Basteln mit Metall

Räucherofen: Kalträuchern in der Räuchertonne

geräucherte Forellen aus der Kalträuchertonne

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Egal, ob Räuchertonne oder Räucherofen: Kalträuchern findet bei Temperaturen von 15 bis 25 °C statt – der Rauch muss also gekühlt werden. Dies ist auch für Amateure mit einer ausgefuchsten Konstruktion zu erreichen. Das “Räucherrohr” wird einfach vergraben. So steht dem leckeren Räuchern zu Hause nichts mehr im Wege.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen Ofen bauen, mit dem Sie selbst Wurst, Fisch oder Schinken räuchern können. Ein ganz besonderer Genuss – selbstgemacht! Und eine tolle Ergänzung zu herkömmlichen Grillgeräten.

Kalträucherofen: Skizze und Materialien

Skizze des Kalträucherofens
Skizze unseres Räucherofens zum Kalträuchern

Unser Kalträucherofen wird unter der Erde montiert. Dies kühlt den Rauch optimal und ist eine dauerhafte und zugleich simple Konstruktion – der Schinken kann kommen!

Folgende Materialien benötigen Sie:

  • 1 Blechtonne oder sauberes (!) Ölfass, ca. 100 cm x 60 cm, Blechstärke min. 3 mm
  • 1 alter Einmachkochtopf mit Deckel, min. 50 x 30 cm
  • 1 Holzdeckel, rund, entsprechend dem Durchmesser der Räuchertonne, Multiplex-Platte, 19 mm Dicke
  • 1 Ofenrohr, Ø 12-15 cm, Länge: 120 cm
  • 1 Ofenrohr-Winkelstück, Ø entsprechend dem Ofenrohr
  • 1 Edelstahl-Stange, Ø 10 mm, min. 60 cm lang
  • Feinkies zum Auffüllen der “Baugrube”

Um geeignetes Material zu beschaffen, können Sie ruhig ein bisschen kreativ sein: Ofenrohre, Blechtonnen und Einmachkessel findet man beispielsweise auch im Altmetallhandel oder auf Schrottplätzen. Gegen ein geringes Entgelt lassen sich die Teile dort auftreiben. Wer in Flussnähe wohnt, kann sich feine Kiesel günstig am Flussstrand besorgen. Seien Sie kreativ!

Aus Neuteilen beträgt der Preis für die Konstruktion um die 50 Euro – je nachdem, wo und wie Sie die Teile beschaffen.

Benötigte Werkzeuge

  • Stichsäge mit HSS-Metallsägeblatt
  • Bratenthermometer
  • 11 mm HSS-Bohrer
  • HSS-Bohrer entsprechend dem Durchmesser des Bratenthermometerfühlers
  • Bohrmaschine

Räuchertonne und Feuertonne bearbeiten

Blechtonne mit Deckel eignet sich als Kalträucherofen
Eine Blechtonne mit Deckel eignet sich gut als Kalträucherofen.

Zunächst müssen Sie die benötigten Löcher für das Ofenrohr in die Räucher- und die Feuertonne sägen – in einem können die Löcher für die Stange zur Befestigung des Räuchergutes gebohrt werden.

Sägen Sie etwa zwei Zentimeter oberhalb des Einmachkesselbodens ein Loch entsprechend dem Durchmesser des Ofenrohrs in die Kesselwand. Nun sägen Sie ein Loch, ebenfalls im Durchmesser des Ofenrohrs, in den Boden der Räuchertonne. Bohren Sie anschließend mit dem 11 mm HSS-Bohrer zwei exakt fluchtende, waagerecht zueinander stehende Löcher etwa 5 cm unterhalb des oberen Randes der Räuchertonne. Hier wird das Räuchergut eingehängt.

Sägen Sie nun den Deckel für die Räuchertonne aus der Multiplexplatte aus; entsprechend dem Tonnendurchmesser. Als Rauchabzug sägen Sie ein Loch mit 10 cm Durchmesser in den Deckel der Räuchertonne, für das Thermometer bohren Sie daneben ein Loch entsprechend dem Durchmesser des Thermometerfühlers.

Aushubarbeiten

Nun wird der “unterirdische” Teil der Arbeit geleistet: Graben Sie eine etwa 120 cm lange Rinne in den Boden. Die Breite der Rinne sollte, zur Vereinfachung der Befüllung mit Kies, etwa 25 cm betragen. Schachten Sie dann für die Räuchertonne ein kreisrundes Loch entsprechend dem Durchmesser und 10 cm Tiefe für das “Fundament” aus.

Nun graben Sie an der anderen Seite der Rinne ein 50 cm tiefes, kreisrundes Loch entsprechend des Durchmessers Ihres “Feuerkessels” aus. Füllen Sie den Boden etwa 5 cm hoch mit Kies.

 Ofenrohr verlegen

Nun wird das Ofenrohr verlegt: Stecken Sie das Ofenrohr seitlich durch die Öffnung im Feuerkessel und schieben Sie es danach durch die Bodenöffnung in der Räuchertonne. Fixieren Sie es ggf. mit etwas Klebeband am Boden der Räuchertonne, damit es nicht herausrutscht. Stellen Sie die gesamte Konstruktion lose in die Grube und legen Sie das Ofenrohr in die Rinne ein.

Füllen Sie jetzt langsam und vorsichtig den Feinkies ein, bis die gesamte Grube gut gefüllt ist. Achten Sie dabei besonders darauf, dass das Ofenrohr stabil aufliegend in das Kiesbett eingebettet ist. Wenn Sie die Grube bis zum Rand aufgefüllt haben, ist Ihre “Kalträucheranlage” einsatzbereit.

Kalträuchern in Ihrem Räucherofen

Ein Feuer in der Feuertonne
Ein ordentliches Feuer in der Feuertonne erzeugt den Rauch.

Zum Losräuchern müssen Sie folgendes machen: Entfachen Sie mit einigen Buchen- oder Eichenholzscheiten, je nach gewünschtem Aroma, im Feuerkessel bei geöffnetem Deckel ein kraftvolles Feuer. Achten Sie darauf, dass als Anzündhilfe keine chemischen und schadstoffhaltigen Anzünder verwendet werden; spezielle Zündwolle halten Ihr Räuchergut schadstofffrei.

Wenn das Feuer im Kessel ordentlich brennt, legen Sie den Deckel auf und beschweren ihn mit einem Stein. Nun sollte es, bei freiem Gasdurchsatz, kraftvoll aus dem Bodenloch der Räuchertonne qualmen.

Hängen Sie nun das Räuchergut an der Stange ein und schließen Sie den Deckel.

Prüfen Sie während des Räuchervorgangs gelegentlich die Temperatur: Sollte das Rauchgas zu heiß sein, schütten Sie eine Kanne kaltes Wasser ins Kiesbett. Dies kühlt das Ofenrohr ab und senkt die Temperatur im Räucherofen. Wenn es zu kalt ist oder nicht mehr genügend Rauch ausströmt, legen Sie Holz nach.

Kalträuchern kann Stunden oder Tage dauern; Faustregel: Je größer das Räuchergut und je stärker der gewünschte Rauchgeschmack sein soll, desto länger muss geräuchert werden. Probieren geht über Studieren, wir wünschen jedenfalls jetzt schon “Guten Appetit”!