Gips & Zement

Selbstverdichtender Beton

Selbstverdichtender Beton – Vorteile für den Heimwerker

Beim herkömmlichen Beton gehört das richtige Verdichten zu den wohl wichtigsten Arbeitsschritten. Denn nur ein sorgfältig verdichteter Beton weist keine Fehlstellen auf. Zudem ist so gewährleistet, dass der Beton auch Jahre später noch die erforderlichen Eigenschaften aufweist.

Unterschiede zwischen selbstverdichtenden und leichtverdichtenden Betonen
Bereits Ende der 80-er Jahre wurde in Japan der sogenannte selbstverdichtende Beton entwickelt und auch eingesetzt. Dies bedeutete eine revolutionäre Weiterentwicklung des herkömmlichen Betons.

Von leichtverdichtenden Beton (LVB) wird gesprochen, wenn zum Verdichten nur eine sehr geringe Rüttelenergie verwendet werden muss. Sind überhaupt keine Verdichtungsmaßnahmen erforderlich, wird der Beton als selbstverdichtend bezeichnet (SVB).

Leichtverdichtende Betone gehören der Konsistenzklasse F5 und F6 an. Sie weisen einen hohen Mehlkorngehalt auf und überschreiten den maximalen Grenzwert der DIN 1045 nicht – im Gegensatz zum selbstverdichtenden Beton.

Vor- und Nachteile von selbstverdichtenden Betonen

Bei SVB sind keinerlei Verdichtungsmaßnahmen erforderlich. Sie entlüften selbstständig alleine durch die Schwerkraft. Dieser Vorgang wird möglich gemacht durch die Verwendung von modernen Hochleistungsbetonverflüssigern auf Polycarboxylatbasis. Dadurch weist er ein sehr gutes Fließverhalten auf und fließt fast von selbst bis zum Niveauausgleich – dies auch über weite Strecken.

Durch diese extrem guten Fließeigenschaften werden selbst anspruchsvolle Schalungsgeometrien vollkommen problemlos ausgefüllt. Nach dem Ausschalen zeigt sich eine fast porenfreie Betonoberfläche. Diese gewünschten Eigenschaften erhält man bei herkömmlichem Beton ausschließlich durch sorgfältiges Verdichten.

Ein weiterer Vorteil des selbstverdichtenden Betons ist seine extrem hohe Festigkeit, wodurch er beispielsweise auch im Brückenbau Verwendung findet. Er weist keinerlei Nester an der Beton-Oberfläche auf. Zudem besitzt SVB eine gleichmäßige Betonqualität von sehr guter Dauerhaftigkeit.

Der Wegfall des Verdichtens bringt einen nicht unbeträchtlichen Zeitgewinn mit sich. Zudem kann auf den sonst auf Baustellen üblichen lagenweisen Beton-Einbau mit entsprechenden Schütthöhen von 50 cm gänzlich verzichtet werden.

Da die Geräuschentwicklung des Rüttlers entfällt, ist dies ein weiterer wichtiger Vorteil bei Bauprojekten in dicht besiedelten Wohngebieten oder in geschlossenen Hallen. Dadurch kann beispielsweise auch über Nacht eine Betonage stattfinden, ohne Dritte zu belästigen.

Ein Nachteil des SVB ist der höhere Preis. Zudem sind Risiken im Zusammenhang mit der Zulassung gegeben.

Der Einsatzbereich von SVB
Selbstverdichtender Beton kommt überwiegend dann zum Einsatz, wenn die Verwendung eines herkömmlichen Rüttlers nicht möglich ist. Dies kann eine dichte Bewehrung oder eine komplizierte und ungünstige Form der Bauteile sein, die so keine zufriedenstellende Entlüftung ermöglichen. Die sehr guten Fließeigenschaften des SVB ermöglichen es hingegen, vollkommen problemlos die Bewehrung perfekt einzubetten.

Dieser Vorzug wird ebenso bei der Herstellung von Beton-Fertigteilen genutzt. Durch die gleichmäßige und porenfreie Oberfläche prädestiniert sich selbstverdichtender Beton als idealer Baustoff für Sichtbetonwände oder für Betonwände und –böden mit besonders hohen optischen Ansprüchen.

Dank der oben geschilderten Materialeigenschaften und seinen Vorteilen deckt selbstverdichtender Beton nicht nur spezielle Anwendungsbereiche ab, sondern ergänzt den herkömmlichen Beton als hochfester Beton in seinem Einsatzbereich.

Bilder: Rainer Sturm  / pixelio.de

 

Hat Ihnen dieser Ratgeber gefallen?

Aktuelles User-Feedback

4,5/5 aus 4 Bewertungen
 
Kommentare
Noch keine Kommentare vorhanden Helfen Sie anderen Lesern von heimwerker.de und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Selbstverdichtender Beton.
Neuen Kommentar veröffentlichen