Haushalt & Freizeit

Vom Heimwerker zum Handwerker. Wenn das Hobby zum Beruf wird

  • Wer das Glück hat, sein Hobby zum Beruf zu machen, profitiert davon gleich doppelt, denn: Die Arbeit, die man gerne macht, geht einem viel leichter von der Hand. Und: Der Handwerker verdient im Vergleich zum Heimwerker auch noch Geld.
  • Ganz so einfach geht es sicherlich nicht, denn natürlich müssen die entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten vorhanden sein, die im Idealfall noch zertifiziert oder anderweitig nachweisbar sind. Mit einer entsprechenden Qualifikation versuchen heute so einige, aus ihrem Hobby den Beruf zu machen.
  • Was es dazu braucht, soll Thema dieses Beitrags sein.

Der Start erfolgt häufig im Nebenerwerb

Die Idee, sich neben dem Beruf auf selbstständiger Basis „auszuprobieren“, erwägen viele. Erlaubt der Haupt-Arbeitgeber eine nebenberufliche (selbstständige) Tätigkeit, gibt es meist einen Wettbewerbsausschluss, doch ein Verbot wird nur selten ausgesprochen. Rechtlich gesehen hat jeder Mensch nämlich das Recht auf Berufsfreiheit. Das ist so im Grundgesetz (Artikel 12 Abs. 1) verankert. Darf der Angestellte also offiziell auch außerhalb seiner regulären Arbeit sein Hobby zum Beruf machen, darf er sich damit als kleiner Gründer verstehen – und der hat mächtig viel zu tun, wenn die Vision besteht, den Nebenerwerb zum Hauptjob zu machen. In der Praxis entscheidet meist die langfristige Auftragslage darüber, wann der Punkt erreicht ist, dass das Hobby als Beruf sich trägt und der Hauptberuf mit Blick auf die Arbeitszeit reduziert wird oder gar ganz gekündigt werden kann. Für die Zeit des „Aufbaus“, empfiehlt es sich nachhaltig auf Kundensuche zu gehen und diese möglichst langfristig an einen zu binden bzw. für gute Weiterempfehlungen zu sorgen.

Das Grundgerüst des Handwerker-Business

Wer heute seinen ersten Auftrag an Land gezogen hat, freut sich sicherlich riesig darüber – und bestätigt den Auftrag in einer E-Mail, die nur diesen Inhalt hat: Danke für den Auftrag. Häufig wurde diese E-Mail noch von einem freien E-Mail-Provider verschickt, um gänzlich wie ein Anfänger zu klingen. Das mag zwar zu Beginn noch authentisch klingen, doch professionell geht anders:

  1. Der Firmenname bzw. das Branding müssen stehen – und dürfen dabei keine Rechte anderer verletzen. Tipp: Wer seinen Wunsch-Firmennamen in die Suchmaschine tippt und dabei keinen Internetauftritt findet, hat gute Karten. In der Kategorie Handwerk empfiehlt sich stets eine Kombination aus der Profession und dem Namen zu wählen. Das beugt Verwechslungen vor.
  2. Eine professionelle E-Mail-Adresse hat keine 0-8-15-Endung, sondern wurde käuflich erworben und steht in engem Zusammenhang mit der Branche oder dem Namen des Betriebs bzw. des Inhabers.
  3. Eine Homepage ist unter zwei Maßgaben sinnvoll: Wenn es etwas zu zeigen gibt und, wenn die Seite regelmäßig gepflegt wird. Wer also als Steinmetz oder Fliesenleger ganze Gartenaußenanlagen oder auch Innenräume mit seiner handwerklichen Kunst ausgestattet hat, hat etwas zu zeigen und zu berichten. Wenn mit der Zeit mehrere Best Practice Beispiele hinzukommen, wird die Homepage zur kleinen Hall of Fame.
  4. Ein kleines Set an Geschäftsdrucksachen gehört zur Grundausstattung. Sprich: Auf Angebot und Rechnung muss zwingend das Firmenlogo zu finden sein. Idealerweise wurde einmalig ein Grafiker für die Erstellung eines Sets an Geschäftsdrucksachen beauftragt, die neben Angebot und Rechnung auch Visitenkarten umfassen.

Soviel Marketing braucht ein Handwerker

Neben der Grundausstattung mit Geschäftsdrucksachen, E-Mail-Adresse und Homepage, vergessen viele, sich in die Köpfe ihrer Kunden zu setzen und dort einen festen Platz einzunehmen. In diesem Zusammenhang gilt das Motto „kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“. Wichtig ist, dass die Geschenke auch zur Zielgruppe passen.

Mit dem richtigen Marketing, wird das eigene Unternehmen schnell bekannt.

Die Zielgruppe Heimwerker, die bei bestimmten Aufgaben doch auf die professionelle Unterstützung eines Handwerkers baut, freut sich sicherlich über typische Heimwerker-Werbeartikel wie etwa Zangen, Cutter-Messer, Zollstöcke oder Wasserwagen. Diese Utensilien werden genutzt und bei jedem Gebrauch erinnert sich der Heimwerker an die helfende Hand des Handwerkers und vielleicht nutzt auch der eine oder andere Heimwerker-Freund das Werkzeug. So baut sich nach und nach ein Kreis potentiell wohlgesonnener Kunden auf.

Wer als Handwerker die Zielgruppe Industrie, Wirtschaft und Privatpersonen für sich erschließen möchte, sollte nicht mit handwerklichem Equipment werben, sondern damit, was dort auch im Gebrauch ist. Kalender, Notizblöcke, Rechner und natürlich Kugelschreiber sind meist günstiger als die eingangs erwähnten Heimwerker-Werbeartikel und werden meist in Masse produziert. Wer sich unschlüssig mit der Anzahl ist, dem sei dieser helfende Vergleich an die Hand gegeben: Mit 200 Kugelschreibern mit Werbedruck können Handwerker 200 Kunden erfreuen, die den Kugelschreiber mit der Rechnung erhalten. Auf einer Messe können indes an einem Wochenende leicht 200 Kugelschreiber mit Werbedruck auf einmal verteilt werden. Daher gilt: Die Anzahl der Werbemittel muss mit Blick auf die Werbeaktion entsprechend abgestimmt sein. Eine überschaubare Anzahl an Werbemitteln hat übrigens einen entscheidenden Vorteil: Die Resonanz kann in Ruhe getestet werden, es können immer wieder neue Produkte an die Kunden verschenkt werden und die Lagerkosten sind nicht nennenswert.

Fazit: Vom Heimwerker zum Handwerker – In nur wenigen Schritten

Der Weg vom Hobby-Heimwerker zum Handwerker ist eine Option für diejenigen, die ohnehin im ausgeübten Beruf keine Zukunft sehen. Wichtig ist für jeden potentiellen Gründer, eine Nische herauszuarbeiten, die er gut und effizient besetzen kann. Und: Die Kundenbindung muss nachhaltig betrieben werden. Für Themen wie Unternehmensform, Buchhaltung etc. sollte eine professionelle Gründerberatung erfolgen.


Riccardo Düring

riccardoduering

Ausbildung im Metallbereich, ambitionierter Heimwerker mit einem Hang zu technisch verspielten Projekten. Blogger und Produkttester aus Leidenschaft.