Teppichboden und Teppich verlegen

Bodenbeläge aus Textilien

Die meisten textilen Bodenbeläge zeichnen sich durch eine Trittschall- sowie Wärmedämmung aus. Dennoch gibt es beim Kauf einige Unterschiede zu beachten, denn Teppiche und Teppichböden unterscheiden sich in ihrer Herstellungsweise und den Materialeigenschaften. Hat man sich für einen Bodenbelag entschieden, kann man ohne große Vorkenntnisse den Teppichboden verlegen. Dabei haben Heimwerker die Wahl, ob sie ihn stellenweise mit doppelseitigem Klebeband fixieren oder ihn dauerhaft mit dem Untergrund verkleben möchten.

Unterschiede beim Teppich und Teppichboden

Bei Teppichböden wird zwischen Velours und sogenannter Schlingenware unterschieden. Bei Velours-Teppichen sind die im Trägergewebe eingenähten Schlingen auf der Oberseite aufgeschnitten. Eine Ausnahme stellen Teppiche dar, bei denen die aufgeschnittenen Fäden verdrillt wurden und sie dadurch widerstandsfähiger werden. Im Gegensatz dazu wurde bei Schlingenware das Garn in Form von Schlingen im Gewebe befestigt. Durch die Schlingen wird der Teppichboden weicher und flauschiger. Diese Herstellungsmethode bezeichnet man auch als "Tuften".

Anders verhält es sich bei Teppichfliesen: Vergleichbar mit Velours haben sie keine Schlingen, jedoch werden Flor und Unterlage miteinander verklebt.

Velours-Teppich mit weichem Flor
Teppichboden mit Schlingen

Teppiche sind meistens geknüpft oder gewebt, dabei werden ein- oder mehrfarbige Garne zu Schlingen geformt, die wiederum mit dem Trägergewebe verwebt werden. Gewebte und geknüpfte Ware ist meistens kostspieliger als Teppichboden aus Velours oder Flor. Zudem besteht sie aus natürlichen Materialien, wie Sisal oder Schnurwolle. Die berühmten Orientteppiche werden traditionell geknüpft.

Preiswerter, aber einfacher verarbeitet, ist ein Nadelfilzteppich oder Nadelvlies. Hierbei befestigt man Kunstfasern auf der Unterlage und verstärkt sie – abhängig von der Qualität – auf der Unterseite mit Jute, Filz, einer geschäumten Kunststoffschicht oder Latex.

Wer beim Kauf eines Teppichs oder Teppichbodens Wert auf einen sehr strapazierfähigen oder komfortablen Bodenbelag legt, orientiert sich an dem Teppich-Siegel der Europäischen Teppichgemeinschaft e.V. (ETG). Teppichböden aus Kunstfasern kosten durchschnittlich 5 Euro pro m2, während Verbraucher für Naturfasern ca. 25 Euro pro m2 einkalkulieren sollten. Bei Feinvelours beginnen die Preise pro Quadratmeter ab ca. 60 Euro.

Teppichfliesen sind der Teppichboden im Miniformat und lassen sich flexibel in jeder Raumsituation einsetzen sowie austauschen. Wir stellen die Unterschiede zwischen den selbstklebenden und selbstliegenden Teppichfliesenarten vor und geben Tipps zum Verlegen. Teppichfliesen verlegen

Orientteppiche sind seit Jahrhunderten als Bodenbeläge sehr geschätzt und gehören zu den teueren Teppicharten. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zu den unterschiedlichen Teppichen, den Mustern und ihrer Herstellung. Orientteppiche

Vor- und Nachteile von Teppichböden

Der Teppichboden ist immer noch sehr beliebt.

Die meisten Teppichböden sorgen für eine gute Trittschalldämmung und eine Wärmedämmung, gleichzeitig unterscheiden sie sich nicht nur durch ihre Herstellungweise, sondern auch durch ihre Materialien. So laden sich Teppiche aus Kunstfasern, wie Polyamid-Flor oder Polypropylen-Flor elektrostatisch auf und ziehen folglich Staub an.

Im Vergleich dazu empfinden einige Menschen Teppichböden aus weicher Wolle als angenehmer. Außerdem nehmen sie die überschüssige Luftfeuchtigkeit im Raum auf. Dennoch sind sie robust und durch das Wollfett schmutzabweisend. Der Nachteil: Manche Wollteppiche sind mit dem Mottengift Permethrin belastet.

Als Alternative zu Teppichböden aus Wolle oder Kunstfasern gibt es Kokos- und Sisalteppiche, bei denen die Pflanzenfasern zu einem flachen, robusten Gewebe verarbeitet werden.

Anleitung: Teppich und Teppichböden verlegen

Unabhängig von der Herstellungsweise lassen sich Teppiche und Teppichböden lose auf dem Boden verlegen, mit einem doppelseitigen Klebeband befestigen, verkletten oder vollflächig verkleben. Vor allem bei Böden ab 20 m2 ist eine Fixierung des Teppichbodens sinnvoll, um ein Verrutschen durch die tägliche Nutzung und Wellenbildung durch eine schwankende Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.

Teppichboden mit Fixierung verlegen

In Nischen und an Heizungsrohren ist beim Verlegen des Teppichbodens Genauigkeit gefragt

In Mietwohnungen sollte sich ein neu verlegter Bodenbelag im Falle eines Auszugs ohne Beschädigungen des Untergrundes vollständig entfernen lassen. Gleiches gilt für ein Kinderzimmer, da sich der Geschmack der Kinder mit zunehmendem Alter ändert und ihnen der Teppichboden mit kindlichen Motiven nicht mehr gefällt. Ebenso ist es bei der Verlegung in kleinen Räumen nicht notwendig, ihn dauerhaft mit dem Untergrund zu verbinden.

Beträgt die Fläche unter 20 m2 lohnt sich die Verlegung eines Teppichbodens mit Schaumrücken. Diesen kann man mit doppelseitigem Klebeband oder einer speziellen Fixierung am Boden befestigen. Bei größeren Zimmern müssen mehrere Bahnen gelegt und am Stoß miteinander fixiert werden.

Teppichboden fixieren mit doppelseitigem Klebeband

Der neue Bodenbelag sollte bereits im Handel auf die erforderlich Fläche zuzüglich eines Überstandes von 10 cm auf jeder Seite zugeschnitten werden. Anschließend bereiten Sie ihn im Zimmer aus, ziehen ihn zurecht und streichen ihn glatt. Achten Sie darauf, dass das Muster bei gemusterten Teppichen von der Tür aus gesehen gerade verläuft. Jetzt wird der Teppich an allen Seiten auf einen Überstand von 2-3 cm gekürzt.

Im nächsten Schritt wird der Teppichboden wieder aufgerollt und das doppelseitige Klebeband an den Wänden entlang aufgeklebt. Danach den Teppichboden verlegen und ein letztes Mal ausrichten. Bei mehreren Teppichbahnen sollte der Flor in der gleichen Richtung verlaufen. Außerdem wird an der Stelle, an der die beiden Bahnen aneinandergrenzen, das Teppichband auf dem Boden aufgebracht.

Liegt er richtig, ziehen Sie das Schutzpapier des Klebebandes Stück für Stück ab und können den Teppichboden fixieren. Abschließend glättet man ihn bis zu den Kanten mit einem Brett und schneidet die überstehenden Ränder mit einem Teppichmesser ab.

Teppich mit spezieller Teppich-Fixierung verlegen

Unebene Untergründe werden ausgeglichen
Bei einem stark saugenden Estrich ist eine Grundierung erforderlich
Teppich ausrollen
Fixierung auf den Untergrund auftragen
Fixierung gleichmäßig verteilen
Teppich an Nischen zuschneiden
Teppichbelag andrücken
Überstände abschneiden

Eine andere Möglichkeit, um den Teppich zu befestigen, ist eine spezielle Teppich-Fixierung, wie sie beispielsweise von Ceresit erhältlich ist. Diese Fixierung ermöglicht das Verlegen von Teppichen mit glattem Schaumrücken direkt auf alten Bodenbelägen, wie PVC oder gespachtelten Untergründen. Wichtig ist, dass der alte Bodenbelag tragfähig ist und zuvor gründlich gereinigt wurde. Für Parkett und Natursteinböden ist dieses Produkt nicht geeignet.

Die Teppich-Fixierung in Pulverform wird nach Herstellerhinweisen angerührt und quellen gelassen. Alternativ sind auch gebrauchsfertige Fixierungen für Teppich- und PVC-Böden erhältlich. Nun den Teppichboden ausrollen, ausrichten und zur Hälfte wieder aufrollen. Im nächsten Schritt trägt man die Teppich-Fixierung mit einem Zahnspachtel gleichmäßig auf dem Untergrund auf. Handelt es sich um einen saugfähigen Untergrund, lässt sich der neue Teppich nach 5 Minuten in die Fixierung einlegen und gut anreiben. Bei nicht saugfähigen Untergründen ist dies nach 10-15 Minuten möglich. Anschließend kann die zweite Hälfte des Teppiches verlegt und fixiert werden.

Im letzten Schritt schneidet man die Randbereiche zurecht. Dabei ist vor allem in Nischen und im Türbereich Fingerspitzengefühl gefragt. Nach 24 Stunden ist der neue Bodenbelag belastbar.

Der Teppichboden kann zu einem späteren Zeitpunkt problemlos abgezogen werden. Mögliche Reste der Fixierung oder des Teppichs lassen sich mit warmen Wasser und Spülmittel entfernen.

Teppichboden verkleben

Teppichboden ausrollen
Teppich-Kleber auf den Untergrund geben
Kleber gleichmäßig verteilen
Teppichbahn in das Kleberbett legen
An Nischen wird der Belag zugeschnitten und dann verklebt
Bei Türrahmen den Teppich einschneiden
Eine Schiene hilft bei geraden Schnitten

Wer den Teppich dauerthaft verlegen möchte, verklebt ihn mit dem Untergrund und verhindert so ein Verrutschen oder das Bilden von Wellen. Wie bei der Fixierung muss der Untergrund eben, schmutz- sowie fett- und staubfrei sein. Ebenso sollten alte Kleberreste entfernt werden. Bei saugenden Untergründe ist eine Grundierung mit Tiefengrund notwendig.

Im ersten Schritt legt man den Teppich im Zimmer aus und rückt ihn gerade, bevor er auf die Hälfte zurückgeschlagen wird. Anschließend bereitet man den Teppichkleber nach Herstellerhinweisen zu oder verwendet ein gebrauchsfertiges Produkt, zum Beispiel den lösemittelfreien Teppich- und PVC-Kleber von Ceresit. Diesen trägt man mit einem Zahnspachtel gleichmäßig auf dem Boden auf. Dabei ist zu beachten, dass man nur so viel Kleber verstreicht, wie in 30 Minuten an Teppich verlegt werden kann. Nach einer Ablüftzeit von 5 bis 10 Minuten legt man den Bodenbelag hinein und drückt ihn fest. Nun ist die zweite Hälfte an der Reihe.

Bei Nischen, Heizungsrohren und Türrahmen ist mit großer Sorgfalt zu arbeiten. Hilfreich ist es, den Schnitt erst auf der Unterseite des Teppichs aufzuzeichnen, bevor er zurechtgeschnitten und verlegt wird. Dagegen werden überlappende Bahnen so in das Kleberbett gelegt, dass die Nahtstellen frei von Klebstoff bleiben. Erst nach dem Schnitt klappt man beide Seiten hoch, trägt den Kleber auf und arbeitet den Stoß ein.

Teppiche für Kinder- und Jugendzimmer

Teppich für das Kinderzimmer
Teppich mit Blumenmotiv

Für Kinderzimmer darf es ruhig ein farbenfroher Teppich oder Teppichboden sein, der aus einem robusten und pflegeleichten Material besteht. Kinderteppiche gibt es daher in vielen verschiedenen Ausführungen, zum Beispiel bunte Muster, Blumen, Autos, farbige Puzzleteile oder Figuren aus bekannten Kinderserien.

Wer keinen Teppichboden verlegen möchte, entscheidet sich stattdessen für Läufer oder Bettvorleger. Diese haben den Vorteil, dass sie sich leichter gegen andere Teppiche austauschen lassen, wenn sie verschmutzt sind oder dem älter gewordenen Kind nicht mehr gefallen.

Spätestens beim Wechsel zum Jugendzimmer möchten die Teenager sich von den kindlichen Möbeln, Tapeten und Teppichen trennen und übernehmen selbst die Gestaltung. Nachdem alle Möbel aus dem Zimmer geräumt wurden, wird der Teppichboden vollständig entfernt und ein neuer Bodenbelag verlegt. Alternativ lassen sich kleinere Teppiche einfach austauschen.

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Bildnachweis
1. "Teppichboden" (Originalbild): PublicDomainPictures, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Velours-Teppich" (Alvimann) / morguefiles
3. "Teppichboden als Schlingenware" (Originalbild) von (Doddledoo), Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0, zugeschnitten
4. "Teppichfliesen": © Tretford
5. "Orientteppich" krosseel / morguefiles.com
6. "Teppichboden": © Vorwerk
7. "Teppichboden verlegen" (Carpet stretching arp.jpg) von Arpingstone, Wikimedia Commons, Lizenz: CC0 1.0, zugeschnitten
8. "Teppichboden fixieren: Untergrund ausgleichen": Henkel Ceresit /
9. "Teppichboden fixieren: Untergrund grundieren": Henkel Ceresit /
10. "Teppichboden auslegen": Henkel Ceresit /
11. "Teppich-Fixierung auftragen": Henkel Ceresit /
12. "Teppichboden fixieren: Fixierung verstreichen": Henkel Ceresit /
13. "Teppichboden auf Fixierung ausrollen": Henkel Ceresit /
14. "Teppichboden festdrücken": Henkel Ceresit /
15. "Überstehende Teppichreste abschneiden": Henkel Ceresit /
16. "Teppichboden ausrollen": Henkel Ceresit /
17. "Teppich-Kleber auftragen": Henkel Ceresit /
18. "Teppichkleber auf Untergrund verteilen": Henkel Ceresit /
19. "Teppichboden verkleben": Henkel Ceresit /
20. "Teppichboden zuschneiden": Henkel Ceresit /
21. "Bodenbelag am Türrahmen einschneiden": Henkel Ceresit /
22. "Teppich mit Schiene zurechtschneiden": Henkel Ceresit /
23. "Teppich im Kinderzimmer": © Arte Espina
24. "Teppich mit Blumenmotiv": © Arte Espina

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