Kaufberatung zum Slackline Test bzw. Vergleich 2021

Das Wichtigste in Kürze
  • Bei einer Slackline handelt es sich um einen flexiblen Kunststoffgurt, der mithilfe einer Ratsche an zwei Fixpunkten befestigt und zu einem Balancierseil gespannt wird. Slacklinen ist ein anspruchsvoller Sport, der den Gleichgewichtssinn, die Koordination und die Geschicklichkeit trainiert und daher auch häufig als Ergänzungstraining für andere Disziplinen genutzt wird.
  • Die Bruchlast einer Slackline gibt Aufschluss darüber, wie viel Gewicht das Band verträgt, bevor es reißt oder aus der Befestigung bricht. Im Durchschnitt sind Slacklines für ein Gewicht von 2 bis 4 Tonnen ausgelegt, wobei breite Bänder generell eine höhere Bruchlast haben.
  • Speziell bei Outdoor-Slacklines ist eine sichere Halterung essenziell. Viele Slacklines für den Garten werden daher bereits mit einem passenden Befestigungs-Set (z. B. speziellen Slackline-Bodenankern oder einer Wandhalterung) geliefert. Zu diesem gehört in der Regel auch ein Baumschoner, der dafür sorgt, dass Sie keine Spuren oder Beschädigungen am Stamm hinterlassen.

slackline-test

Slacklinen ist eine neue Trendsportart, die mittlerweile sämtliche Bevölkerungsschichten und Altersklassen erreicht hat. Dabei balancieren Sie auf einem Kunststoffband, das zwischen zwei Fixpunkten (z. B. Bäumen oder Mauern) gespannt und mithilfe von Handratschen befestigt ist. Für das Training an kalten und nassen Tagen gibt es außerdem spezielle Indoor-Slacklines mit Gestell, die sich bei Bedarf zusammenklappen und platzsparend verstauen lassen.

In unserer heimwerker.de-Kaufberatung zum Slackline-Vergleich 2021 erfahren Sie, warum das Highlinen als Königsdisziplin unter den Slacklinern gilt und welche Art Slackline sich am besten für Einsteiger eignet. Darüber hinaus verraten wir Ihnen, auf welche Kriterien es beim Kauf einer Slackline ankommt und wie Sie eine Slackline auch ohne Baum sicher befestigen können.

1. Welche Arten von Slacklines gibt es?

Weltrekord im High Solo

Wird eine Highline ohne Sicherungsschlinge oder Kletterseil begangen, spricht man von einem sogenannten „High Solo“. Den aktuellen Weltrekord im Free Solo Highline hält der Münchner Friedrich „Friedi“ Kühne, der im September 2017 in der südfranzösischen Verdonschlucht auf einer 200 Meter hohen und 110 Meter langen Slackline balancierte.

Ob zum gemütlichen Auf- und Abmarschieren oder zum Springen und Tricks ausführen – Slackline ist nicht gleich Slackline und abhängig vom geplanten Anwendungsbereich gibt es signifikante Unterschiede in Bezug auf das Material und die Befestigung.

So gibt es beispielsweise spezielle Jumplines, die besonders straff (meist auf Hüfthöhe) gespannt werden und für die verschiedensten Sprünge und Tricks geeignet sind, wohingegen der Fokus beim Highlinen vornehmlich auf dem Überwinden großer Höhen liegt. Hier sind volle Konzentration und das richtige Einschätzen der eigenen Fähigkeiten erforderlich, da ein gefahrloses Abspringen von der Line nicht mehr so einfach möglich ist.

Die am häufigsten anzutreffende Art von Slackline ist die Lowline, die sich aufgrund der geringen Höhe und vergleichsweise niedrigen Spannung sehr gut für den Einstieg eignet. Insgesamt unterscheidet man derzeit zwischen neun verschiedenen Arten von Slacklines:

Slackline-Kategorie Eigenschaften / Beschreibung
Lowlines
  • am weitesten verbreite Art der Slackline mit 25 m oder 15 m Länge
  • gut für Anfänger und als Slackline für den Garten geeignet
  • niedrige, schwach gespannte Line auf Knie- bis Hüfthöhe
  • Untergrund sollte möglichst weich sein (z. B. Matten, Gras oder Sand) um Verletzungen zu verhindern
Longlines
  • Bezeichnung für Slacklines ab einer Länge von ca. 40 Metern
  • hohe Spannkraft mit dazu proportionalem Durchhang
  • starrer, fast bewegungsfreier Rand
  • großer Durchhang bewirkt große Ausschläge bei Fehltritten
  • Wirkung hoher Kräfte (bis zu 100fache Gewichtskraft), daher müssen Materialauswahl und Aufbau von Profis erfolgen
Highlines
  • in Höhen von einigen bis zu mehreren Hundert Metern angebracht (gefahrloses Abspringen nicht mehr möglich)
  • meist aus Polyester-Flachbändern mit geringer Dehnung und hoher Bruchfestigkeit hergestellt
  • redundante Befestigung
  • grundlegende Kenntnis der wirkenden Kräfte essenziell
  • von der Befestigung unabhängige Sicherungsschlinge, die in der Highline eingehakt wird und vor Abstürzen schützen soll
Rodeolines / Freestyle-Lines
  • wird möglichst hoch an zwei Ankerpunkten befestigt
  • extrem hoher Durchhang (Mitte der Slackline befindet sich direkt über dem Boden)
  • erhöhte Sturzgefahr
  • gutes Training für Longlines
Waterlines
  • Slackline, die über ein Gewässer gespannt wird
  • erschwerte Begehung, da Fixpunkte zur Orientierung fehlen und die Wasserbewegung das Gleichgewichtsempfinden stört
  • geringe Verletzungsgefahr („weiche Landung“ im Wasser)
Tricklines / Jumplines
  • extrem fest gespannte Slackline bis auf Brusthöhe
  • ausschließlich über kurze Distanzen von unter 15 Metern
  • erlaubt 180° – 360°-Drehungen, Salti oder Sprünge von Line zu Line
Nightlines / Darklines
  • in dunklen Räumen, nachts oder an möglichst dunklen Orten gespannte Slackline
  • trainiert das Gleichgewichtsorgan und das Gehör
  • kann auch als Highline oder Waterline gespannt werden
Slackline für Skateboard
  • spezielle Slackline, die Skatern als Ersatz für Geländer und Bänke dient
  • Skater „grinden“ auf der gespannten Line
Slackboard
  • Indoor-Slackline mit Gestell oder Slackline-Ständer
  • lässt sich zusammenklappen und platzsparend verstauen
frau uebt slacklinen

Eine gewisse Grund-Fitness ist zum Erlernen des Balancierens sicherlich von Vorteil. Um ein erstes Gefühl für die Slackline zu entwickeln, können Sie sich auf Treckingstöcke oder die Schulter eines anderen Slackliners stützen.

2. Worauf sollten Sie laut gängiger Slackline-Tests beim Kauf achten?

Obwohl sich die meisten Slacklines auf den ersten Blick kaum unterscheiden, gibt es signifikante Unterschiede in Bezug auf die Eigenschaften und Einsatzgebiete. Für Neulinge lohnt sich daher die Anschaffung eines Slackline-Sets (z. B. das Slackline-Set von Tchibo), bei dem die einzelnen Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Die Menge an Utensilien im Set variiert dabei je nach Anbieter. Daneben kommt es laut gängiger Slackline-Tests für ein erfolgreiches Balancieren aber auch noch auf die folgenden Punkte an:

2.1. Material

mann auf lowline

Die Sicherheit ist bei dem Sport Slacklinen das A und O. Für Einsteiger lohnt sich daher die Anschaffung eines Slackline-Sets mit einer Slackline-Halterung, bei dem die einzelnen Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind.

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl einer geeigneten Slackline ist das Material, aus dem das Band hergestellt ist. Achten Sie in diesem Zusammenhang auch immer auf die Bruchlast. Diese gibt Aufschluss darüber, wie viel Gewicht die Slackline verträgt, bevor das Material ermüdet (sprich zerreißt) oder aus der Befestigung bricht. Breite Bänder haben generell eine höhere Bruchlast und zugleich eine geringere Dehnung, wodurch sie sich so fest spannen lassen, dass sie kaum noch durchhängen.

Im Durchschnitt sind Slacklines für ein Gewicht von 2 bis 4 Tonnen ausgelegt. Die Angabe bezieht sich allerdings auf die Kraft, die direkt auf die Slackline wirkt. Wir empfehlen ein Modell aus Kunststoff (z. B. Polyester, Polypropylen oder Aramid), das auch Sprüngen oder einem gleichzeitigen Balancieren von zwei oder mehr Personen standhalten kann.

2.2. Länge und Breite des Bandes

Die beste Slackline nutzt Ihnen rein gar nichts, wenn sie nicht auf Ihre Bedürfnisse und Ihr Trainingslevel angepasst ist. Das bedeutet, dass auch die Länge und Breite des Bandes zu Ihren Fähigkeiten passen müssen. Generell unterscheidet man dabei zwischen Slacklines für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis:

Slackline-Typ Vorteile / Nachteile
Slackline für Anfänger

Kurzes, breites Band mit größerer Trittfläche.

    Vorteile
  • auch als Slackline für Kinder geeignet
  • leicht zu montieren und anzuwenden
  • hohe Stabilität
  • weniger Schwingungen
    Nachteile
  • ausschließlich für Anfänger konzipiert
  • eingeschränkte Übungsmöglichkeiten
Slackline für Fortgeschrittene

Längeres Band mit normaler Breite für gute Stabilität.

    Vorteile
  • bietet mehr Variationsmöglichkeiten als Slackline für Anfänger
  • für einfache Tricks geeignet
  • gute Stabilität
    Nachteile
  • weniger Dehnung als Profi-Slacklines
  • nicht als Slackline für Kinder geeignet
Slackline für Profis

Zum Teil sehr lange Bänder mit hoher Dehnung und geringer Breite.

    Vorteile
  • für anspruchsvolles Training mit Tricks und Sprüngen
  • für den professionellen Einsatz konzipiert
    Nachteile
  • nicht für Anfänger und Kinder geeignet
  • aufgrund der hohen Dehnung sehr wackelig

2.3. Befestigung

slackline-ratsche

Die Slackline wird mithilfe einer Ratsche an zwei Fixpunkten (z. B. Bäumen oder Wänden) befestigt und zu einem Balancierseil gespannt.

Speziell bei Outdoor-Slacklines ist eine sichere Befestigung essenziell. Viele Modelle werden bereits mit einem passenden Befestigungs-Set (z. B. einer speziellen Slackline-Wandhalterung) geliefert. Zu diesem gehört in der Regel auch ein Baumschutz für die Slackline-Ratschen, der dafür sorgt, dass Sie keine Spuren oder Beschädigungen am Stamm hinterlassen.

Werden Baumstämme als Fixpunkt genutzt, sollte das Band mindestens 5 cm breit sein. Sollten keine Bäume für die Verankerung zur Verfügung stehen, kann die Slackline alternativ auch über zwei Stützen geführt und an zwei Fixpunkten im Boden (z. B. Bohrhaken oder Erdankern für Slacklines) befestigt werden.

heimwerker.de-Tipp: Sicherheit ist das A und O, daher sollten Sie stets drauf achten, dass Sie die Slackline nur an entsprechend belastbaren Objekten befestigen.

3. Von welchen Marken und Herstellern kann man Slacklines kaufen?

Mittlerweile haben sich zahlreiche Marken für Outdoor- und Indoor-Slacklines auf dem Markt etabliert, die auch Befestigungsmaterialien (z. B. Slackline-Pfosten), Slackline-Tools und Slackline-Zubehör in höchster Qualität anbieten. Auf den vorderen Plätzen in den gängigen Slackline-Tests im Internet findet man meist Produkte der folgenden Hersteller:

  • Gibbon
  • Elephant
  • Decathlon
  • Slackstar
  • Ultrasport
  • Hudora

Daneben finden Sie im Internet auch günstige Slacklines vieler No-Name-Marken in sämtlichen Farben und Designs. Diese sind für teils weniger als 50 Euro zu haben, aber häufig aus minderwertigen Materialien hergestellt. Aus Sicherheitsgründen raten wir daher zum Griff einer Marken-Slackline eines der oben genannten Hersteller. Außerdem ist bei diesen Produkten fast nie Zubehör mit dabei.

slacklinen mit sneakern

Ob Sie mit oder ohne Schuhe Slacklinen hängt alleine von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Grundsätzlich haben Sie barfuß zwar mehr Gefühl auf dem Band, ein wetterunabhängiges Trainieren ist so allerdings nur bedingt bzw. gar nicht möglich.

4. Häufige Fragen und Expertenantworten rund um den Slackline-Vergleich

4.1. Hat die Stiftung Warentest schon einen Slackline-Testsieger gekürt?

Bisher haben weder die Stiftung Warentest noch Öko-Test einen Slackline-Test durchgeführt. Unsere Vergleichstabelle und dieser Kaufratgeber stellen aber eine gute Orientierungshilfe für den Kauf einer Slackline dar.

4.2. Wie kann man Slacklinen lernen und üben?

slackliner ueber schlucht

Je länger die gespannte Slackline ist, desto höher sind auch die darauf einwirkenden Kräfte und die potenzielle Energie. Lowlines kommen daher aktuell auf eine Länge von maximal 600 Metern, bei Highlines wurde die Marke von 1000 Metern aber bereits vor einigen Jahren überschritten.

Grundsätzlich kann zwar jeder das Slacklinen lernen, eine gewisse Grund-Fitness ist dabei aber sicherlich von Vorteil. Um ein erstes Gefühl für das Band zu entwickeln, können Sie sich auf Treckingstöcke oder die Schulter eines anderen Slackliners stützen. Stehen Sie möglichst aufrecht und locker in den Knien und der Hüfte und halten Sie den Blick nach vorne gerichtet. Fixieren Sie dabei einen Punkt am gegenüberliegenden Baum oder die Ratsche.

Strecken Sie die Arme waagerecht zur Seite, die Unterarme zeigen dabei nach oben. Üben Sie zuerst das Stehen auf einem Bein, bevor Sie sich an die ersten Schritte wagen. Fühlen Sie sich dabei in den nächsten Schritt hinein und lassen Sie sich nicht hineinfallen. Legen Sie zudem regelmäßig Pausen ein, wenn die Kraft und die Konzentration nachlassen.

4.3. Soll ich beim Slacklinen Schuhe tragen?

An der Frage, ob man mit oder ohne Schuhen Slacklinen sollte, scheiden sich in der Szene die Geister. Pauschal lässt sich dazu keine Empfehlung geben, denn, wie bei so vielen anderen Dingen auch, kommt es dabei auf die individuellen Vorlieben an. Grundsätzlich haben Sie barfuß zwar mehr Gefühl auf dem Band, wetterunabhängiges Trainieren (z. B. im Winter) ist allerdings nur bedingt bzw. gar nicht möglich. Zudem sind Sie im Falle eines Sturzes nicht vor Verletzungen geschützt.

heimwerker.de-Info: Trick- und Jumpliner tragen beim Balancieren auf der Slackline fast ausnahmslos Schuhe.

4.4. Ab welchem Alter kann man mit dem Slacklinen beginnen?

mann balanciert auf indoor-slackline

Indoor-Slackline ohne Baum: Lowlines sind die am weitesten verbreitete Art der Slackline mit 15 m bis 25 m Länge.

Im Gegensatz zu anderen Sportarten kommt es beim Slacklinen weniger auf das Alter der Person, sondern vielmehr auf deren koordinativen und feinmotorischen Fähigkeiten an. Im Prinzip können schon Kinder ab etwa 3 Jahren mit Unterstützung eines Erwachsenen über die Slackline laufen. Da Entwicklung und Lerngeschwindigkeit sich aber je nach Kind unterscheiden, können mitunter auch schon kleinere Kinder gut balancieren, während andere etwas mehr Übung dafür brauchen.

4.5. Wie lang kann eine Slackline gespannt werden?

Bezüglich der maximalen Länge einer Slackline lässt sich pauschal keine Aussage treffen. Ein zentraler Punkt ist dabei aber immer das Thema Sicherheit, denn je länger die gespannte Line ist, desto höher sind auch die wirkenden Kräfte und die potenzielle Energie.

Letztere wird beim Materialversagen in Bewegungsenergie umgewandelt, wodurch ernsthafte Gefahren für den Slackliner und umstehende Lebewesen entstehen können (z. B. durch umherfliegendes Metall). Bei klassischen Longlines steht die Längenmarke derzeit knapp über 600 Metern, bei Highlines wurde hingegen bereits 2016 die 1000-Meter-Marke überschritten.