Zierpflanzen

Im Sommer Pflanzensamen für das Folgejahr sammeln

Blumensamen vermeiden oder behalten?

Wer sich bis in den Herbst an der Blütenpracht seiner Sommerblumen und Stauden erfreuen möchte, sollte die welken Blüten an den Pflanzen abschneiden oder auszupfen, damit es nicht zum Ansetzen von Samen kommt.

Das Aussamen ist eine besondere Kraftanstrengung für die Pflanzen und sorgt dafür, dass sie kaum noch neue Blüten für ein Nachblühen ausbilden können. Bei vielen Sommerblumen und Stauden lässt sich außerdem durch Entfernen der welken Blüten ein unerwünschtes Verwildern vermeiden.

Wer allerdings eine eigene Blumenzucht anstrebt und etwas Geld sparen will, der sollte einige der welken Blüten stehen lassen, bis der Samen reif ist und geerntet werden kann.

Im Folgejahr kann man den keimfähigen Samen wieder im Beet aussäen. Besonders spannend wird es mit sogenannten Hybridsorten, die aus einer Kreuzung zweier besonders schöner, gesunder und leistungsfähiger Sorten entstehen. Die neue Pflanze kann völlig anders aussehen als die Mutterpflanze, von der der Samen stammt.

Blumensamen richtig ernten und lagern

Um die Blumensamen zu ernten, benötigen Sie ein scharfes Messer oder eine Rosenschere für das Abschneiden der Samenstände oder Samenkapseln. Hilfreich ist auch ein Teesieb, das man für das Trennen der feinen Samen von den trockenen Samenhäuten verwenden kann.

Blumensamen werden grundsätzlich bei trockenem, sonnigen Wetter geerntet. Die Reife erkennen Sie an dunklen, trockenen Körner oder dem Abfallen eines Deckels oder Auflösen der Blütenteile. Bei manchen Sommerblumen fällt der Samen auch einfach von der Pflanze ab und muss zeitnah aufgesammelt werden.

Besonders einfach ist die Samenernte bei Ringelblumen, Mohn, Sonnenblumen, Wicken, Kapuzinerkresse und Lupinen. Beispielsweise fällt der Samen der Kapuzinerkresse im reifen Zustand einfach von den Pflanzen ab. Man muss ihn schnell aufsammeln und trocknen, damit er nicht feucht wird und zu faulen beginnt.

Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

Als Verpackungsmaterial eignen sich kleine Papiertüten oder alte Filmdosen. Lassen Sie die Samen noch einige Tage auf Papier ausgebreitet trockenen, bevor sie in einzelne Tüten oder Dosen verpackt werden. Um auch im nächsten Jahr noch zu wissen, um welche Pflanzensorte es sich bei den kleinen Samenkörnern handelt, werden die Verpackungen beschriftet und mit dem Erntedatum versehen.

Das Datum der Ernte spielt eine entscheidende Rolle, da die meisten Samen nur etwa drei Jahre keimfähig bleiben, wenn sie kühl, dunkel und trocken gelagert werden. Wichtig ist, dass das Saatgut keinen kurzfristigen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird: Bei Wärme und Feuchtigkeit wird die Keimruhe aufgehoben, was sich negativ auswirken kann. Zudem wird ein Befall mit Bakterien und Pilzen gefördert.

Lesetipp: Wie Sie vor dem Einpflanzen eine Keimprobe durchführen und die Blumen richtig im Topf vorziehen oder direkt säen, erklärt unsere Anleitung Blumen im Frühjahr säen.

Sonnenblumensamen ernten

Sonnenblumensamen bzw. Sonnenblumenkerne sind nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Vögeln als Snack überaus begehrt.

Daher sollte man um die gesamte Blumen ein dünnes Gewebetuch binden, bis sich die Samen im Spätsommer bzw. Herbst selbstständig lösen oder man die verblühte Sonnenblume zum Trocknen abschneiden will.

Sonnenblumen
Sonnenblumensamen

Mohnblumensamen ernten

Mohnblumen kann man ganz einfach vermehren. Der Mohnsamen ist reif, wenn sich die Samenkapsel öffnet. Dabei bilden sich kleine Löcher auf dem oberen Deckel, der schließlich abfällt. Durch leichtes Klopfen mit den Fingern lösen sich die kleinen schwarzen Kügelchen, die man sofort frisch ins Beet säen kann, damit der Mohn noch vor dem Winter eine robuste Blattrosette ausbildet.

Mohnblumen
Mohnblumensamen

Ringelblumensamen ernten

Die Ringelblume gehört zur Familie der Korbblüter und wird wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung vielfach in Salben und Cremes verwendet. Ringelblumensamen erntet man, indem man den gesamten Fruchtstand abschneidet und die Blütenköpfe zum Trocknen aufhängt. Die Samen nehmen beim Trocknen eine sichelförmige Form an und können leicht mit den Fingern abgelöst werden.

Ringelblumen
Ringelblumensamen

Lupinensamen ernten

Wie auch bei Wicken zeigt sich die Samenreife bei Lupinen durch dunkle, trockene Schoten, die als Lupinenbohnen bezeichnet werden. Lupinen gibt es nicht nur als Zier- oder Wildpflanzen, sondern sind auch als Gemüse- und Futterpflanzen bekannt, die viel Eiweiß liefern und daher gut zu einer vegetarischen Ernährungsweise passen.

Lupinen
Lupinensamen
 

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