Nutzpflanzen

Majoran pflanzen: 7 Tipps für die Pflege, Ernte und mehr

  • Majoran enthält eine Vielzahl von ätherischen Ölen und wird häufig zur Aromatiesierung von Wurstwaren verwendet.
  • Botaniker unterscheiden zwischen der Wildform – Origanum majorana – und der Zuchtform – Origanum hortensis. Sie ist eine einjährige Pflanze, geht im Winter ein und muss folglich im nächsten Jahr neu gepflanzt werden.
  • Majoran ist eine starkzehrende Pflanze und zieht viele Nährstoffe aus dem Boden. Experten empfehlen deswegen, Majoran nicht jedes Jahr am gleichen Standort anzubauen.

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Majoran ist eine geschätzte Gewürzpflanze aus der Familie der Lippenblütler und wird häufig zur Aromatisierung von Wurstwaren verwendet. Die krautige Pflanze wächst als Halbstrauch und kann eine Wuchshöhe von bis zu 100 Zentimetern erreichen.

Die Laubblätter sind leicht behaart und enthalten eine Vielzahl an ätherischen Ölen, wobei sowohl die Blätter als auch die Stängel, Knospen und Blüten weiterverarbeitet werden können. So gehört der Majoran mit einer Anbaufläche von ca. 600 ha zu den bedeutendsten in Deutschland kultivierten Gewürzpflanzen. Dabei kann der Majoran getrocknet als auch frisch verzehrt werden.

Beim Majoran unterscheiden Botaniker zwischen zwei grundlegenden Arten, die unterschiedlich aromatische Pflanzenteile entwickeln. Auf Heimwerker.de geben wir Ihnen im Folgenden nicht nur eine Kaufberatung zu den beiden Arten, sondern außerdem Erfahren Sie im Folgenden auf Heimwerker.de wissenswerte Informationen zum Anbau des duftenden Majorans im Garten.

1. Origanum majorana oder Origanum hortensis?

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Wilder Majoran ist winterhart, hat jedoch ein schwächeres Aroma.

Die Wildform des Majorans wird von Botanikern Origanum majorana genannt und stammt ursprünglich aus Kleinasien, genauer aus Zypern und der Türkei.

Das mediterrane Kraut ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu -20°C winterfest ist. Obwohl diese Majoran-Art somit sehr pflegeleicht ist, entwickelt die Wildform nur ein schwaches Aroma und wird daher nur selten im Gemüsebeet angepflanzt.

Kaufen Sie Majoran-Pflanzen im Baumarkt oder Pflanzencenter, handelt es sich meist um die Zuchtform Origanum hortensis, die ihren charakteristischen Duft an einem sonnigen Standort voll entfalten soll. Die einjährige Pflanze geht im Winter ein und muss im nächsten Jahr neu gepflanzt werden.

Somit ergeben sich für den gezüchteten Majoran folgende Vor- und Nachteile:

    Vorteile
  • besonders starkes Aroma
  • perfekt für einen Duftgarten
    Nachteile
  • benötigt mehr Pflege
  • einjährig

2. Ansprüche und Standort des Majorans

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Majoran wächst als Halbstrauch an sonnigen Standorten.

Majoran pflanzen Sie am besten direkt in der Sonne. Beide Sorten der Gewürzpflanzen stammen aus dem Mittelmeerraum und lieben sonnige Standorte. Bereits mäßiger Halbschatten bekommt der mediterranen Pflanze sehr schlecht.

Hier kommt es zu einem schwachen Pflanzenwachstum und einer geringeren Ausbildung der charakteristischen Aromastoffe.

In seiner ursprünglichen Heimat gedeiht der Majoran auf warmen, mageren Böden mit einem hohen Humusanteil. Somit sollte auch hier ein Standort gewählt werden, der über durchlässiges und nährstoffreiches Substrat verfügt.

Idealerweise wird die Erde mit frischem Kompost aufbereitet, um so ein gesundes Wachstum zu unterstützen.

Wichtig: Majoran benötigt sehr viel Sonnenschein. Halbschattige Standorte sind für diese Gewürzpflanze nicht geeignet.

Der Majoran ist eine starkzehrende Pflanze und sollte nur ein Jahr am selben Standort verbringen. Experten empfehlen, nach dem Anbau von Majoran bis zu vier Jahre keinen weiteren Majoran an dieser Stelle anzupflanzen.

Für eine Nutzung der Majoranpflanze als Gewürz ist die Ernte einer einzigen Pflanze vollkommen ausreichend. Kultivieren Sie daher eher eine gesunde Pflanze der aromatischen Sorte Origanum hortensis im Beet, und setzen Sie jedes Jahr ein neue Pflanze ein Stück weiter in frische Erde.

Tipp: Alternativ könne Sie die mehrjährige Pflanze Origanum majorana vor der Winterruhe an ihren neuen Standort setzen, sodass sie über die kalten Monate gut anwurzeln kann. So haben Sie viele Jahre Freude an aromatischem Majoran.

3. Majoran richtig pflanzen: Anleitung

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Nachdem Sie Majoran anpflanzen, zeigen sich bereits wenige Wochen nach der Aussaat kleine Keimlinge.

Majoran gehört zu den wärmeliebenden mediterranen Kräutern und verträgt keine Bodenfröste. Dieses Wärmebedürfnis bestimmt auch den Pflanzzeitpunkt des Majorans.

Majoran-Samen können Sie günstig im Baumarkt, Gartencenter oder online erwerben. Mitte Mai, nach den Eisheiligen, können die Samen oberflächlich auf die warme Erde gelegt werden. Halten Sie einen Pflanzabstand von ca. 30 Zentimetern ein und setzen Sie pro Pflanzstelle zwei Majoranpflanzen.

Da es sich beim Majoran um lichtkeimende Samen handelt, werden diese nur leicht angedrückt und nicht zusätzlich mit Erde bedeckt. Um ein Wegfliegen der leichten Samen bei Unwettern zu verhindern, kann die Saat mit einem feinen Wassersprühstrahl fixiert werden.

Nach einer Keimdauer von rund 14 Tagen bei einer Bodentemperatur von ca. 18-20°C zeigen sich die ersten kleinen Keimlinge. Nach weiteren zweieinhalb Monaten haben sich bis Mitte August kräftige, aromatische Pflanzen entwickelt, die Sie nun bereits ernten und weiterverarbeiten können.

Alternativ können Sie Ihre Samen auch in einem warmen Gewächshaus oder im Innenbereich vorziehen und dann bereits als Keimling Mitte Mai ins Beet setzen. So können Sie Ihren Majoran noch früher ernten, da die Pflanzen bereits einen Wachstumsvorsprung gegenüber Unkraut haben.

Tipp: Majoran-Pflanzen sollten jedes Jahr ihren Standort wechseln. Gut geeignete Vorfrüchte sind beispielsweise Zwiebeln, Bohnen und Erbsen.

4. Die Pflege des Majorans im Kräuterbeet

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Befreien Sie Ihr Majoran-Beet regelmäßig von Unkraut.

Am optimalen Standort gedeiht der Majoran von ganz alleine. Das Substrat sollte jedoch während der Wachstumsphase der pflegeleichten Gewürzpflanze immer ausreichend feucht gehalten werden. Anhaltende Feuchtigkeit gilt es zu vermeiden, da Staunässe die empfindlichen Wurzeln zum Faulen bringt.

Falls Ihre Gartenerde stark verdichtet ist, kann eine Drainageschicht aus Blähton im Pflanzloch für einen gesunden Wasserabtransport sorgen. Ältere Pflanzen ertragen dann auch einen trockenen Tag ohne Folgeschäden.

Nährstoffreiche Erde muss nicht zusätzlich gedüngt werden. Idealerweise geben Sie Ihrem Majoran bereits zur Pflanzung humusreiche Erde, die mit gehaltvollem Kompost angereichert wurde. Der organische Dünger unterstützt ein optimales Pflanzenwachstum und bietet der Gewürzpflanze alle Nährstoffe, die sie während der Saison benötigt. Synthetischer Dünger bekommt dem Majoran hingegen nur schlecht, da er bei Überdüngung auffällig große und unaromatische Blätter entwickelt.

Wildwuchs hemmt die natürliche Pflanzenentwicklung. Das Kräuterbeet sollte daher regelmäßig von Unkraut befreit werden.

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5. Majoran richtig ernten

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Alle Pflanzenteile des Majorans sind essbar, sogar die Blüten. Frisch schmeckt er besonders intensiv.

Frischer Majoran schmeckt besonders aromatisch, dabei erinnert er im Geschmack etwas an den eng verwandten Oregano, der ebenso zur Pflanzengattung Dost gehört. Getrocknet verliert die Würzpflanze ihr intensives Aroma.

Von Ende Juni bis in den September hinein zeigt der Majoran seine filigranen weißen bis rosafarbenen Blüten. Bereits bevor sich die Blütenknospen öffnen, kann der Majoran geerntet werden.

Schneiden Sie am späten Vormittag noch vor der einsetzenden Mittagshitze nach Bedarf trockene Zweige und Blätter ab und verwenden Sie diese frisch in der Küche.

Schneiden Sie dabei stets nur so viel ab, dass etwa die Hälfte der Blätter noch am verbleibenden Zweig verweilt. Auf diese Weise kann sich die Pflanze schneller regenerieren.

6. Majoran trocknen und weiterverarbeiten

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Majoran wird, genau wie andere Gartenkräuter, kopfüber im Bund getrocknet.

Alternativ können Sie kleine Kräuterbünde kopfüber zum Trocknen an einen warmen, nicht sonnigen Ort aufhängen. Idealerweise fällt diese Trocknungsphase kurz aus, um ein intenstives Aroma sicherzustellen. Sind die Kräuter gut getrocknet, können sie in lichtdichte Aufbewahrungsgefäße gegeben werden.

Auch während oder nach der Blüte ist der Majoran noch verzehrbar, sogar die Blüten können gegessen werden. Sie eignen sich hervorragend als dekoratives Element in Salaten oder auf fruchtigen Nudelsaucen.

Auch ein schmackhaftes Majoranöl ist leicht herzustellen: Geben Sie viele Majoranzweige in hochwertiges Olivenöl und lassen Sie alles mehrere Wochen ziehen.

Abschließend wird die Flüssigkeit noch mit einem Sieb von groben Pflanzenteilen befreit und kann für würzige Salatdressings oder zum Anbraten von Fleisch- und Fischgerichten Verwendung finden.

Tipp: Kurz vor der Blüte sind die Anteile an ätherischen Ölen besonders hoch und das Gewürz des Majorans geschmacklich besonders ergiebig.

7. Majoran-FAQ: Wir beantworten die häufigsten Fragen auf Heimwerker.de

7.1. Wann und wie wird Majoran geerntet?

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Getrockneter Majoran eignet sich für einen Kräutertee mit Heilwirkung.

Majoran blüht von Juni bis September. Mit der Majoran-Ernte können Sie bereits beginnen, bevor sich die Blüten geöffnet haben. Doch auch nach der Majoran-Blüte ist eine Ernte noch möglich. Schneiden Sie einfach nach Bedarf Stängel und Blätter von der Pflanze ab.

Am besten ist es, wenn Sie geernteten Majoran auch sofort verwenden, um sein intensives Aroma nicht zu verlieren. Mehr Infos bekommen hierzu im 5. Kapitel dieses Ratgebers.

7.2. Wie oft muss man Majoran gießen?

Während der Aufzucht von Majoran ist ein regelmäßiges Gießen durchaus wichtig. Danach können Sie das Gießen etwas einstellen. Auf Staunässe reagiert Majoran nämlich sehr empfindlich, diese kann bei ihm zur Wurzelfäule führen.

7.3. Wie kann man Majoran verwenden?

Majoran hat die verschiedensten Verwendungsmöglichkeiten. In Kapitel 6 erklären wir, wie Sie ganz einfach schmackhaftes Majoranöl herstellen, mit dem Sie Fleisch und Fisch anbraten können, ähnlich verhält es sich mit Majoranbutter. Majoran schmeckt aber auch hervorragend zu Gerichten mit Käse, Pilzen, Kartoffeln und Eiern.

Doch Majoran eignet sich auch als Heilkraut in einem Tee. Dafür müssen Sie etwa einen Teelöffel gehäuften Majoran mit kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Majoran hat eine beruhigende und krampflösende Wirkung und eignet sich so bei Bauchschmerzen und Darmbeschwerden.

Bildnachweise: adobe.stock/Benshot, adobe.stock/slowmotiongli, adobe.stock/Scisetti Alfio, adobe.stock/Kitty, adobe.stock/Andy Hoech, adobe.stock/Christine, adobe.stock/csfotos (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)