Hangbefestigung: Einen Hang abstützen und befestigen

Möglichkeiten der Hangbefestigung

In vielen Gärten oder an Grundstücksgrenzen gibt es Höhenunterschiede im Gelände, die die Nutzung der Fläche erschweren. Etwas Bewegung im Untergund kann zwar zum natürlichen Charme eines Gartens beitragen, aber wie so oft gibt es auch hier manchmal zu viel des Guten.

Wer einen Hang abstützen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Welche Methode letztendlich die beste ist, hängt vom Bodenniveau, das ausgeglichen werden soll, und natürlich vom persönlichen Geschmack ab.

Eine Hangbefestigung muss enormem Druck standhalten und wird zusätzlich durch Niederschläge belastet, die den Boden und die Fundamente in Hanglagen auswaschen und die Stabilität einer Hangbefestigung herabsetzen können. Dieser Belastung kann man auf unterschiedliche Art entgegenwirken. Eine Schwergewichtsmauer setzt – wie der Name schon erahnen lässt – auf pure Masse. Durch ihr Eigengewicht hält sie hohem Druck stand und ist deshalb für größere Niveauunterschiede am besten geeignet.

Trockenmauern als Böschungsschutz sehen sehr natürlich aus und fügen sich nahtlos in das Gartenidyll ein. Um dem Erddruck standzuhalten, muss die Bruchsteinmauer leicht geneigt sein und benötigt ein gutes Fundament aus grobem Schotter oder Kieselsteinen. Höhenunterschiede von mehr als einem Meter sollte man nicht mit Trockenmauern abstützen.

Eine gute Mischung aus natürlicher Optik und Stabilität bieten Stützmauern aus Steinkörben, sogenannten Gabionen. Die Gitterkörbe sind in verschiedenen Größen – mit oder ohne Füllung – erhältlich, und halten Bruchsteine oder Kiesel zusammen, sodass sie nicht abrutschen können. Durch ihr Gewicht und eine leichte Neigung zum Hang sorgen Gabionen für einen dauerhafen Böschungsschutz.

Schwergewichtsmauer als Hangbefestigung

Mit einer Schwergewichtsmauer können besonders große Höhenunterschiede ausgeglichen werden. Ihre Stabilität erhält die Mauer durch ihre große Tiefe im Verhältnis zur Höhe: Die Basis der Mauer sollte etwa ein Drittel ihrer Höhe betragen. Um den Schwerpunkt der Mauer Richtung Hang zu verlagern, kann sie sich einseitig zur Bergseite verjüngen. Dieser sogenannte "Anlauf" sollte 5-10% betragen.

Für das Fundament der Mauer wird ein mindestens 80 Zentimeter tiefer Graben in Mauerbreite ausgehoben, plus je 20 Zentimeter für die Frostschutzschicht. Der Graben wird dann zu einem Viertel mit grobem Schotter gefüllt, der gründlich verdichtet und planiert wird. Diese Frostschutz-Schicht verhindert in strengen Wintern das Durchfrieren und die Bildung von Spannungsrissen im Betonfundament und sorgt zusätzlich für eine ausreichende Drainage.

Auf den Schotter wird in 20 Zentimeter Abstand zur Hangseite eine Schalung für das Betonfundament errichtet und bis knapp unter die Oberkante mit erdfeuchtem Beton gefüllt. Nach dem Aushärten wird die Schalung entfernt und in den verbliebenen Graben zur Hangseite ein Dainagerohr gelegt, das zum Ablauf an einem Ende der Mauer etwa 2% Gefälle aufweisen muss. Danach mit grobem Schotter verfüllen, und ebenfalls leicht verdichten.

Auf dem Betonfundament wird nun eine Ziegelmauer mit 5-10% Anlauf hochgemauert. Alternativ kann auch die Mauer komplett aus Beton gegossen werden. Bewehrungsstahl erhöht die Stabilität erheblich. Die Rückseite der Mauer wird mit einer Sperrbahn aus stabiler Folie oder Bitumen abgedichtet. Ganz zum Schluss wird die Rückseite der Mauer mit grobem Schotter aufgefüllt, der wiederum mit einer Schicht Mutterboden bedeckt wird.

Hang befestigen mit Trockenmauer

Wer seinen Garten gern so natürlich wie möglich gestalten möchte, aber um einen Böschungsschutz nicht herumkommt, der ist mit einer Trockenmauer am besten beraten.

Zunächst wird ein etwa 50 Zentimeter breiter und 40 Zentimeter tiefer Graben ausgehoben und der Boden gründlich verdichtet. Dann wird eine 20 Zentimeter Dicke Schicht grober Schotter oder Kies als Frostschutz und Fundament in den Graben gefüllt und ebenfalls verdichtet. Ob die Fläche plan ist, oder nicht, ist im Fall der Trockenmauer von untergeordneter Bedeutung, weil auch die verwendeten Steine keine plane Auflagefläche haben.

Nun werden nach und nach Steine aufgeschichtet. Die Steine sollten so gut es geht ineinandergreifen und überlappen, damit die Mauer stabil wird. Große und flache Steine werden beiseitegelegt und später für den oberen Rand der Mauer verwendet. Um der Mauer mehr Stabilität zu verleihen kann auf der Innenseite nach jeder Lage eine Schicht erdfeuchte Betonmischung aufgebracht werden. Dabei sollte man darauf achten, dass der Beton später von der Vorderseite nicht zu sehen ist.

Alle paar Lagen wird die Rückseite der Mauer mit grobem Kies aufgefüllt, der vorsichtig verdichtet wird, sodass die Mauer dabei nicht umstürzt. Trockenmauern sollten leicht in Hangrichtung geneigt sein, damit sie stabil stehen.

Gabionen als Hangbefestigung

Gabionen sind Drahtkörbe, die mit Bruchsteinen oder großen Flusskieseln gefüllt werden. Wie Trockenmauern sind sie ganz besonders gut für naturnahe Gärten geeignet. In die Spalten und Hohlräume der Vorderseite können verschiedene Pflanzen gesetzt werden, die der Hangbefestigung ganz nebenbei auch noch eine wunderbare Optik verleihen.

Tipp: Am besten eignen sich Steingartenpflanzen, die relativ anspruchslos sind und eher langsam wachsen.

Für eine niedrige Hangbefestigung kann schon eine einzelne Korbreihe ausreichend sein. In diesem Fall kann sie einfach auf ein Fundament auch grobem Kies platziert und mit Steinen gefüllt werden. Für mittlere bis hohe Befestigungen kann man auch zwei Reihen stapeln. Dabei sollten die Körbe leicht zur Hangseite geneigt sein; das gibt die nötige Stabilität.

Gabionen werden in der Regel aus vier bis fünf Millimeter starkem galvanisiertem Stahldraht gefertigt und halten nach Herstellerangaben bis zu zwanzig Jahre und länger.

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Pflanztröge oder Pflanzringe

Sogenannte Pflanztröge, Pflanzringe oder Böschungsringe bieten eine einfache Methode, Böschungen abzustützen. Pflanzringe werden normalerweise aus Beton hergestellt und sind in verschiedenen Farben und Formen erhältlich. Die klassische Variante ist rund mit einer, manchmal auch zwei gegenüberliegenden Ausbuchtungen, die es erlauben die Steine nahtlos aneinanderzureihen.

Der klassische Pflanzring ist 40 Zentimeter hoch und sollte, wenn mehr als eine Reihe verbaut wird, in der untersten Reihe etwa zur Hälfte im Erdreich verschwinden. Um genügend Platz für das Fundament zu schaffen wird zunächst ein etwa 40 Zentimeter tiefer und 50 Zentimeter breiter Graben ausgehoben.

Als Untergrund wird eine Schicht grober Kies eingefüllt und auf eine Stärke von 20 Zentimetern verdichtet. Je ebener der Untergrund ist, desto leichter fällt anschließend das Ausrichten der Pflanzringe, es schadet also nichts, zwischendurch ein Brett aufzulegen und mit einer Wasserwage die Neigung zu überprüfen.

Auf die Frostschutzschicht wird eine 10 bis 15 Zentimeter dicke Schicht erdfeuchter Beton gefüllt, in die die Pflanztröge entlang einer gespannten Mauerschnur nun einer nach dem anderen eingedrückt und ausgerichtet werden. Dabei sollte man zwischen den Steinen einen Abstand von etwa 5 Millimetern einhalten, um Fertigungstoleranzen auszugleichen. Damit das Wasser später ablaufen kann, werden ausreichend Löcher in den noch weichen Beton gestoßen. – Sowohl in den Ringen, als auch von Außen! – Hier zahlt es sich aus, wenn die Mischung zäh und schon jetzt einigermaßen formstabil ist.

Sobald der Beton hart ist, werden die Steine mit Mutterboden gefüllt und die Lücke zur Hangseite mit grobem Kies oder Schotter ausgeglichen. Auf der entstehenden Stufe findet sie nächste Reihe Pflanzringe Platz, die nach Situation und Geschmack, zum Hang hin versetzt platziert wird. Auch hier kann man vor dem Auflegen der Steine als zusätzliche Stabilisierung ein wenig Beton-Mischung verteilen. Es muss immer auf ausreichende Abflussmöglichkeiten geachtet werden, damit sich Sickerwasser später nicht anstauen kann.

Natürliche Hangbefestigung mit bodendeckenden Pflanzen

Natürliche Hangbefestigung mit bodenbeckenden Pflanzen

Eine andere Methode, einen Hang vor Erosion zu schützen, sind bodendeckende Pflanzen, deren stark verzweigtes Wurzelwerk den lockeren Boden hält. Einmal gepflanzt, breiten sich die Pflanzen schnell über den gesamten Boden aus. Auf schwierigen Böden oder wenn eine Fläche bereits abgerutscht ist und die verbliebene Erde gestützt werden soll, empfehlen sich vorkultivierte Bodendecker auf Kokosmatten. Vergleichbar mit einem Rollrasen verlegen Sie die bepflanzten Matten auf dem Hang und gießen die Pflanzen regelmäßig. Nach wenigen Wochen bedecken sie vollständig die Matten. An Steilwänden oder Hängen mit hoher Steigung werden Sie mit Erdnägeln befestigt. Zur Bepflanzung von Hängen eignen sich:

  • Großblättriges Immergrün (Vinca major 'Hirsuta') mit blauen Blüten
  • Golderdbeere (Waldsteinia ternata) mit gelber Blüte
  • Efeu (Hedera helix 'Woerneri') mit rötlicher Herbstfärbung
  • Purpurbeere (Symphoricarpos chen. 'Hancock') mit rosafarbenen und weißen Beeren

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Palisaden und Hangflorsteine

Palisaden oder Hangflorsteine gibt es in verschiedenen Längen und Designs. Die klassische Beton-Palisade mit einseitiger Einbuchtung ist in 40 und 60 Zentimetern Länge erhältlich und hat normalerweise einen Durchmesser von 14 Zentimetern. Man kann die kürzeren Palisaden auch als Beetbegrenzung einsetzen, indem man sie tiefer in die Erde setzt.

Als niedriger Böschungsschutz eignen sich 60-Zentimeter-Betonpalisaden am besten. Sie müssen zu etwa einem Drittel im Boden versenkt werden, das heißt, man kann einen Höhenunterschied von maximal 40 Zentimetern damit ausgleichen.

Zunächst wird ein etwa 30-40 Zentimeter tiefer Graben ausgehoben, der etwa ein Spatenblatt breit sein sollte. Dann wird der Untergrund verdichtet und eine midestens 10 Zentimeter dicke Schicht grober Schotter eingebracht, der abermals gründlich verdichtet wird. Der Graben sollte nun etwa 20 bis 25 Zentimeter tief und am Grund möglichst plan sein.

Als nächstes folgt eine 10 Zentimeter dicke Schicht erdfeuchter Beton, der mit grobem Sand angemischt wurde. In diese Mischung werden nun die Palisaden gedrückt. Soll die Wand gerade werden, nutzt man am besten eine Richtschnur. Je zäher das Betongemisch, desto mehr Halt finden die Palisaden und desto besser lassen sie sich ausrichten. Wenn nötig, können die Stelen seitlich mit geraden Latten abgestützt werden, bis der Beton ausgehärtet ist.

Um zu verhindern, das später Wasser durch die Palisadenreihe dringt wird sie zur Bergseite mit einer Sperrbahn aus Dachpappe oder stabiler Folie abgedeckt. Dann wird hinter den Palisaden eine Drainageschicht aus grobem Schotter eingefüllt und abschließend mit einer Schicht Mutterboden abgedeckt.

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Bildnachweis
1. "Mauerblock als Hangbefestigung"(www.EHL.de)
2. "Schwergewichtsmauer"von André Kreimer, Heimwerker.de
3. "Hang mit Trockenmauer"von André Kreimer, Heimwerker.de
4. "Trockensteinmauer am Weinberg"von Armin Vogel (aivo2010) (Flickr) Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [Armin Vogel (aivo2010) CC BY 2.0 (Flickr)]
5. "Trockensteinmauer"von jocki84 (Flickr) Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [jocki84 CC BY 2.0 (Flickr)]
6. "Hangbefestigung mit Gabionen"von André Kreimer, Heimwerker.de
7. "Gabionen als Böschungsschutz und Hangebefestigung"von Eurico Zimbres CC BY-SA 2.5 (Wikimedia Commons) Lizenz: [CC BY-SA 2.5] Copyright: [Eurico Zimbres CC BY-SA 2.5 (Wikimedia)]
8. "Gabionen als Hangebefestigung"von Colin Babb (Wikimedia Commons) Lizenz: [CC BY-SA 2.0] Copyright: [Colin Babb CC BY-SA 2.0 (Wikimedia)]
9. "Pflanztröge"von André Kreimer, Heimwerker.de
10. "Pflanzringe"(www.EHL.de)
11. "Natürliche Hangbefestigung"von HALM Copyright: [Foto: HALM]
12. "Bodendeckermatten befestigen"von HALM Copyright: [Foto: HALM]
13. "Pflanzenmatten als Böschungsschutz"von HALM Copyright: [Foto: HALM]
14. "Hangbefestigung mit Palisaden"von André Kreimer, Heimwerker.de Copyright: [André Kreimer, Heimwerker.de]

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