Abwasser & Trinkwasser

Test Wasserenthärtungsanlage Aqmos BM-60

  • Wer kennt es nicht: Kaum ist man im Badezimmer fertig mit dem Putzen, bilden sich die ersten weißen Kringel auf den Armaturen. Unser Leitungswasser enthält bekanntlich Kalk und verdunstet das Wasser, bleiben unansehnliche Kalkflecken zurück.
  • Die sichtbaren Kalkflecken sind jedoch noch das geringste Übel. Schlimmer sind die Ablagerungen, die man nicht sieht. Die unbemerkt die Heizstäbe in Waschmaschine und Co. belagern oder den Kaffee aus dem Vollautomaten komisch schmecken lassen.
  • Entkalker, Chemikalien und Hausmittel gibt es unzählige, um die Kalkablagerungen zu lösen, aber warum das Übel nicht an der Wurzel packen? Genau das machen Wasserenthärtungsanlagen und eine Wasserenthärtungsanlage habe ich heute im Test. Die BM-60 von Aqmos.

Wasserenthärtungsanlage Test

Warum eine Wasserenthärtung sinnvoll ist.

Kalkablagerungen an Armaturen und Waschbecken sind häufig nur ein optisches Problem, welches sich mit etwas Aufwand vermeiden oder beseitigen lässt. Deutlich negativer wirken sich die Ablagerungen in elektrischen Geräten aus, die heißes Wasser zur Verfügung stellen. Unbemerkt setzt der Kalk Heizelemente zu und verschlechtert so die Wärmeabgabe, wodurch fortlaufende Kosten entstehen. Auch das regelmäßige Entkalken oder der Austausch von verkalkten Heizelementen verursacht Kosten.

Verhindert man die Kalkablagerungen bereits am Hauptanschluss, wirkt sich das positiv auf alle Geräte aus, die an die Hauswasserversorgung angeschlossen sind. Das Entkalken von Kaffeemaschine, Wasserkocher oder Badarmaturen erübrigt sich damit. Ein interessanter Nebeneffekt ist, dass Spül- und Waschmittel effektiver arbeiten, wodurch weniger verwendet werden kann.

Weitere Informationen zur Wasserhärte und Funktion einer Wasserenthärtungsanlage am Ende des Testberichtes.

Aufbau der Wasserenthärtungsanlage Aqmos BM-60

Geliefert wird die Wasserenthärtungsanlage zum Test per Spedition auf einer kleinen Palette. Ja, sie ist groß – oder zumindest relativ hoch. So hoch, dass der Karton beim Auspacken (je nach Deckenhöhe) nicht nach oben abzogen werden kann. Daher entschließe ich mich, den Karton mit einem Cutter-Messer aufzuschneiden. Die Klinge dabei nur minimal ausstellen, um damit nicht die Enthärtungsanlage zu beschädigen.

Im Inneren kommt die Anlage selbst und einiges an Zubehör zum Vorschein. Es sind nicht unbedingt viele Einzelteile und diese sollten auch von einem „Nicht-Profi“ zusammengesetzt werden können. Allerdings benötigt der endgültige Anschluss einen Eingriff in die Hauptwasserleitung, sodass es für viele doch sicherer sein wird, einen Profi damit zu beauftragen.

Wasserenthärtungsanlage beim Auspacken
Die Aqmos BM-60 hat schon eine ordentliche Größe, ist dafür aber recht schmal.
Wasserenthärtungsanlage Zubehör
Das benötigte Zubehör ist überschaubar und sollte sich leicht installieren lassen.

Die Installationen an der Aqmos beschränken sich auf das Anbringen einer Anschluss-Gruppe und das Befestigen der Anschlussschläuche. Die Verbindungen sind alle mit Gummi-Dichtungen ausgeführt und lassen sich hauptsächlich stecken, sodass kein Hanf benötigt wird. Undichtigkeiten sollten damit ausgeschlossen sein.

Was mir hierbei jedoch nicht so gefällt, ist die gerade Schlauchabführung nach hinten. Später wird die Wasserenthärtungsanlage bei vielen sicher vor der Hauptwasserleitung oder einer Wand stehen und eine Schlauchführung nach unten würde den Abstand nach hinten beim Aufstellen doch deutlich reduzieren. Ich habe mich bei der Installation daher für zusätzliche Winkelstücke entschieden, die die Schläuche nun nach unten zeigen lassen. Mit 14 € für beide Winkel eine für mich sinnvolle und nicht übertriebene Investition.

Anschlüsse der Wasserenthärtungsanlage
Sämtliche Verbindungen werden mit Dichtungen verschraubt oder auch nur gesteckt und mit Klammern gesichert. Einfacher geht es nicht.
Wasserenthärtungsanlage Anschluss
Original werden die Schläuche gerade nach hinten geführt. Mit zwei zusätzlichen Winkelstücken lässt sich die Anlage platzsparender aufstellen.

Optionaler Montageblock – sollte ein Muss sein

Mit rund 100 € als Einzelteil ist so ein Monatgeblock sicher nicht ganz günstig. Und unbedingt nötig ist er auch nicht, da die Hauptwasserleitung einfach an irgendeiner verschraubten Stelle getrennt und das Wasser anschließend mit den Anschluss-Schläuchen durch die Enthärtungsanlage umgeleitet werden kann. Technisch kein großes Unterfangen.

Es kann jedoch aufgrund eines Schadens, einer Wartung oder anstehender Reparatur nötig sein, die Enthärtungsanlage komplett von der Wasserleitung zu trennen. Dann muss die zuvor getrennt Stelle wieder zusammengesetzt werden, wofür die Wasserzufuhr abgesperrt und eventuell auch das Wasser aus aus der Leitung abgelassen werden muss.

Tipp: Aqmos bietet alle Wasserenthärtungsanlagen auch als Kombination mit einem Montageblock für minimale Mehrkosten an. Dieses Angebot sollte man unbedingt nutzen.
Anleitung Enthärtungsanlage
In der Anleitung sind Zeichnungen zu finden, die die Funktion des Montageblocks gut erklären.
Montageblock für Wasserenthärtungsanlage
Der Montagerichtung des Blocks ist frei wählbar. Dafür lassen sich Blindstopfen und Ablasshahn austauschen.

Der Montageblock wird einmal installiert und bietet einen direkten Durchlass der bestehenden Wasserleitung. Zusätzlich besitzt er zwei Anschlüsse für die Schläuche der Enthärtungsanlage und die Möglichkeit den Durchfluss selbst zu bestimmen. Mit dem Öffnen und Schließen der drei Hähne kann das Wasser direkt weitergeleitet werden oder den Umweg über die Wasserenthärtungsanlage nehmen.

Muss diese mal vom Netzt getrennt werden, werden der Durchfluss geöffnet und die Schlauchanschlüsse abgedreht. Die Enthärtungsanlage kann so getrennt und später wieder angeschlossen werden, ohne die gesamte Wassernutzung auch nur kurzzeitig zu unterbrechen. Selbst eine gerade duschende Person würde davon nichts mitbekommen. Ein einmaliger kleiner Aufwand, den ich bei der Installation der Wasserenthärtungsanlage auf jeden Fall investieren würde.

Wasserenthärtungsanlage anschließen
Um die Wasserenthärtungsanlage anzuschließen, muss die Wasserversorgung unterbrochen und mit den Schläuchen durch die Enthärtungsanlage geschleift werden.
Wasserenthärtungsanlage mit Montageblock
Für den Test habe ich den Filter gegen den Montageblock getauscht. Beim endgültigen Anschluss sollte der Filter vor der Enthärtungsanlage installiert werden.
Hinweis: Hierbei handelt es sich um eine Test-Installation. Für einen ordnungsgemäßen Anschluss sollte der Filter der Hauswasserversorgung nicht entfernt und der Montageblock hinter dem Druckminderer installiert werden.

Anschluss der Aqmos BM-60 an das Leitungssystem

Wird der Montageblock genutzt ist der Anschluss der Anlage ein Kinderspiel, da die Panzerschläuche angeschlossen werden können, ohne die gesamte Wasserversorgung zu unterbrechen.

Man sollte jedoch darauf achten, dass die Flussrichtung stimmt. Hierzu sind am Anschlussblock kleine Pfeile, die jedoch nur schwer zu sehen sind. Auf dem Bild wurden sie rot eingefärbt, was der Hersteller gerne übernehmen darf.

Wasserenthärtungsanlage an das Haussystem anschließen
Dank Montageblock muss zum Anschluss der Anlage die Wasserversorgung nicht unterbrochen werden..
Wasserenthärtungsanlage - Flussrichtung beachten
Original nicht rot und daher leicht zu übersehen. Flussrichtung beachten!

Neben dem Anschluss der Hauptleitung wird auch ein Abfluss benötigt, wozu zwei dünne Schläuche an die Wasserenthärtungsanlage angeschlossen werden müssen. Dieses geschieht mit Schlauchschellen und stellt keinen großen Aufwand dar.

Spülschlauch der Wasserenthärtungsanlage anschließen
Mittels Schlauchschellen werden der Spül- und der Überlaufschlauch angeschlossen und in einen Abfluss geleitet.
Wasserenthärtungsanlage zum Test angeschlossen
Dank der zusätzlich genutzten Winkelstücke kann die Enthärtungsanlage beim Test sehr dicht vor der Wasserversorgung stehen. (Vor der Inbetriebnahme die Sperrventile noch öffnen!)

Inbetriebnahme der Wasserenthärtungsanlage Aqmos BM-60

Warum zum Test der Wasserenthärtungsanlage die Installation so ausführlich beschrieben wurde? Weil zum Betrieb oder zur Einrichtung kaum mehr benötigt wird.

Die Anlage ist bereits vorkonfiguriert und muss bei der ersten Inbetriebnahme nur noch mit Regeneriersalz gefüllt und manuell einmal gespült werden. Das war es auch schon und die nächsten Wochen verrichtet sie still und unbemerkt ihre Arbeit. Fast schon ein wenig langweilig.

Erstklassiger Support

Fehler passieren und so lange sie sich nicht wiederholen, sehe ich sie auch nicht als einen negativen Punkt am Testgerät. Werden sie, wie hier beim Test der Wasserenthärtungsanlage, dann auch noch so perfekt durch den Support gelöst, hinterlassen sie bei mir sogar einen positiven Eindruck.

Ganz so langweilig war es dann doch nicht und irgendwie habe ich bei meinen letzten Tests stets das "Glück" auch dem Support auf den Zahn fühlen zu müssen, weil irgendetwas mit dem Testgerät nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte.

Beim Test der Enthärtungsanlage fiel auf, dass sie fast täglich spülte – das kann so nicht richtig sein. Laut Berechnung (weitere Erklärungen am Ende des Testberichtes) sollte sie in etwa alle neun Tage aufgrund des Wasserverbrauchs oder alle 10 Tage durch die Zwangsspülung das Harz regenerieren.

Eine gute Gelegenheit den Support zu testen: Warteschleife, automatische Ansagen... Fehlanzeige! Mit einem Anruf landet man offensichtlich direkt bei einem Mitarbeiter und nicht in irgendeinem Callcenter. Nach Schilderung meines Problems bestätigte er die Fehlfunktion, fragte nach einem Stromausfall oder einer ähnlichen Stromschwankung und meinte, dass scheinbar die Grundeinstellungen nicht mehr stimmen.  "Drücken sie bitte die drei Tasten gleichzeitig damit sie ins Wartungsmenü kommen. Welcher Wert steht da?" - "Ja, der stimmt nicht. Tragen sie bitte das .... ein."  Fertig.

Vom Problem bis zur Lösung vergingen keine fünf Minuten und die Wasserenthärtungsanlage lief wie gewünscht.

Die Wasserenthärtungsanlage im praktischen Test

Was gibt es zum praktischen Test zu sagen? Im Grunde nichts, denn bei einer Wasserenthärtungslage sollte man lediglich hin und wieder Regeneriersalz auffüllen und sie ansonsten kaum bemerken. So ist es bei der Aqmos BM-60.

Salzvorrat wasserenthärtungsanlage
Zur Kontrolle des Salzvorrates kann der Deckel geöffnet werden. Es passen aber mind. 3 Säcke zu 25 kg in die Aqmos, sodass viel Zeit bis zum Nachfüllen vergeht.

Es gibt weder einen geringeren Wasserdruck, noch ist der Spülvorgang, der auf nachts 1:00 Uhr eingestellt ist, irgendwie zu bemerken oder zu hören. Nach der Inbetriebnahme (und mehreren Stichproben im laufenden Betrieb) zeigte der Wasserhärtetest tatsächlich 0° dH und das eine Wasserenthärtungsanlage vorhanden ist, wird lediglich am veränderten Wasser bemerkt.

Wie sich das Wasser verändert kann natürlich nicht bewertet werden, denn diese Änderungen zieht das Herabsetzen der Wasserhärte nach sich und sind keine Qualitätsmerkmale der Enthärtungsanlage.

Dennoch möchte ich meine Erfahrungen mit dem weichen Wasser teilen. Diese beziehen sich nur auf den Umgang mit weichem Wasser und sind keine Beurteilung im Test der Wasserenthärtungsanlage.

  • Beim Trocknen des Geschirrs im Geschirrspüler sind kaum noch weiße Ränder  auf Kunststoffteilen (Brotdosen, Schälchen...) zu sehen.
  • Einmal entfernte Kalkränder um Armaturen bleiben weg.
  • Es wird deutlich weniger Seife oder Spülmittel benötigt.
  • Kaffee, Tee und andere Getränke sollen anders schmecken - mir ist kein Unterschied aufgefallen.
  • Beim Spülen von Hand hat man das Gefühl, dass das Spülmittel weiterhin am Geschirr haftet und hat das Bedürfnis, das Geschirr mit klarem Wasser abspülen zu müssen.
  • Dasselbe tritt beim Hände waschen auf. Auch hier lässt sich die Seife schwerer von den Händen spülen.
Wichtig: Die Vor- und Nachteile beziehen sich auf weiches Wasser und nicht auf das Testgerät.
Bei den Nachteilen bitte den Hinweis am Ende der Seite zur eingestellten Wasserhärte beachten.

Insgesamt macht die Aqmos BM-60 das, was sie soll – sie enthärtet zuverlässig das Wasser. Der Regeneriervorgang läuft automatisch ab und ist nicht zu bemerken. 

Steuerteil Wasserenthärtungsanlage
Am dem Steuer- und Bedienteil lässt sich die noch nutzbare Wassermenge bis zur nächsten Regeneration ablesen.

Wer keine komplette Enthärtung auf 0° dH wünscht (ist auch nicht empfehlenswert), hat die Möglichkeit, die gewünschte Resthärte manuell am Steuerventil einzustellen. Anschließend muss mit einer kleinen Berechnung die tatsächliche Kapazität der Enthärtungsanlage berechnet und der Wert in das überschaubare Menü der Steuereinheit eingetragen werden. 

Sicher ließe sich das auch mit einer komplizierten Steuereinheit umsetzen und die Enthärtungsanlage per App steuern und beobachten, aber wozu?

Mehr Technik würde mehr kosten und das Einrichten der Anlage erfolgt schließlich nur einmal. Daher reicht mir das Regenerieren als automatische Funktion absolut aus. Mehr brauche ich nicht.

Fazit zum Test der Wasserenthärtungsanlage Aqmos BM-60

Entscheidend für das Testergebnis ist nicht die Tatsache, dass weiches Wasser keine Kalkablagerungen hinterlässt, Waschmittel spart und weitere Vor- und Nachteile aufweist. Das sind die Eigenschaften von weichem Wasser und diese sind nicht von der Wasserenthärtungsanlage abhängig.

Bei der Bewertung der Wasserenthärtungsanlage sind vor allem die Installation, Inbetriebnahme und die laufende Nutzung von Bedeutung.

Test Wasserenthärtungsanlage TestsiegelDie Installation sollte von einer Fachfirma durchgeführt werden. Ein versierter Heimwerker ist dazu jedoch auch imstande. Vielleicht ist es daher sogar Absicht, aber ich würde mir dazu eine etwas umfassenderes Installationsanleitung wünschen. Man sollte allerdings auch erwähnen, dass eine erfahrene Person für den einfachen Anschluss keine Anleitung benötigt. Wer diese doch braucht, sollte die Arbeit vielleicht doch lieber in professionelle Hände geben.

Die Inbetriebnahme fällt ausgesprochen einfach aus, da die Anlage bereits konfiguriert ist. Müssen dennoch Änderungen vorgenommen werden, so ist das Menü der Steuereinheit sehr übersichtlich und Änderungen können schnell vorgenommen werden. Auf überflüssigen Schnickschnack wird verzichtet.

Im Betrieb gab es beim Test der Wasserenthärtungsanlage von Aqmos nichts zu beanstanden. Still und leise verrichtet sie konstant ihre Arbeit und das Arbeitsergebnis geht ab sofort „spurlos“ an Armaturen, Wasserkocher und Kaffeemaschine vorüber.

Durch die im Test gesammelten Erfahrungen, würde ich jedem, der mit hartem Wasser leben muss, eine Wasserenthärtungsanlage ans Herz legen. Die Aqmos BM-60 ist hierfür eine zwar recht einfach aufgebaute Enthärtungsanlage und kommt ohne WLAN, App und Smartphone aus, arbeitet dafür solide und Dinge, die ich eigentlich gar nicht brauche, können auch nicht kaputt gehen.

Damit könnte die Wasserenthärtungsanlage Aqmos BM-60 fast mit voller Punktzahl glänzen. Kleine Abzüge gibt es jedoch für die etwas ungünstige Schlauchabführung, die mit zwei Winkelstücken schnell verbessert werden kann und die magere Installationsanleitung. Damit kann man sicher gut leben und erst recht mit der Aqmos BM-60.

Weitere Informationen zur Wasserenthärtung

Wie funktioniert eine Wasserenthärtungsanlage?

Unwissenheit ist keine Schande und auch ich habe gedacht, dass das Salz, welches ich in den Geschirrspüler fülle, das Wasser enthärtet. Das tut es nicht und bereits der Name „Regeneriersalz“ hätte stutzig machen sollen.

Wasserenthärtungsanlage im Test
Das Testgerät: Aqmos BM-60

Für die Wasserenthärtung ist das Kationenaustauscherharz verantwortlich, welches in dem vorbeifließenden Wasser die Ca2+ und Mg2+ Ionen (für die Kalkablagerungen verantwortlich) gegen Natrium-Ionen austauscht. Das Ionenaustauschverfahren.

Besitzt das Harz keine Na-Ionen mehr, die es zum Austausch anbieten kann, muss es regeneriert werden. Hier kommt das Salz ins Spiel, welches als Natriumchlorid den Ionen-Tausch im Harz wieder rückgängig macht – das Harz wird regeneriert. Das dazu verwendete Wasser (Natriumchlorid-Lösung) kann nicht weiter verwendet werden und läuft in den Abfluss.

Benötigt werden die beiden Schläuche zur Sicherheit als Überlauf und zur Wasserabführung, wenn die Anlage gespült wird, um das Harz zu regenerieren. Beim test der Wasserenthärtungsanlage konnte ich die Schläuche in den Ablauf der Sicherheitsgruppe der Warmwasserbereitung stecken.

Die Wasserhärte bestimmen

Ob eine Wasserenthärtungsanlage benötigt wird beziehungsweise sich rechnet, hängt grundsätzlich von der anliegenden Wasserhärte ab. Wer bereits relativ weiches Wasser hat, für den wird sich die Investition nur bedingt lohnen. Wobei wirklich weiches Wasser eher bei niemandem aus der Leitung kommt.

Wie hart das anliegende Wasser ist, lässt sich schnell online finden. Wer den Begriff „Wasserhärte“ in Verbindung mit seinem Wohnort googelt, wird schnell fündig. In unserem Wohnort ist das Ergebnis erschreckend und eine Wasserenthärtungsanlage mehr als angebracht. Satte 22° dH sollen es laut den letzten Prüfergebnissen sein.

Härtebereich Millimol Gesamthärte je Liter Wasserhärte in °dH
1 (weich) bis 1,3 bis 7,3
2 (mittel) 1,3 bis 2,5 7,3 bis 14
3 (hart) 2,5 bis 3,8 14 bis 21,3
4 (sehr hart) über 3,8 über 21,3

Um die aktuelle Wasserhärte genau zu prüfen, liegt der Wasserenthärtungsanlage von Aqmos das benötigte Equiment zur Bestimmung der Wasserhärte bei. Hierzu gibt es ein kleines Gläschen, welches mit 5 ml Wasser gefüllt und in das anschließend der Indikator getropft wird. Das Wasser zu tropfen ist wichtig, denn die Tropfen müssen gezählt und das Testwasser nach jedem Tropfen geschwenkt werden.

Nach 21 Tropfen schlägt im Test die Farbe des Indikators um und wird grün. Das bedeutet, unser Wasser hat eine Wasserhärte von 21° dH, was in etwa dem online gefundenen Wert entspricht.

Test der Wasserhärte
Mit einem Indikator wird die Wasserhärte geprüft.
Test der Wasserhärte
Schlägt die Farbe um, ist die Wasserhärte ermittelt.

Welche Größe muss eine Wasserenthärtungsanlage haben?

"Muss" ist der falsche Ausdruck. Eine kleinere Anlage funktioniert ebenso gut wie eine größere. Es ist eine Frage der Effektivität. Ist die Anlage zu klein, muss sie zu oft regenerieren, was einen höheren Wasserverbrauch nach sich zieht. Ist die Anlage zu groß, wird die Regeneration ausgelöst ehe das Harz tatsächlich "verbraucht" wurde. Die richtige Größe der Wasserenthärtungsanlage ist daher das optimale Verhältnis zwischen der maximalen Ausnutzung und der Anzahl der Regenerationen.

Rechenbeispiel:
Die Aqmos BM-60 beinhaltet 14 Liter Harz und kann damit 60 m³ Wasser um  1° dH  Wasserhärte senken.
Liegt eine Wasserhärte von 20° dH an und möchte man diese auf 0° dH senken erreicht die Enthärtungsanlage eine Kapazität von 3 m³ (60/20).
Wir haben als 4-Personen-Haushalt einen Jahresverbrauch von etwa 90 m³ (etwa 0,25 m³/Tag). Das bedeutet, dass nach etwa 12 Tagen 3 m³ erreicht sind und das Kationenaustauscherharz regeneriert werden muss. Da der Verbrauch variieren kann und die Enthärtungsanlage regelmäßig gespült werden muss, setzt nach 10 Tagen die Zwangsregeneration ein.

Weiches vs. Hartes Wasser

Die Vor- und Nachteile von weichem Wasser wurde bereits weiter oben beschrieben und ganz klar, ist weiches Wasser zu bevorzugen. Doch alles hat seine Grenzen und selbst wenn wenn beim Test der Wasserenthärtungsanlage die Wasserhärte auf das maximale Minimum reduziert wurde, so ist diese Einstellung nur bedingt zu empfehlen.

Wie als Nachteil beschrieben, lösen sich Seifenreste so nur sehr schwer auf und auch unser Körper benötigt einige Mineralstoffe. Daher sollte die Wasserhärte möglichst bei etwa 6 bis 7° dH eingepegelt werden. Bei diesem Wert gehen die Vorteile kaum verloren, jedoch werden die Nachteile minimiert.

 

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