Textilien & Handarbeit

Stricken: Einführung

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(Foto: Alexandra H. / www.pixelio.de)

Material: Welche Wolle eignet sich für was?

Für den allerersten Strickversuch eignet sich die sogenannte Schulwolle recht gut. Sie besteht zumeist aus 100% Polyacryl, ist in den verschiedensten Farben erhältlich, in der Regel sehr preiswert und durch ihre Geschmeidigkeit einfach zu verarbeiten. Der Nachteil dieser Wolle ist allerdings, dass die Kunstfasern keinen besonders hohen Tragekomfort bieten. Benutzen Sie ihn also getrost zum Üben oder für Strickstücke, die nicht unmittelbar am Körper getragen werden - Schals wären denkbar, Puppenkleidung oder Dekoration – jedoch lieber nicht für Socken oder Pullover.

Für Socken benutzen Sie am besten Sockenwolle. Diese besteht normalerweise aus 75% Schurwolle und 25% Polyamid und sollte waschmaschinengeeignet sein. Diese Materialzusammensetzung hat den Vorteil, dass die Socken atmungsaktiv sind, warm halten und nicht zu sehr kratzen.

1. Maschenanschlag

Zunächst müssen Sie sich überlegen, wie viele Maschen Ihre Strickarbeit haben soll. Ein dementsprechend großes Stück Wolle müssen Sie vom Wollknäuel abrollen. Für 25 Maschen würden zum Beispiel 50 cm Wolle reichen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, kalkulieren Sie lieber ein wenig mehr ein - das schadet nie, wohingegen es ärgerlich ist, am Ende zu merken, dass nicht genug Faden für die angestrebte Anzahl an Maschen da ist.Nun nehmen Sie den Faden in die linke Hand und legen eine Art Schlaufe um Zeigefinger und Daumen, wobei das längere Ende des Fadens vom Zeigefinger aus nach rechts läuft und der Faden, der zurück zum Wollknäuel führt, am Daumen vorbei - theoretisch - auf der linken Seite liegt. Halten Sie beide Fäden mit Mittelfinger, Ringfinger und kleinem Finger fest, so dass er durch Spreizen von Zeigefinger und Daumen leicht gespannt ist. Anschließend nehmen Sie beide Stricknadeln zusammen in die rechte Hand. Dadurch, dass Sie die ersten Maschen mit beiden Nadeln stricken (als wäre es eine dicke Nadel) werden Sie lockerer und weiter. Dies ist bei den Luftmaschen wichtig, damit man später gut damit arbeiten kann.

Sie können natürlich auch dickere Stricknadel als die, mit der Sie später arbeiten wollen, nehmen. Zuerst führen Sie die Stricknadeln zwischen Zeigefinger und Daumen unter dem Faden her und ziehen diesen mithilfe der Nadel erst nach vorne und dann nach links, sodass sich der hergezogene Faden und der Faden, der seitlich an Ihrem Daumen gespannt ist, sich kreuzen. Dann führen Sie die Nadel von unten durch die an Ihrer Daumenwurzel entstandene Schlaufe. Drehen Sie Ihre Hand um ca. 45° damit Sie gut den zwischen Zeigefinger und Nadel gespannten Faden erreichen können. Legen Sie die Nadelspitze hinter diesen Faden und wickeln Sie ihn quasi einmal um die Nadel. Stelle Sie sich vor, dass Sie die verschiedenen Schlaufen auf der Nadel "sammeln" müssen. Führen Sie nun die Nadelspitze zurück durch die Schlaufe zwischen Ihrem Daumen und der Nadel, und zwar von rechts nach links. Ziehen Sie mit der Nadel den Faden vom Daumen und zurren ihn leicht fest - fertig sind die ersten beiden Luftmaschen.

Für die folgenden Maschen gehen Sie in etwa genauso vor: Spannen Sie den Faden mit den beiden Maschen und der Nadel in der Mitte zwischen Zeigefinger und Daumen. Führen Sie die Nadel von links unten durch die entstehende Schlaufe vor Ihrem Daumen und angeln Sie mit der Nadelspitze den Faden auf der rechten Seite, zwischen Zeigefinger und Nadel. Anschließend ziehen Sie die Nadel wieder durch die entstandene Schlaufe um Daumen und Nadel. Masche über den Daumen gleiten lassen und festziehen - fertig ist die nächste Masche. Wiederholen Sie diesen Vorgang solange, bis Sie die gewünschte Menge an Maschen erreicht haben.

Tipp für den Anfänger: Beginnen Sie lieber mit wenigen Maschen, wählen Sie zum Üben zum Beispiel einen schmalen Schal anstelle eines XXL-Modells, so sehen Sie schneller motivierende Erfolge.

2. Rechte Maschen

Haben Sie Ihren Maschenanschlag fertig und möchten richtig mit dem Stricken loslegen? Um sich ein bisschen "einzustricken", beginnen Sie am besten erstmal mit den einfachen, rechten Maschen.

Zunächst ist folgendes zu beachten: In der Regel stricken Sie von links nach rechts. Das heißt auf der linken Nadel befindet sich Ihre bereits fertige Strickarbeit, auf die rechte Nadel wird hinzugestrickt.

Ziehen Sie zunächst eine der beiden Nadeln aus Ihrem Maschenanschlag. Legen Sie das Wollknäuel auf Ihre linke Seite und halten Sie den Faden locker gespannt in der linken Hand, indem Sie Ihn einmal um den Zeigefinger wickeln und zwischen Mittel- und Ringfinger halten. Die Strickarbeit halten Sie in der linken Hand zwischen Mittelfinger und Daumen.

Anschließend führen Sie die Nadel durch die vordere Masche und wickeln den hinteren Faden um die Nadel. Danach führen Sie ihn zurück durch die Schlaufe auf der vorderen Nadel und nehmen ihn dadurch auf der hinteren - rechten - Nadel auf.

3. Linke Maschen

Viele Strickmuster setzen sich aus dem Abwechseln von linken und rechten Maschen zusammen, weshalb Sie natürlich auch wissen müssen, wie man linke Maschen strickt.

Für diese halten Sie die Strickarbeit genauso wie oben beschrieben in der linken Hand, in der Sie auch den Faden gespannt halten. Dieses Mal soll der Faden jedoch VOR der Strickarbeit liegen.

Stechen Sie dieses Mal von hinten durch die Masche auf der linken Nadel und ziehen Sie den Faden, der vor dem Strickstück liegt, durch die Masche und lassen ihn auf die rechte Nadel gleiten.

4. Maschen abketten

Wenn Sie Ihre Strickarbeit beendet haben, brauchen Ihre Maschen einen sicheren Abschluss, damit sich Ihr Schal beim Tragen nicht einfach wieder auflösen kann. Dazu müssen die Maschen "abgekettet" werden.

Hierfür halten Sie Ihr Strickstück wie gewohnt in der linken Hand und den Faden vor der Arbeit.

Führen Sie die Nadel durch zwei Maschen gleichzeitig, wickeln Sie den Faden um die Nadel und ziehen ihn durch die beiden Maschen. Es entsteht eine Masche, welche Sie wieder auf die linke Nadel führen. Diesen Vorgang wiederholen Sie solange, bis Sie alle Maschen abgekettet haben.

 

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