Blattläuse bekämpfen

Blattläuse effektiv und auf natürliche Weise bekämpfen

Blattläuse bekämpfen

Jeder Gartenliebhaber kennt das alljährlich wiederkehrende Problem: Blattläuse. Nicht selten sitzen die Schädlinge zu hunderten an jungen Trieben und Blättern. Dabei können sich die kleinen Tiere explosionsartig vermehren und schnell den gesamten Garten befallen.

Viele Hobbygärtner greifen dann zur chemischen Keule, um die lästigen Schädlinge wieder los zu werden. Allerdings gibt es auch eine Vielzahl an natürlichen Abwehrmitteln, auf die Gartenfreunde eher zurückreifen sollten.

Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Methoden vor, um Pflanzenläuse mit natürlichen Mitteln zu bekämpfen. Außerdem erfahren Sie, welche natürlichen Fressfeinde ebenfalls gegen die lästigen Schädlinge helfen.

Über Blattläuse

Blattläuse gehören zum Stamm der Gliederfüßer, der sogenannten Arthropoda. Sie besiedelten den Planeten bereits vor über 200 Millionen Jahren und von den bisher 5000 bekannten Arten kommen etwas mehr als 800 im mitteleuropäischen Raum vor.

Die Tiere sind zwischen 1 bis 7 Millimeter groß und zeichnen sich durch einen meist flachen und ovalen Körper aus. Allen Arten von Blattläusen gleich sind ihr stechend-saugendes Mundwerkzeug sowie 6 Beine und ein Fühlerpaar.

Die Vermehrung von Blattläusen kann sowohl durch Eiablage als auch durch Lebendgeburten erfolgen. In der Regel sind die Tiere bereits nach 14 Tagen voll entwickelt. Einige Blattläuse können darüber hinaus Flügel entwickeln, um bei Nahrungsmangel in andere Lebensräume vorzudringen.

Warum sind Blattläuse schädlich?

Grüne Blattlaus
Neben grünen Blattläusen können Pflanzenläuse auch eine schwarze oder gelbe Färbung haben.

Diese Art der Pflanzenläuse ernährt sich von Pflanzensäften. Hierfür verwenden sie ihren Stechrüssel, der sich an ihrem Mundwerkzeug befindet. Zuerst stechen sie die Pflanze an und beißen sich anschließend mit ihrem Mundwerkzeug fest. Dann saugen sie nach und nach den Saft aus der Pflanze ab.

Handelt es sich um einen besonders starken Befall einer Pflanze mit Blattläusen, kann diese ihre Blätter nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgen. In der Folge sterben befallene Teile oft ab. Im schlimmsten Fall kann eine befallene Pflanze so großen Schaden erleiden, dass sie eingeht.

Darüber hinaus können sie Viren übertragen. Die Übertragung erfolgt, wenn die Tiere zuvor an viruserkrankten Pflanzen gesaugt haben. Einige dieser Viren können dauerhaft übertragen werden und vermehren sich sowohl in der Pflanze als auch in der Blattlaus selbst.

Handelt es sich bereits um eine geschwächte Pflanze, kann der Virusbefall ihr zusätzlich zusetzen. Zu den häufigsten Pflanzenviren gehören die Kräuselkrankheit bei Erdbeerpflanzen, der Blattrollvirus bei Kartoffeln sowie der Rübenvergilbungsvirus.

Wie erkenne ich einen Blattlausbefall?

Der Befall zeigt sich meist durch verformte und verfärbte Blätter. Auch Blütenknospen können den Schädlingen zum Opfer fallen. Ein weiteres Zeichen von Blattlausbefall können Sie an der Unterseite der Blätter einer Pflanze erkennen. Befindet sich dort ein klebriger Belag, der sogenannte Honigtau, handelt es sich in den meisten Fällen um einen Blattlausbefall. Der Honigtau gehört zu den Ausscheidungen der Blattlaus und begünstigt die Ansiedlung von schwarzen Rußtaupilzen. Dieser wiederum schädigt die befallene Pflanze. Ist ihre Pflanze dagegen von Schildläusen befallen, zeigen sich – neben dem Honigtau – schildförmige, braune Verfärbungen.

Warum Sie auf chemische Bekämpfungsmittel verzichten sollten

Marienkäfer frisst Blattläuse
Chemische Mitteln schaden anderen nützlichen Insekten im Garten, wie den Marienkäfern, die Blattläuse fressen.

Blattläuse sind nicht schwer zu bekämpfen und richten bei moderatem Befall und gesunden Pflanzen keinen großen Schaden an. Häufig verschwinden sie so schnell, wie sie gekommen sind. Aus diesem Grund lautet die Devise, erst einmal Ruhe zu bewahren. Nur bei länger ausbleibendem Erfolg und sichtbar großen Schäden kann man nach und nach zu härteren Maßnahmen greifen.

Der Einsatz von chemischen Mitteln ist jedoch nicht zu empfehlen. Entscheiden Sie sich dennoch für die Verwendung von Giften, wenden Sie diese bitte nur im Feien an. Besonders synthetische Gifte können die Schleimhäute beim Menschen reizen.

Blattlausmittel mit Naturpyrethrum sind sogar nervengiftig, auch wenn sie das Gift schnell unter der Einwirkung von Sonnenlicht wieder abbauen. Mittel mit Piperonylbutoxid sind bienenschädlich und sollten deshalb nicht auf blühende Pflanzen aufgetragen werden.

Blattläuse auf natürlichem Weg bekämpfen – aber wie?

Starker Befall mit grünen Blattläusen
Starker Blattlausbefall auf Pflanze

Es gibt verscheiden Wege und Mittel, mit denen die Läuse auf natürliche Art bekämpft werden können. Im Gegensatz zu den Chemiekeulen benötigen Hausmittel jedoch etwas mehr Zeit. Das heißt, der Erfolg ist nicht sofort sichtbar.

Wichtig ist dabei, die Mittel regelmäßig einzusetzen, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können. Je nach Stärke des Befalls können Sie leichte bis schwere Mittel einsetzten. Chemische Mittel sollten jedoch als letztes angewendet werden.

Leichter Blattlausbefall

Befinden sich nur wenige Blattläuse an den betroffenen Stellen, reicht oftmals der Griff zum Wasserschlauch und anderem Gartenwerkzeug aus einem Gartenversand. Bei Zimmerpflanzen können Sie dies ohne weiteres unter der Dusche durchführen.

Halten Sie den Wasserstrahl dabei solange auf die betroffenen Stellen, bis keine Laus mehr zu erkennen ist. Dosieren sie den Wasserstrahl von schwach bis stark, um die Pflanze nicht unnötig zu beschädigen.

Hausmittel gegen mäßigen Blattlausbefall

Bei einem stärken Befall verwenden Sie am besten Brennnesselsud. Mittels einer Sprühflasche tragen Sie diesen solange auf die betroffenen Stellen auf, bis keine Blattlaus mehr vorhanden ist. Ein anderes Hausmittel ist die sogenannte Seifenlauge. Hierbei verwendet man ebenfalls eine Sprühflasche, die mit Wasser und einem kleinen Stück Kernseife oder etwas Geschirrspülmittel gefüllt wird.

Achten Sie darauf, vor dem Auftrag die Blumenerde abzudecken und nur die Blattunterseite zu besprühen. Auch Sud aus Tabak mit oder ohne Seife hat sich beim Kampf gegen die Schädlinge als hilfreich erwiesen. Die einzelnen Sude überziehen die Blattläuse mit einem Film. So werden die Atmungsorgane der weichhäutigen Tiere verklebt und sie ersticken.

Starker Blattlausbefall

Sind ihre Pflanzen stark befallen und drohen diese große Schäden anzurichten, können Sie auf biologische Bekämpfungsmittel zurückgreifen. Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Neem oder auch Niem sind besonders hilfreich. Hierbei handelt es sich um ein Konzentrat aus den Samen des Neembaums.

Zusätzlich können Sie stark befallene Pflanzenteile abschneiden und entsorgen. Das verschafft der Pflanze die Möglichkeit, die Kraft auf andere nicht befallene Triebe zu lenken.

Nützlinge als natürliche Abwehrmaßnahme gegen Blattläuse

Marienkäferlarve als natürlicher Fressfeind der Blattläuse
Mit Marienkäferlarven bekämpfen Sie die Blattläuse, ohne der Pflanze zu schaden
Ohrwurm als natürlicher Fressfeind
Ohrwürmer benötigen einen Unterschlupf aus einem mit Stroh und Moos gefüllten Tontopf

Um einem Blattlausbefall vorzubeugen ist es wichtig, Nützlinge zu kennen. Zu den bekanntesten und effektivsten Nützlingen gehören der Marienkäfer, die Florfliegenlarve sowie der Ohrwurm.

Marienkäfer

Marienkäfer sind ausgezeichnete Nützlinge, wenn es um die Bekämpfung von Blattläusen geht. Ein ausgewachsenes Tier frisst am Tag bis zu 100 Läuse. Die Larve eines Marienkäfers schafft es sogar auf bis zu 150 bis 400 täglich.

Mit dem Einsatz der Marienkäfer kann ein Blattlausbefall erheblich reduziert und erfolgreich eine Plage abgewendet werden. Es ist möglich, Eier des Marienkäfers über einen Gartenversand zu erwerben. Andernfalls können die Larven auch eingesammelt werden. Meist verstecken sich diese an der Unterseite von Blättern.

Forfliegenlarve und Hainschwebfliege

Auch Florfliegenlarven gehören zu den besten Abwehrmaßnahmen. Die Larven der Fliege vertilgen bis zu 50 Blattläuse am Tag. Die Larven der Hainschwebfliege schaffen sogar bis zu 80 täglich. Der Vorteil der Fliegen: Sie sind selbst bei niedrigen Temperaturen bis mindestens 8 Grad sehr aktiv.

Ohrwürmer

Auch Ohrwürmer eigen sich gut zur Bekämpfung von Blattläusen. Angelockt durch einen mit Stroh oder Wolle gefüllten Blumentopf, vertilgen die kleinen Tiere unzählige der Schädlinge. Den Topf dafür einfach umgekehrt in die befallene Pflanze hängen. Darin können sich die Ohrwürmer tagsüber verstecken.

Sind allerdings keine Blattläuse mehr vorhanden, sollte der Blumentopf wieder entfernt werden. Denn ohne ausreichende Nahrungsquelle machen sich die Ohrwürmer gern an Blättern zu schaffen.

Bei der Anwendung sollten die Packungsbeilagen genau und strengstens befolgt werden, denn für den Einsatz der Pflanzenschutzmittel gelten entsprechende gesetzliche Bestimmungen.

Dieser Beitrag wurde von Joey Lühmann von Gartenversand Gartenchef.de erstellt.

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