Japanischer Garten

Einen japanischen Garten anlegen

Heutzutage suchen viele Menschen Ruhe und Entspannung im Garten. Das verspricht insbesondere der japanische Garten, der als Ort des Nachdenkens und Besinnens konzipiert ist. Obwohl ein japanischer Garten sehr strengen Gestaltungsprinzipien unterliegt, erscheint er sehr natürlich. Stille und Schönheit des Gartens führen bei der Betrachtung zu Wohlbefinden und Ruhe. Ein Gefühl des inneren Friedens kehrt ein.

Die Geschichte der japanischen Gartenkunst beginnt um das Jahr 0 und erlebte im 7. Jahrhundert ihren ersten großen Höhepunkt, als die chinesische Gartenkunst in Japan eingeführt wurde.

Der japanische Garten basiert daher auf ähnlichen Prinzipien wie der chinesische. Auch hier finden sich Bezüge zum Taoismus und Yin-Yang-Prinzip. Darüber hinaus spielen aber auch der Buddhismus und der Shintosimus wichtige Rollen in der Gartengestaltung.

Japanische Gärten sind wie chinesische Gärten als idealisierte Nachahmung einer natürlichen Landschaft im Kleinen zu verstehen. Felsen, Wasser, Gehölze und Moos spiegeln die Strukturen der japanischen Inseln wieder, die zu drei Vierteln von schwer zugänglichen Bergwäldern bedeckt sind.

Wer einen japanischen Garten anlegen möchte, muss damit rechnen, dass sehr viel Zeit und Mühe in die Pflege des Gartens investiert werden muss. Nur dann kann der Garten seine vollständige Wirkung entfalten. Durch die vielen Vorteile lohnt sich der Aufwand für eine solche Gartengestaltung dennoch, da der japanische Garten Ruhe und Entspannung verspricht und auch in Deutschland sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Im Folgenden werden die Möglichkeiten aufgezeigt, einen japanischen Garten selbst anzulegen.

Typen japanischer Gärten

Kare-san-sui-Stil

Der japanische Garten im Kare-san-sui-Stil zeichnet sich durch eine abstrakte Gestaltung als Trockengarten aus. Es wird auf Wasser und größere Bepflanzungen verzichtet. Stattdessen bestehen diese Gärten im Wesentlichen aus Felsen, Sand und Kies.

Die auch als Zen-Garten bezeichnete Gartenform dient in erster Linie der Meditation und ist stark vom Zen-Buddhismus geprägt, da sie im 16. Jahrhundert in den Klöstern Japans entwickelt wurde.

Tsukiyama-Stil

Der japanische Garten im Tsukiyama-Stil ist durch eine hügelige Gestaltung wie eine kleine Landschaft gekennzeichnet. Kleine Steinhaufen und künstliche Anhöhen stellen die Berge dar. Verschiedene Bepflanzungen stehen stellvertretend für Bergwälder.

Ein Teich symbolisiert das Meer. Typischerweise dominieren Grün- und Rottöne, aber auch Weiß wird als Akzentfarbe eingesetzt.

Der Garten im Tsukiyama-Stil, der im 8. bis 12. Jahrhundert ausgebildet wurde, wird auch bei vielen öffentlichen und institutionellen japanischen Gärten in Deutschland umgesetzt – manchmal auch in Verbindung mit einem Garten im Kare-san-sui-Stil.

Gestaltungsprinzipien

Ganz wesentlich für die Gestaltung eines japanischen Gartens sind die vier Hauptelemente Felsen, Wasser, Gehölze und Moos, die eine ausprägte symbolische Bedeutung haben. Grundlegend für das Zusammenspiel der einzelnen Elemente ist ihre asymmetrische Anordnung zueinander.

Eine fließende, natürliche Formensprache ist wichtig. Selten soll etwas gerade verlaufen oder in einer geraden Anzahl vorhanden sein. Eine ungerade Anzahl an Felsen und Pflanzen verheißt nach traditionell-japanischem Glauben nämlich Glück und Abwehr von bösen Geistern.

Wichtig beim Anlegen eines japanischen Gartens ist außerdem, für ein ausgewogenes Yin und Yang zu sorgen. Das bedeutet, dass sowohl Gegensätze betont als auch gegenseitige Abhängigkeiten der Elemente demonstriert werden sollen. Rauhes wechselt sich ab mit Weichem, Trockenes mit Feuchtem, Hohes mit Niedrigem, Helles mit Dunklem, Eckiges mit Rundem.

Felsen und Steine

Kunstvoll geformte Steinarrangements spiegeln die Struktur der bergigen Inseln Japans wider. Sie stehen außerdem symbolisch für verschiedene Tiere und Götter. Daher werden Steine auch verwendet, um daraus Tierskulpturen, Gottheiten und andere Gartenelemente (siehe unten) zu formen.

Nicht immer ist die Form der Tiere vollständig ausgearbeitet. Einzelne unbearbeitete Steine, die am Fuß eines Berges liegen, können auch als Hunde, Wildschweine oder Kälber aufgefasst werden, die mit ihrer Mutter spielen. Findlinge, die halb oder zu einem Viertel in den Boden eingegraben werden, machen die Gestaltung abwechslungsreich und demonstrieren das Yin-Yang-Prinzip.

Sand, Kies und speziell Granitkies werden im Zen-Garten als Ersatz für Wasser verwendet. Diese Materialien werden in Form von Meeren, Seen oder Flüssen ausgebreitet oder über Kaskaden von kleinen Felsen als Wasserfälle aufgeschichtet. Der Kies wird dabei nicht einfach glatt abgezogen, sondern in Wellenform geharkt. In konzentrischen Kreisen und sanften Kurven legen sich die Linien um Felsformationen, Moosflächen und Bäume in den Kiesbetten, kein Anfang und kein Ende der Linien soll erkennbar sein.

Um zu verhindern, dass sich Unkraut im Kiesbett bildet, ist ein dickes Unkraut-Vlies als Kiesunterlage wichtig. Und damit das Kiesbett nicht von den Katzen aus der Nachbarschaft genutzt wird, sollte man besser groben Kies wählen.

Wasser

Die zahlreichen Inseln Japans sind von Meer umgeben, daher darf Wasser in keinem japanischen Garten fehlen. Nach einer chinesischen Legende wird ein Fisch, der einen Wasserfall hinauf schwimmen kann, zu einem Drachen. Er ist das Sinnbild für Erleuchtung. Quellsteine, kaskadenförmig angelegte Bachläufe, kleine Wasserfälle und Fischteiche lassen sich daher sehr gut in das Gesamtbild einfügen.

Wer seinen Garten vom Fischaufkommen her ebenfalls japanisch gestalten möchte, sollte Koi-Karfen in den Teich setzen. Der Koi-Karpfen wurde früher in abgelegenen Bergdörfern gezüchtet, um auch im Winter proteinreiche Nahrung zur Verfügung zu haben. Heute wird er vor allem wegen seiner auffälligen, dekorativen Farben gezüchtet. Er ist einer der beeindruckendsten und teuersten Fische der Welt. Ein Koi-Karpfen kann schon mal mehrere Tausend Euro Wert sein. Es gibt aber auch erschwingliche Exemplare, deren Zeichnung sie zwar nicht zum Preisträger prädestiniert, für den privaten Koi-Teich aber völlig ausreicht.

Als Grundregel für die Teichgestaltung gilt, dass größere Gartenteiche leichter ihr biologisches Gleichgewicht halten. So sollte für Fische eine Wassertiefe von mindestens 60-80 cm angedacht werden, da diese sonst im Winter nur schwer überleben können. Bei einer Größe von weniger als sieben Quadratmetern kann ein Gartenteich mit einem vorgefertigten Becken angelegt werden.

Wer hingegen einen größeren Gartenteich plant, sollte mit entsprechender Teichfolie arbeiten. Für Koi-Karpfen gelten besondere Anforderungen, da sie besonders groß und alt werden können. Wassertiefe, -qualität, -temperatur, Lichtervhältnisse und Futter müssen genaustens auf die Bedürfnisse des Koi-Karpfens abgestimmt werden.

Gehölze und Moose

Wer einen japanischen Garten anlegen möchte, sollte auf keinen Fall auf Bäume verzichten, die in Japan Sinnbild für den Kreislauf des Lebens sind. Pflaumen- und Kirschbäume symbolisieren mit ihren Blüten, die aufblühen und wieder vergehen, die Vergänglichkeit.

Demgegenüber stehen die immergrünen Kiefern für die Ewigkeit. Stehen ein Pflaumenbaum und eine Kiefer nebeneinander wird der Dualismus von Augenblick und Ewigkeit zum Ausdruck gebracht.

Als weitere Bepflanzungen eignen sich außerdem Pflanzen wie japanischer Fächerahorn, Azaleen, Schneeball, Rhododendren und verschiedene Koniferenarten. Blumen sollten eher sparsam eingesetzt werden, um den meditativen, puren Charakter eines japanischen Gartens nicht zu beeinträchtigen. Alle Pflanzen werden aufwändig kultiviert und in Form geschnitten.

Das gilt insbesondere für den Bonsai. Wie der Garten als Ganzes, stellt auch der Bonsai im Einzelnen das Abbild einer Landschaft im Kleinen dar und soll die Harmonie und Einheit von Mensch und Natur symbolisieren.

Da ein japanischer Garten am besten zur Geltung kommt, wenn er sich harmonisch in seine Umgebung einfügt, sollte man diesen am besten mit Weißdornen, hohen Gräsern oder einer Hecke aus Bambus separieren. Der Bambus steht sowohl für Standfestigkeit als auch für Flexibilität. Besonders authentisch wirkt der japanische Garten, wenn die japanische Bambus-Art Semiarundinaria makinoi gepflanzt wird. Da je nach Bambusart die Wurzeln sehr stark ausschlagen, wird eine Rhizomsperre in Form einer Teichfolie, eines Plastiktrogs oder mehrerer Betonschachtringe benötigt.

Typisch für einen japanischen Garten, insbesondere für einen Zen-Garten, sind außerdem Moose, wie sie an den höher gelegenen Berghängen der japanischen Inseln wachsen. Sie stehen aufgrund ihrer Überlebensfähigkeit für Dauerhaftigkeit und ein langes Leben. Zusammen mit weiteren kleinblättrigen, niedrigen Bepflanzungen verleihen sie dem japanischen Garten sein typisches Aussehen.

Wege

Im japanischen Garten wird auf eine gerade Wegführung weitgehend verzichtet. Stattdessen verlaufen die schmalen Wege in sanften Kurven, um viele überraschende Perspektiven zu bieten. Daher sind die Wege auch teilweise holprig und uneben, um den Betrachter nicht teilnahmslos durch den Garten gehen zu lassen.

Insofern ähnelt der japanische Garten dem englischen Landschaftsgarten, in dem jeder neue Ausblick einem Gemälde gleichen soll. Gerade Wege werden nur für eine gezielte Blickführung eingesetzt.

Die Wege bestehen aus Kies, Trittplatten oder anderen natürlichen Materialien wie festgestampften Lehm, Rindenmulch und kleinen Zweigen. Beton, Asphalt oder Gehwegplatten würden den Ausdruck eines japanischen Gartens verfälschen. Die Flächen zwischen den Wegen werden als sanft ansteigende Hügel, verwundene Wasserläufe und unregelmäßige Kiesflächen angelegt.

Gartendeko

Laternen, Schalen, Pagoden und Skulpturen von Gottheiten aus Stein haben eine ausgeprägte symbolische Bedeutung und werden daher mit Bedacht ausgewählt und aufgestellt. So gehören Steinlaternen aus Granit ursprünglich zur Teezeremonie, die oftmals abends stattfindet. An Wasserrändern oder Wegbiegungen können sie aber auch eine dekorative Wirkung entfalten und zur besonderen Atmosphäre in einem japanischen Garten beitragen. Von Menschenhand bearbeitete Schalen aus Naturstein symbolisieren die Einheit von kontrollierter und unkontrollierter Natur.

Statuen, die Buddha oder einen der sieben japanischen Glücksgötter darstellen, werden nicht prominent aufgestellt und beleuchtet, sondern wie zufällig an einem unauffälligen Ort platziert. Die Verwendung von kleineren Nachbildungen von Pagoden trägt ebenfalls zum typischen Aussehen eines japanischen Gartens bei. Sie dienten ursprünglich der Aufbewahrung von Reliquien und heiligen Texten.

Insgesamt sollte der Einsatz der verschiedenen Elemente nur sparsam erfolgen, um den meditativen Charakter des japanischen Gartens nicht zu beinträchtigen.

Gebäude und architektonische Aufbauten

Anders als im chinesischen Garten spielen nur Brücken und Teehäuser eine größere Rolle als architektonische Aufbauten. Sie sind als Orte des Verweilens, des Nachdenkens und der Meditation zu verstehen.

So markieren Brücken beispielsweise Schwellen zu unterschiedlichen Räumen. Beim Betreten einer Brücke schließt man symbolisch mit etwas Altem ab und wendet sich etwas Neuem zu. Je nachdem wie man auf das darunter fließende Wasser blickt, schaut man der Zukunft entgegen oder in die Vergangenheit zurück. Dabei ist der Blick in die Vergangenheit keineswegs als Rückwärtsgewandtheit zu verstehen. Vielmehr liegt darin ein Ausdruck von Traditionsverbundenheit.

Teehäuser gehören zu einem Teegarten, der allein der japanischen Teezeremonie dient. Zum Teegarten gehören mindestens ein Tor, ein Wartebereich, ein Wasserstein und ein Teehaus. Das Teehaus ist schlicht eingerichtet und soll dem Besucher zur inneren Einkehr verhelfen. Bevor es ins Teehaus geht, muss man Platz in einem Wartebereich nehmen. Das kann eine Bank auf einem Platz oder ein kleiner Pavillon sein. Der Teegarten ist vollständig von dichtem Bambus oder Sträuchern umgeben, um einen Eindruck von Wildheit und Ursprünglichkeit zu erzeugen.

Obwohl die chinesische Gartenkunst und ihre Gestaltungsprinzipien grundlegend für den japanischen Garten sind, hat die japanische Gartenkunst im Laufe der Jahrhunderte eine eigene ausgeprägte Formensprache entwickeln können.

Während der japanische Garten sich stärker auf seine meditative Wirkung konzentriert, geht es im chinesischen Garten primär um eine naturgetreue Abbildung einer Landschaft im Kleinen. Daher wäre es auch undenkbar Wasser durch weiße Kiesflächen zu ersetzen oder auf eines der anderen Gestaltungselemente zu verzichten. Anders als im japanischen Garten spielen Gebäude und architektonischen Aufbauten eine große Rolle.

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Von: Nga Tran

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