Holzterrasse selber bauen

Bauanleitung für Holzterrassen

Eine Holzterrasse hat sich längst auch in Privatgärten als stilvoll bewährt, denn die Hölzer fügen sich dekorativ in die Natur ein. Im Gegensatz zu Kies, Verbund- oder Pflastersteinen unterstreichen sie eine warme Atmosphäre, sind jedoch bei der Anschaffung mit höheren Kosten verbunden. Eine Holzterrasse selber zu bauen ist mit unserer ausführlichen, bebilderten Bauanleitung und einigen Tipps kein Problem mehr. So können auch Heimwerker eine langlebige Terrasse aus Holz errichten und die Bretter mit verdeckter Verschraubung befestigen oder klassisch von oben festbohren.

Damit sie viele Jahre hält, ist die Wahl der richtigen Holzart entscheidend. Deshalb erklären wir, welches Holz sich bevorzugt für Terrassen eignet und wie Heimwerker es vor der Witterung und Pilzbefall schützen.

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Das richtige Terrassenholz

Bevor Sie Ihre Holzterrasse selber bauen können, müssen sie sich für eine Holzart entscheiden. Dabei gibt es kein richtiges und falsches Holz, denn der Unterschied zwischen den heimischen Nadel- und teureren Harthölzern ist eher gering. Balken und Bretter aus Fichten- oder Kiefernholz sind relativ preiswert und haben den Vorteil, dass sie leicht zu verarbeiten sind. Zudem lassen sich beschädigte Teile schnell ersetzten.
Für den Bau der Terrasse ist hierzulande vor allem die Douglasie beliebt, auch Douglastanne genannt. Sie ist widerstandsfähiger und stammt aus europäischer Forstwirtschaft, sodass Sie keine Bedenken bezüglich der Abholzung der Tropenwälder haben müssen. Zusätzlich zu Hölzern sind Terrassendielen in weiteren Materialien erhältlich, die die Optik von Holz mit der Pflegeleichtigkeit von Kunststoff, Beton oder Keramik verbinden.
Neben dekorativen Aspekten ist es wichtig, dass das gewählte Holz den Witterungseinflüssen sowie Schädlings- und Pilzbefall standhält. Welche Holzarten einen natürlichen Holzschutz gegenüber Pilzen besitzen, regeln die Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350-2:

Dauerhaftigkeitsklasse Schutz vor Pilzbefall Holzart
1 sehr dauerhaft Bilinga, asiatisches Teak, Robinie (1-2)
2 dauerhaft Bangkirai, Edelkastanie, europäische Eiche, Mahagonie
3 mäßig dauerhaft Pech-Kiefer, Douglasie und Lärche (3-4)
4 wenig dauerhaft Fichte, Kiefer, Roteiche, Tanne, Roteiche
5 nicht dauerhaft Birke, Buche, Esche, Linde

Wird Holz mit einer mittleren bis geringen Dauerhaftigkeit für die Terrasse verwendet, sollten Sie es unbedingt mit speziellen Holzschutzmitteln behandeln.

Schutz und Imprägnierung für das Holz im Garten

Ein Anstrich schützt die Holzterrasse vor der Witterung

Das Holz für die Terrasse sollte imprägniert werden, schließlich ist es das gesamte Jahr über der Witterung ausgesetzt. Somit muss es Sonnenlicht, Regen und hohe Temperaturschwankungen aushalten.
Die für den Bau der Terrasse verwendeten Balken sollten bereits vor dem Verarbeiten druckimprägniert sein. Dabei wird das Holz in Imprägniermittel getränkt, das über mehrere Stunden unter hohem Druck hineingepresst wird. Bei einigen Holzarten muss zudem ein Schutz gegen Pilzbefall, z. B. Bläueschutz, als Grundierung aufgetragen werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollten Sie die Bretter ölen, lasieren oder mit Holzfarbe streichen. Mit dem richtigen Schutz-Anstrich lässt sich das gewählte Material auch nachträglich veredeln und dessen Erscheinungsbild verändern.
Wichtiger als der auf optische Ergebnisse zielende Schutz der Holzdielen ist der konstruktive Holzschutz für die gesamte Konstruktion des Terrassenbodens. Dieser gibt an, welche Schutzmaßnahmen für das Holz erforderlich sind. Terrassenholz fällt dabei in die 3. oder 4. Gefährdungsklasse:

Gefährdungsklasse Verwendung des Holzes Holzschutz
3 Holz ist der Witterung ausgesetzt, hat aber keinen direkten Kontakt mit dem Erdreich Schutz vor Pilzen und Insekten, Holzschutzmittel darf nicht ausgewaschen werden
4 Holz hat dauerhaften Erdkontakt und ist der Witterung ausgesetzt Schutz vor Moderfäule, Pilzen und Insekten, Holzschutzmittel darf nicht ausgewaschen werden

Ein chemischer Holzschutz ist aber nur notwendig, wenn das verbaute Holz keine entsprechende Dauerhaftigkeit aufweist. Daher ist es empfehlenswert, auf Holzarten aus den im oberen Abschnitt genannten Klassen 1 und 2 zurückzugreifen, um keine chemischen Mittel verwenden zu müssen.
Ein anderer wichtiger Faktor des konstruktiven Holzschutzes ist die Ableitung der Niederschläge. Hierzu sollte die Unterkonstruktion der Holzterrasse so gebaut sein, dass das Regenwasser abfließt, z. B. mit einer Kiesschicht. Auf diese Weise vermeiden Sie Staunässe, durch die das Holz dauerhaft der Feuchtigkeit ausgesetzt ist und zu faulen beginnt.

Tipps für die Unterkonstruktion

Das verbaute Holz sollte möglichst nicht mit dem Erdboden in Berührung kommen und muss von allen Seiten gut belüftet sein, damit es schnell trocknet. Denn Feuchtigkeit ist das Einzige, das dem Material wirklich schadet. Daher ist eine gut geplante und sorgfältig ausgeführte Unterkonstruktion mit ausreichender Belüftung das A und O. Diese sollte aus mehreren Schichten bestehen:

  • Sandbett mit Kies zur vermehrten Wasseraufnahme
  • Wurzelvlies, verhindert, dass Pflanzen zwischen den Holzbalken hindurchwachsen
  • Betonplatten
  • Traghölzer

Auf den Traghölzern werden zuletzt die endgültigen Bretter angebracht. Zur Vermeidung von Staunässe und vorzeitiger Verrottung der montierten Holzdielen hilft ein Terrassenunterbau mit Auflagepads aus Kunststoff. Zwischen Fundament und Unterkonstruktion positioniert lässt sich hiermit ein konstruktiver Holzschutz schaffen und damit die Lebensdauer der Terrasse enorm verlängern.

Unsichtbares Verschrauben

Mit dem Akkubohrer werden die Schrauben im Holz versenkt

Um die Holzdielen gerade in regelmäßigen Abständen zu montieren und gleichzeitig verdeckt zu verschrauben, bieten viele Händler ein einfaches Verbindungssystem an. Hiermit erzielen auch Einsteiger professionelle Ergebnisse. Dreh- und Angelpunkt dieses Systems sind Verbinder aus Kunststoff, mit denen sich die Dielen auf der Unterkonstruktion verschrauben lassen. Damit Quell- und Schwundbewegungen des Holzes ausgeglichen werden, verfügen diese Verbinder über eine Sollbruchstelle in der Mitte. Diese verhindert bei konstanter Stabilität abgerissene Schrauben oder Rissbildungen im Holz. Zusätzlich schaffen sie den notwendigen Abstand zwischen Unterkonstruktion und Terrassendielen und sorgen auf diese Weise für eine ausreichende Unterlüftung.
Mittels der Bohrhilfe und Schraublehre lassen sich die Verbinder in fortlaufend gleicher Position fixieren und das Brett in der zuvor montierten Diele einschieben. Für die erste und letzte Reihe gibt es spezielle Verbinder, mit denen Heimwerkern auf der Stirnseite der Unterkonstruktion ein sauberer Abschluss der Terrasse gelingt.

Ausrichten der Dielen

Beim Bau der Holzterrasse erleichtert die Montagezwinge das schnelle und exakte Ausrichten der Holzdielen. Zusammen mit den Abstandshaltern, die sechs oder acht Millimeter breite Dehnungsfugen erzielen, lässt sich ein sauberes und gleichmäßiges Verlegebild realisieren. Generell sind Holzdielen mit einer Breite bis zu 20 Zentimetern exakt ausrichtbar. Ihre maximale Spannweite beträgt 45 Zentimeter und die maximale Spannkraft liegt bei 120 Kilogramm.

Anleitung: Holzterrasse selber bauen

Bild 1: Latten für die Unterkonstruktion ausmessen
Bild 2: Den Abstand zwischen den Traghölzern für die Unterkonstruktion kontrollieren
Bild 3: Betonplatten auf dem Kiesbett anordnen

Für die Unterkonstruktion wird zunächst ein Sandbett angelegt, das Sie mit Gefälle abziehen sollten, damit das Regenwasser abfließt. Bei wasserdichten Untergründen brauchen Sie darunter eine Grobkiesschicht. Danach wird ein Wurzelvlies wird ausgelegt. Dieses lässt zwar das Wasser nach unten entweichen, verhindert jedoch, dass Pflanzen nach oben wachsen. Danach werden die Holzlatten für die Unterkonstruktion vermessen und auf die entsprechende Länge gekürzt (Bild Nr. 1 und 2).

Im nächsten Schritt folgt der Bau der restlichen Unterkonstruktion: Platzieren Sie die Betonplatten in einem gleichmäßigen, schmalen Abstand und verlegen Sie darüber die Kunststoffpads und Traghölzer (Bild Nr. 3). Die Traghölzer sollten in den Betonplatten verdübelt und angeschraubt oder mit dem oben beschriebenen Verbindungssystem befestigt werden.

Das Vorbohren der Befestigungspunkte in den Deckbrettern ist bei allen Holzarten zu empfehlen. – Besonders wichtig ist es bei Bangkirai, da sonst Schrauben abreißen und sich die Verbindungen lockern können.

Bild 4: Trittfläche auf den Traghölzern befestigen
Bild 5: Kleine Keile sorgen für den richtigen Abstand beim Verschrauben der Bretter mit den Traghölzern
Bild 6: Nacheinander werden die Deckbretter verlegt

Nun entsteht die spätere Trittfläche: Hierzu verlegen Sie den Terrassenbelag in regelmäßigen Abständen (ca. 4 bis 6 Millimeter) quer auf die zuvor verdübelte Balkenunterkonstruktion (Bild Nr. 4 bis 6). Achten Sie dabei auf eine regelmäßige, geradlinige Ausrichtung der Bohrlöcher und ein sauberes Schraubbild, denn die Köpfe der Schrauben bleiben sichtbar. Verwenden Sie rostfreie Edelstahlschrauben für die Holzterrasse, um späteren Rostflecken zu vorzubeugen.

Nun verlegen Sie eine Holzdiele nach der anderen und fixieren sie mit einem Akku-Schrauber. Langsam entsteht der gleichmäßige Terrassenbelag (Bild Nr. 5 und 6). Für den Bau einer großen Holzterrasse sollten Sie ungefähr einen Tag einplanen.

Sobald die Terrasse gebaut ist, ist ein gründlicher Holzschutz wichtig. Danach fehlen nur noch die passenden Gartenmöbel, denn die Holzterrasse ist sofort nach dem Bau nutzbar.

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Simone , d. 11-09-13 13:22:

Vielen Dank für diese lange und ausführliche Anleitung. Dielen aus WPC werden dann genauso angebracht oder? Man muss sich nur keine Gedanken mehr über die Versiegelung und so machen richtig? Wir wollen uns nämlich auch eine Terrasse bauen, allerdings erst nächstes Jahr. Ich dachte aber, es kann nicht schaden, wenn man sich jetzt schon mal ein bisschen mit dem Thema auseinander setzt :)
Liebe Grüße

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Bildnachweis
1. "Holzterrasse selber bauen"(epr/Dauerholz) Copyright: [epr/Dauerholz]
2. "Möbel und Dielen aus Bangkirai pflegen" (Originalbild): Funki50, Lizenz: CC0 Public Domain / Pixabay
3. "Holzterrasse streichen (Original Titel: Staining the Deck) [beschnitten]"von Yortw (Yortw@Flickr) Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [Yortw CC BY 2.0 (Flickr)]
4. "Holzterrasse verschrauben"von Michael Weis (Hornbach Holding AG)
5. "Holzlatten für die Terrassen-Unterkonstruktion"(epr/Dauerholz) Copyright: [Foto: epr/Dauerholz]
6. "Unterkonstruktion bauen"(epr/Dauerholz) Copyright: [Foto: epr/Dauerholz]
7. "Betonplatten anordnen"von © WoGi (Fotolia) Copyright: [© WoGi - Fotolia]
8. "Holzdielen auf der Holzterrasse verlegen"(epr/Dauerholz) Copyright: [Foto: epr/Dauerholz]
9. "Trittfläche verschrauben"(Hornbach Holding AG)
10. "Deckbretter verlegen"von © Ingo Bartussek (Fotolia) Copyright: [© Ingo Bartussek - Fotolia]

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