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Raumteiler und Paravent selber bauen

Paravent selber bauen

Wofür einen Raumteiler?

Raumteiler bieten Ihnen die Möglichkeit einzelne Wohnbereiche räumlich voneinander abzuteilen. Ob als reiner Sichtschutz oder Regal, das Ihnen zusätzlichen Stauraum bietet, Raumteiler gibt es in vielen Varianten, passend zu jeder Einrichtung.

In unserer Anleitung zeigen wir Ihnen wie Sie einen mobilen Raumteiler in nur drei Schritten selber bauen können.

Paravents, eine Spanische Wand oder eine Stellwand sind einfache Lösungen, ein Zimmer zu unterteilen – ohne dass Wände eingezogen werden müssen.

Als Sichtschutz oder Raumteiler hindern sie die Sicht auf hässliche Möbel oder unaufgeräumte Raumteile.

Auch große Räume lassen sich so leicht in einzelne Wohnbereiche umstrukturieren, etwa den Fernsehbereich und die Essecke oder aber den Schlafbereich und den Arbeitsbereich.

Geschickte Heimwerker können aus einer Stellwand aber auch einen dekorativen Blickfang zaubern. Lassen Sie sich durch unsere folgende Linksammlung inspirieren.

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1. In nur drei Schritten einen Raumteiler selber bauen

1.1. Materialliste und Werkzeugbedarf

Materialbedarf: Benötigte Werkzeuge:
  • OSB- oder Holzplatte
  • 4 Holzkeile
  • 4 Holzschrauben (4×40 mm)
  • 2 – 3 Rollen selbstklebenden Dekofolie
  • Farbe nach Wahl

1.2. Schritt 1: Holzkeile streichen

Bis zu einer Höhe von etwa 1,60 m und einer Breite von 1,20 m ist ein stabiler Stand mit Hilfe der Holzkeile gewährleistet und der mobile Raumteiler kann problemlos verschoben werden. Möchten Sie ein größeres Modell bauen, benötigen Sie eventuell einen Rahmen, eine Wandbefestigung oder „Zwischenfüße“ um die Standfestigkeit zu gewährleistet.

Materialbedarf für Ihren DIY-Raumteiler.
Materialbedarf für Ihren DIY-Raumteiler.
Im ersten Schritt streichen Sie die Holzkeile.
Im ersten Schritt streichen Sie die Holzkeile.

Haben Sie alle Materialien beisammen, beginnen Sie mit dem Streichen der Holzkeile. Wählen Sie dafür am Besten eine Farbe, die zu der selbstklebenden Dekofolie passt. Bei einer rauen Oberfläche, das Holz vor dem Streichen mit Schleifpapier glätten und mit einem feuchten Tuch reinigen. Dann die sauberen, trockenen Holzkeile mit der Farbe bepinseln und trocknen lassen.

1.3. Schritt 2: Holzplatte mit Folie beziehen

Reinigen Sie die Holzplatte vor dem Bekleben, so dass später darunter keine Unebenheiten entstehen. Dann einen kleinen Teil der Schutzfolie abziehen und sie an einer Außenkante bündig anlegen. Drücken Sie die Folie auf der Trennwand erst fest, wenn Sie passgenau ausgerichtet ist. Entfernen Sie das Schutzpapier Stück für Stück und arbeiten Sie sich langsam vor, so dass keine Blasen und Falten entstehen. Verwenden Sie eine Schiene, ein Lineal oder ein glattes Brett um Luftblasen aus der Folie zu schieben und sie gleichmäßig anzukleben.

Ziehen Sie die Schutzfolie Stück für Stück ab.
Ziehen Sie die Schutzfolie Stück für Stück ab.
Fixieren Sie erst die Außenkante der Klebefolie.
Fixieren Sie erst die Außenkante der Klebefolie.

Auf der anderen Seite der Platte angekommen, Folie knicken und Außenkante ohne abschneiden folieren. Platte samt Rolle vorsichtig wenden und Rückseite inklusive gegenüberliegender Außenkante bekleben. Erst wenn Vorder- Rückseite und Außenkanten beklebt sind, die Dekofolie mit einem Cuttermesser abtrennen.

Legen Sie die nächste Bahn bündig und parallel an und fahren Sie genauso fort. Um die obere, sichtbare Kante zu verkleiden, schneiden Sie die Folie ein und klappen Sie diese über den Rand. Überstehende Folienstücke anschließend vorsichtig mit dem Teppichmesser abtrennen.

Für die obere Kante Folie einschneiden und darüber kleben.
Für die obere Kante Folie einschneiden und straff darüber kleben.
Knicken Sie die Folie über die Kante und wenden Sie das Brett.
Knicken Sie die Folie über die Kante und wenden Sie das Brett.

1.4. Schritt 3: Holzkeile anschrauben

Als dritten und letzten Schritt mit den Holzschrauben die Keile an der Platte befestigen. Dafür auf einer Seite durch das Brett in die Keile bohren. Auf der gegenüberliegen Seite schrauben Sie durch die Keile in das Brett. Die sichtbaren Bohrlöcher können Sie später mit etwas Farbe kaschieren. Unbedingt darauf achten, dass Sie die Schrauben etwas versetzt befestigen, so dass sie sich im Brett nicht in die Quere kommen.

Für einen kleinen Raumteiler und der Verwendung eines leichten Holzbretts, kann die Zwischenwand auch ganz ohne bohren zusammen gebaut werden. Dafür die Holzkeile mit Montagekleber befestigen und aushärten lassen.

2. Weitere Ideen für Raumteiler aus Holz

Unser Modell können Sie im Handumdrehen auch als Raumteiler für die Dachschräge umwandeln. Messen Sie den Winkel der Schräge aus und lassen Sie sich die Platte entsprechend zuschneiden oder kürzen Sie selbst mit einer Stich- oder Kreissäge.

Absolut angesagt ist das Upcycling von Paletten oder Weinkisten für DIY-Möbel. Die Weinkisten einfach aufeinander Stapeln und als Raumteiler-Regal verwenden. Paletten benötigen für einen stabilen Stand eine Wandbefestigung oder Möbelfüße.

Auch naturbelassene Baumstämme oder Äste, die nebeneinander aufgestellt oder gestapelt einzelne Wohnbereiche trennen, sehen toll aus und schonen Ihren Geldbeutel.

Die Keile mit Holzschrauben am Raumteiler befestigen und mit einem Klecks Farbe kaschieren
Die Keile mit Holzschrauben am Raumteiler befestigen und mit einem Klecks Farbe kaschieren
Der selbst gebaute Raumteiler dient als Trennwand für die Leseecke
Der selbst gebaute Raumteiler dient als Trennwand für die Leseecke

Möchten Sie Ihren Raumteiler noch flexibler gestalten, ist vielleicht ein Paravent das richtige für Sie. Eine Bauanleitung für einen Paravent finden Sie hier.

Neben Holz gibt es viele weitere Materialien, wie Rigipsplatten oder Leichtbausteine mit denen Sie schnell und einfach einen Raumteiler selber bauen können.

4. Bauanleitungen für Raumteiler im Internet

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5. FAQ – Pax-Schrank als Raumteiler: Ikea-Möbel als Deko stilvoll einsetzen

schlafzimmer-modern

So kennt man es: Der Kleiderschrank steht brav an der Wand – die Realität in vielen Schlafzimmern. Warum nicht mal was Neues wagen und den Schrank zum Raumteiler umfunktionieren?

Die vom Einrichtungshaus Ikea angebotenen Pax-Schränke gehören in Deutschland zu den meistverkauften Schrankmodellen und stehen hierzulande in allen möglichen Variationen und Kombinationen in vielen Schlafzimmern.

Das ist schön und gut – dabei werden sie aber in den allermeisten Fällen rein entsprechend ihrem eigentlichen Zweck eingesetzt: Als Schrank, zur Aufbewahrung von Kleidung, Accessoires oder anderen Gegenständen.

Daran ist nichts falsch, jedoch lässt sich ein Pax-Schrank auch anders verwenden: Wie wäre es beispielsweise mit einem Pax-Schrank von Ikea als Deko-Raumteiler? Bei geschickter Platzierung ließe sich sogar eine Ecke des Raumes in einen begehbaren Kleiderschrank umwandeln – wer wünscht sich einen solchen nicht?

Ein Pax als Raumtrenner in einem Raum einzurichten ist auf den ersten Blick einfach verwirklicht: Aufbauen, hinstellen, fertig. Besonders einfach macht es dabei der von Ikea auch online angebotene Pax-Konfigurator, mit dem Größe und Aussehen bereits im Voraus an die zukünftige Umgebung angepasst werden können.

Dennoch besteht dabei ein Problem: Der Hersteller geht nicht davon aus, dass Pax-Schränke mitten im Raum stehen und einen Raumteiler bilden.

Da die meisten Pax-Modelle wohl an Wänden platziert werden, bestehen die Rückseiten in der Regel aus dünnen, recht unansehnlichen Spanplatten, eingerahmt von den nicht kaschierten Kanten der Seitenteile. Wen das nicht stört, kann den Pax als Raumteiler zuhause natürlich einfach so platzieren.

Wir möchten Ihnen im Folgenden jedoch einige Tipps geben, wie sie Ihren Pax als Raumteiler zuhause dekorativ und praktisch einsetzen können. Heimwerker.de beantwortet daher die wichtigsten Fragen zum Pax als Raumteiler.

5.1. Pax als Raumteiler einrichten – worauf sollte ich zunächst achten?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, den die Rückseite Ihres Pax-Schranks zu verkleiden. Bei Verwendung eines Pax als Raumteiler empfehlen wir jedoch dringend, den Schrank auch ordentlich zu befestigen.

Denn: Bei einer „normalen“ Verwendung wird der Schrank durch die Wand gestützt, die sich an der Rückseite befindet, und selbst hier legt Ikea dem Bausatz Möglichkeiten zur Befestigung an der Wand bei.

Steht der Schrank also frei im Raum, sollten sie speziell bei einem Pax als Raumteiler auf Befestigung achten, damit die Gefahr von Unfällen oder Beschädigungen verringert werden kann. Das gilt besonders für Haushalte mit kleineren Kindern oder Haustieren.

5.2. Pax als Raumteiler befestigen: Was ist die beste Möglichkeit?

Auch zur sicheren Befestigung von Pax-Schränken als Raumtrennern gibt es mehrere Möglichkeiten. Im Folgenden wollen wir Ihnen ein paar Varianten vorstellen, die sich wunderbar mit einer optisch ansprechenden Verkleidung der Rückseite kombinieren lassen.

Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit ist die Verkleidung des Pax mit Gipskarton- bzw. Rigipsplatten. Die einzige Schwierigkeit besteht hier in der Verschraubung der Platten mit dem Pax als Raumteiler, da die Seitenplatten meist sehr schmal sind und die Rückseite des Schranks in der Regel keinen Halt bietet.

Hinweis: Hier muss beim Verschrauben also relativ genau das Seitenteil des Schranks getroffen oder zu einem einfachen Trick gegriffen werden: Statt die Rigipsplatten direkt mit dem Pax zu verschrauben, kann auch erst eine waagerechte Lattung angebracht werden, welche dann anschließend die Rigipsplatten trägt.

Rigipsplatten bieten den Nachteil einer eher durchschnittlichen Stabilität. Wer also sichergehen will, aber nicht mehrere Lagen Platten verschrauben möchte, kann auch auf andere Materialien zurückgreifen.

Tipp: Denkbar sind daher auch MDF-Platten, die ebenfalls sehr kostengünstig zu erwerben sind. Zusätzliche Stabilität bietet eine unterliegende Schicht aus einer OSB-Platte. Sofern die Optik gefällt, kann natürlich auch ausschließlich mit einer OSB-Platte verkleidet werden.

Alle diese Varianten bieten jedoch noch keine Möglichkeit der Befestigung an Boden, Wand oder Decke. Dazu kann jedoch eine Holzleiste verdübelt werden, an welcher der Pax-Raumteiler mittels Holzschrauben befestigt werden kann.

Soll um den Pax herum kein Freiraum mehr bestehen, können die Platten Ihrer Wahl auch direkt mit Holzleisten an Wand, Boden und Decke verschraubt werden. Zu dieser Möglichkeit würden wir jedoch nicht unbedingt raten.

Mit sehr vergleichbarem oder sogar verringertem Aufwand lässt sich nämlich ein womöglich deutlich ansehnlicheres Ergebnis erzielen. Das Stichwort hierfür: Trockenbauwand.

Profile hierfür lassen sich an Decken und Wänden problemlos verdübeln. Auf Boden, der nicht beschädigt werden soll – etwa bei Parkett oder einer Fußbodenheizung – lassen sich Trockenbauwandprofile auch wunderbar mit doppelseitigem Klebeband befestigen.

So lässt sich mit auch für Laien überschaubarem Aufwand eine Trennwand bauen, die bei Bedarf auch wieder rückstandslos entfernt werden kann. Wenn Sie mögen, können bei der gleichen Gelegenheit sogar noch Steckdosen eingebaut werden.

Anschließend kann der Pax-Raumteiler bei Bedarf an der Trockenbauwand befestigt werden. Hierfür können Sie eine eigene Lösung, etwa eine an Wand und Schrank verschraubte Holzleiste, oder das von Ikea beigelegte Befestigungsset verwenden.

Bei der Gestaltung der Trockenbauwand mit dem Pax als Raumteiler, etwa im Schlafzimmer, sind Ihnen keine Grenzen gesetzt: Farbe, Tapete, Spachtelmasse, Klebefolie mit Fotomotiven – nahezu alles ist denkbar, um Ihrem Raum einen ganz individuellen Look zu verleihen.

Auf diese Art und Weise können Sie einen großen Raum effektiv in kleinere Abschnitte unterteilen. So können Sie nicht nur durch wenige einfache Arbeitsschritte einen eigenen begehbaren Kleiderschrank bauen, sondern erzeugen gegebenenfalls einen wohnlicheren oder gemütlicheren Eindruck in einem ansonsten womöglich kahl wirkenden Zimmer.

Heimwerker.de wünscht viel Erfolg bei der Raumplanung und viel Spaß mit Ihrem tollen, neuen Raumteiler.

Bildnachweise: vgl/ Christiane baldwin, Yvonne Bräunig, adobestock.com/fotogestoeber (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)