Kamin

Tannenzapfen als Kaminanzünder

Tannenzapfen als Zünder

Naturprodukt noch optimiert – Der ZapfenZünder. Eine findige Idee: ein Erfinder nutzt Tannenzapfen als Anzünder für Kamin und Ofen.

Wie das Versuchslabor von Daniel Düsentrieb mutete die Küche von Ralf Rickert noch vor wenigen Monaten an. Heißes Wachs brodelte in Friteusen, qualmend zerschmolzen Kerzenmassen in riesigen Kochtöpfen, während sich Innenteile von Toilettenpapierrollen zwischen Hanfballen, Tannenzapfen, Bergen von Wellpappe und Backpapier stapelten. Auf diesem Schlachtfeld – zwischen genialer Idee und Küchenchaos – schlug die Geburtsstunde des „ZapfenZünders“.

Kamin und Ofenbesitzer können heute aus einer Vielzahl von Anzündern auswählen. Rickerts ZapfenZünder aus echten Tannenzapfen verbindet Modern-Zweckmäßiges mit nostalgischen Erinnerungen. Schließlich sorgten die Früchte des Winters, eigenhändig gesammelt, getrocknet und unters Ofenholz gemischt, für wohlig-knackige Wärme in den behaglichen Wohnstuben des vergangenen Jahrhunderts.

Daran dachte Rickert, als ihm beim Sonntagsspaziergang ein besonders schönes Exemplar der schuppigen Gebilde vor die Füße fiel. Vor dem geistigen Auge des Tüftlers ging die ZapfenZünder-Produktion in Serie. Er befestigte einen Hanf-Docht zwischen den Schuppen, steckte das Gebilde in eine Papprolle und tauchte das Ganze in flüssiges Wachs. Die Zweckentfremdung der Küche war besiegelt und so entstanden am heimischen Herd die ersten von inzwischen Millionen von Anzündern aus Naturmaterialien. Längst hat der gelernte Tischler, Industrieanlagen Elektroniker, Bauzeichner und Informatikkaufmann seine Erfindung patentieren lassen, die Produktion perfektioniert und die Vermarktung angestoßen.

 Der Ausbilder für Blinde und Sehbehinderte am LWL-Berufsbildungswerk im westfälischen Soest möchte Arbeitsplätze für behinderte Menschen schaffen und den zündenden Zapfen auf dem deutschen Markt etablieren. „Es macht einfach riesigen Spaß“ begründet er den Schritt vom Erfinder zum Producer.

Dabei wächst ihm die Nachfrage fast über den Kopf. 20 „Heimarbeiter“ sammeln und produzieren derzeit täglich bis zu 30000 Zapfenzünder. Angst davor, dass ihm einmal der Rohstoff ausgehen könnte, hat der Tüftler nicht. Das Schöne am natürlichen Produkt: „Es wächst immer wieder nach!“

Mehr Infos auf www.zapfenzuender.de