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Elektroinstallation und Elektroarbeiten
Kleinere Elektroinstallationen können Heimwerker selber durchführen. Deshalb findet man hier die Grundlagen der Elektrotechnik, angefangen bei Fragen, was Strom eigentlich ist, über Definitionen von Gleich- oder Wechselstrom, Spannung und Widerstand bis hin zu Sicherungen, Schutzarten und einem kleinen Lexikon mit Fachbegriffen. Darüber hinaus stellen wir hier die wichtigsten Werkzeuge für Elektroarbeiten vor. Mit aufwändigeren Arbeiten ist jedoch aus Sicherheitsgründen ein Elektriker zu beauftragen.
Warnhinweis: Sicherheit hat Vorrang!
Lesen Sie vor Elektroinstallationsarbeiten unbedingt folgende Sicherheitshinweise:
- Vor der Arbeit sollten Sie immer den Strom am Sicherungskasten abschalten. Dies erfolgt entweder durch das Ausschalten der entsprechenden Sicherung oder durch ihr Herausdrehen. Kleben Sie zur Sicherheit ein Klebeband darüber, um ein versehentliches Anschalten durch eine andere Person sicherzustellen.
- Messen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit nach, ob die Leitung wirklich spannungsfrei ist.
- Bei Geräten oder Lampen schalten Sie diese aus und ziehen den Netzstecker.
- Arbeiten an Starkstromanschlüssen, Hauptsicherungen, verplompten Zählern und dem Hausanschluss dürfen nur ausgebildete Fachmänner, d. h. Elektriker, vornehmen.
- Metallische Geräteteile und nicht isolierte Leitungen niemals berühren, selbst wenn das Gerät voll ausgeschaltet ist, da die angesprochenen Teile und Leitungen elektrische Energie speichern.
- Defekte Geräte sollten sofort vom Stromnetz getrennt werden, zum Beispiel durch Ziehen des Netzsteckers.
- Beschädigte Kabel und Stecker dürfen nicht repariert, sondern sollten vom Fachmann ausgetauscht werden.
- Sind Änderungen an den elektrischen Leitungen geplant, sollte ein Elektriker hinzugezogen werden, der die Arbeiten vornimmt und fertige Installationen abnimmt.
- Nur geprüfte Materialien für Elektroinstallationen verwenden, erkennbar am VDE-Prüfzeichen und dem GS-Siegel.
- Bei Kindern im Haushalt sollten Steckdosen mit Kindersicherungen ausgestattet werden.
Bei Elektroarbeiten und -installationen ist immer der Ausführende dafür verantwortlich, dass die Arbeiten nach VDE-Richtlinien durchgeführt werden. Passiert durch unsachgemäße Arbeit ein Unfall, ist derjenige verantwortlich, der zuletzt an der elektrischen Anlage oder dem Gerät gearbeitet hat.
Grundlagen der Elektrotechnik – Was ist Strom?
Als elektrischer Strom wird die Bewegung von Ladungsträgern genannt, die beispielsweise durch ein Stromkabel in der Hauswand verlaufen. Damit der Strom fließt werden unterschiedlich geladene Körper benötigt. Erst dann entsteht ein elektrisches Feld. Trennt man die Ladungskörper, wie es zum Beispiel in einer Autobatterie durch chemische Prozesse oder in einem elektrischen Generator durch mechanische Bewegung passiert, werden sie bewegt, – genauer gesagt: Sie werden beschleunigt. In diesem Moment fließt Strom. Wie kommt der Strom ins Haus? Hochspannungsleitungen führen den Strom vom Kraftwerk zu Transformatorstationen, wo er auf eine verbrauchergerechte Spannung von 230 bzw. 400 Volt herabtransformiert wird. Danach gelangt der Strom über Erd- oder Freileitungen zu den Hausanschlusskästen. Von dort aus führt die Hauptleitung zu den Hauptsicherungen. Durch den Zählerschrank geht es weiter zum Stromverteiler. Dort befinden sich die Wohnungs- und Haussicherungen, die jeweils einen eigenen Stromkreis absichern. Jeder Stromkreis führt zu den sogenannten "ortsfesten" Verbrauchern, das sind Schalter und Steckdosen. Entsprechend bezeichnet man elektrische Geräte, wie Wasserkocher oder Laptop als "ortsveränderliche" Verbraucher. Erst nach dem Zähler, der Eigentum des jeweiligen Elektrizitätswerks ist, darf der Elektriker Änderungen vornehmen. Was ist ein Stromkreis? In einem elektrischen Stromkreis werden eine oder mehrere elektrische Energiequellen mit verschiedenen elektrischen Bauelementen zusammengeschaltet, zum Beispiel eine Batterie mit einer Glühlampe. In einem geschlossenen Stromkreis wird ein Ladungstransport ermöglich, so dass die Lampe leuchtet. In einem unterbrochenen Stromkreis ist das nicht der Fall: Die Lampe bleibt aus. Der Strom aus der Steckdose zu Hause ist Wechselstrom. dagegen handelt es sich bei einer Batterie um Gleichstrom. Was ist Wechselstrom? Beim Strom unterscheidet man zwischen Wechselstrom und Gleichstrom. Die Bezeichnung "Wechselstrom" beruht auf der Tatsache, dass er sich kurvenförmig ständig von Plus nach Minus bewegt. Die Schnelligkeit dieser Schwingung, d. h. die Frequenz, wird in Hertz (Hz) angegeben. Ein Hertz bedeutet eine Schwingung, also zwei Richtungsänderungen pro Sekunde. Der in deutschen Haushalten übliche 230/400-V-Wechselstrom hat eine Frequenz von 50 Hz. Der Hausanschluss wird bis zum Zähler generell als 400-V-Drehstromleitung verlegt. Diese besteht aus drei stromführenden Leitern, den sogenannten Außenleitern (Kurzzeichen: L1, L2 und L3), einem Mittelleiter (auch Neutralleiter genannt, Kurzzeichen: N) und dem Schutzleiter (Kurzzeichen: PE). Die Außenleiter führen eine zeitlich zueinander verschobene Wechselspannung. Die Rückleitung eines Stromes von den Außenleitern erfolgt über den Mittelleiter. 230-V-Wechselspannung liegt dann an, wenn nur einer der Außenleiter und der Neutralleiter benutzt werden. Mehr Informationen zu den Kennzeichnungen von Leitungen und den Farbcodes der Leiter gibt die Beratungsseite Leitungen verlegen. Was ist Gleichstrom? Wechselstrom aus der Steckdose kann man mit einem Transformator in "Schwachstrom" (Gleichstrom) umwandeln, der keine Gefahr für Leib und Leben birgt. Gleichstrom hat keine Frequenz, Plus und Minus sind immer konstant. Er dient zum Beispiel zum gefahrlosen Betrieb von Kinderspielzeug oder anderen baterriebetriebenen Geräten. Hier darf die Spannung nicht mehr als 24 V betragen. Um aus Wechselspannung Gleichspannung zu erzeugen, braucht man Netzteile mit integriertem Gleichrichter. Stromstärke, Spannung und Widerstand Strom fließt nur, wenn Spannung vorhanden ist. Diese Größe misst man in Volt (V). Elektrische Spannung ist vergleichbar mit dem Druck in einer Wasserleitung, der Voraussetzung dafür ist, dass Wasser fließt. Die Stromstärke, die man in Ampere (A) misst, ist abhängig vom Leitungswiderstand, der in Ohm (Ω) gemessen wird. Ist der Widerstand groß, fließt nur wenig Strom. Er ist umso höher, je dünner der Leitungsquerschnitt und je höher der sogenannte spezifische Widerstand des Leiters ist. Steigt der Widerstand, steigt auch die Temperatur. Diesen Effekt macht man sich bei Herdplatten oder der Glühwendel einer Lampe zunutze. Unerwünscht und gefährlich ist die widerstandbedingte Erwärmung in den Vorsorgungsleitungen zu Verbrauchern. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass die Leitungsquerschnitte der maximalen Leistungsaufnahme der anschließbaren Verbraucher entsprechen. Mit Watt (W) bezeichnet man die Elektrizitätsmenge, die ein Gerät oder eine Lampe verbraucht. 1000 Watt sind 1 Kilowatt (kW). Strom, Spannung und Widerstand stehen in einer engen Beziehung zueinander. Strom kann und soll nur dann fließen, wenn die Pole einer Spannungsquelle über den Widerstand des elektrischen Verbrauchers miteinander verbunden sind. Dieser Widerstand bestimmt dann die Menge des Stroms. Sicherungen Schraubsicherungen und Leitungsschutzschalter im Sicherungskasten Fließt mehr Strom durch eine Leitung als diese ohne Hitzeschaden transportieren kann, muss der Stromfluss unterbunden werden. Das ist die Aufgabe von Sicherungen. Es gibt zwei Typen von sogenannten Überstromschutzorganen: Sicherungsautomaten und Schmelzsicherungen. Sicherungsautomaten, auch Leitungsschutzschalter genannt, werden heute überwiegend eingesetzt. Bei Überlastung öffnen sie einen Schalter, sodass der Stromkreis unterbrochen wird. Dadurch kann man sie nach der Beseitigung der Störung wieder einschalten. Den Austausch von Sicherungsautomaten darf nur ein Elektriker vornehmen. Schmelzsicherungen brennen durch, wenn eine Überlast entsteht, und müssen danach ausgewechselt werden. In Form von Schraubsicherungen finden sich diese Sicherungen oftmals neben Leitungsschutzschaltern im Sicherungskasten. Diese Niederspannungssicherungen gehören zu dem D-System oder dem neueren D0-System, bei denen der Schmelzeinsatz und der Schraubverschluss getrennt sind. Schmelzsicherungen können Sie durch Eindrehen einer neuen Sicherungspatrone auch selbst austauschen. Dennoch ist es ratsam, sich im Zweifel bei einem Elektriker zu erkunden. Schutzarten und Schutzklassen gegen Gehäusespannung Ist ein Gerät an einer Steckdose angeschlossen, fließt Strom vom Außenleiter zum Neutralleiter. Der Schutzleiter ist über Kontaktstreifen am Stecker und über Metallzungen an der Steckdose mit elektrisch leiterenden Gehäuseteilen verbunden. Ohne den angeschlossenen Schutzleiter würde das ganze Gerätegehäuse unter Spannung stehen, wenn ein defekter Außenleiter Kontakt zu elektrisch leitenden Gehäuseteilen bekäme. Besitzen beispielsweise Stecker keinen solchen Schutzkontakt müssen die anschlossenen Geräte besonders schutzisoliert sein. Hier gibt es drei Schutzklassen, die angeben, wie ein Gerät gegen Gehäusespannung geschützt ist: Schutzklasse 1 (Schutzleiter) Alle elektrisch leitfähigen Gehäuseteile müssen mit dem Schutzleiter bzw. dem Erdleiter einer festen Elektroinstallation verbunden sein. Schutzklasse 2 (Schutzisolierung) Geräte haben eine verstärkte Isolierung, die vor Berührung mit spannungsführenden Teilen schützt. Es besteht kein Anschluss an einen Schutzleiter. Schutzklasse 3 (Schutzkleinspannung SELV/PELV) Geräte mit Wechselspannung unter 50 V oder unter 120 V Gleichspannung laufen über eine Schutzkleinspannung und besitzen bei Netzbetrieb eine verstärkte Isolierung, die vor Kontakt mit spannungsführenden Teilen schützt. Sie werden mit kleineren Generatoren (z. B. Dynamo), Akkus oder Batterien betrieben. Sie dürfen nicht geerdet oder mit dem Schutzleiter verbunden werden.
Geräte mit Eurostecker gehören zur Schutzklasse 2. Je nach Verwendungszweck müssen sie auch unterschiedlich stark gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt sein. Die jeweilige Schutzart ist am Gerät selbst mit einer IP und zwei Ziffern dargestellt.
Werkzeug zum Prüfen und Messen
Mit dem Dosenbohrer stellen Sie die Aussparungen für Steckdosen her Um selbst Elektroinstallationen und Reparaturen durchzuführen, sollten Sie sich die folgende Grundausstattung zulegen:
- Spitzzange
- Seitenschneider
- Kreuzschlitzschraubendreher
- Kombinationszange
- Schraubendreher
- Einen einpoligen Spannungsprüfer
- Abmantelzange
- Universalmesser
Wenn Sie Leitungen unter Putz verlegen wollen, brauchen Sie darüber hinaus auch einen Hammer bzw. Fäustel, Meißel, Meterstab, Bleistift, Spachtelmasse, Bohrmaschine mit Steinbohrer und einen Glockenbohrer bzw. einen Hohlwanddosenfräser. Ein Glockenbohrer schneidet kreisrunde Scheiben aus Putz, Stein und Beton und ist mit Hartmetallschneiden bestückt. Der Hohlwanddosenfräser ist das Spezialgerät zum Aussparen von Dosenöffnungen in Plattenbaustoffen.
Hinweise zum Prüfen und Messen
Vor jeder Installation sollten Sie sich davon überzeugen, dass die Stromzufuhr unterbrochen ist. Als Grundausstattung brauchen Sie einen einpoligen Spannungsprüfer, auch Phasenprüfer genannt, besser aber einen Zweipolprüfer. Mit dem einpoligen Spannungsprüfer lässt sich nur die Phase überprüfen, nicht aber der Neutral- und Schutzleiter. Mit dem Zweipolprüfer hingegen lässt sich zuverlässig feststellen, ob Spannung anliegt. Denn er kann nicht nur die Funktion der stromführenden Leitung überprüfen, sondern auch die des Neutral- und des Schutzleiters. Wenn Sie mit der Spitze des Phasenprüfers eine spannungsführende Leitung berühren und gleichzeitig die Metallkappe am Gerätegriff anfassen, leuchtet die Glimmlampe im Griff auf. Halten Sie eine Spitze des Zweipolprüfers an die Phase, also die stromführende Leitung, und die Zweite nacheinander an die Kontakte von Neutral- und Schutzleiter. Wenn die Lampe aufglimmt, liegt Spannung an. Mit dem hier gezeigten Spannungsprüfer lässt sich darüber hinaus auch die Spannungshöhe ablesen. Vielseitiger einzusetzen sind analoge, vor allem aber digitale Messgeräte. Digitale Vielfach-Messgeräte eignen sich zum Messen von Gleich- und Wechselspannung sowie Gleichstrom, zur Ermittlung eines Widerstandes und zum Diodentest. Wechselstrommessung, Durchgangsprüfung mit optischer und akustischer Anzeige sowie eine Speicherung der Messwerte sind ebenfalls möglich. Das digitale Messgerät lässt sich vielseitig einsetzen.
Fachbegriffe in der Übersicht:
- Ader: Kupferkern in einer Leitung oder einem Kabel, der den Strom leitet.
- Ampere (A): Einheit für die Stromstärke.
- Außenleiter: Verbindet die Stromquelle mit dem Verbraucher.
- Erder: Wird in die Erde eingebettet und mit ihr leitend verbunden.
- Fehlerstrom: Strom, der im Fehlerfall fließt.
- Fehlerstrom-Schutzschalter oder FI-Schalter: Schaltet die Leitung ab, wenn Fehlerstrom fließt.
- Frequenz: Anzahl der Schwingungen pro Sekunde.
- Hertz (Hz): Einheit der Frequenz.
- Leiter: Elektrisch leitfähiges Material.
- Leitungsschutzschalter oder Sicherung: Schaltet ab, wenn der Stromfluss in einer Leitung zu hoch ist.
- Neutralleiter (N): Der stromrückführende Leiter.
- PEN-Leiter (PEN): Neutralleiter mit Schutzfunktion.
- Ohm (Ω): Einheit für den elektrischen Widerstand.
- Phase: Stromführender Leiter.
- Schutzleiter (PE): Verbindet die berührbaren und leitfähigen Teile eines Verbrauchgerätes mit anderen leitfähigen Teilen.
- Spannung: Tritt zwischen zwei Punkten auf, zum Beispiel zwischen dem Außenleiter und dem Neutralleiter.
- Starkstrom: Spannungen über 50 V.
- Volt (V): Einheit für die elektrische Spannung.
- Watt (W): Einheit für die elektrische Leistung.
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Elektrischer Strom ist gefährlich: trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen sterben in Deutschland jedes Jahr ca. 100 Personen an den Folgen von Elektrounfällen, so der Verband der Elektrotechnik VDE. Stromschläge ohne Todesfolge hingegen dürften im Regelfall undokumentiert bleiben und vermutlich deutlich häufiger vorkommen – die meisten von ihnen geschehen im Niederspannungsbereich, also durch 230-Volt-Wechselstrom im Haushalt. Doch um zu verstehen, wie sie entstehen und wie man sie vermeiden kann, hilft ein Grundverständnis zur Elektrizität im Haushalt.
Wie gelangt der Strom vom Kraftwerk in die Glühbirne?
Hochspannungsleitungen transportieren den Strom vom Kraftwerk mit einer Spannung zwischen 120 und 380 Kilovolt in die Nähe der Abnehmer. Bevor normale Haushalte ihn verwenden können, muss die Spannung also zunächst deutlich reduziert werden. Der Stromtransport geschieht aus gutem Grund unter Hochspannung: je höher die Spannung, desto geringer sind die Leitungsverluste, desto weniger Strom geht auf dem Weg vom Kraftwerk zum Verbraucher also verloren.
Der Hauptverteiler, meist auf öffentlichen Straßen zu finden, bringt den Strom nach dem Transport auf die im Haushalt benötigte Spannung von 230 Volt.
Mehrere Leitungen sind erforderlich: das Phasen-Kabel (braun, schwarz oder grau), der Null- oder Neutralleiter (blaues Kabel) sowie der Schutzleiter, für den auch die Begriffe Erdleiter oder Erdung geläufig sind (grün, gelb oder grün-gelb). Der Erdleiter dient, genau wie der FI-Schalter, auf den wir im folgenden eingehen, ausschließlich der Sicherheit und leitet Fehlströme gegen die Erde ab.
Um eine Lampe anzuschließen, fließt der Strom aus dem Phasen-Kabel in einen Verbraucher – zum Beispiel eine Glühbirne – hinein und fließt mit dem blauen Nulleiter-Kabel zurück. Würde ein Mensch das Phasen-Kabel anfassen, bekäme er einen Stromschlag.
Um das zu vermeiden, wurde der FI-Schutzschalter am Sicherungskasten erfunden. Die Funktionsweise: ein Zähler misst, wie viel Strom durch das Phasenkabel in den Stromkreis hineinfließt – und ein zweiter Zähler überprüft, ob dieselbe Strommenge wieder über den Nulleiter zurückfließt. Unterscheiden sich Zufluss und Abfluss, muss durch einen Fremdkörper ein Fehlerstrom abgeflossen sein – in unserem Beispiel hat der Mensch den Strom in die Erde geleitet. Dann schaltet der FI-Schutzschalter sofort den Strom ab, um Schlimmeres zu verhindern. Kann man also bedenkenlos jedes stromführende Kabel anfassen, wenn der Haushalt über einen FI-Schutzschalter verfügt? Nein! Einen Stromschlag bekommt man trotzdem, denn auch ein FI-Schalter reagiert erst nach 10 bis 30 Milliamper Unterschied und einigen Millisekunden Wartezeit.
Das erklärt auch, wieso es so gefährlich ist, einen Elektroschaltkasten zu verdrahten oder anzuklemmen – es gibt noch keine Sicherungsmechanismen, die den Elektriker schützen. Hinzu kommt die Gefahr, Probleme oder Planungsfehler wortwörtlich “einzumauern”. Selber machen sollte ein Heimwerker ohne Grundlagenwissen die gesamte Hauselektrik inklusive Schaltplan also nicht, auch wenn bei einem klassischen Einfamilienhaus-Neubau Kosten zwischen 10.000 und 15.000 Euro anfallen. Das Anschließen von Lampen oder Steckdosen hingegen stellt kein Problem dar, wenn Heimwerker immer prüfen, ob der Strom ausgeschaltet ist.
Übrigens haben sich die Farben im Laufe der Jahre geändert: bis Mitte der 60er-Jahre war der Neutralleiter grau (heute blau) und der Schutzleiter rot (heute grün-gelb).
FI-Schutzschalter, die am Verteilerkasten den Stromzufluss und Stromabfluss messen, gehören heutzutage zum Standard
Vor allem ältere Hausinstallationen werden der gestiegenen Zahl von Elektrogeräten im Haushalt häufig nicht mehr gerecht. Erst seit Februar 2009 sind im Neubau FI-Schutzschalter – auch Fehlerstrom-Schalter genannt – in jedem Stromkreis in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Für Feuchträume wie Badezimmer existiert diese Vorschrift bereits seit 1984. FI-Schalter sind deutlich genauer und reagieren schneller als altbekannte Sicherungen. Zum Vergleich: FI-Schalter reagieren meist ab 30 Milliampere. Herkömmliche elektrische Sicherungen werden erst bei 16 oder mehr Ampere – also bei der 533-fachen Stromstärke – aktiv.
Nachträgliche Installation von FI-Schutzschaltern gelingt mit überschaubarem Aufwand
Die nachträgliche Installation ist einfach: der Schalter muss lediglich im elektrischen Verteiler (umgangssprachlich auch Hausverteiler, Sicherungskasten oder Verteilerkasten genannt) nachgerüstet werden. Die elektrischen Leitungen müssen dafür meistens glücklicherweise nicht angefasst werden. Das ist gut so, denn Unterputzkabel sind im Regelfall schwierig nachzurüsten, weil dafür etwa mittels einer Mauernutfräse unter hohem Krafteinsatz die Wände aufgerissen werden müssen.
Vom Hausverteiler oder Unterverteiler als Kernstück der Strominstallation, die häufig auch als Elektroinstallation bezeichnet wird, wird der Stroms auf die verschiedenen Stromkreise im Haus verteilt. Im Idealfall unterscheidet eine gute Elektroplanung dabei zum Beispiel zwischen Licht- und Steckdosenstrom, sodass die Lampen an bleiben, auch wenn die Steckdosen ausgehen.
Je nach Verwendungszweck muss der passende Stromkabel-Typ gewählt werden
Wenngleich alle elektrischen Leitungen demselben, weiter oben erklärten Prinzip folgen, so gibt es im Detail doch Unterschiede, etwa für die Verlegung im Innen- oder Außenbereich oder in trockenen und feuchten Räumen. NYM-Kabel sind 3-adrige Mantelleitungen, die sich für die meisten Verwendungszwecke eignen. — —
Strompreise vergleichen – Geld sparen
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Weitere Informationen zum Thema Strom und Gas
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