzen oder Verholzen der Knolle zu verhindern.

Lassen Sie daher keine großen Schwankungen im Feuchtigkeitshaushalt auftreten und wässern Sie die Kohlrabipflanzen täglich mäßig, sodass das Substrat feucht bleibt und nie komplett austrocknet.

Tipp: Bei anhaltenden Frösten wird die Kultur mit Vliesstoffen abgedeckt. Das Gemüse erträgt Kälte zwar gut, bei Frost kann Kohlrabi jedoch erheblichen Schaden nehmen. Auch Reisig oder Stroh dienen als isolierende Schutzschicht im Winter.

5. Kohlrabi ernten und weiterverarbeiten

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Die Knolle und Blätter des Kohlrabis lassen sich roh wunderbar zu einem Salat verarbeiten.

Kohlrabi ist eine schnellwachsende Gemüsepflanze und kann je nach Sorte bereits 12-20 Wochen nach der Aussaat im Freiland geerntet werden. Beim Anbauen von Kohlrabi empfehlen Experten eine frühzeitige Ernte, wenn die Kohlrabiknollen noch nicht ganz ausgewachsen sind.

Kleinere Exemplare sind deutlich saftiger und geschmackvoller, sie sind würzig und zudem zart. Ziehen Sie den finalen Erntetermin also ruhig 2 Wochen vor.

Wenn Sie die Kohlrabi ernten möchten, schneiden Sie ihn kurz unterhalb der Knolle mit einem scharfen Messer ab. Auch die Blätter können weiterverarbeitet werden und enthalten besonders viele gesunde Inhaltsstoffe. Alternativ können die Knollen ohne Weiteres im kühlen Keller für eine Woche lagern.

Kohlrabiknollen schmecken roh sehr frisch und aromatisch und eignen sich daher besonders gut als knackige Rohkost. Dafür werden die Knollen großzügig geschält und in feine Sticks geschnitten. Doch auch in einer bunten Gemüsepfanne oder als Beilage zu Kartoffelgerichten kann man die würzige Knolle nur wärmstens empfehlen. Die Blätter werden gerne kurz blanchiert oder kleingeschnitten unter einen bunten Sommersalat gemischt.

Bei der Zubereitung werden die Knollen von der Wurzel zum Blattansatz hin geschält. Bei sehr jungen, zarten Knollen genügt es, am Wurzelansatz eine Scheibe abzuschneiden und dann die Haut abzuziehen. Alternativ schält man die Knolle erst nach dem Kochen, so bleiben wichtige Inhaltsstoffe länger enthalten.