Ameisen im Garten und Haus bekämpfen

Ameisen: Emsiges Staatenvolk im Garten

Ameise auf Blatt

Ameisen gehören zu den staatenbildenden Insekten, etwa 12.000 verschiedene Arten lassen sich unterscheiden. In Deutschland gehören die schwarze Wegameise (Lasius niger) und die gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) zu den bekanntesten vorkommenden Ameisenarten.

Gartenliebhaber schätzen die Arbeit der fleißigen Tiere, solange sie sich vom Haus oder Terrassenbereich fernhalten. Schnell werden dann aus Nützlingen unliebsame Schädlinge, die Holz beschädigen, Menschen beißen oder die Speisen auf dem Tisch anvisieren.

Reicht eine schonende Ameisenbekämpfung durch verschiedene Hausmittel nicht mehr aus, müssen die Plagegeister vertrieben oder mit Köderfallen ausgerottet werden. Eine tierfreundliche Alternative stellt das gezielte Umsiedeln dar. Erfahren Sie im Folgenden mehr.

Ameisen als Nützlinge im Garten

Gerade im Garten zählen Ameisen aber auch zu den Nützlingen: Sie vertilgen Insekteneier von Möhrenfliegen, Schnecken und kleineren Raupen, beseitigen tote Tiere und abgestorbene Pflanzenteile. Durch ihre unterirdischen Aktivitäten lockern die Ameisen den Boden auf und bereiten ihn so für weitere Nützlinge wie den Regenwurm vor.

Daher gelten Ameisen auch als Gesundheitspolizei der Natur. Zudem düngen sie den Boden im Zuge ihres Nestbaus und essen pflanzenfressende Insekten wie die Falterraupe oder Blattkäferlarve, so schützen die kleinen Krabbelwesen Ihren Garten vor unliebsamen Schädlingen.

Außerdem verteilen die Wegameisen als Samensammler die Samen von bodennah wachsenden Kräuterpflanzen wie beispielsweise dem Bärlauch. Und auf dem Komposthaufen angesiedelt sind die Ameisen eine willkommene Hilfe bei der Kompostbereitung.

Speiseplan der Ameisen

Ameise entnimmt Honigtau
Melkende Ameise entnimmt den süßen Honigtau.

Die Ameisen sind Allesfresser, d.h. sie verspeisen nicht nur andere Insekten wie Raupen und Fliegen, sondern auch Pflanzenteile wie Samen, Pollen und Früchte. Einige heimischen Ameisenarten pflegen sogar eine Symbiose mit anderen Schädlingen und werden daher von Experten als aphidophil beschrieben.

Diese Ameisen ernähren sich von den süßen Ausscheidungen der Schild- und Blattläuse, dem sogenannten Honigtau, und bieten den Schädlingen im Gegenzug Schutz vor natürlichen Fressfeinden. Die Ameisen beschützen beispielsweise die Blattläuse gerne gegen die Marienkäfer oder züchten sie direkt in ihren eigenen Bauten.

Deshalb gilt hier: Wer die Ameisen vertreiben will, sollte zunächst die Schädlinge bekämpfen, dann ist auch die Ameisenplage schnell vorbei. Zudem lassen sich die Geruchsempfindlichkeit und Fresslust der Ameisen bei der gezielten Bekämpfung sehr hilfreich einsetzen.

Die Schwarze Wegameise (Lasius niger)

Ameise mit Beute
Die Schwarze Wegameise ist ein Räuber und frisst kleine Insekten.

Die Schwarze Wegameise ist die gewöhnliche Gartenameise, die oft auf dem Rasen oder der Terrasse zu entdecken ist. Sie ist in ganz Mitteleuropa verbreitet und zählt zu den bekanntesten Ameisenarten.

Die Wegameise bildet einen bis zu 500 Individuen umfassenden Staat. Die Arbeiterinnen werden in etwa 5 Millimeter groß und sind bräunlich bis schwarz gefärbt. Männliche Tiere bleiben kleiner, die Königin hingegen wird ca. 9 Millimeter groß und lässt sich so leicht von den anderen Staatsmitgliedern unterscheiden.

Wie viele Ameisenarten halten auch die Wegameisen eine Winterruhe und sind nur zwischen März und Oktober aktiv. Dann bauen die Wegameisen ihr vergleichsweise kleines Nest gerne in Mauerspalten, unter der Baumrinde oder den Terrassenplatten. Diese wärmen sich im Frühjahr besonders schnell auf und bieten so optimale klimatische Bedingungen im Bau.

Als Nahrungsquelle dienen kleine Insekten und Schädlinge für eine ausreichende Proteinversorgung. Doch auch der zuckerhaltige Honigtau der Blattläuse, Blattflöhe und Zikaden wird gerne verspeist. Dafür gehen die Wegameisen eine Symbiose mit den Schädlingen ein und siedeln sie sogar auf näher gelegene Pflanzen um. Experten sprechen bei diesem einzigartigen Verhalten von einer Aphidophilie.

Die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus)

Gelbe Ameise
Die Gelbe Wiesenameise verlässt nur selten ihren großen Bau und ernährt sich vom Honigtau.

Die Gelbe Wiesenameise treffen Sie deutlich seltener in unmittelbarer Hausnähe an, da sie überwiegend in ihrem geräumigen und geschützten Bau leben. Die fleißigen Tiere bauen unter Steinen oder an feuchten Standorten auffällig große Erdhügel, die in ihrer Form an Maulwurfhügel erinnern und häufig mit Gras bedeckt sind. Hier findet das Leben der Ameisen zwischen Juni und September statt.

Die Wiesenameisen sind kleiner als die Wegameise: Arbeiterinnen und Männchen werden zwischen 2 und 4 Millimeter groß, die Königinnen sind auch bei dieser Ameisenart mit 9 Millimetern Körperlänge etwas größer. Die Besonderheit der Wiesenameisen ist ihre hohe Anzahl an Königinnen in einem Staat. Die Königinnen bekämpfen sich schließlich vor der Winterruhe, bis nur noch eine Königin übrig bleibt, die den Staat im kommenden Jahr übernimmt.

Da die Wiesenameisen ihre Nester nur selten verlassen, ernähren sie sich fast ausschließlich vom Honigtau der Wurzelläuse, die sie für diesen Zweck bewusst in ihrem Bau züchten.

Ameisen umsiedeln

Ameise an Grashalm
Die Arbeiterinnen suchen nach Nahrung in der Natur.

Ameisen sind nützlich für die Gartengesundheit und können dennoch lästig und somit zum Problem werden. Besonders tierfreundlich ist ein gezieltes Umsiedeln des Staates in eine unbelebte Ecke des Gartens.

Hier kann folgender Trick helfen: Ein umgestürzter Blumentopf, gefüllt mit Erde, Holzwolle und zerknülltem Zeitungspapier, wird als Nisthilfe an die "Ameisenstraße" oder gezielt über das Nest gestellt. Nach einigen Tagen Wartezeit ziehen die Ameisen allmählich in den Topf um und errichten hier ein neues Nest. Jetzt können Sie eine Schaufel vorsichtig unter den Topf schieben und das gesamte Ameisenvolk umsiedeln.

Achtung: Stellen Sie Topf nicht zu nah am Urprungsort ab, denn Ameisen finden trotz einer Entfernung von 10-20 Metern zu ihrem Ursprungsnest zurück! Bei kleineren Gärten empfiehlt sich eine Umsiedlung in naheliegende Waldgebiete oder unbenutzte Grünflächen.

Ameisen mit Hausmitteln bekämpfen

Ameisenhügel
Ameisenhügel sind nicht immer leicht zu entdecken.

Nicht immer müssen Ameisen sofort mit chemischen Mitteln vernichtet werden. Als umweltschonende Alternative bieten sich zahlreiche Hausmittel und Pflanzen mit intensivem Geruch an. Zudem können diese Hausmittel auch problemlos im Innenbereich angewandt werden.

Generell gilt zu beachten: Einzelne Tiere zu vernichten, führt nicht zum erwünschten Erfolg. Ziel einer effektiven Ameisenbekämpfung ist das Entfernen, Umsiedeln oder Töten der Ameisenkönigin. Ohne sie kann der Staat nicht überleben.

Backpulver gilt als beliebtes Mittel zur gezielten Ameisenbekämpfung. Doch hingegen der allgemeinen Annahme fressen Ameisen das Backpulver nicht. Dennoch können starke Verätzungen beim Hautkontakt mit der alkalischen Substanz entstehen, woraufhin das Tier verendet. Eine effektive Ameisenbekämpfung ist mit Backpulver jedoch nicht möglich.

Tipp: Wirksamer ist die Kombination aus Natron und Puderzucker. Durch die Süße angelockt fressen die Ameisen das Backtriebmittel und sterben.

Lavendelpflanze
Lavendel gilt als natürlicher Schutz gegen Ameisen.

Ameisen sind äußerst geruchsempfindlich. Setzen Sie daher auf duftende oder stark riechende Substanzen wie Essig oder Teebaumöl. Auch Zimt, Majoran oder Lavendel riechen für die Ameisen unansprechend. Setzen Sie die Pflanzen neben die Terrasse oder streuen Sie Zimt auf die Ameisenstraße. Nach einiger Zeit werden die Tiere eine andere Route wählen und die Hausnähe meiden.

Eine weitere Möglichkeit der Ameisenbekämpfung ist eine Mischung aus Bier und Honig. Geben Sie das Gemisch in eine flache Schale mit steilen Wänden und stellen Sie die Schüssel in Nestnähe. Die Tiere werden durch den süßlichen Geruch angelockt und ertrinken schließlich in der Flüssigkeit.

Wenn die Ameisen auf dem Gartentisch zur unliebsamen Plage werden, können Sie die Tischbeine in Wassergläser stellen. So erschaffen Sie eine für die Ameisen unüberwindbare Barriere zwischen Boden und Tisch.

Ameisen siedeln sich gerne im Garten unter Weg- oder Terrassenplatten an. Auf der Suche nach Nahrung ist dann der Weg ins Haus nicht mehr weit. Nester auf der Terrasse kann man am schnellsten durch Abgießen mit heißem Wasser beseitigen. Nisten sich die Ameisen im Haus ein, ist es oft schwierig, das Nest ausfindig zu machen und rückstandslos zu entfernen.

Da die Tiere durch undichte Stellen, beispielsweise durch Mauerspalten oder Risse, von außen ins Haus gelangen, heißt es diese Eintrittsstellen unbedingt mit Silikon oder Gips zu verschließen. Ansonsten besetzen trotz Umsiedlung immer wieder neue Völker die günstige Nistgelegenheit.

Kontaktmittel und Fraßköder gegen Ameisen

Ameisenfalle
Ameisenfallen mit Fraßködern können im Innen- und Außenbereich effektiv eingesetzt werden.

Helfen diese einfachen Maßnahmen nicht beim Entfernen der Ameisen, kann auf die chemische Bekämpfung zurückgegriffen werden.

Es gibt unterschiedliche Sprüh-, Nebel- und Stäubemittel mit verschiedenen Wirkstoffen, die auf Nester und Ameisenstraßen aufgebracht werden. Hierbei werden jedoch lediglich die Arbeitstiere erreicht und getötet.

Nachhaltiger wirken richtig eingesetzte Ameisenköder, die beispielsweise als kleine Dose für die Anwendung im Innen- und Außenbereich zu erwerben sind. Die enthaltenen Fraßköder sind für den Menschen geruchsneutral, locken die Arbeiterinnen aber mit ihrem angenehmen Duft in die Falle. Hier fressen die Tiere die Ködermittel und tragen sie zusätzlich in das Nest, so werden auch die Königin und entsprechende Larven getötet.

Wird der Fraßköder nicht optimal von den Arbeiterinnen angenommen, kann zuvor mit einer Zuckerlösung angeködert werden. Wird der nun angenommene Köder regelmäßig angesteuert, wird das bekömmliche Futter gegen den Giftköder ausgetauscht.

Ameisenlöwe – natürlicher Fressfeind der Ameisen

Trichterfalle
Aus der Trichterfalle des Ameisenlöwens gibt es kein Entkommen für die Ameise.

Neben Marienkäfern, Wespen und Vögeln zählt der Ameisenlöwe zu den natürlichen Fressfeinden der Ameisen. Die Ameisenlöwen sind die Larven der Ameisenjungfern. Sie bauen trichterförmige Fallen auf Sandböden, in denen sie am Grund eingegraben auf kleinere Insekten lauern, die in die Trichter hineinfallen.

Der sandige Untergrund verhindert ein Entkommen der Ameisen, da sie bei Bewegungen immer weiter nach unten rutschen, bis sie schließlich gefressen werden.

Im Sommer schlüpft das Insekt aus seinem Kokon und ähnelt dann optisch einer Libelle. Der Ameisenlöwe, der zum "Insekt des Jahres 2010" ernannt wurde, kommt in Mitteleuropa nur noch selten vor und gilt als gefährdet.

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Bildnachweis
1. "Ameise sitzt auf Blatt" (Originalbild): Alexandra (Alexas_Fotos), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Melkende Ameise (Honigtau)" (Melkende ameise honigtau2) von böhringer friedrich (Böhringer), https://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page, Lizenz: CC BY-SA 2.5, zugeschnitten, Farbkorrektur
3. "Ameise frisst Insekt" (Originalbild): Franco Patrizia (francok35), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Gelbe Wiesenameisen" (Lasius flavus 2) von Aiwok, https://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
5. "Ameise am Halm" (Originalbild): Daria Głodowska (DGlodowska), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
6. "Ameisenhügel auf Wiese" (Originalbild): RPN, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
7. "Lavendel als Hausmittel gegen Ameisen" (Originalbild): Walkingbird96, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
8. "Ameisenfalle" (Killin' some ants) von Ben Mason, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
9. "Trichterfalle des Ameisenlöwens" (Trichter des Ameisenlöwen) von Roberto Verzo, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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