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Küche renovieren: Tipps für eine gelungene Umsetzung

Eine Küche zu renovieren ist nicht nur eine preisgünstigere Alternative zu komplettem Umbau und Neuanschaffung allen Inventars. Auch lassen sich noch verwendbare Ressourcen wie etwa ein noch halbwegs modernes und funktionstüchtiges Elektrogerät sinnvoll verwerten, statt vieles einfach auf den Müll zu werfen, und die Umwelt zusätzlich zu belasten. Wie kann ein Küchenumbau mit möglichst überschaubarem Aufwand gelingen, wie können noch Nutzungspotentiale erschlossen werden?

Aus klein mach groß

Oftmals steht noch der Küchenkorpus schon passend bereit, wenn die Küche optisch modernisiert werden soll. Es müssen nur noch wenige gestalterische Entscheidungen getroffen werden, damit die Küche in einem völlig neuen Look wirkungsvoll erscheint.

Gerade dann, wenn sich die familiäre Situation ändert – etwa, wenn sich Familienzuwachs ankündigt - ist oftmals der beste Zeitpunkt, sich über eine Erweiterung der Küche Gedanken zu machen, um künftigem wachsendem Bedarf und wachsender Auslastung gerecht zu werden. Vor dem Hintergrund kann es angesichts schmalen Familienbudgets als sinnvoll erweisen, die Küche renovieren zu lassen statt sich direkt eine komplett neue anzuschaffen. Im Vergleich zu einer neuen Küche lassen sich auf die Weise bis zu 50 Prozent Kosten sparen.

Um keinen wertvollen Platz mehr an Verblendungen zu verschenken und maximalen Stauraum zur Verfügung zu haben, haben sich zahlreiche Anbieter am Markt darauf spezialisiert, bestehende Systeme kostenschonend zu erweitern, und dabei nicht etwa nur die Fronten auszutauschen oder die Flächen mit farbigem Acryllack umzulackieren.

Für den Rest mit einer Funktionserweiterung der Einbauelemente sorgen Anfertigungen aus Schreinerhand nach Maß. So kann eine Küche nach Maß von Schmidt Küchen bestehende Schränke bis zur Zimmerhöhe vergrößern, um die Höhe des Raums weitestgehend auszunutzen.

Zusätzlicher Stauraum kann dort entstehen, wo sonst ungenutzter, zum Reinigen schwer zugänglicher „toter Raum“ ist. In den zusätzlich gewonnenen Reserveflächen lassen sich dann diejenigen Dinge verstauen, die nicht täglich gebraucht werden, aber trotzdem in der Küche verfügbar sein sollen.

In neuem Gewand

Am einfachsten und günstigsten kann eine Küchenrenovierung gelingen, wenn nur die Küchenfronten und Möbelgriffe ersetzt werden. Entscheidend für den ersten Eindruck in der Küche sind ihre Fronten.

Dabei ist gerade eine Küchenrenovierung der ideale Job für Heimwerker. Obwohl Schränke, Arbeitsplatte und Geräte meist täglich beansprucht werden, werden Küchen im Schnitt erst nach 20 Jahren ausgetauscht.

Neue Türen verändern die gesamte Optik.
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Beim Austausch der Küchenfronten gibt es zwei Möglichkeiten. Verfügt die Einbauküche über genormte Maße, kann auf vorproduzierte Küchenfronten zurückgegriffen werden. Solche lassen sich in zahlreichen Farben und aus vielen Materialien finden. Andernfalls müssen die Küchenfronten nach Maß gefertigt werden, die so das neue Design bestimmen. Dazu passend können auch neue Türgriffe anmontiert werden. Sie sind leicht austauschbar und kosten nicht viel. Der Effekt jedoch, den solche kleinen Details erzielen können, ist nicht zu unterschätzen.

Altmodische Designs aus Messing oder im Antik-Look können durch geradlinige Formen aus gebürstetem oder hochglanzpoliertem Edelstahl ersetzt werden. Im Zusammenspiel mit schlichten weißen Fronten wirkt die Küche dann gleich viel moderner.

Verflieste Wände können mit stoß- und kratzfestem Fliesenlack bestrichen werden. die hochglänzenden, schnell trocknenden Lacke sorgen für eine stoß- und schlagfeste Oberfläche für alle Wandfliesen im Küchenbereich. Alternativ zur klassischen Fliesenwand kann aber auch eine Milchglasplatte als Spritzschutz hinter dem Herd mittels eines Montage-Kraftklebers angebracht werden.

Prioritäten setzen

Wer preiswert renovieren möchte, sollte Prioritäten setzen. So schont etwa ein neuer Anstrich an den Wänden und Küchenfronten den Geldbeutel und setzt frische Akzente, bestimmte Teile dagegen sind jedoch reif für den Austausch, um künftig Kosten einsparen zu können. Dies trifft etwa auf den total verkalkten, tropfenden Wasserhahn zu oder den alten Geschirrspüler, der zu viel Strom verbraucht.

Zentrale Arbeitsflächen sparen Wege.
Zentrale Arbeitsflächen sparen Wege.

In punkto Stromversorgung sollte bedacht werden, dass unbedingt ausreichend Steckdosen vorhanden sind. Der Trend bei Küchen geht dahin, dass die Anzahl der verwendeten Kleingeräte immer weiter steigt. So kann etwa beim Austausch der alten Arbeitsplatte eine innovative, strombetriebene Platte zum Einsatz kommen, auf der auch gleich das Mobiltelefon aufgeladen werden kann.

Auf einigen Herstellerseiten finden sich digitale 3-D-Küchenplaner, mit deren Hilfe die einzelnen Küchenelemente bereits in der Planungsphase hin- und hergeschoben werden können. Dabei kann etwa bereits berücksichtigt werden, dass Vorratshochschränke und Kühlschrank zusammengestellt werden, um lange Laufwege und langes Suchen vermeiden. In dem ökonomischen Sinn sollten etwa auch

  • Koch- und Wasserstelle möglichst nahe beieinanderliegen
  • die Wege zwischen Hauptarbeitsfläche und Wasserstelle möglichst kurz sein
  • Abstellflächen für schwere Einkäufe direkt neben dem Vorratsbereich für Entlastung sorgen.

Es werde Licht

Besondere Effekte mit vergleichsweise wenig handwerklichem Aufwand und Geschick lassen sich in einer neugestalteten Küche auch mit punktuellen LED- Lichtquellen erzielen, die sich unter Hängeschränken oder an Küchenregalen anbringen lassen.

Lampen in der Abzugshaube ersparen eine zusätzliche Beleuchtung am Herd.
Lampen in der Abzugshaube ersparen eine zusätzliche Beleuchtung am Herd.

Mit zusätzlichen Wandbeleuchtungen können selbst die entlegensten Winkel erreicht und ausgeleuchtet werden. Idealerweise verfügen die Einbauleuchten über einen einstellbaren Dimmer, mit dem die Helligkeit im Raum an die gewünschte Atmosphäre, die jeweilige Tätigkeit wie auch den aktuellen Gemütszustand anpassbar wird.

Gerade für Anbauleuchten unterhalb der Schränke empfehlen sich dabei Halogen- oder Leuchtstofflampen, da sie das Licht direkt nach unten werfen und über einen seitlichen Blendschutz verfügen. Ausreichendes Ausleuchten der Arbeitsflächen ist das A und O einer durchdachten Beleuchtungskonzeption, um Unfälle zu vermeiden.

Während höhenverstellbare Pendelleuchten ideal sind, um den Essbereich in der Küche vom Kochbereich optisch zu trennen, sind flexible Stangen-, Seil-, oder Schienensysteme besonders geeignet, für ausreichende Grundbeleuchtung in der Küche zu sorgen.

Einzelne Lichtakzente lassen sich am besten mit Spots und Strahlern realisieren, die Atmosphäre schaffend einzelne Möbelstücke oder sonstige Punkte im Raum besonders ins rechte Licht setzen können.

Küche planen – online & offline

Für den Bereich „Küche“ gibt es spezielle Tools, die sich ausschließlich auf die Planung von Küchen und Miniküchen beschränken.  Die Programme sind entweder als Online-Tool für Ihren Webbrowser oder als Installationsvariante verfügbar. Bei den meisten Online-Planern bedarf es keiner Installation, da diese direkt auf einer Website eingebettet sind und man bequem im Browser arbeiten kann. Bei der  Installationsvariante laden Sie den Küchenplaner als Setup-Datei herunter und installieren Ihn wie ein gewöhnliches Programm auf Ihrem Rechner, somit steht Ihnen das Programm auch im Offline-Betrieb zur Verfügung.

Ein paar Schritte zur neuen Küche

Eine Planungssoftware erspart Komplikationen.
CEine Planungssoftware erspart Komplikationen.

Strukturell sind die meisten Planer ähnlich konzipiert.  Ein Assistent führt Sie durch verschiedene Abschnitte, bei denen Sie nach Ihren persönlichen Wünschen die Details der Küche festlegen können. Zunächst werden häufig die Grundmaße, sowie eventuelle Schrägen des Raumes festgelegt.

Anschließend folgen Farben der Wände und Bodenbeläge, bevor man letztendlich die Möbel für die neue Küche zusammenstellt. Küchenmöbel wie Wandschränke, Unterschränke, Tische usw. können entweder als beliebige Mustermöbel eingeplant werden, oder man verwendet direkt die konkrete Einrichtung eines Herstellers. Meist sind es große Möbelhäuser, welche eigene Tools entwickeln, um dort Ihre Produkte zur Planung bereit zu stellen.

Von der Planung in die Realität

Der Küchenplaner zeigt während der Planung den Grundriss der Küche mit allen festgelegten Elementen an. Manche Einrichtungsplaner sind zudem in der Lage den Raum schon während der Planung dreidimensional anzuzeigen, sodass man eine direkte Vorstellung von der neuen Küche bekommt. Ist die Planung abgeschlossen so besteht die Möglichkeit das Ergebnis der Küchenplanung abzuspeichern, falls man später noch Änderungen durchführen möchte. Darüber hinaus bieten die Planer häufig die Möglichkeit eine Materialliste, sowie den Grundriss der Küche auszudrucken, welche dann beim Kauf der Möbel und der späteren Einrichtung helfen.

 

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