Weihnachtsdeko

Weihnachtsbaum entsorgen - nach Baumplündern und Abschmücken

Baumplündern: Was geschieht mit dem Festbaum nach dem Fest?

Weihnachtsbaum entsorgen

Wie lange der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer bleiben darf, hängt stark von regionalen Gebräuchen ab.

In katholisch geprägten Gebieten ist es üblich, den Baum noch bis zum Dreikönigstag am 6. Januar stehen zu lassen. Protestantisch geprägte Landstriche entsorgen den Festbaum hingegen oft schon gegen Neujahr. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem viele Bäume zu nadeln beginnen.

Viele Gemeinden geben vor Weihnachten bekannt, wie die Weihnachtsbäume nach dem Fest entsorgt werden können. Oft gibt es einen speziellen Sperrmülltermin oder eine zentrale Sammelstelle für die Bäume. In einigen Fällen werden diese dann als Brennholz oder Futter für Zootiere weiterverwendet.

Die wichtigste Regel bei der Entfernung des Weihnachtsbaums ist deshalb das gründliche "Entschmücken" – in einigen Gegenden auch "Baumplündern" genannt. Lametta und anderer Baumschmuck muss vor der Abgabe der Bäume normalerweise vollständig entfernt werden.

Skandinavischer Brauch: Baumplündern am St. Knut-Tag

In letzter Zeit ist durch die Werbung eines schwedischen Möbelhauses ein skandinavischer Brauch auch in Deutschland bekannt geworden: Der St.-Knut Tag wird traditionell am 13. Januar gefeiert, dem letzten Tag der Weihnachtszeit für Skandinavier. In Deutschland endet die Weihnachtszeit offiziell schon früher, nämlich am Tag der heiligen Drei Könige.

Die Bräuche in Schweden und Norwegen sehen vor, dass man erst am Knut-Tag den Baum plündern darf. Das Baumplündern (Schwedisch: julgransplundring) findet im feierlichen Rahmen statt und ist besonders bei Kindern beliebt, weil der Baum in skandinavischen Ländern mit Süßigkeiten geschmückt ist. Nach der Plünderung wird der Baum dann kurzerhand aus dem Fenster geworfen.

Leider ist die Übernahme diesen Brauches innerhalb Deutschlands mit einigen Umständen verbunden, da in vielen Gemeinden die offiziellen Entsorgungen bereits vor den 13. Januar stattfinden. – Aber schließlich kann man den alten Weihnachtsbaum ja auch noch auf andere Weise loswerden oder sinnvoll recyclen.

Weihnachtsbaum recyclen: Beete mit Tannenzweigen vor Frost schützen

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rät Gartenbesitzern: Nicht wegwerfen! Wurzellose Weihnachtsbäume werden noch ein zweites Mal genutzt. Die abgeschnittenen Zweige können vielen Gartenbesitzern gerade im Winter von Nutzen sein, auch wenn sie nur spärlich mit Nadeln besetzt sind. In mehreren Lagen übereinander gelegt, schützen die Zweige empfindliche, jetzt schon austreibende Blumenzwiebeln und Stauden vor Frostschäden.

Auch vor Verdunstung helfen die Zweige, indem Sie die bodennahe Luft feucht halten und vor der trockenen Winterluft schützen. Dies einigen Arten gesund über den Winter zu kommen, zum Beispiel immergrüne Gehölze, wie Rhododendron, Azalee, Kirschlorbeer und andere.

Die Gefahr bei diesen Pflanzen besteht nicht im Erfrieren bei stärkeren Frösten – sie vertrocknen meistens, weil sie aus dem gefrorenen Boden kein Wasser aufnehmen können, aber weiterhin Flüssigkeit über die Blätter verdunsten. Dieser Wasserverlust an sonnig-kalten Wintertagen besonders stark und führt in anhaltenden Frostperioden häufig zum Absterben immergrüner Pflanzen.

Recycling-Idee: Baumspitze zum Quirl umarbeiten

Eine interessante Idee für das Weihnachtsbaumrecycling haben wir beim "Naturkinder"-Blog entdeckt. Hier wird aus einer interessant geformten Weihnachtsbaum-Spitze ein Küchenquirl geformt.

 Weihnachtsbaum entsorgen – ganz nach Vorschrift

Wer keine Gartenbeete mit Frostschutzbedarf hat, muss sich etwas anderes zur Entsorgung der Weihnachtsbäume überlegen. Die normale Restmülltonne oder ein abgelegenes Waldstück sind aber die falschen Orte.

"Die richtigen Entsorgungsstellen für den trockenen Baum sind entweder der eigene Komposthaufen, die Biotonne, lokale Wertstoffhöfe oder von der Gemeinde vorgesehene Christbaum-Sammelplätze", erläutert Anne Kronzucker, Rechtsexpertin der D.A.S. Versicherung.

Teilweise werden die Bäume auch vom zuständigen Müllversorger als Sperrmüll vor der Haustür abgeholt. Nähere Informationen zu Wertstoffhöfen, speziellen Sammelstellen für Weihnachtsbäume oder Abholservice gibt die lokale Presse oder die Stadtverwaltung.

Ensorgung von Weihnachtsbäumen auf dem Wertstoffhof

Beim Transport zum Wertstoffhof sind allerdings einige Regeln zu beachten. Nach der Straßenverkehrsordnung (§ 22 StVO) muss die Ladung verkehrssicher verstaut und gegen Herabfallen besonders gesichert werden.

"Um ein Bußgeld zu vermeiden, müssen große Bäume deshalb gut befestigt auf dem Dachgepäckträger transportiert werden", empfiehlt die D.A.S. Juristin. "Kleinere Bäume können Sie auch im Kofferraum unterbringen."

Ragen sie allerdings mehr als einen Meter über das Heck hinaus, muss am Stammende ein rotes Warntuch oder ein entsprechendes Schild angebracht sein. Ansonsten droht wegen Transport von ungesicherter Ladung eine Geldbuße von 35 Euro.

Was machen eigentlich die Entsorgungsunternehmen mit den Alt-Weihnachtsbäumen?

Die Weihnachtszeit ist vorbei und die Zeit der Weihnachtsbäume abgelaufen. Am Straßenrand abgelegt, finden sie nun den Weg in die Müllabfuhr. Doch was machen die Entsorgungsunternehmen eigentlich damit? Durften die Bäume in Häusern und Zimmern auf keinen Fall Feuer fangen, ist das nach dem Abschmücken sogar erwünscht.

Viele der rund 29 Millionen Weihnachtsbäume aus deutschen Haushalten werden nach dem Abholen zerkleinert und zu Holzhackschnitzeln verarbeitet. Diese werden in Hackschnitzelkesseln, Holzheizwerken oder Heizkraftwerken verfeuert. So können 500 Weihnachtsbäume als Holzhackschnitzel rein rechnerisch einen deutschen Durchschnittshaushalt ein Jahr lang mit Strom versorgen, schreibt die Agentur für erneuerbare Energien.  (Quelle: Renate Kessen, www.aid.de)

Weihnachtsbäume an Pferde verfüttern?

Nach Weihnachten stellt sich für Pferdehalter die Frage, ob der Christbaum den Pferden als Entertainment- und Knabberspass vorgelegt werden kann oder ob man lieber darauf verzichten sollte. Die Debatten über das Pro und Contra im Internet sind groß  und auch in den Pferdeställen zählt das zu den heiß diskutierten Themen dieser Jahreszeit.

Grundsätzlich gilt: DEN (einen) Weihnachtsbaum gibt es nicht! Je nach persönlicher Präferenz und am Markt vorhandenem Angebot handelt es sich um unterschiedliche Tannen- oder Fichtenarten. Die hohe Toxizität von Koniferen und Eiben, die für weihnachtliche Dekorationszwecke Verwendung finden, ist den Pferdebesitzern weitestgehend bekannt. Doch bei den Christbäumen scheiden sich die Geister.

Häufig werden die Erfahrungswerte mit den eigenen Tieren als vermeintlicher Beweis für die fehlende Giftigkeit von Tanne, Fichte & Co. herangezogen. Doch diese Argumentation steht auf relativ schwachen Beinen: Von allen Haustieren reagieren Pferde besonders sensibel auf Gifte, die toxische Wirkung wird aber teilweise erst nach Jahren und mit unterschiedlichem Befund sichtbar.

Ob Kiefer oder Douglasie, Fichte oder Tanne, alle diese Hölzer enthalten ätherische Öle, die laut Giftdatenbank des Instituts für Veterinärpharmakologie und -Toxikologie in Zürich zentralnervöse Lähmungserscheinungen und Reizungen im Verdauungstrakt des Tieres auslösen können. Darüber hinaus stammt die Mehrzahl der Christbäume aus Plantagen, in denen Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Auch diese enthalten Stoffe, die der Gesundheit des Pferdes nicht förderlich sind.

Unabhängig von der Herkunft des Baumes – aus konventionellem oder aus Bioanbau – stellt sich für den Pferdehalter die Frage, ob die Verfütterung und das Unterhaltungsprogramm für die Vierbeiner im Verhältnis zur potenziellen Gefahr einer toxikologischen Reaktion stehen. Sicherlich gilt: "Die Dosis macht das Gift", aber die individuelle Dosis für das jeweilige Pferd kann stark schwanken und hängt u.a. von Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, Lebensvorgeschichte, Fütterung und Haltungsbedingungen ab.

Fazit: Der verantwortungsbewusste Pferdehalter sollte besser auf Christbäume fürs Pferd verzichten.

(Quelle: Anke Klabunde. www.aid.de)

 

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