Bromelien als Topfpflanzen

Die tropische Zimmerpflanze richtig pflegen und vermehren

Bromelien mit roten Blüten

Die südländischen Bromelien sind sehr beliebte Zierpflanzen, die sowohl im Blumenbeet als auch im Innenbereich gut gedeihen. Experten schätzen, dass es bis zu 3.000 verschiedene Bromelienarten weltweit gibt – und es sind noch längst nicht alle Exemplare bekannt. Wussten Sie beispielsweise, dass auch die Ananasstaude zu den Bromelien zählt? Wir stellen Ihnen auf dieser Seite beliebte Bromeliensorten und ihre spezifischen Eigenarten vor.

Zudem gilt es bei der Exotenschönheit auf eine gezielte Pflege – insbesondere bei der Bewässerung – zu achten, um ein gesundes Pflanzenwachstum zu fördern. So nehmen Bromelien das Wasser nicht wie gewöhnlich über die Wurzeln, sondern über die sogenannten Zisternen der Blätter auf.

Erfahren Sie im Folgenden Wissenswertes über Bromelien sowie eine abgestimmte Pflege für eine jahrelange Pflanzengesundheit.

Sorten- und Artenvielfalt der Bromelien

Die Bromelien (Bromeliaceae) bilden eine Pflanzenfamilie, die 62 Gattungen mit über 3.000 Arten umfasst. Der wohl bekannteste Vertreter sind die Früchte der Ananas, weshalb man im Zusammenhang mit Bromelien umgangsprachlich auch von Ananasgewächsen spricht. Viele Sorten der Bromelie sind beliebte Zierpflanzen, die bei angepasster Pflege sowohl im Außen- als auch im Innenbereich gut gedeihen.

Die Blütenpracht der Bromelien präsentiert sich in unzähligen Farben und Formen. Einige Pflanzen verfügen dabei nur über eine große Blüte, während andere Exemplare mehrere Blüten bilden. Unser Tipp: Wählen Sie für eine farbenfrohe Kübelbepflanzung unterschiedliche Bromeliensorten.

Die meisten Arten der Bromelie sind in tropischen Regenwäldern beheimatet. Hier leben die Pflanzen hoch oben in den Bäumen, woraus sich einige eigenartige Lebensgewohnheiten ableiten lassen, die sich auf die gezielte Pflege auswirken.

Bromelien richtig wässern und pflegen

Topfpflanze
Bromelien sind als Topfpflanze im Fachhandel erhältlich.

Wählen Sie als Pflanzsubstrat eine Mischung aus Orchideen- und gewöhnlicher Blumenerde, um das natürliche Pflanzenwachstum bestmöglich zu fördern und alle nötigen Nährstoffe bereitzustellen. Der Standort sollte hell und warm sein, etwa eine Fensterbank in westlicher oder östlicher Ausrichtung. Im Sommer dürfen die Bromelien auch temporär in den Garten oder auf den Balkon umziehen.

Generell vertragen Bromelien kalkarmes Regenwasser besser als Leitungswasser. Das Substrat sollte nie vollständig austrocknen und wird regelmäßig bewässert. Zugleich werden Trichterbromelien zusätzlich von oben bewässert, das Wasser wird folglich in den Trichter bzw. in die Blattachsen gefüllt und nicht auf die Erde gegeben.

Diese Gießmethode hängt vor allem mit der ursprünglichen Lebensweise der Pflanzen zusammen: Bromelien wachsen epiphytisch, das heißt, sie sitzen auf anderen Pflanzen auf – die Wurzeln dienen hier vorwiegend dem Halt und nicht der ausschließlichen Wasseraufnahme. Wichtig ist, dass die Mitte, die Zisterne der Pflanze, permanent mit Wasser gefüllt ist. Dieses wird im wöchentlichen Rhythmus ausgewechselt, um Pflanzenkrankheiten zu vermeiden. Während im Sommer täglich gewässert werden darf, wird die Wasserzufuhr im Winter reduziert.

Tipp: Bromelien eignen sich optimal als Zierpflanze im Badezimmer, da sie Temperaturschwankungen und eine hohe Luftfeuchtigkeit gut vertragen.

Bromelien vermehren

Bromelie
Ausladend wachsende Bromelien eignen sich für den großen Balkon, Eingangsbereich oder die Terrasse.

Bromelien sind genügsame Pflanzen, die nicht umgetopft werden müssen, da sie kaum Wurzeln bilden. Generell sollte der Erdballen bei Zimmerpflanzen jedoch klein gehalten werden. Wächst die Pflanze auf dem Balkon in einem ausreichend großen Kübel, kann sie auch sehr ausladend werden.

Tipp: Besonders dekorativ sind Bromelien auf Baumplatten oder Ästen. Auf diese Weise ermöglichen Sie den exotischen Pflanzen einen natürlichen Lebensraum.

Nach der Blütephase sterben die alten Blatttrichter ab und es bilden sich neue Seitensprossen, die Experten bei Bromelien auch Kindel nennen. Diese kleine Pflanze wächst an der Mutterpflanze und dient der vegetativen Vermehrung. Alternativ können sich Bromelien im Außenbereich auch über windverbreitete Samen vermehren.

Trennen Sie die Kindel von der alten Zierblume und pflanzen Sie die neuen Ableger in frisches, aufbereitetes Substrat. Nach einiger Zeit wird die Pflanze anwachsen und eine formschöne, farbintensive Blüte bilden.

Bromelienblüte fördern

Einige Bromelienarten blühen erst nach vielen Standjahren, etwa einige Tillandsien: Auf eine formschöne Blüte muss man mitunter zehn Jahre warten! Um die generelle Blütenbildung zu beschleunigen, empfehlen Experten, die ausgewachsene Bromelie über Nacht mit zwei Äpfeln in eine Plastiktüte zu legen – dann zeigen sich nach schon sechs Wochen die ersten Blüten.

Grüne und graue Tillandsien als Zimmerpflanze

Baum
Ursprünglich wachsen Bromelien epiphytisch, das bedeutet auf Pflanzen aufsitzend. Bewässert wird daher über die Blattachsen, die einen Trichter formen.

Die Tillandsien sind eine Pflanzengattung mit über 550 Arten und bilden somit die artenreichste Pflanzenfamilie der Bromeliengewächse. Auch Tillandsien leben epiphytisch, also auf anderen Pflanzen. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um hohe Bäume oder Kakteen. Daneben gibt es einige Arten, die lithophytisch leben – das bedeutet, sie wachsen auf Steinen und Felsen. Ihre Wurzeln dienen als Haftorgan und nicht der Wasseraufnahme.

Achten Sie beim Kauf einer Tillandsie auf die Kennzeichnung "Aus Kultur – nicht aus Wildbeständen". Viele Arten sind schon aus der freien Natur verschwunden, obwohl der Export aus den Heimatländern illegal ist. In Pflanzengeschäften werden die kultivierten Exoten gerne auf Baumscheiben angeboten, was ihnen eine ganz eigene Optik verleiht.

Wenn Sie sich für eine graue Tillandsie entschieden haben, sollten Sie die Pflanze an einen lichtdurchfluteten, warmen Standort stellen, etwa das helle Fensterbrett. Zudem muss die Zierpflanze regelmäßig mit kalkarmem Wasser (optimalerweise Regenwasser) besprüht werden, weil winzige Saugschuppen eine Wasseraufnahme aus der Umgebungsluft gewährleisten. Diese Zellen lassen die Blätter bei Trockenheit oder Hitze weiß erscheinen, bei Feuchtigkeit schimmert das Blattgrün durch. Achten Sie bei grauen Tillandsien daher stets auf eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Im Gegensatz zu grauen Exemplaren sind grüne Tillandsien schattenliebende Pflanzen, die vorwiegend terrestrisch, also am Boden, gedeihen. Hier finden sie ausreichend Schatten und ein kühl-feuchtes Klima, das sie für ein gesundes Wachstum benötigen. Da diese Pflanzen über deutlich weniger Saugschuppen an den Blättern verfügen, werden Sie wie gewöhnlich über den Blatttrichter bewässert.

Guzmania pflegen

Guzmania
Guzmania-Hybriden bilden leuchtende Hochblätter und Blütenstände. Blütezeit ist im späten Winter.

Auch die Guzmania bildet eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Bromeliengewächse. Bisher sind bereits über 200 Arten bekannt, die sich in unterschiedlichen Blütenfarben und -formen präsentieren. Auch diese krautigen Pflanzen wachsen vorwiegend epiphytisch und formen mit ihren überdeckenden Laubblättern einen Trichter, in dem sie Wasser sammeln. Während einige Guzmania-Arten gestreifte Blätter entwickeln, werden andere Arten aufgrund ihrer farbenprächtigen Blütenstände kultiviert – so sind auch bereits viele Hybriden und Neuzüchtungen entstanden.

Der ideale Standort der Guzmania ist ein helles Fenster ohne direkte Sonneneinstrahlung. Bei Lichtmangel bildet die Pflanze keine Blüten, während starke UV-Strahlung zu Verbrennungen führen kann. Gießen Sie die Guzmania mit weichem, also kalkarmem (Regen-)Wasser über die Rosette. Wird das Wasser hier nicht vollständig aufgenommen, sollten Sie überschüssiges Wasser regelmäßig abschütten und auswechseln, um ein Faulen zu vermeiden. Zudem wird die Pflanze mit Wasser besprüht, um die hohe Luftfeuchtigkeit zu imitieren.

Da epiphytische Pflanzen kaum Wurzeln ausbilden, ist ein kleiner Pflanztopf mit einem Durchmesser von 10-13 cm vollkommen ausreichend. Wenn Sie die Blütenphase fördern möchten, können Sie alle zwei Wochen schwachen Volldünger über den Trichter reichen – die Erde wird nicht gedüngt.

Wie auch die Bromelie vermehrt sich die Guzmania über Seitensprosse (Kindel), die sich allmählich an der Mutterpflanze bilden. Im Frühjahr, nachdem die Mutterpflanze abgestorben ist, trennen Sie die Schößlinge ab und pflanzen sie idealerweise in ein Gemisch aus Lauberde, Sand und Torfmoos. Schützen Sie die Jungpflanzen in den ersten drei Monaten vor direkter Sonneneinstrahlung.

Vrisea – das flammende Schwert

Flammendes Schwert
Vrieseablüten sind schwertförmig und häufig orangerot – sie werden daher auch "Flammendes Schwert" genannt.

Eine weitere Pflanzengattung, die zur Familie der Bromeliaceae gehört, ist die Vriesea. Die bekannteste der über 300 Arten ist Vriesea splendens, die auch gerne als Flammendes Schwert bezeichnet wird. Dieser Beiname ist auf die orangerote bis feuergelbe Blüte zurückzuführen, die senkrecht aus den grünen Laubblättern herauswächst. Andere Arten wachsen hingegen rund oder fächern ihre Blüten zu einer Fontänenform auf. Wie nahezu alle Ananasgewächse blüht auch die Vrisea erst nach einigen Standjahren. Zudem können die Blüten zu unterschiedlichen Jahreszeiten auftreten, was auf spezielle Züchtungen zurückzuführen ist.

Die Pflege der epiphytisch lebenden Vrisea gleicht den oben genannten Hinweisen: Das Wasser wird über den Trichter gereicht und regelmäßig ausgetauscht, um Fäulnis zu verhindern. Zudem schätzt die Zierblume eine hohe Luftfeuchtigkeit – besprühen Sie die Blätter mit weichem Wasser und stellen Sie die Pflanze idealerweise an ein helles Fenster mit viel Sonnenlicht im Badezimmer. Im Hochsommer sollten Sie die Vriesea jedoch vor praller Mittagssonne schützen.

Wie andere Bromelienarten bildet auch die Vriesea Kindel, die Sie nach der Blüte im Frühjahr von der Mutterpflanze abtrennen und in kalkfreie Erde, etwa ein Gemisch aus Lauberde und Torf, pflanzen. Einige Ausnahmefälle bilden keine Seitensprosse – sie vermehren sich dann über Samen.

Aechmea Bromelie – die Lanzenrosette pflegen

Aechmea
Die Blüte der Aechmea ist länglich und zumeist rosaviolett gefärbt.

Die Aechmea gehören zur Pflanzenfamilie der Bromeliengewächse und bilden spitz zulaufende Blüten, von denen sich ihr Name ableiten lässt: Das griechische Wort aechme bedeutet Lanzenspitze – man spricht daher auch häufig einfach von Lanzenbromelien.

Bekanntester Vertreter dieser Pflanzengattung ist die Lanzenrosette (Aechmea fasciata). Diese besonders beliebte Trichterbromelie ist eine immergrüne Pflanze, deren Laubblätter bis zu 50 cm lang werden können. Zudem ist die Zimmerpflanze äußerst robust, selbst trockene Zimmerluft schadet ihr kaum. Nach der Blüte geht die Mutterpflanze ein, während sich Seitensprosse (Kindel) bilden, die als Schößlinge im Frühjahr umgetopft werden können. Das gewählte Substrat sollte kalkfrei sein.

Die Aechmea wird mäßig gegossen, anhaltende Ballentrockenheit gilt es zu vermeiden. Vorwiegend wird Wasser über die Blattachsen gereicht – die Mitte der Pflanze muss permanent mit Wasser gefüllt sein. Um ein Faulen zu vermeiden, wird das Wasser regelmäßig ausgetauscht. Verwenden Sie kalkarmes Regenwasser für eine optimale Pflanzengesundheit.

Exotische Aechmea benötigen wie alle Bromelienarten eine hohe Luftfeuchtigkeit. Besprühen Sie die Pflanze bei hohen Temperaturen regelmäßig mit Regenwasser und setzen Sie sie zusätzlich in einen mit Kieseln und Wasser gefüllten Untersetzer. Für einen sicheren Stand sorgen schwere Tontöpfe mit einem Durchmesser von rund 10-13 cm, denn die Aechmea neigen zu einem seitenlastigen Wachstum. Bei Bedarf können diese Zierpflanzen zwischen März und Juli umgetopft werden, um die abgestorbene Mutterpflanze von den jungen Kindeln zu trennen.

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Bildnachweis
1. "Bromelien" (Originalbild): M Ameen (Vitamin), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Bromelien in Containern" (Bromeliad5) von pinay06, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
3. "Bromelie im Kübel" (i103005 328) von J Brew (brewbooks), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
4. "Bromelie im Baum" (Originalbild): falco, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Guzmania-Hybrid" (Originalbild): Foto-Rabe, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
6. "Rote Bromelienblüten" (Vriesea carinata) von manni0656, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
7. "Rosa Bromelienblüte" (Bromelia in Kew gardens) von Martin Šinko, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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