Gartenteich

Schwimmblattpflanzen - Schwimmpflanzen

Auf der Terrasse oder auf dem Balkon müssen nicht immer nur Kübelplanzen sein, denn neben Oleander, Lorbeer und Engelstrompeten haben auch Wasserpflanzen Platz.

Wasserpflanzen sind Pflanzenarten, die ständig oder meistens im oder am Wasser leben. Entweder sie sind überwiegend unter der Wasseroberfläche (untergetauchte / submerse Pflanzen) oder die Planzen bzw. ihre Blätter und Blüten schwimmen auf der Wasseroberfläche (Schwimmblattpflanzen).

Für die Gestaltung eines kleinen Wasserbeckens kommen am ehesten die Schwimmblattpflanzen in Frage – sie unterteilen sich in freischwimmende Pflanzen und in im Schlamm wurzelnde Pflanzen, deren Schwimmblätter und Blüten nach oben treiben. Die für Sie passenden Pflanzen finden Sie in unserer Wasserpflanzen-Übersicht (siehe unten).

Wasserpflanzen sind sehr aktiv: Denken Sie nur an Schilf, Rohrkolben oder Seerosen. Wo diese Gräser und Stauden ungehindert wachsen können, wuchern sie eine Wasserstelle früher oder später zu.

Für Wasserbecken auf Balkon und Terrasse sind deshalb nur ausgewählte Arten geeignet, so haben sich zum Beispiel Wasserschwertlilien als pflegleichte und genügsame Wasserpflanzen bewährt. Sie blühen auch in kleinen Becken jedes Jahr im Frühjahr auf.

Schwimmblattpflanzen - freischwimmende Pflanzen

Kleine Schwimmer wie der Schwimmfarn (Azolla), Wasserlinsen (Lemna) oder Wassersalat (Pistia) breiten sich sogar in flachen Schalen oder in Gläsern aus. Sie treiben auf der Oberfläche dahin und treiben weiße Wurzeln in das Wasser, die sie mit gelösten Nährstoffen und mit Flüssigkeit versorgen.

Ein Glas mit einigen solcher Pflanzen lässt die Entwicklung gut erkennen und dient auf der Fensterbank als "Anschauungsunterricht". Für den Balkon oder Garten sind Kästen oder Kübel geeignet, die ihre Abdichtung durch eine Auskleidung mit Teichfolie bekommen.Zum Schwimmfarn, Wasserlinsen etc. können Wasserhyazinthen (Eichhornia) gesellt werden, die im Sommer schöne blaue Blüten hervorbringen. Diese Exoten kommen in tropischen Ländern wild vor, wo sie selbst große Seen überwuchern.

In diesem Fall sind die Schwimmer eher lästig, als gerne gesehen. Ihr Ausbreitungsdrang stoppt aber vor nördlichen Regionen. Einige dieser Wasserpflanzen kann jede Wasserstelle gut vertragen. Wenn sie zu sehr wuchern, werden sie einfach abgefischt.

Abfischen von Schwimmern ist zur Überwinterung ohnehin nötig oder sie kommen mitsamt dem Wasserbecken ins Haus. Das gilt übrigens auch für den Wassersalat und den Wasserfarn, die beide frostempfindlich sind.

Wasserlinsen können dagegen draußen bleiben, zumal sie auch in europäischen Teichen ganzjährig im Freien grünen. Die winzigen Pflänzchen erholen sich im Frühjahr wieder von Eis und Schnee. Ihre Vitalität macht sie deshalb – ähnlich der tropischen Wasserhyazinthen – stellenweise zur Plage. Eine andere heimische Schwimmpflanze, die gut in Wasserbecken gedeiht, erhält sich, oder besser gesagt ihre Art, auf eine besondere Weise am Leben: Die nur einjährige Wassernuss (Trapa natans) entwickelt während ihrer nur kurzen Lebenszeit dicke Früchte, die abtauchen und im Schlamm überwintern. Im Frühjahr bringen sie dann Jungpflanzen hervor.

Ähnlich macht es die Krebsschere (Stratiotes aloides). Allerdings taucht diese schöne Wasserpflanze immer wieder auf und ab. Sie ist mehrjährig. Für Krebsschere werden große Wasserbecken mit frostfreier Tiefe angeboten, damit sie bzw. ihre Früchte ohne Frostschäden durch den Winter kommen.

Schwimmblattpflanzen - wurzelnde Pflanzen

Neben den "Freischwimmern", die wie die Wasserhyazinthe oder die Wassernuss auf Luftpolstern treiben, wurzeln andere Arten im Schlamm und treiben Schwimmblätter nach oben.

Die Zwergseerose (Nymphaea alba Minor) macht das sogar in Wasserbecken auf dem Balkon, wenn sie ein möglichst tiefes Gefäß und eine ausreichende Bodenschicht bekommt.

Gewöhnliche Gartenerde, vorzugsweise lehmige Erde, ist dazu gut geeignet. Es muss kein spezielles Wasserpflanzensubstrat sein. Das gilt übrigens auch für andere im Boden wurzelnde Arten, die zwar nicht zu den Schwimmern zählen, die aber durchaus schöne Gewächse bilden. Neben anderen lassen sich beispielsweise Wasserschwertlilien, Wollgras, Sumpfdotterblumen und Wasserhahnenfuß in Wasserbecken ansiedeln. Neben der Wasserversorgung brauchen diese Gewächse keine besondere Pflege. Die tropischen Arten müssen natürlich vor Kälte geschützt werden.

Jungpflanzen gibt es von allen Arten in der Wasserpflanzenabteilung von Gartenmärkten und Staudengärtnereien sowie in speziellen Wasserpflanzenbetrieben. Eine Bezugsquelle kann aber auch der eigene Gartenteich sein. Im Frühjahr ist ohnehin eine gute Gelegenheit zur Teilung von Wasserpflanzen, wobei eine Menge Jungpflanzen zum Verschenken oder für kleine Wassergärten auf Balkonen, Terrassen oder auch andernorts im Garten anfallen.

Übersicht der Wasserpflanzen

Für Ihre Vorstellungen und Bepflanzungsumstände finden Sie hier anhand der Übersicht die geeigneten Wasserpflanzen mit der Wuchshöhe, Blütezeit, Blütenfarbe und dem Wasserstand. Reihenfolge: Pflanze, Wasserstand, Wasserhöhe, Blütezeit.

  • Algenfarm (Azolla caroliniana), schwimmend, flach
  • Bachbunge (Veronica beccabunga), 0 bis 50 cm, kriechend o. schwimmend, Sommer
  • Binse (Juncus effusus), 0 bis 50 cm, 60 cm, Sommer
  • Blumenbinse (Butomus umbellatus), 5 bis 30 cm, 50 cm, Blüte 100 cm, Sommer
  • Brunnenkresse (Nasturtium officinale), 0 bis 10 cm, 30 cm, Juni
  • Fieberklee (Menyanthes trifoliata), 0 bis 20 cm, insgesamt ca. 30 cm, Mai bis Juni
  • Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica), 5 bis 30 cm, 50 cm, Blüte 100 cm, Sommer
  • Gilbweiderich (Lysimachia-Arten), Ufer oder 0 bis 20 cm, flach oder 50 cm, Mai bis Juli
  • Hahnenfuß (Ranunculus-Arten), 0 bis 30 cm, flach oder bis 100 cm, Sommer
  • Hechtkraut (Pontederia cordata), 0 bis 30 cm, 30 cm, Sommer
  • Igelkolben (Sparganium), 0 bis 30 cm, 30 bis 60 cm, Sommer
  • Kalmus (Acorus calamus), 5 bis 50 cm, 70 cm, April bis Juli
  • Krebsschere (Stratiotes aloides), 50 cm, schwimmend, Sommer
  • Laichkraut (Potamogeton), ab 50 cm, untergetaucht, Sommer
  • Lotosblume (Nelumbo nucifera), 0 bis 50 cm, 200 cm, Sommer
  • Minze (Mentha-Arten), Ufer oder 0 bis 30 cm, 50 cm, Sommer
  • Pfeilkraut (Sagittaria), 0 bis 20 cm, 50 cm, Sommer
  • Rohrkolben (Typha-Arten), 0 bis 50 cm, 50 bis 200 cm, Sommer
  • Schachtelhalm (Equisetum), 0 bis 50 cm, 50 bis 100 cm
  • Scheinkalla (Lysichiton), 0 bis 10 cm, 30 cm, Frühjahr
  • Schilf (Phragmites australis), 0 bis 50 cm, 1 bis 4 m, Sommer
  • Schwimmfarn (Salvinia natans), schwimmend, flach
  • Seekanne (Nymphoides), 20 bis 120 cm, schwimmend, Sommer
  • Seerosen (Nymphaea-Arten), 30 bis 100 cm, schwimmend, Sommer
  • Simsen (Scirpus-Arten), 0 bis 10 cm, 20 cm, Sommer
  • Sumpfkalla (Calla palustris), 5 bis 20 cm, 20 cm, Sommer
  • Sumpfvergissmeinnicht (Myosotis), 0 bis 10 cm, 30 cm, Sommer
  • Tannenwedel (Hippuris vulgaris), 0 bis 50 cm, insgesamt ca. 100 cm
  • Tausendblatt (Myriophyllum), ab 20 cm, untergetaucht
  • Teichrose (Nuphar lutea), 100 cm, schwimmend, Sommer
  • Wasserähre (Aponogeton distachyos), 50 cm, flach, Sommer
  • Wasserfeder (Hottonia palustris), 20 cm, untergetaucht, Frühjahr
  • Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes), schwimmend, flach, Sommer
  • Wasserlinse (Lemna minor), schwimmend, flach
  • Wassernuss (Trapa natans), schwimmend, flach, Sommer
  • Wasserpest (Elodea canadensis), ab 20 cm, untergetaucht
  • Wassersalat (Pistia stratiotes), schwimmend, flach
  • Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus), 0 bis 20 cm, 100 cm, Juni
  • Wasserschlauch (Utricularia), 30 bis 100 cm, untergetaucht, Sommer
  • Wollgras (Eriophorum), 0 bis 10 cm, 30 bis 50 cm, Sommer
  • Zypergras (Cyperus), 10 bis 20 cm, 50 bis 120 cm, Sommer

Wassergärten: Pflege, Überwinterung und Gestaltung

Die Versorgung von kleinen Wassergärten im Weinfass oder Zinkkübel ist einfach. Vor allem muss regelmäßig das verdunstete Wasser nachgefüllt werden. Entfernen Sie welke Blätter und andere Pflanzenteile. Schöne Samenstände etwa beim Rohrkolben oder beim Igelkolben bleiben natürlich erhalten.

Das Algenproblem ist leicht in den Griff zu bekommen: Diese Wasserpflanzen lassen sich abfischen und kompostieren. Heimische Wasserpflanzen können im Winter draußen bleiben. Ihnen schadet es nicht, wenn das Wasser völlig zufriert.

Wasserhyazinthen, Zwergseerosen, Wassersalat und andere Exoten oder frostempfindliche Hybriden brauchen im Winter einen frostfreien Platz im Haus. Sie kommen am besten wie Kübelpflanzen in einem hellen, aber kühlen Quartier durch die kalte Jahreszeit.

Bewegung im Wassergarten

Eine kleine Pumpe mit Sprudler kann Bewegung in einen größeren Wassergarten bringen. Eine Solarpumpe lässt sich per Solarmodul betreiben.

Eine elektrische Wechselstrompumpe bringt den Balkonbrunnen rund um die Uhr zum Plätschern. Recht wirksame Wasserpumpen haben einen Stromverbrauch von nur 10 Watt.

 

Hat Ihnen dieser Ratgeber gefallen?

Aktuelles User-Feedback

4,4/5 aus 7 Bewertungen
 
Kommentare
Noch keine Kommentare vorhanden Helfen Sie anderen Lesern von heimwerker.de und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Schwimmblattpflanzen - Schwimmpflanzen.
Neuen Kommentar veröffentlichen