Sommerbeeren pflanzen und pflücken

Beerenernte im Sommer

Die Früchte des Sommers sind süß und köstlich. Von Mitte Mai bis Mitte Oktober können wir die leckeren Sommerbeeren genießen, die wir seit dem Frühjahr regelmäßig pflegen und von Unkräutern befreien.

Den Anfang machen die Erdbeeren, die dank später Sorten und neuen Pflanzungen im Mai auch noch bis in den August zur Verfügung stehen und regelmäßig frisch geerntet werden können. Zu den Erdbeeren gesellen sich im Laufe des Sommers Heidelbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und schließlich auch Brombeeren. Was für die Erdbeeren möglich ist, gilt auch für die Himbeeren: Dank spät reifender Sorten lassen sich bis zum ersten Frost noch Himbeeren ernten.

Wer die Sommerbeeren selber pflanzt und pflückt, kann diese pur genießen oder aus ihnen leckere Köstlichkeiten, wie Desserts, Kuchen, Kompott oder Marmelade, zubereiten.

Wir verraten, auf was Sie bei der Beerenernte achten müssen.

Sommerbeeren – lecker und gesund

Wer Beerensträucher in den Garten pflanzen möchte, hat die Qual der Wahl: Das Farbspektrum der Beerensorten reicht von strahlend grünen über leuchtend roten bis satt blau-violetten Nuancen. Ebenso variationsreich sind ihr Geschmack, ihre Konsistenz sowie Form. Auch die Pflanzenwuchsform spielt bei der Wahl der Beerensorte eine entscheidende Rolle: Ist ausreichend Platz für hoch und breit wachsende Beerensträucher vorhanden, oder sollte auf kleinwüchsige Neuzüchtungen für die Kübelhaltung auf der Terrasse oder dem Balkon zurückgegriffen werden? Soll die Nutzpflanze in das Beet im bereits bestehenden Obstgarten integriert werden oder als Solitärpflanze zum Blickfang werden?

Dank ihrer zahlreichen Inhaltsstoffe haben Beeren eine antioxidative, antivirale, entzündungshemmende und blutdruckregulierende Wirkung und beeinflussen die Gesundheit des Menschen daher positiv. Ebenso leisten die für das Aroma mitverantwortlichen Phenolsäuren wertvolle Dienste für den menschlichen Organismus. Viele der Sommerbeeren enthalten Provitamin A, Vitamin C und Eisen. Ein weiteres Plus der Sommerbeeren: Sie haben kaum Kalorien.

Tipps für Kauf, Lagerung und Weiterverarbeitung

Blaubeeren
Früchte vor der Lagerung waschen und abtrocknen.

Nur Heidelbeeren und Stachelbeeren können nach der Ernte nachreifen. Daher ist es wichtig, die Sommerbeeren bei voller Reife zu ernten.  Da die Beeren sehr druckempfindlich sind und schnell verschimmeln, ist eine schonende und rasche Verarbeitung besonders wichtig. Man sollte daher nur makellose Früchte in trockenen Schälchen kaufen und sie auch nur im stehenden Wasser reinigen.

Zum Abtrocknen legt man sie auf ein Küchenpapier, damit sie sich nicht mit Wasser vollsaugen und matschig werden. Dieses physikalische Phänomen des Konzentrationsausgleichs, der zur Auflösung der Frucht führt, ist auch bei Kirschen und Pflaumen bekannt, die deswegen sogar erst kurz vor dem Verzehr gewaschen werden sollten.

Im Kühlschrank halten sich die frischen Sommerbeeren für ein bis zwei Tage. Daher sollte man sie schnellstmöglich weiterverarbeiten oder frisch genießen. Sie können die einzelnen Beeren aber auch problemlos einfrieren. Vor allem tiefgefrorene Himbeeren eignen sich wunderbar für die Herstellung eines Sorbets oder eines Fruchtspiegels für ein Dessert. Doch auch in einen Eiswürfel integriert wirken bunte Früchte, gerne in Kombination mit kleinen Minzblättern in Komplementärfarbe, sehr appetitlich und dekorativ.

Sommerbeeren pflanzen und ernten

Erdbeeren können bereits Ende Mai geerntet werden.
Bei Himbeeren wird zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren differenziert.

Beim Beerenobst werden viele unterschiedliche Fruchtsorten unter einem Sammelbegriff zusammengefasst. So handelt es sich bei Erdbeeren genau genommen um eine Sammelnussfrucht, während es sich bei Himbeere und Brombeere um Sammelsteinfrüchte handelt. Dennoch werden sie alle aufgrund ihrer Fruchteigenschaften – weich, klein, rundlich – zum Beerenobst gezählt. Dabei können Hobbygärtner auf viele unterschiedliche Wuchsformen und Neuzüchtungen zurückgreifen.

Erdbeeren pflanzen

Die Erntezeit für Erdbeeren dauert in der Regel von Mitte Mai bis Ende Juli. Man sollte Erdbeeren auch nur im Sommer essen, da Import-Erdbeeren oft mit Schadstoffen belastet sind und zeitgleich wenig aromatisch schmecken. Wer auch im Folgejahr eine üppige Erdbeerernte haben möchte, sollte dann rasch bis zum 1. August, spätestens bis zum 10. August, schon die nächsten Erdbeeren ins Beet pflanzen. So können die Erdbeerpflanzen noch bis zum Herbst anwachsen und Blütenstände für das nächste Jahr anlegen.

Für den Anbau von Erdbeeren im Garten eignen sich vor allem die robusten Sorten Darroyal, Sonata, Ellianny und Florence, die in einen humusreichen, sandigen Lehmboden ohne Staunässe und Verdichtung gepflanzt werden sollten. Wichtig ist außerdem der Standortwechsel in jedem Jahr: Ideal ist eine drei- bis fünfjährige Anbaupause auf der Nutzfläche.

Himbeeren pflanzen

Ähnlich verhält es sich mit den Himbeeren, die am besten im Herbst in einen lockeren, humusreichen Boden an einem sonnigen bis mäßig schattigen Standort gepflanzt werden. Die Sommerhimbeere fruchtet an zweijährigem Holz und wird von Anfang Juli bis Mitte September geerntet. Nach der Ernte werden abgeerntete Triebe auf Bodenhöhe abgeschnitten, sodass nur die jungen Triebe im Herbst bestehen bleiben, an denen im kommenden Jahr Früchte wachsen. Besonders beliebte Sommerhimbeeren sind etwa Meeker, TulaMagic oder Glen Ample.

Herbsthimbeeren tragen ihre Früchte hingegen an einjährigem Holz und werden zwischen August und Oktober geerntet. Nach der Ernte werden alle Triebe im November bodennah eingekürzt, um einen gesunden Neuaustrieb zu fördern. Besonders beliebte Herbsthimbeersorten sind z. B. Aroma Queen, Herbstgold und Autumn Bliss.

Tipp: Bauen Sie stachellose Neuzüchtungen an – so erleichtern Sie sich die Ernte.

Brombeeren am Strauch
Brombeeren zählen zu den Sammelsteinfrüchten und reifen nach der Ernte nicht mehr nach.

Brombeeren pflanzen

Brombeeren sind besonders saftig und zählen, wie die Himbeeren, zu den Sammelsteinfrüchten. Beim Brombeeranbau können Sie auf rankende oder senkrecht wachsende Sorten zurückgreifen, die sich für unterschiedliche Gartenbereiche eignen: Während aufrecht wachsende Brombeeren eine Wuchshöhe von bis zu fünf Metern erreichen und zudem eine Kletterhilfe benötigen, können rankende Pflanzen gut im Kübel auf dem Balkon gehalten werden und die Balkonfront natürlich begrünen. Besonders gut geeignet für den Gartenanbau sind zudem stachellose Neuzüchtungen, deren Früchte jedoch meistens weniger süß sind.

Brombeeren gelten als anspruchslos und gedeihen auf nahezu allen Böden. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig, das Substrat tiefengelockert und nährstoffreich sein. Vor der Pflanzung wird der Boden daher nochmals zusätzlich mit reifem Kompost aufbereitet.

Da Brombeeren ihre Früchte an zweijährigem Holz bilden, werden im Herbst immer nur die Ruten bodennah eingekürzt, die in diesem Jahr abgeerntet wurden. Die jungen Triebe bleiben bestehen und bilden die Grundlage für die Fruchtbildung im Folgejahr. Die Erntezeit der Brombeeren liegt zwischen Juli und Oktober, wobei es zu sortenspezifischen Abweichungen kommen kann. Ernten Sie nur reife Beeren, da Brombeeren nicht mehr nachreifen.

Es bestehen Unterschiede im Anbau von roten, weißen und schwarzen Johannisbeeren.
Stachelbeeren können nach der Ernte noch nachreifen.

Bei Heidelbeere, Johannisbeere und Stachelbeere handelt es sich tatsächlich um Beerenobst, d. h. sie sind weich, klein und rundlich, wachsen mehrjährig und sind essbar.

Johannisbeeren pflanzen

Bei Johannisbeeren können Hobbygärtner zwischen weißen, roten und schwarzen Sorten wählen. Schwarze Johannisbeeren gedeihen dabei auch in halbschattigen Lagen, während rote und weiße Sträucher einen sonnigen Standort bevorzugen. Ein nährstoffreicher, humoser Boden fördert das gesunde Pflanzenwachstum.

Johannisbeeren erntet man von Mitte Juni bis Ende August. Da die Früchte nicht alle gleichzeitig reifen, ist ein mehrfaches Pflücken der Beeren erforderlich. Keinesfalls sollte man zu lange mit der Ernte warten, da die überreifen Früchte dann sehr weich sind und nicht mehr schmecken.

Nach der Ernte werden Johannisbeersträucher eingekürzt. Dabei wird zwischen Haupt- und Seitentrieben unterschieden: Hauptäste wachsen direkt aus dem Boden und sind deutlich dicker. Die Früchte wachsen jedoch ausschließlich an den dünneren Seitentrieben – und hier besonders gut an Seitentrieben von dreijährigen Hauptästen.

Stachelbeeren pflanzen

Auch Stachelbeeren überzeugen durch unterschiedlich farbige Früchte mit individuellem Aroma. Mittlerweile sind zudem zahlreiche Neuzüchtungen erhältlich, die süßere Beeren mit weniger Fruchtbehaarung bilden. Achten Sie zudem darauf, dass Sie pilzresistente Sorten anbauen – dabei können Sie auf Hochstämmchen oder Sträucher zurückgreifen, die entsprechend im Beet oder Kübel kultiviert werden können.

Das Obstgehölz genießt warme Sonnenstrahlen, darf aber nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt sein. Ein gut durchlüfteter, nährstoffreicher Lehmboden speichert ausreichend Feuchtigkeit und Sauerstoff und fördert das Pflanzenwachstum optimal. Trockene, leichte Böden sind für eine Kultivierung der Stachelbeere hingegen ungeeignet.

Tipp: Eine zusätzliche Mulchschicht, etwa aus gehäckselten Beinwellblättern, hilft, die Wasserverdunstung hinauszuzögern.

Nach der Herbstpflanzung wird die Stachelbeere schließlich im Frühjahr geschnitten. Kräftige Triebe werden um ein Drittel eingekürzt und altes, hängendes Holz komplett entfernt. Schräg oder steil nach oben wachsende Äste werden ebenfalls entfernt, um den Neuaustrieb zu fördern und die spätere Ernte zu erleichtern. Da es sich bei Stachelbeeren um winterharte Pflanzen handelt, muss kein gezielter Winterschutz ausgebracht werden. Es lohnt sich jedoch, Kübelpflanzen in die Garage zu stellen und Beetpflanzen mit Herbstlaub oder einem Vliesstoff vor besonders starken Nachtfrösten zu schützen.

In Kleingärten wachsen oft Kreuzungen aus Johannis- und Stachelbeeren, die so genannten Josta- und Jochelbeeren. Auch dieses Beerenobst wird – wie Johannisbeere und Stachelbeere – am besten im Herbst kultiviert.

Blaubeere

Saftige Blaubeeren pflückt man von Anfang Juni bis Ende September. Das Substrat sollte saurer, mooriger Boden sein, der nicht zu Staunässe neigt. Wir haben für Sie Tipps zum Anbau von Heidelbeeren im eigenen Garten zusammengestellt.

Sommerbeeren verarbeiten

Die Früchte des Sommers passen besonders gut zu Zucker, Milch, Quark, Joghurt oder Schlagsahne. Besonders beliebt sind daher Kuchen oder Desserts mit Beerenobst. Große Tradition hat das Einmachen von Beeren zu Marmelade. Wer mutiger ist und etwas Außergewöhnliches sucht, kann exotischere Kombinationen ausprobieren, zum Beispiel Erdbeeren mit grünem Pfeffer oder Himbeeren im Ruccola-Salat: Die fruchtige Note harmoniert optimal mit der Schärfe und ermöglicht ein völlig neues Geschmackserlebnis.

Zur Beerenernte im Herbst werden dann Sanddorn, Apfelbeere und Co. zu leckeren Köstlichkeiten weiterverarbeitet.

Erdbeer-Vanille-Konfitüre selber machen

Sommerbeeren lassen sich leicht zu schmackhaften Konfitüren einkochen.
Marmeladen aus unterschiedlichen Sommerbeeren sind geschlossen etwa ein Jahr haltbar.

Eine fruchtige Erdbeerkonfitüre lässt sich ganz einfach und mit wenigen Produkten selber machen. Wenn die Früchte aus dem eigenen Obstgarten stammen, schmeckt die Konfitüre auf dem Frühstücksbrötchen besonders gut. Für eine besondere Geschmacksnote wird dieses Rezept noch mit frischer Vanille verfeinert.

Arbeitszeit: ca. 30 Minuten

Zutaten:

  • 500 g frische Erdbeeren
  • 500 g Gelierzucker (hier: 1:1; bitte Herstellerangaben beachten)
  • 1 Vanilleschote
  • etwas Zitronensaft

Zubereitung:

Die Erdbeeren waschen, gut abtrocknen und in einer Schüssel mit einem Pürierstab zu einer cremigen Masse pürieren – das Erdbeerpüree wird sehr weich, das ist völlig normal. Für ein perfektes Mischverhältnis von 1:1 nun genau 500 g Erdbeermasse (passend zu 500 g Gelierzucker) abwiegen. Die Vanilleschote aufschneiden, das Mark herauskratzen und unter das Erdbeermus mischen. Nun den Gelierzucker unterrühren und alles unter ständigem Rühren zum Kochen bringen und fünf Minuten köcheln lassen und ca. 50 ml Zitronensaft hinzufügen – dann bleibt die Erdbeerkonfitüre länger ansprechend rot.

Im Anschluss die heiße Erdbeer-Vanille-Masse in Marmeladengläser füllen, den Deckel schließen und die Gläser für rund 15 Minuten auf dem Kopf stehen lassen. Wenn die Marmelade abgekühlt ist, ist sie im geschlossenen Zustand etwa ein Jahr haltbar.

Tipp: Eine Gelierprobe hilft einzuschätzen, wann die Konfitüre fertig ist und abgefüllt werden kann. Nehmen Sie einige Sekunden vor dem Ende der Kochzeit den Rührbesen aus dem Kochtopf und lassen Sie die Erdbeermasse daran hinablaufen. Wird der letzte Tropfen fest, ist die Marmelade fertig. Ansonsten wird die Kochzeit nochmals um zwei Minuten verlängert.

Beerengarten

Sie interessieren sich für einen privaten Naschgarten und wollen weiterführende Informationen zum Beerenanbau im eigenen Obstgarten? Dann lesen Sie mehr zum Thema Beeren im Garten selber ziehen und pflücken und lassen Sie sich zu einer neuen Gartengestaltung inspirieren.

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Von: Nga Tran

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    Brummbeere , d. 04-07-16 19:45:

    Sehr hilfreich für die Planung meines ersten Rumtopfes, danke!

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