Zierpflanzen

Tipps für eine natürliche Gartengestaltung mit Wildblumen

Tipps für eine natürliche Gartengestaltung mit Wildblumen

Gerade Formen und parallel verlaufende Linien schaffen Ordnung und Struktur in der ansonsten nicht zu kontrollierenden Natur. So greifen die Menschen immer mehr in die Natürlichkeit des Gartens ein, um ihn nach ihren eigenen Vorstellungen zu formen und zu gestalten.

Dabei nehmen sie vielen Wildtieren und Nützlingen natürliche Behausungen und Brutstätten. Doch nicht jeder Hobbygärtner schätzt die akkurate Rasenkante, an die sich ein gehegtes und gepflegtes Rosenbeet und weitere Kulturpflanzen anschließen.

Auch der in Form geschnittene Buchsbaum am Hauseingang oder der flach wachsende Obstbaum am Spalier entsprechen nicht immer dem Geschmack der Naturfreunde.

Wenn Sie den wilden Naturgarten der perfekten Gestaltung vorziehen, haben wir einige Tipps für Sie, wie Sie mit unterschiedlichen Wildblumen eine natürliche Optik erzielen und dennoch mit schönen, farbintensiven Blüten belohnt werden. Einige Wildpflanzen lassen sich sogar in der Küche weiterverarbeiten.

Wildblumen im Garten

Wildblumen verleihen Ihrem Garten einen ganz eigenen, natürlichen Charme: Bei der Pflanzung von Wildblumen geht es nicht um abgesteckte Beetabschnitte oder eine perfekte Wuchsform, sondern um die Natürlichkeit der Pflanzen, die sich nach eigenen Wünschen entfalten und entwickeln dürfen.

Dabei werden viele Wildpflanzen zum ganz besonderen Blickfang, da sie weniger alltäglich sind als gängige Zierblumen und Beetpflanzen.

Doch keine Sorge: Wenn Sie auf Wildpflanzen setzen, die häufig am Wegrand, auf dem Feld oder im Wald wachsen, müssen Sie nicht auf farbintensive Blüten verzichten. Zudem sind viele dieser Pflanzen auch genießbar, sodass Sie beispielsweise aus frischen Brennnesselblättern einen gesunden Kräutertee oder aus Bärlauch einen herzhaften Kräuterdip herstellen können.

Achtung: Einige der hier vorgestellten Pflanzen sind hochgiftig und eignen sich daher nicht für Gärten, in denen sich Kleinkinder oder Haustiere aufhalten. Achten Sie auf eine entsprechende Auszeichnung im Beitrag.

Ungiftige Wildblumen mit schönen Blüten

Sie freuen sich über jedes Pflänzchen, das in Ihrem Garten gedeiht und Farbe ins Spiel bringt? Ihre Rasenfläche muss nicht akkurat geschnitten sein, darf dafür aber blühenden Wildblumen als Standort dienen? Sie wollen sich keine Gedanken über mögliche giftige Pflanzen in Ihrem Garten machen, da sich hier häufig Kinder und Tiere aufhalten? Dann haben wir für Sie im Folgenden einige passende Pflanzen zusammengestellt, die ohne viel Aufwand Farbe und Natürlichkeit in den Garten bringen.

Gänseblümchen und Löwenzahn

Die wohl verbreitesten Wildblumen im heimischen Garten sind das Gänseblümchen und der Löwenzahn.

Gänseblümchen und Löwenzahn sind der Feind eines jeden Gärtners, der seinen Rasen unkrautfrei halten will. Die Wildpflanzen sind auch durch regelmäßiges Mähen kaum zu entfernen und müssen mühsam samt Wurzel aus dem Erdreich beseitigt werden, da sie dem kultivierten Rasen wichtige Nährstoffe und Wasser vorenthalten. Dennoch setzen sie in einer wilden Blumenwiese leuchtende Akzente und können auch kulinarisch überzeugen.

Das Gänseblümchen (Bellis perennis) wächst auf nahezu jeder Grünfläche und zählt daher zu den bekanntesten Pflanzen Mitteleuropas. Der körbchenförmige Blütenstand blüht zwischen Februar und November und richtet sich dabei immer nach dem Stand der Sonne (Heliotropismus).

Bei einsetzender Dämmerung oder Regen schließt das Gänseblümchen sich wieder, sodass die hellen oder rosafarbenen Blütenblätter nicht länger zu sehen sind. Die Ausbreitung erfolgt nicht durch gezieltes Säen, sondern häufig aufgrund verunreinigter Grassamen.

Neben den jungen Blättern sind auch die Blüten des Gänseblümchens essbar: Knospen schmecken nussig, während geöffnete Blüten etwas bitterer werden und einen frischen Sommersalat hervorragend ergänzen. Beste Erntezeit der Gänsebümchenblüten ist zwischen April und Juni.

Auch der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) gilt allgemein als Unkraut, da seine Verbreitung als Windflieger durch den Menschen nur schwer zu kontrollieren ist. Einzige Möglichkeit, der Verbreitung im gesamten Garten Einhalt zu gebieten, ist das Entfernen des gelben Blütenkopfes nach der Blüte, bevor es zur Samenbildung kommt und der Löwenzahn zur Pusteblume wird.

Bis dahin locken die Wildblumen jedoch zahlreiche Bienen und andere Nützlinge in den Sommergarten. Junge Löwenzahnblätter können als frischer Salat serviert oder zu einem Pesto weiterverarbeitet werden. Aus den Blüten entstehen hochwertiger Löwenzahnhonig oder -likör.

Achtung: Ältere Blätter sowie der Milchsaft im Stengel werden als gering giftig eingeschätzt und sind nicht zum Verzehr geeignet.

Echte Schlüsselblume

Die Echte Schlüsselblume gedeiht im Halbschatten besonders gut und entwickelt gelbe Blütenstände.

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) bildet eine Pflanzengattung mit nahezu 400 Arten innerhalb der Pflanzenfamilie der Primelgewächse. So ist die Schlüsselblume auch mit der bekannten Primel verwandt.

Besonders häufig trifft man in Mischwäldern oder auf trockenen Wiesen auf die Wildblume. Die gelben Einzelblüten bilden sich zwischen April und Mai, wobei sie einen angenehmen Duft verströmen.

Der ideale Standort im Garten verfügt über lockeren, kalkhaltigen Boden und liegt im Halbschatten.

Pflanzen Sie die Schlüsselblume im Herbst mit einem Pflanzabstand von rund 10 cm neben andere Frühblüher, wie etwa Hyazinthen, Tulpen und Krokusse.

Abgeblühte Blüten, Stängel und Blätter können regelmäßig entfernt werden. Die Vermehrung erfolgt durch Selbstaussaat oder Teilung der Pflanze im Herbst. Alternativ können die Samen breitwürfig ausgesät und anschließend leicht mit Erde bedeckt werden. So erhalten Sie im nächsten Jahr eine schöne Wildblumenwiese.

Übrigens: In Deutschland steht die Schlüsselblume unter Naturschutz, da sie in freier Wildbahn als stark gefährdet gilt.

Wilde Nutzpflanzen im Garten

Viele Wildblumen sehen nicht nur ausgesprochen schön aus, sondern schmecken auch noch hervorragend. Einige Pflanzen lassen sich unverarbeitet verzehren, während andere Wildblumen zunächst getrocknet oder gekocht werden müssen, um ihren vollmundigen Geschmack zu entwickeln.

Verschönern doch auch Sie Ihren Garten mit kulinarisch ansprechenden Wildblumen, die zudem noch schöne Blüten bilden oder mit ihrem angenehmen Duft unterschiedliche Fluginsekten anlocken und zeitgleich Schädlinge von Zierblumen oder anderen Nutzpflanzen fernhalten.

Bärlauch

Bärlauch ist eine alte Heil- und Nutzpflanze, die weiße Blüten bildet.

Der Bärlauch (Allium ursinum) ist mit dem Knoblauch verwandt und lässt sich häufig unter Sträuchern, in Laubwäldern oder Auenbereichen großer Flüsse finden. Dabei zählt er zu den sogenannten Stinsenpflanzen, die durch den Menschen in eine Region eingeschleppt werden, jedoch ohne sein Zutun überleben und sich vermehren können.

Somit ist das Vorkommen einer solchen Pflanze zugleich ein Kulturrelikt, das einen ehemaligen Eingriff durch den Menschen nachweist.

Im März beginnt der Bärlauch mit dem Neuaustrieb und zeigt Ende April seine weißen Scheindolden. Die Anzucht aus Samen ist möglich, wird jedoch nicht empfohlen.

Setzen Sie stattdessen auf kleine Jungpflanzen, die mit einem Abstand von rund 15 cm ausgepflanzt werden können, sobald keine Nachtfröste mehr drohen. Ein feuchter, nährstoffreicher Boden mit einer zusätzlichen Mulchschicht ermöglicht optimale Wachstumsbedingungen.

Die jungen Bärlauchblätter sind besonders schmackhaft und sollten spätestens Anfang April geerntet und frisch zubereitet werden, da Bärlauch beim Erhitzen seinen einmaligen Geschmack verliert. Ideal schmeckt er als Knoblauchersatz in Kräuterbutter oder als knackige Beilage im Salat oder Rührei.

Achtung: Von einem Pflücken im Wald wird abgeraten, da eine Verwechslungsgefahr mit dem hochgiftigen Maiglöckchen bzw. der Herbstzeitlosen besteht.

Brennnessel

Brennnesseln lösen bei Kontakt nicht nur Schmerzen aus, sondern schmecken auch besonders gut und optimieren die Bodenbeschaffenheit.

Die Brennnessel (Urtica) wächst als krautige Pflanze oder Strauch und kann als natürliche Gartenhelferin gepflanzt werden. Ein Vorkommen von Brennnesseln zeigt einen hohen Stickstoffgehalt im Boden an, daher sprechen Experten auch von einer sogenannten Zeigerpflanze.

Dabei sorgt die Brennnessel zugleich für eine optimale Bodenbeschaffenheit, da sie das Erdreich mit ihrem kräftigen Wurzelwerk auflockert und durchlüftet.

Wenn Sie Brennnesseln züchten möchten, können Sie ab März Samen in ein Pflanzgefäß legen und dieses im Gewächshaus lagern. Die Samen werden dabei nicht – oder nur sehr wenig – mit Erde bedeckt. Halten Sie das Aufzuchtsubstrat feucht, sodass die Frostkeimer schnell erste Blätter entwickeln und dann ins Freiland gesetzt werden können.

Besonders bekannt und gefürchtet ist die brennende Nessel aufgrund ihrer Brennhaare, die bei Hautkontakt zu juckend schmerzenden Quaddeln führen. Vor einem Verzehr ist es daher wichtig, diese feinen Brennhaare zu entfernen.

Legen Sie hierzu geerntete Brennnesselblätter in ein Küchenhandtuch, rollen Sie dieses ein und wringen Sie es wie ein nasses Tuch aus. Auf diese Weise werden die dünnen Brennhaare zerstört und Sie können die Blätter roh im Salat verzehren oder zu grünen Smoothies weiterverarbeiten.

Auch die Brennnesselsamen sind sehr gesund und schmackhaft: Ihr nussiger, an Sesam erinnernder Geschmack kommt besonders gut zur Geltung, wenn sie kurz angeröstet und noch warm über einen Sommersalat gegeben werden.

Generell kann die Wildpflanze zwischen März und September frisch geerntet und verzehrt werden. Lassen Sie jedoch stets einen Teil des Bestands stehen, sodass Tiere unter den hoch wachsenden Pflanzen Zuflucht finden und die Brennnessel wieder austreiben kann.

Giftige Wildblumen

In der Natur signalisieren kräftige Farben häufig eine hohe Giftigkeit, so etwa beim Fliegenpilz, Goldregen oder bei der beliebten Engelstrompete. Die formschönen, leuchtenden Blüten der giftigen Wildblumen werden zum besonderen Blickfang im natürlichen Garten.

Dennoch ist im Umgang mit diesen Pflanzen Vorsicht geboten: Kinder und Haustiere sollten niemals unbeaufsichtigt im Garten herumlaufen, wenn Giftpflanzen im Beet stehen.

Fingerhut

Der Fingerhut zählt zu den Giftpflanzen und darf nicht verzehrt werden.

Der Fingerhut (Digitalis) gehört zur Pflanzfamilie der Wegerichgewächse und enthält Cardenolide, also herzwirksame Glykoside, die bei übermäßigem Verzehr zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Die Giftpflanze gehört daher nur in Gärten, in denen keine Kleinkinder versehentlich Pflanzenteile verschlucken könnten.

Idealer Standort für den Fingerhut ist ein halbschattiger Platz mit leicht feuchtem, humosem und kalkarmem Substrat. Hier entstehen aus im Juni gepflanzten Jungpflanzen im ersten Standjahr dichte Blattrosetten, die im Beet überwintern dürfen.

Alternativ können Sie Samen auch breitwürfig direkt ins Beet aussäen. Achten Sie bei der Aussat darauf, dass Fingerhüte Lichtkeimer sind – die Samen werden also nicht mit Erde bedeckt. Um ein Wegfliegen bei Wind zu verhindern, können die Samen vorab mit Sand vermischt werden.

Die traubigen Blütenstände entwickeln sich schließlich ab dem zweiten Standjahr zwischen Juni und Herbstbeginn und können unterschiedliche Farben annehmen. Besonders gerne werden die von unten nach oben geöffneten Blüten von Hummeln besucht.

Ein gezielter Rückschnitt nach der Blüte regt die Wildpflanze zu einem neuen Wachstum an. Da sich der Fingerhut schnell selbst vermehrt, sollten Sie den Bestand im Naturgarten beobachten und gegebenenfalls einige Jungpflanzen ausheben und an Gartenfreunde verschenken.

Maiglöckchen

Das Maiglöckchen zählt zu den sehr stark giftigen Wildblumen.

Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) ist eine besonders hübsche Wildblume, die eine Wuchshöhe von bis zu 30 cm erreichen kann.

Als Überdauerungsorgan dient ein Rhizom, aus dem zwei bis drei Laubblätter entspringen, die den Stängel einhüllen und spitz zulaufen. Der einseitswendige, traubige Blütenstand zeigt sich zwischen Mai und Juni.

Charakteristisch für das hochgiftige Maiglöckchen ist sein süßlicher Duft, der Nützlinge als Bestäuber anlockt.

Ein idealer Standort ist im Schatten von Gehölzen zu finden. Hier gedeiht das Maiglöckchen besonders gut und bildet einen optisch auffälligen Kontrast zum Hintergrund. Zur Vermehrung wird das Rhizom mit einem scharfen Messer geteilt.

Das Maiglöckchen gilt als eine der giftigsten Pflanzen, die in Deutschland gedeihen. Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders jedoch die Blüten und roten Früchte. Bei äußerlichem Kontakt kommt es zu Hautreizungen, während ein Verzehr zu schwersten Vergiftungserscheinungen, wie etwa Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und Brustbeklemmung, führt, bis schließlich ein Herzstillstand eintritt.

Bei einem Verzehr sind daher umgehend der Giftnotruf sowie ein Notarzt zu kontaktieren.

Wildblumen für den Blumentopf

Wer keinen Garten hat, muss auf seine Wildblumen nicht verzichten. Im Fachhandel sind mittlerweise unterschiedlichste Samenmischungen wild gesammelter Wildblumen für ein buntes Blütenmeer zu erhalten. So können Sie Ihre Wildblumen auch problemlos im Blumenkasten oder Kübel auf dem Balkon ziehen.

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