Basteln mit Metall

Sonnenuhr bauen

Seit Menschengedenken wird die Zeit am Sonnenstand gemessen: Sonnenauf- und Untergang bestimmen den Rhythmus des Lebens. Schon die alten Ägypter verwendeten äußerst präzise und ausgeklügelte Sonnenuhren um den Tagesablauf genauer einteilen zu können. Am Prinzip der Sonnenuhr hat sich seither (natürlich) nichts geändert.

Für den Bau einer genauen Sonnenuhr sind astrophysikalische und mathematische Kenntnisse erforderlich, die wir im Rahmen dieser Anleitung nicht vollständig vermitteln können.

Die Heimwerker.de-Sonnenuhr für Ihren Garten ist eine sogenannte "Äquatorial-Sonnenuhr" und wird nur die ungefähre Uhrzeit anzeigen können, die Abweichung beträgt allerdings nur ein paar Minuten und ist zu verschmerzen. Es geht hier schließlich in erster Linie um die Dekoration des Gartens.

Ihren Namen verdankt die Äquatorial-Sonnenuhr der Lage ihres Zifferblattes, das parallel zur Äquatorial-Ebene liegt, also einem gedachten Querschnitt durch die Erde entlang des Äquators. Der Schattenwerfer liegt dabei parallel zur Erdachse, also genau im rechten Winkel zum Zifferblatt.

Wie der korrekte Winkel des Zifferblatts berechnet wird und wie man eine solche Sonnenuhr bauen kann, beschreiben wir in diesem Bauplan.

Materialien und Werkzeuge für eine Sonnenuhr

  • 1 quadratisches oder rundes Massivholz-Brett für das Zifferblatt
  • 1 Gewindestange M8, Länge entsricht der Kantenlänge/dem Durchmesser des Zifferblattes
  • zwei M8-Muttern
  • zwei M8-Unterlegscheiben
  • Akkuschrauber mit 8 mm-Bohrer
  • Bleistift
  • Winkelmesser oder Geodreieck
  • Buntlack Ihrer Wahl für die Zahlen
  • Klarlack
  • kleiner Pinsel
  • Pinsel/Lackrolle

Längengrad ermitteln und erste Zeichnungen

Ermitteln Sie zunächst den Längengrad Ihrer Stadt: Dies können Sie sowohl mit Google Earth oder Wikipedia als auch über eine einfache Eingabe in einer Suchmaschine machen. Zeichnen Sie nun zwei Hilfslinien vom Rand des Zifferblattes über die gesamte Fläche. Die Linien sollten sich genau im Mittelpunkt der Fläche schneiden und im rechten Winkel zueinander stehen.

Ausgehend von einer der Hilfslinien, werden nun die Markierungen für die Uhrzeit angezeichnet. Der Versatz ist je nach Längengrad unterschiedlich und wird wie folgt berechnet: Versatz = 15° – eigener Längengrad

Düsseldorf beispielsweise liegt auf rund 6,7° östlicher Länge, daraus folgt:

15° – 6,7° = 8,3°

Das bedeutet also, der Versatz muss in einem Winkel von 8,3° zu einer der waagerechten Hilfslinien eingezeichnet werden.

Sonnenuhr-Zifferblatt einteilen und lackieren

Diese erste Versatzlinie markiert später den Zeitpunkt 18 beziehungsweise 6 Uhr. Zeichnen Sie nun ausgehend von der ersten Versatzlinie zwölf weitere Linien im jeweiligen Winkel (für Düsseldorf 8,3) ein.

Nun folgt der kreative Teil der Arbeit: das Bemalen und Lackieren. Wenn die Ziffern des Zifferblattes im Halbkreis angeordnet sein sollen, kann eine weitere halbkreisförmige Hilfslinie angezeichnet werden, die die Versatz-Markierungen kreuzt. Das erleichtert die gleichmäßige Verteilung der Zahlen.

Ob Sie römische oder arabische Ziffern verwenden, ist Ihrem Geschmack überlassen. Bevor SIe mit dem bemalen der Platte beginnen, sollte  diese aber in jedem Fall trocken und sauber sein, damit die Farbe auch gut hält. Für zusätzlichen Halt und bessere Deckkraft sorgt eine Grundierung, allerdings sollte das besser vor dem Markieren der Platte geschehen.

Wenn die Ziffern aufgemalt und die Farbe getrocknet ist, kann mit Pinsel oder Lackrolle eine zusätzliche Schutzschicht aus Klarlack aufgetragen werden. Wer ein Witterungsbeständiges Holz verwendet hat, kann aber auch darauf verzichten.

Sonnenuhr ausrichten und montieren

Bevor die Sonnenuhr zusammengebaut werden kann, muss zunächst ihre endgültige Position bestimmt werden. Das geschieht entlang des späteren Schattenwerfers, des sogenannten "Gnomons", der genau auf den Nordstern zeigen muss, um die richtige Uhrzeit anzuzeigen.

Im Prinzip kann alles, was einen Schatten wirft, als Gnomon verwendet werden. Es gibt sogar Sonnenuhren, in denen Menschen selbst zum Gnomon werden. Wir haben uns für eine Gewindestange als Schattenwerfer entschieden. Für die Montage bohren Sie mit dem Akkuschrauber in die Kreuzung der beiden zu Anfang gezeichneten Hilfslinien ein Loch.

Bevor die Gewindestange montiert werden kann, muss zunächst der richtige Winkel  ermittelt werden, in der die Konstruktion später zum Stehen kommt. Dafür benötigt man eine dunkle und klare Nacht sowie die Kenntnis des Nordsterns. Diesen werden Sie gewiss schon einmal am Himmel erblickt haben, denn er ist der hellste Stern des Firmaments und befindet sich immer im Norden. Es handelt sich um den letzten Stern der Deichsel vom kleinen Bär bzw. kleinen Wagen.

Richten Sie die Gewindestange auf den Nordstern aus, indem Sie mit ihr den Nordstern anpeilen. Sie muss wie ein Kanonenrohr genau auf den Nordstern zeigen. Das ist der Winkel in dem auch die fertig montierte Sonnenuhr stehen muss.

Prägen Sie sich den Winkel ein, oder messen Sie ihn anhand eines horizontal verlaufenden Gegenstandes in ihrem Garten. Schieben Sie die Stange durch das Zifferblatt und fixieren Sie sie mithilfe der Muttern, sodass die Konstruktion genau auf den Nordstern zeigt.

Damit die Sonnenuhr diese Position beibehält, sollte man sie provisorisch fixieren und bei Tageslicht eine dauerhafte Befestigung installieren. Denkbar wären – je nach Untergrund – Metallwinkel, eine Holzkonstruktion oder ein Fundament aus Zement, in das die Uhr ein Stück eingelassen wird. Bevor die Uhr endgültig fixiert wird, wird sie im Sommer bei möglichst hellem Sonnenschein noch auf die richtige Zeit gedreht.

 

Hat Ihnen dieser Ratgeber gefallen?

Aktuelles User-Feedback

4,4/5 aus 14 Bewertungen
 
Kommentare
  • Hallo,

    vielen Dank für den Tipp zur Ortung des Nordsterns. Wir haben ihn in unserer Bauanleitung aufgenommen.

    Viele Grüße,
    Heimwerker.de-Redaktion
    Heimwerker.de-Redaktion 20.01.2015 08:44:15 antworten
  • Venus ist der Morgen-, oder Abendstern, je nach Jahreszeit aber nicht der Nord-, oder Polarstern. Wie der Name schon sagt, findet man ihn genau im Norden, letzter Stern der Deichsel vom kleinen Bär (kleiner Wagen).
    Johann Horvath 19.01.2015 20:42:03 antworten
Neuen Kommentar veröffentlichen