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Vertikutierer Test: Rasenlüfter im Vergleich

Ein Gerät, viele Namen: Vertikutierer, auch nach ihrer Arbeitsweise als Rasenlüfter oder, hochtrabender, Aerifizierer genannt, haben die Aufgabe, den Rasen nach dem Mähen zu Lüften und von Moos und Grasschnittresten zu befreien.

Bei kleineren Rasenflächen kann man problemlos mit einer geeigneten Harke druchlüften – bei größeren sieht dies schon ganz anders aus.

Der Begriff “Vertikutierer” kommt aus dem Englischen und setzt sich aus vertical und cut zusammen.

Erfunden wurde das Verfahren 1955 in den USA, seitdem erfreuen sich Gärten und Golfplätze weltweit eines wesentlich gepflegteren Rasenwuchses.

Richtig vertikutieren – Rasen lüften mit Verstand

Vertikutier-Mechanik Quelle: Wikipedia.de, Autor: Stehfun

Vertikutieren sollte man im Frühjahr, ab der zweiten Aprilhälfte bis Anfang Mai. In dieser Zeit ist der Rasen sehr kräftig und regenerationsfähig. Vor dem Lüften sollte der Rasen gemäht werden, nach dem Vertikutieren ist eine Düngung zu empfehlen.

Als gute Einstellung für den Vertikutierer hat sich eine Arbeitstiefe von 1 – 2 cm bewährt. Löcher im Rasen sind unschön; daher ist gegebenenfalls eine Nachsaat sinnvoll. Allzu warm oder gar heiß sollte es beim Vertikutieren auch nicht sein.

In sehr trockenen Sommern sollte man daher auch auf ein zweites Vertikutieren Ende August bis September verzichten. Wenn der Sommer, typisch deutsch, sehr feucht war, kann auch im Spätsommer vertikutiert werden, hierbei muss allerdings nicht so stark gearbeitet werden.

Wichtig ist im Frühjahr, dass man zwar den Erdboden ankratzt, aber die Wurzeln nicht gänzlich entfernt – sonst wächst nichts mehr.

Vertikutierer Test: Rasenlüfter im Überblick

Gerät Leistung Gewicht Lautstärke Preis (ca.)
Wolf-Garten Campus 300 V 800 W 11 kg 92 dB (A) 150 €
AL-KO Comfort 32 VLE 1.000 W 12,6 kg k.A. 103 €
Bosch ALR 900 900 W 9,4 kg k.A. 154 €
Brill 38 VE/RL 1.300 W 13,8 kg 87 dB (A) 108 €
Atika VT 32 1.300 W 11 kg k.A. 82 €
Einhell RG-SA 1433 1.400 W 15,5 kg k.A. 119  €

 

Wolf Vertikutierer Campus 300 V: Leichter, lauter Lüfter

Wolf Vertikutierer haben einen Ruf zu verteidigen, dieser erweist sich als würdig: Leicht und kompakt ist der Wolf-Garten Campus 300 V in der Lage, einem mittelgroßen Rasen wieder das Atmen und wachsen zu ermöglichen.

Mit 16 Doppelmessern durchpflügt er dabei den Grund, die Arbeitsbreite beträgt 30 cm. Der Wolf “heult” allerdings ziemlich laut: 92 dB (A) sind nicht wenig im Reihenhaus- und Schrebergarten.

In der Praxis erweisen sich vor allem das geringe Gewicht und die kleinen Außenmaße als praktisch. So können auch entlegene Stellen des Rasens und verwinkelte Ecken an Beeten zuverlässig vertikutiert werden.

Der Fangsack ist mit 45 Litern nicht überdimensioniert und muss obendrein als Zubehör bestellt werden; bei einem Gerät der oberen Preisklasse erfreut dies nicht wirklich.

Fazit: Schöner wär’s mit Fangsack – Vertikutierrergebnis ausgezeichnet.

Wolf-Garten Campus 300 V: Pro und Contra

pro:

  • leicht
  • wendig
  • gute Leistung

contra:

  • ohne Fangsack recht teuer
  • schwächster Motor im Test
  • recht laut

AL-KO Comfort 32 VLE: Kippelkandidat

Der AL-KO Comfort 32 VLE ist zweifellos flexibel – allerdings betrifft dies vor allem die Verwindungssteifigkeit von Gehäuse und Fangkorb. Der Vertikutierer verbiegt sich in der Kurve, bei der Montage des Fangsacks, dieser wiederum ist sehr fummelig zu montieren – die Bedienung könnte bei etwas besserer Chassisqualität deutlich mehr Spaß machen.

Pluspunkte sammelt das Gerät allerdings bei den recht einfach austauschbaren und im Gegensatz zum Rest des Gerätes gut verarbeiteten Lüfter- und Vertikutierwalzen.

Diese können mit nur einer Rändelschraube problemlos ausgetauscht werden. Der Preis ist für die Leistung ganz in Ordnung, der Motor ist mit 1.000 W im Durchschnitt, das Gewicht ist akzeptabel.

Der größte Minuspunkt des Geräts ist die Fangkorbhalterung: Wackelig, wenig haltbar und mit einer Neigung zum “Abwerfen” des Fangkorbs kann sie den Gärtner wahnsinnig machen. Hier müsste nachgebessert werden. Das Vertikutierangebnis wie auch das Lüftergebnis sind nicht schlecht.

Fazit: Ärger mit dem Fangsack, aber Luft fürs Portemonnaie.

AL-KO Comfort 32 VLE: Pro und Contra

pro:

  • günstig
  • gute Vertikutierleistung
  • Lüfter/Vertikutierwalze einfach wechselbar und serienmäßig

contra:

  • wabbeliges Gehäuse
  • schlechte Fangsackaufhängung
  • Bedienungsanleitung mit Mängeln

Rasenlüfter Bosch ALR 900: Schwäbische Rasenmassage

Sanftmut ist die Stärke des Bosch ALR 900: Obwohl er Moos und Mulchreste aus dem Rasen entfernt, lässt er die meisten zarten Pflänzchen stehen. Im Ergebnis sieht der Rasen hinterher also noch grün aus und ist trotzdem gut durchlüftet.

Mit einem Gewicht von 9,4 kg kann der ALR 900 auch im Keller aufbewahrt werden; die 900 Watt Motorleistung reichen völlig aus – beim Vertikutieren kommt es eher auf die Technik an.

Diese hat zweifellos ihre Qualitäten, am Gehäuse könnte man jedoch etwas arbeiten: Der Kunststoff ist tendiziell ein bisschen zu dünn, was auch zu plastischen Verformungen und Passungenauigkeiten am Gehäuse führt.

Dennoch ist die technische Bedienung des Gerätes einwandfrei; leicht und wendig fährt er durch den Garten und macht dem Moos den Garaus.

Fazit: Sanfter Schwabe mit etwas weicher Schale, aber ausgezeichnetem Kern

Bosch ALR 900 Test: Pro und Contra

pro:

  • gute Bedienung
  • sanft zum Rasen, hart zum Moos
  • technisch ausgereift
  • leicht
  • kompakt und wendig

contra:

  • leicht billiger Kunststoff

Vertikutierer Brill 38 VE/RL: Grün, günstig, gut

Gute Leistung zum günstigen Preis, perfektes Vertikutier- und Lüftergebnis, auch auf schwereren Böden, kraftvoller Motor – eigentlich nur Lob für den Brill 38 VE/RL.

Wenn da nicht die Sache mit dem Fangkorb und dem Stecker wäre: Während ersterer, wie augenscheinlich bei Vertikutieren üblich, weder sonderlich intelligent konstruiert noch stabil befestigt ist, rutscht letzterer häufig heraus. Ergebnis: Kleine Arbeitspause ohne Stromversorgung. Das ist ein bisschen ärgerlich und muss bei einem ansonsten so guten Gerät nicht sein.

Bereits die Lüfterwalze bietet bei normalem bis mittelschwerem Boden ein gutes Ergebnis, die Messerwalze wird nur bei wirklich schweren Böden (trockener Lehm) benötigt.

Die in den Rasen greifende Lüfterwalze zieht den Vertikutierer außerdem vorwärts, so dass man nur wenig Kraft zum Schieben braucht.

Fazit: Tolles Gerät – mit kleinen Macken.

Vertikutierer Brill 38 VE/RL Test: Pro und Contra

pro:

  • Preis
  • Vertikutier- und Lüftleistung
  • Walzenqualität
  • starker Motor

contra:

  • wackliger Fangkorb-Konstruktion
  • Stecker kann herausrutschen

Vertikutierer Atika VT 32: Billig, simpel, gut

Vertikutiert. Punkt. Mehr muss ein solches Gerät nicht leisten, für den Preis von rund 85 Euro kann man wahrlich nicht meckern. Der Atika VT 32 lüftet und vertikutiert, beides macht er ziemlich laut, aber auch kraftvoll.

Der Fangkorb ist zwar zu klein, lässt sich aber immerhin vernünftig am Gerät befestigen und bleibt auch wo er soll. Dies ist schonmal ein Riesen-Pluspunkt in diesem Test.

Ansonsten hat das Gerät mit 1.300 Watt einen kraftvollen Motor und trotz dem recht ansprechend verarbeiteten Gehäuse ein relativ geringes Gewicht von 11 kg. Insgesamt passt hier alles – auch die Lüft- und Vertikutierleistung.

Fazit: Billig heißt nicht schlecht – klare Empfehlung.

Atika VT 32 Test: Pro und Contra

pro:

  • leicht
  • leistungsstark
  • günstig
  • gute Fangkorbhalterung
  • gute Handhabung
  • gute Kunststoffqualität

contra:

  • recht laut
  • Fangkorb zu klein

Einhell RG-SA 1433: Kraftvoll, groß und rot

Normalerweise bilden die Geräte von Einhell das untere Ende der Preisspanne in einem Vergleichstest – nicht so in diesem. Der Einhell RG-SA 1433 ist der größte und leistungsstärkste Vertikutierer im Test, zudem bringt er auch das meiste Gewicht auf die Waage. Mit 15,5 kg ist die Unterbringung in einem Gartenschuppen anzuraten.

Die Vertikutierleistung wie auch die Verarbeitung des Einhell ist sehr gut. Der Fangkorb bleibt wo er soll, er ist aber mit 28 Litern arg klein geraten. Mit 119 € ist das Gerät preislich akzeptabel.

Der Clou des Einhell ist die Möglichkeit zur Wandlagerung des Gerätes: Dies spart wertvollen Platz, denn ein Vertikutierer wird nur selten benutzt. Sie sollten allerdings starke Dübel nehmen!

Fazit: Kraftprotz mit kleinem Fangkorb, hohem Gewicht und guter Leistung

Einhell RG-SA 1433: Pro und Contra

pro:

  • kraftvoll
  • leistungsstark
  • gute Fangkorbhalterung
  • gute Kunststoffqualität
  • clevere Aufbewahrung

contra:

  • recht laut
  • schwer
  • Fangkorb zu klein

Vertikutierer Vergleichssieger und Preis-Leistungs-Sieger: Atika VT 32

Unsere Bewertung

Doppelte Ehre für den Atika VT 32: Ein Gerät, mit dem man absolut und vermutlich auch lange zufrieden sein kann. Sowohl technisch als auch hinsichtlich der Verarbeitung hat das Gerät überzeugt.

Der Fangkorb hält, der Motor ist kräftig, das Gehäuse gut verarbeitet und das Gerät nicht allzu schwer. Eine klare Kaufempfehlung, die angesichts des wirklich günstigen Preises nicht allzu schwer ins Kontor fällt.

Gut gefallen haben uns auch der Brill 38 VE/RL und der Bosch ALR 900. Beiden Vertikutierern kosteten kleine Verarbeitungsmängel und Probleme mit dem Fangkorb den Sieg, sie sind aber dennoch von der Arbeitsweise her sehr gute Geräte.

Für den Brill kann man getrost den zweiten Platz vergeben, der Bosch kommt auf den Dritten.